Flucht

Flucht von Mike Landin

Vor einiger Zeit habe ich den Erstling „Rote Tränen“ von Mike Landin gelesen. Als er mir „Flucht“ als Rezensionsexemplar angeboten hat, habe ich nicht lange gezögert, denn sein erstes Buch hatte mir auch schon gut gefallen.

Martin arbeitet im Jahr 1979 in der ehemaligen DDR als Journalist für die Zeitung „Das neue Deutschland“. Der Job ist nicht mal annähernd so, wie er es sich vorher vorgestellt hat. Er wollte Tatsachen berichten und nicht fingierte Berichte, die nur das öffentlich machen, was von ihm verlangt wird. Schon als Jugendlicher träumte er mit seinen Freunden von der Flucht in den Westen. Als für einen Bericht über ein Gefängnis in Bautzen recherchiert, trifft er dort auf seinen Freund Frank, der ihm ein folgenschweres Versprechen abnimmt. Nicht nur die Flucht aus der damaligen DDR spielt hier eine große Rolle, sondern auch die Flucht vor der Vergangenheit.

Für mich war es keine Überraschung, dass ich die ganze Zeit mit den Figuren mitgefiebert habe, denn im vorherigen Buch war das auch der Fall. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass ich mich in einem TV-Thriller befinde. Nicht nur vom Aufbau des Geschehens, sondern auch durch einige Sprüche, die so oder ähnlich wohl nur in Thillern auftauchen können. Mike Landin hat es sogar geschafft, dass ich einige Figuren des Buches lieb gewonnen habe, obwohl gerade das bei mir in Büchern mit ca. 300 Seiten nicht so üblich ist. All das hat „Flucht“ für mich sehr kurzweilig und unterhaltsam gemacht.

Mir wurde erst bei der Lektüre des Buches wieder bewusst, dass wir hier im Westen ein so bequemes und luxuriöses Leben hatten. Obwohl die damalige Lebensweise im Buch nicht dominiert, sind mir dann doch wieder einige Dinge aufgefallen, die in der damaligen DDR völlig anders waren als im Westen. Damit meine ich nicht nur die Freiheit überall hinreisen zu können wo man hin möchte, sondern unter anderem auch die Freiheit zu sagen was man denkt ohne direkt weg gesperrt zu werden. Das ganze Buch hindurch habe ich dieses Verlangen nach Freiheit gespürt und natürlich auch nachvollziehen können.

Wenn du gerne ein Buch lesen möchtest, dass dich sehr gut unterhält und durchweg spannend ist, dann ist „Flucht“ genau das richtige für dich. Aber ich warne dich, nimm dir was zu knabbern mit auf die Couch, sonst leiden deine Fingernägel.

*Werbung*

Seiten: 330

Herausgeber: Books on Demand

Erscheinungstermin: 10. Januar 2022

ISBN: 978-3755781073

Leseprobe

Homepage Mike Landin

Über den Autor (Quelle: Amazon):

Mike Landin wurde 1968 in Berlin geboren. Er wuchs im Spreewald auf, studierte Bauingenieurwesen in Cottbus und lebt heute in der Nähe von Magdeburg.

Tod am Set

Nordwestnacht von Svea Jensen
Teil 3 der „Ein Fall für die Soko St. Peter Ording“ Reihe

Nach „Nordwesttod“ und „Nordwestzorn“ war ich total gespannt auf Teil 3 der Reihe um Anna Wagner und Hendrik Norberg. Wie erwartet wurde ich nicht enttäuscht. Ich fand es sogar noch besser als die beiden Vorgänger.

Als ein Crew-Mitglied einer bekannten Krimiserie, die gerade in St. Peter Ording gedreht wird, tot und an einen Pfahlbau angekettet gefunden wird, beginnt für Anna Wagner und Hendrik Norberg die Suche nach dem Täter. Gleichzeitig verschwindet die Hauptdarstellerin Julia spurlos. Nils Scheffler, der Kollege der beiden, ist als polizeilicher Berater für die Produktion der Krimiserie tätig und kennt Julia daher persönlich und läuft daher bei der Suche nach ihr zur Höchstform auf.

