Das Gleichgewicht von Licht und Dunkel

Die Tore von Aistriu – Teil 1: Von Tod und Teufeln von Timo Mallok

Es war mal wieder Zeit für etwas Fantasy. Das Genre ist auf meinem Blog von Beginn an zu kurz gekommen. Da kam mir der Aufruf von Timo Mallok (oder auch dem Weltenschreiner) wie gerufen. Nachdem ich die Leseprobe inklusive mitgeliefertem Kopfkino gelesen hatte, war das Rezensionsexemplar mein. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Cey erwacht in einer Welt, die er nicht versteht und in der er sich erst mal zurecht finden muss. Nachdem er erst mal orientierungslos herum irrt, trifft er auf den Lorko Doleklein und die Loup Garou Anawelle, von denen er erfährt, dass die Zwischenwelt Aistriu in Gefahr ist. Also machen die drei sich auf den Weg um Aistriu vor den dunklen Mächten zu retten.

Wenn du Fantasy mit allen möglichen Fantasiewesen nicht magst, solltest du die Finger von dem Buch lassen. Solltest du aber ein Faible für Dark Fantasy haben, bist du mit „Von Tod und Teufeln“ sehr gut beraten. Man könnte es Klischee nennen, dass der Autor alle Fantasiewesen, die ihm eingefallen sind, ein das Buch aufgenommen hat, ich nenne es Einfallsreichtum. Zum Einfallsreichtum passt, dass die Eigenheiten der Wesen und auch die Erklärung rund um die Figuren und die Welt sehr detailliert dargestellt sind. Als Leser:in lernt man zusammen mit Cey was es mit dieser Welt auf sich hat. Das ist meiner Meinung nach sehr gut gelöst. Immer wieder tauchen Horrorelemente auf, die ich aber nicht besonders gruselig fand, eher passend zum Titel und auch zur Intention des Buches.

Die ersten Seiten habe ich mich ein wenig über die Dialoge gewundert, bis ich verstanden habe, dass Cey aus unserer Welt stammt. Ab und an haben sich kleine Fehler eingeschlichen, die weder bezüglich der Anzahl noch bezüglich der Schwere gestört haben. Insgesamt hat das Buch in mir Kopfkino hervor gerufen und ich konnte mit den Figuren mitfühlen, obwohl mir manch eine Wendung dann doch etwas zu schnell kam.

Auf der Seite des Autors habe ich gesehen, dass „Die Tore von Aistriu“ als Mehrteiler angelegt worden ist, allerdings ist bisher nur der erste Teil erschienen.  Diesen Teil solltest du auf jeden Fall schon mal lesen.

Wenn du mehr über den Autor und über das Buch erfahren möchtest, sieh dich mal auf seiner Homepage um. Ich habe sie dir obn bereits verlinkt.

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Seiten: 447

Herausgeber: BoD – Books on Demand

Erscheinungsdatum: 19. Dezember 2019

ISBN: ‎ 978-3749432349

Preis: 12,99 € (Taschenbuch)

Zeit der Dunkelheit

Zeit der Dunkelheit von Mark Stichler (Mandelbaum-Reihe 2)

Der Inhalt des Buches ist laut Klappentext genau mein Beuteschema, Deutschland, um 1900, der Antisemitismus kommt langsam in Fahrt und es gibt Rebellen, die etwas dagegen tun wollen. Aber: Es war gar nicht meins.

Anfangs dachte ich, dass es daran lag, dass ich den ersten Teil der Mandelbaum-Reihe nicht gelesen habe, aber diese Annahme hat sich relativ schnell zerschlagen. Ich hatte das Gefühl, dass das Buch nur aus Rückblicken besteht, die in kleine Häppchen aktuelle Handlung eingewoben wurden. Ich kann nicht beurteilen, ob der gesamte Inhalt des ersten Teils mit in die Rückblicke aufgenommen wurde, es kam mir aber so vor. Zudem hat mir der rote Faden gefehlt, so dass ich auf eine Art orientierungslos durch das Buch geirrt bin.

Manchmal war ich mir gar nicht sicher, wo ich mich gerade befinde, also ob es die aktuelle Handlung ist oder ein Rückblick. Es war schon eine Menge Konzentration notwendig um dies auseinander zu bekommen. Dazu kommt noch, dass das Buch in meinen Augen nicht mit der Art an Gefühlen geschrieben ist, die ich erwartet hätte. Es gibt zum Beispiel ein ehemaliges Liebespaar, das sich wieder trifft, bei mir kamen beim Wiedersehen nach einigen Jahren keinerlei Emotionen auf. Auch vom pulsierenden Leben in Frankfurt, das im Klappentext angepriesen wurde, habe ich nicht viel mitbekommen. Das ist ganz und gar untypisch für mich