Ich hatte den Eindruck, dass ich in diesem dritten Teil mehr über die Figuren erfahren habe als in den zwei Teilen zuvor. Mittlerweile habe ich die beiden Hauptcharaktere sehr lieb gewonnen und habe mich daher sehr gefreut, dass sie auch ihre Beziehung vertieft haben und Freunde geworden sind. Das hat mir als Leserin einen tieferen Einblick in beider Leben und Gedankenwelt erlaubt als zuvor. Wie schon in den Teilen zuvor ist die Handlung durchweg spannend. Dabei kommt der Wohlfühlfaktor nicht zu kurz, weil die Autorin immer wieder Land und Leute beschreibt. Hier merkt man ihr meiner Meinung nach an, dass sie die Gegend um St. Peter Ording sehr liebt. Ich war noch nie da, aber ich wäre am liebsten noch während der Lektüre dort hingefahren um einfach mal die Seele baumeln zu lassen und mich zu entspannen.

Der Fall endete für mich logisch nachvollziehbar und hat keinerlei Fragen aufgeworfen. Ich konnte leider noch nicht herausfinden, ob es noch einen weiteren Fall geben wird, aber der Inhalt des Buches deutet für mich darauf hin, dass es auf jeden Fall weiter gehen wird. Ich habe mir schon länger vorgenommen, die weiteren Bücher der Autorin, die sie unter dem Pseudonym Angelika Svensson geschrieben hat, zu lesen.

Wenn du Wohlfühlbücher mit Mordfällen ohne Blutbad magst und gerne rätselst, solltest du es auf jeden Fall mal mit der Soko St. Peter-Ording versuchen.

Svea Jensen hat mir das Buch zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich!

*Werbung*

Seiten: 384

Herausgeber: HarperCollins

Erscheinungstermin: 22. März 2022

ISBN: ‎ 978-3749903399

Reihenfolge der Bücher:

Teil 1: Nordwesttod

Teil 2: Nordwestzorn

Teil 3: Nordwestnacht

Leseprobe

Homepage Svea Jensen

Lesung Svea Jensen #harperliest

Über die Autorin (Quelle: HarperCollins):

Svea Jensen ist das Pseudonym einer erfolgreichen Krimiautorin. Sie ist in Hamburg aufgewachsen und dem Norden stets treugeblieben: Nach vielen Jahren beim Norddeutschen Rundfunk lebt sie heute in Schleswig-Holstein, wo sie sich mittlerweile ganz dem Schreiben widmet. Während sie Verbrechen für ihre nächsten Bücher plottet, lässt sie sich am liebsten eine Nordseebrise um die Nase wehen. Svea Jensen ist Mitglied im »Syndikat« und bei den »Mörderischen Schwestern«.

Rezension zu Nordwestnacht von Svea Jensen
©Maya Meiners Fotografie

Interview mit Sylke Hörhold

Interview mit der Autorin der Oberlausitzkrimi-Reihe

Im letzten Jahr durfte ich im Rahmen der OBM 2021 intensiv mit Sylke Hörhold, Autorin der Oberlausitz Krimis, zusammen arbeiten. Damals wollte ich schon zu Beginn der OBM meine Podcast starten, aber ich hatte noch Muffensausen. Da Sylke nun den vierten Teil ihrer Reihe um Julia Eisler veröffentlicht hat, habe ich sie endlich in meinen Podcast eingeladen.

Ihre Krimis sind genau richtig um einen entspannten Nachmittag zu verbringen, die Auflösung des Falls mit Julia zu entschlüsseln und um sich einfach wohl zu fühlen. Einen großen Anteil an diesem Wohlgefühl haben die liebevoll gestalteten Figuren, die ich bereits im ersten Teil sehr lieb gewonnen habe. Ich kann dir die Reihe sehr ans Herz legen.

Meine Beiträge zur OBM findest du hier:

Vorstellung der Reihe

Rezension Teil 1 „Emmelie“

Was ist ein Umgebindehaus und wo liegt überhaupt Finkendörfel?

Zoom Plausch mit zwei Hybridautorinnen und ihrem Verleger

Interview mit Sylke Hörhold

Hier ist aber nun endlich die Podcastfolge:

Über die Autorin (Quelle: Oberlausitzer Verlag):

Die Autorin Sylke Hörhold lebt und arbeitet in einem besonders schönen Teil des Oberlausitzer Berglands. Hier spielen sich auch die fiktiven Geschehnisse ihrer kleinen Reihe der Oberlausitzkrimis ab.

Sie ist Mutter von zwei erwachsenen Söhnen und wohnt mit ihrem Mann in einem Haus in Pilzdörfel, einem Ortsteil der Gemeinde Sohland an der Spree. Familiengeschichten, historische Geschichten und Sagen aus der Oberlausitz interessieren sie ebenso, wie heilsame Geschichten für kleine und große Kinder. In ihrem Hauptberuf ist sie Psychotherapeutische Heilpraktikerin und Referentin für Hospiz und Trauerbegleitung. Ihre Profession des seelischen Heilens verbindet sie in verschiedenen Schreibkursen auch mit ihrer großen Leidenschaft für das Schreiben.

Podcast: Interview mit Sylke Hörhold

Links:

Oberlausitzer Verlag

Sylke Hörhold

Interview mit Dieter Neumann & Rezension

„Todeslied“ von H. Dieter Neumann (Kira Lund #2)

Der zweite Teil der Kira-Lund-Reihe „Todeslied“ ist nun drei Tage alt. Nachdem ich den ersten Teil ja erst vor kurzem gelesen habe, war ich gespannt, ob Teil zwei mithalten kann. Und ja, das kann er. Er hat mir sogar noch besser gefallen als „Haie unter dem Eis“.

Susanna von Hohenmarschen-Klammroth, die als Solistin in einem Stück des Kammerchors „canticum novum“ auftreten soll, verschwindet spurlos am Tag der Generalprobe. Zwei Wochen später wird sie mit durchgeschnittener Kehle im Alsensund in Dänemark gefunden. Kira Lund, die sich gerade im Segelurlaub mit ihrem Freund Lukas befindet, wird von ihrem Chef Michael de Jong beauftragt für die Sendung „Unser Land am Abend“  herauszufinden, was hinter dem Mord steckt.

Wie auch schon im ersten Teil wurde Kiras Arbeit als Videojournalistin perfekt mit der Polizeiarbeit von Helene Christ aus der gleichnamigen Reihe von Dieter Neumann verwoben. Kira und Helene pflegen mittlerweile eine zarte Freundschaft und ich nehme mal an, dass diese sich im nächsten Teil, der „Stumme Gräber“ heißen wird, noch vertiefen wird. Ich mag auch einfach das Team, das aus Kira und ihrem Kollegen Tim Scholler besteht. Sie sucht vor Ort nach Indizien, er liefert die Hintergrundinformationen, ist aber vor Ort, wenn sie ihn braucht. Wie immer in den Romanen von Dieter Neumann ist auch hier eine Hintergrundgeschichte des Mordes abgebildet, die Hand und Fuß hat. Bei mir hat es ziemlich lange gedauert, bis ich dahinter gekommen bin wer der Mörder ist.

Bei der Lektüre von „Todeslied“ hatte ich in den entsprechenden Szenen Meeresgeruch in der Nase. Das hat viel dazu beigetragen, dass das Buch ein Wohlfühlkrimi für mich geworden ist. Gut gelungen ist der Wechsel zwischen Spannung und gemütlichen Momenten ohne dass es je langweilig geworden wäre. Einen Teil hat Kiras journalistischer Instinkt dazu beigetragen, da sie immer mal wieder ein „komisches Gefühl“ hatte, dem sie nachgehen musste. Ganz egal, ob sie sich und andere damit in Gefahr gebracht hat oder nicht.

Den zweiten Teil der Reihe kannst du übrigens auch für sich stehend lesen. Für mich hat es sich aber sehr gelohnt den ersten Teil vorab zu lesen.

Dieter Neumann hat mir das Buch zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.

Interview mit Dieter Neumann (Smoking Guns – GEMAfreie Musik von https://audiohub.de/)

*Werbung*

Seiten: 328

Herausgeber: Piper Spannungsvoll

Erscheinungstermin: 28. April 2022

ISBN: 978-3492504966

Homepage Dieter Neumann

Über den Autor (Quelle: Piper Verlag):

H. Dieter Neumann, Jahrgang 1949, war Offizier in der Luftwaffe der Bundeswehr. Nach seinem Ausscheiden als Oberstleutnant d. R. wurde der Diplom-Finanzökonom (BI) Vertriebsleiter und Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens und schließlich Vorstand einer Dienstleistungsgenossenschaft. Danach erfüllte er sich seinen Lebenstraum, indem er einige Semester Neuere Deutsche Literatur studierte und sich ganz aufs Schreiben verlegte. Neumann hat sich der Spannungsliteratur verschrieben. Neben seinen Thrillern und Kriminalromanen hat er jedoch auch vier Sachbücher über Redewendungen veröffentlicht. Im Jahr 2018 wurde er mit dem Jurypreis des NordMordAward ausgezeichnet. Als passionierter Segler ist Neumann oft und gern auf dem Wasser. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsende Töchter und lebt in der Nähe von Flensburg auf dem Land.

Foto: © privat / Piper Verlag

Podcastfolge & Rezension "Todeslied" von Dieter Neumann
Foto: © privat / Piper Verlag

Abenteuer im Heiligen Land [Blogtour zur HOMER Preisverleihung 2022]

Die Mission des Kreuzritters von Ulf Schiewe

Vor ungefähr zwei Jahren habe ich „Der Attentäter“ von Ulf Schiewe gelesen, in dem es um das Attentat auf Franz Ferdinand, dem Thronfolger Österreich-Ungarns, geht. Schon damals war ich von der Erzählweise des Autors begeistert und musste sein neuestes Werk „Die Mission des Kreuzritters“ unbedingt lesen, obwohl es eigentlich so gar nicht mein Thema ist.

Melisende von Jerusalem, die älteste Tochter des Königs, weigert sich den unsympathischen Comte d`Anjou zu heiraten und will mit einem kleinen Trupp zu ihrer Schwester Alice nach Antiochia fliehen. Aber es kommt alles ganz anders als erwartet, denn Melisende und ihre Leute werden überfallen, sie wird sogar als Geisel genommen. König Baudouin entsendet daraufhin Raol da Montalban um Melisende zu retten und wieder nach Hause zu holen.

Lesung aus „Die Mission des Kreuzritters“

Ich wusste gar nichts über Jerusalem zur Zeit vonKönig Baudouin und vor allem nicht über das 12. Jahrhundert, so dass ich darauf angewiesen war, dass Ulf Schiewe mir alles bis ins Kleinste erklärt, damit ich die Zusammenhänge verstehe. Das ist ihm hervorragend gelungen. Zeitweise habe ich sogar vergessen, dass ich mit dem Thema Jerusalem und vor allem mit dieser Zeit gar nicht viel anfangen kann. Im Laufe des Buches sind mir Melisende und Raol sehr ans Herz gewachsen. Die meisten Figuren im Buch sind historisch belegt, allerdings ist die Geschichte um Melisendes Ausflug und ihre Rettung fiktiv. Der Schreibstil hat mir unglaublich gut gefallen, teilweise fühlte ich mich wie in einem Märchen. Ob das nun am Inhalt oder am Schreibstil oder einfach an der Kombination lag, kann ich gar nicht so genau sagen. Einen Teil dazu beigetragen hat auf jeden Fall die zarte Liebesgeschichte, die sich im Laufe des Buches zwischen Melisende und Raol entwickelt hat.  

Ich meine mich zu erinnern vor einigen Jahren „Der Bastard von Tolosa“ gelesen oder zumindest angefangen zu haben, denn der Name Raol de Montalban kam mir sehr bekannt vor. Der Bastard beinhaltet nämlich Raols Geschichte. Unbekannt war mir auch, dass „Die Mission des Kreuzritters“ der vierte Teil einer Reihe ist. Allerdings kann man, wie man an diesem Beispiel sieht, die einzelnen Teile wunderbar alleinstehend lesen. Ich werde die versäumten Teile auf jeden Fall in diesem Jahr nachholen.

Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen, selbst wenn du glaubst, dass es inhaltlich nicht dein Thema ist. Wenn du mehr über den Autor erfahren möchtest, besuche seine Homepage oder die Seite des Lübbe Verlages.

Zu der Reihe gehören folgende Bücher:

Der Bastard von Tolosa

Die Comtessa

Die Hure Babylon

Die Mission des Kreuzritters

*Werbung*

Seiten: 528

Herausgeber: Lübbe

Erscheinungsdatum: 26. November 2021

ISBN: 978-3785727591

Preis: 16,90 € (Paperback), 14,99 € (E-Book)

Über den Autor:

Ulf Schiewe wurde 1947 im Weserbergland geboren und wuchs in Münster auf. Er arbeitete lange als Software-Entwickler und Marketingmanager in führenden Positionen bei internationalen Unternehmen und lebte über zwanzig Jahre im Ausland, unter anderem in der französischen Schweiz, in Paris, Brasilien, Belgien und Schweden. Schon als Kind war Ulf Schiewe ein begeisterter Leser, zum Schreiben fand er mit Ende 50.

© björn marquart (www. fotomarquart.de)

Infos zur Blogtour:

26. April 2022: Angeliques Leseecke (Verrat in Colonia – Maria W. Peter)

28. April 2022: Carmens Bücherkabinett (Sie nannten ihn Cid – Mac P. Lorne)

30. April 2022: Kunterbunte Bücherreisen (Die Mission des Kreuzritters – Ulf Schiewe)

3. Mai 2022: Svanvithe (Krone des Himmels – Juliane Stadler)

5. Mai 2022: Nicht ohne Buch (In den Klauen der Macht – Ana Pawlik)

7. Mai 2022: Ullas Leseecke (Die Rache des Lombarden – Petra Schier)

10. Mai 2022: Frau Goethe liest (Der Pfeiler der Gerechtigkeit – Johanna von Wild)

12. Mai 2022: Bücherheike (Die Aschenbrennerin – Birgit Herrmann)

14. Mai 2022: Lesenswertes aus dem Bücherhaus (Eisflut 1784 – Marco Hasenkopf)

17. Mai 2022: Buchtempel (Träume von Freiheit – Silke Böschen)

19. Mai 2022: Lesebuch (Die Totenärztin: Wiener Blut – René Anour)

21. Mai 2022: Lesebuch (Die Totenärztin: Goldene Rache – René Anour)

Zurück zur Intuition

Die Geschenke meiner dunklen Seele von Simone Gütte

Ich habe das Buch von der Autorin zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank dafür! Anfangs war ich ein wenig skeptisch, weil ich mit dem Klappentext nicht so richtig viel anfangen konnte, aber ich wollte es trotzdem versuchen.

Mir fällt es ehrlich gesagt ein wenig schwer eine angemessene Rezension zu schreiben. Das liegt nicht daran, dass es mir nicht gefallen hat, sondern weil die Art der Umsetzung schon sehr speziell ist. Ich finde, dass die Intention dahinter sehr bildlich dargestellt wurde. Die Autorin hat sich viel mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt und genau das ist auch das Thema des Buches.

Sonnenseele, die für mich die Übersetzung für die Intuition und das Selbstbewusstsein ist, ist bei ihrem letzten Menschen gescheitert. Das Ergebnis war, dass die Frau, die sie bewohnt hat, nicht mehr ihren Bedürfnissen nachgegangen ist, sondern getan hat, was andere von ihr erwartet haben. Wie du dir vorstellen kannst, ist das nicht besonders gut fürs Selbstbewusstsein. Nun wird sie einem neuen Menschen zugewiesen und hat große Angst zu versagen. In den gut 250 Seiten erlebt man einiges mit Clara Susann, dem Mädchen, das Sonnenseeles neue Heimat ist, und vor allem einiges, was sich in ihrem Inneren abspielt.

Zeitweise hat mich die Erzählweise an den Film „Alles steht Kopf“ erinnert, denn unterschiedlichen Empfindungen hat die Autorin Körper gegeben, die miteinander kommunizieren, miteinander konkurrieren oder sich helfen. Simone Gütte zeigt den Leser:innen auf diese Weise wie man Selbstbewusstsein herstellen kann und sich in positiver Denkweise üben kann.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich dennoch: Ich hätte mir ein wenig mehr Tiefe gewünscht, denn gerade bei diesem Thema sollte man meiner Meinung nach eine Beziehung zum Hauptcharakter und auch zu dem Mädchen, um das es geht, aufbauen können. Ansonsten hat es mir richtig gut gefallen.

Wenn du neu auf dem Gebiet der Persönlichkeitsentwicklung bist, ist das Buch der perfekte Starter. Es überfordert nicht und liefert Beispiele, wie man sich bewusst in welche Richtung steuern kann. Wenn das Thema für dich ein alter Hut ist, kann ich es dir auch empfehlen, denn Sonnenseele ist wirklich ein niedlicher Charakter und lernt stetig dazu.

Wenn du mehr über die Autorin erfahren möchtest, sieh dich einfach mal auf ihrer Homepage um.

*Werbung*

Seiten: 252

Herausgeber: BoD – Books on Demand

Erscheinungstermin: 18. März 2021

ISBN: ‎ 978-3753444048

Preis: 12,00 € (Taschenbuch), 4,99 € (E-Book)

Über die Autorin (Quelle: Homepage):

Vom Burnout zum Boreout und nun zum Buch – so startete ich 2012 ins Autorenleben. Dies sollte sogar der Titel meines ersten Buches werden, nachdem meine Tätigkeit in der Bank endete. Ich interessierte mich für’s Personalwesen und absolvierte bei der IHK eine Fortbildung zur Personalfachkauffrau, um neu durchzustarten. Aber es kam anders als geplant.  

In dieser Zeit fand ich meine Liebe zum Schreiben, Lesen und Zeichnen wieder, die mich bereits seit meiner Kindheit begleitet. Heute gibt es vier Bücher aus den oben genannten Genres von mir sowie eine CD als Hörbuch mit Kurzgeschichten & Klaviersolostücken mit meinem Mann Andy. ​

Man muss nicht jede Idee, die einem durch den Kopf schwirrt, umsetzen. Viele verflüchtigen sich schnell. Aber was hartnäckig immer wiederkehrt, will gehört – und gelebt werden. Sie gehören zum Lebensweg. 

Es gibt nichts zu verlieren. Im Gegenteil, Zufriedenheit ist das Geschenk. Meine Romane und Geschichten erzählen davon: Nur das, was man nicht versucht hat, wird man eines Tages bereuen.  

Du bist hier richtig, wenn dich dein eigener Lebensweg interessiert, denn das ist das Thema meiner Romane und Kurzgeschichten: Finde deinen stimmigen Weg im Leben. 

Wann fühlt sich ein Lebensweg stimmig an? Stimmig bedeutet: Fühlen, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist. Als bester Wegweiser zeigt sich zu Beginn einer Idee die (Vor-)Freude. Eng damit verbunden ist die Begeisterung und Spontanität, auch schwierige Herausforderungen in Angriff zu nehmen. Vertrauen, dass sich alles entwickelt, wie es soll.  

Begleitet dich nur der pure Wille und Ehrgeiz, landest du leicht in einer Einbahnstraße. Dann heißt es: innehalten. Ist das wirklich mein Weg? Oder habe ich gelernt – von Familie, Freunden, der Gesellschaft etc. – dass dies mein Weg sein soll? Eine »Einbahnstraße« kann weiterführen. Möglicherweise eröffnen sich später neue Richtungen. Fühlt es sich jedoch nur noch mühselig, unüberwindbar oder erzwungen (also nicht mehr stimmig) an, heißt es: Der Lebensweg darf sich verändern.  

Warum liebe ich solche Geschichten?  

Vielleicht, weil mein eigener Weg so vielfältig war und ist. Nichts muss als selbstverständlich hingenommen werden. Jeder hat die Möglichkeit, seinen Weg in eine freudvolle Richtung zu lenken. Dafür ist Arbeit notwendig. Das Aufgeben liebgewonnener Gewohnheiten und das Verlassen ausgetretener Pfade verlangen oft einen Sprung über den eigenen Schatten. Aber die innere Stimme weiß, was richtig ist. Und nicht zuletzt dein Körper. Er mahnt an, was wirklich zu bearbeiten ist. 

Ich mag Geschichten, die nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken, Austausch und Verändern anregen wollen. Meine Romanfiguren schicke ich auf ihren Weg. Du darfst dich auf deinen eigenen begeben. Nur dort findest du Zufriedenheit – und kannst deine Talente und Potenziale entfalten.

Kunterbunte Bücherreisen ON AIR: Interview mit Veronika Rusch

Heute habe ich ein ganz tolles Interview für dich. Es hat unglaublich Spaß gemacht Veronika Rusch, die Autorin der Schwarze Venus-Reihe zu interviewen.

In der Reihe geht es um Josephine Baker, die bekannte Tänzerin und Schauspielerin, die in den 1920er Jahren berühmt wurde. Die fiktive Geschichte über drei Teile erzählt, wie es gelingt Josephine Baker vor mehreren geplanten Attentaten zu bewahren. Die Handlung ist vor meinen Augen wie ein Film abgelaufen, da die Veronika Rusch so lebendig geschrieben hat.

Wenn du die Reihe noch nicht kennst, solltest du auf jeden Fall die Leseprobe lesen.

Interview mit Veronika Rusch

*Links*

Homepage der Autorin

Homepage des Verlages incl. Leseproben

Reihenfolge der Bücher:

Der Tod ist ein Tänzer (Rezension)

Die Spur der Grausamkeit

Die Dunkelheit der Welt

Über die Autorin (Quelle: piper Verlag):

Veronika Rusch ist Jahrgang 1968. Sie studierte Rechtswissenschaften und Italienisch in Passau und Rom und arbeitete als Anwältin in Verona, sowie in einer internationalen Anwaltskanzlei in München, bevor sie sich selbständig machte. Heute lebt sie als Schriftstellerin mit ihrer Familie in ihrem Heimatort in Oberbayern. Neben Romanen schreibt sie Theaterstücke für Erwachsene und Kinder sowie Dinner-Krimis. Für ihre Krimikurzgeschichte „Hochwasser“ erhielt sie 2009 den zweiten Preis im Agatha-Christie-Krimiwettbewerb.

Foto: © Diane von Schoen / Piper Verlag

Mord unter dem Eis

Haie unter dem Eis – Kira Lunds erste Reportage (Kira Lund 1): Ein Nord-Ostsee Krimi von H. Dieter Neumann

„Haie unter dem Eis“ hat schon viel zu lange auf meinem SuB gelegen. Als das Buch im Mai 2021 erschienen ist,  litt ich an einer akuten Krimi-Übermüdung. Das hat sich mittlerweile gelegt, also habe ich es endlich gelesen.

Kira Lund, eine junge Videojournalistin, wird in die Ermittlungen bezüglich des Todes ihrer besten Freundin Carola verwickelt. Carola wurde nämlich während eines Eistauchgangs, den sie mit ihrem Mann durchgeführt hat, ermordet. Nachdem Carolas Ehemann Jesper unter Verdacht geraten ist, mischt sich Kira in den Fall ein und recherchiert mit den ihr als Journalistin zur Verfügung stehenden Mitteln auf eigene Faust. Sie kann einfach nicht glauben, dass Jesper seine Frau auf dem Gewissen hat.

Ich habe mich sehr gefreut, Helene Christ, die in der Vorgängerreihe des Autors die Hauptrolle besetzt, wieder zu treffen. Natürlich ist auch Frau Sörensen, ihre kleine Hündin, mit dabei. Wie du dir sicher vorstellen kannst, ist Helene nicht sehr glücklich darüber, dass Kira nicht nur neugierige Fragen stellt, sondern sich auch noch in große Gefahr begibt indem sie Orte aufsucht, die direkt mit dem Verbrechen in Zusammenhang stehen. Ich finde, dass eine Ermittlung aus Journalistensicht mal etwas anderes ist als aus Sicht der Kommissare, die in den meisten Krimis ermitteln, die ich bisher kennen gelernt habe.

Kira erforscht das Geschehne fast auf sich allein gestellt und gegen den Willen der ermittelnden Behörden, weil diese glauben, dass Kira einfach nur eine große Story wittert und damit groß raus kommen will. Auch im Privatleben ist Kira in der Zeit, in der der Roman spielt, auf sich allein gestellt. Ihr Freund Lukas befindet sich in der Antarktis auf Forschungsreise und um die Gesundheit ihres Vaters ist es nicht gut bestellt. Dieses unfreiwillige allein sein kam in meinen Augen hier besonders zur Geltung. Ich konnte regelrecht fühlen, dass Kira zeitweise verzweifelt war.

In den Romanen, die ich bisher von H. Dieter Neumann gelesen habe, wird an Wirtschaftsthemen nicht gespart. Das ist auch hier so. Allerdings sollte dies kein Hindernis für dich sein, denn die Zusammenhänge sind so gut aufbereitet, dass sie jeder verstehen kann. Es handelt sich hier auch nicht um einen blutrünstigen Krimi, so dass selbst zarte Gemüter das Buch bedenkenlos lesen können.

Wenn dich bereits die Helene-Christ-Reihe begeistert hat, solltest du unbesorgt zuschlagen. Mir hat die Kira-Lund-Reihe sogar noch ein wenig besser gefallen. Der zweite Teil der Kira-Lund-Reihe „Todeslied“ erscheint am 28. April 2022. Der dritte Teil „Stumme Gräber“ ist für das Jahr 2024 angekündigt.

„Dunkles Wasser“ Lesung im Speicherstadtmuseum am 30. August 2019 (Gewinner des Nord Mord Award 2018)

*Werbung*

Seiten: 344

Herausgeber: Piper Spannungsvoll

ISBN: 978-3492504942

Preis: 11,00 € (Taschenbuch), 5,99 € (E-Book)

*Links*

H. Dieter Neumann

Piper Verlag

„Drakon – Tod unter Segeln“ von H. Dieter Neumann

*Der Autor (Quelle: Piper Verlag)*

H. Dieter Neumann, Jahrgang 1949, war Offizier in der Luftwaffe der Bundeswehr. Nach seinem Ausscheiden als Oberstleutnant d. R. wurde der Diplom-Finanzökonom (BI) Vertriebsleiter und Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens und schließlich Vorstand einer Dienstleistungsgenossenschaft. Danach erfüllte er sich seinen Lebenstraum, indem er einige Semester Neuere Deutsche Literatur studierte und sich ganz aufs Schreiben verlegte. Neumann hat sich der Spannungsliteratur verschrieben. Neben seinen Thrillern und Kriminalromanen hat er jedoch auch vier Sachbücher über Redewendungen veröffentlicht. Im Jahr 2018 wurde er mit dem Jurypreis des NordMordAward ausgezeichnet. Als passionierter Segler ist Neumann oft und gern auf dem Wasser. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsende Töchter und lebt in der Nähe von Flensburg auf dem Land.

Foto: © privat / Piper Verlag

Mord in Hamburg

Hafenmörder: Carl-Jakob Melcher ermittelt von Christoph Elbern

Bekanntlich stehe ich ja auf Bücher, die zur Jahrhundertwende 1800/1900 spielen und die in Deutschland angesiedelt sind. Da „Hafenmörder“ ein Krimi ist, der in dieser Zeit und an diesem Ort spielt, dachte ich, es könnte ganz gut passen.

In Hamburg des Jahres 1904 geschehen in unterschiedlichen Abständen Morde an hoch angesehenen Bürgern. Der erste Tote zeigt Anzeichen von Cholera, daher schaltet Martin Bucher, der ermittelnde Beamte, seinen Freund Carl-Jakob Melcher ein, der als Bakteriologe am Hamburger Tropeninstitut arbeitet. Die beiden können die Ungereimtheiten des Falls nicht auf sich beruhen lassen und ermitteln zum Teil eigenmächtig und meiner Meinung nach äußerst leichtsinnig diesen Fall.

Zu Beginn fand ich den Schreibstil richtig gut und mal etwas anderes zu dem, was ich sonst so lese. Die Geschichte wird von Carl-Jakob im Rückblick erzählt und zwar so, als würde mir davon berichten, während wir uns gegenüber sitzen und gemütlich einen Kaffee trinken. Die Hintergrundinformationen zu den Figuren und Geschehnissen konnten so perfekt in die Erzählung eingebunden werden. Mit der Zeit ist mir der Inhalt aber sehr in die Länge gezogen vorgekommen. Zeitweise war ich ziemlich gelangweilt und habe schneller gelesen als ich wollte. Die Spannung kam allerdings immer mal wieder zurück. Es war ein ewiges Auf und Ab. Die Figuren blieben mir während des Lesens bis zum Ende fremd. Wobei ich nicht so richtig beurteilen kann, ob es an einer fehlenden Tiefe der Charaktere lag oder weil ich ab einem bestimmten Punkt zu schnell und zu oberflächlich gelesen habe. Die Auflösung des Falls hat am Ende Sinn gemacht und war nachvollziehbar, war aber mit einem Showdown verbunden, der meiner Meinung nicht notwendig gewesen wäre.

Wenn Du Bücher magst, die dich nicht vor Spannung die Wände hoch gehen lassen und die in besagter Zeit an besagtem Ort spielen, ist „Hafenmörder“ genau das richtige für dich.

Wenn du mehr über den Autor erfahren möchtest, kannst du dich auf seiner Homepage oder auf der Seite des Verlages umsehen.

*Werbung*

Seiten: 365

Herausgeber: Ruetten & Löhnig

Erscheinungstermin: 14. Februar 2022

ISBN: ‎ 978-3352009723

Preis: 18,00 € (gebundenes Buch), 13,99 € (E-Book)

Informationen über den Autor (Quelle: Aufbau Verlage):

Christoph Elbern, Jahrgang 1960, hat Germanistik und Anglistik studiert und lange als Journalist gearbeitet. Er war in leitenden Positionen bei verschiedenen Magazinen tätig – unter anderem „Prinz“ und „TV Movie“. Seit 2010 leitet er eine Agentur für Unternehmenskommunikation in Kassel. Unter dem Pseudonym Klaas Kroon hat er bereits zahlreiche Kriminalromane veröffentlicht. Er lebt in Hamburg.

© Bernd Obermann

Kunterbunte Bücherreisen ON AIR: Interview mit Kerstin Groeper (Teil 2)

Podcastfolge mit Interview

Du hast es sicher scho bemerkt: Ich habe eine etwas längere Blogpause gemacht. Jetzt bin ich aber wieder regelmäßig dabei und dann direkt mit der zweiten Folge des Podcasts. Zu Gast ist immer noch Kerstin Groeper. Sie ist zweite Vorsitzende des HOMER – Historische Liteartur e. V. und Autorin.

Im zweiten Teil sprechen wir noch ein wenig über ihr aktuelles Buchprojekt, wir erzählen was wir lesen und wir sprechen über Rezensionen.

Ich wünsche Dir viel Spass.

Interview mit Kerstin Groeper – Teil 2

Smoking Guns – GEMAfreie Musik von https://audiohub.de/

Du findest die Folge unter anderem auch bei Spotify, Deezer, podcast.de und bei Appple Podcasts.

Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten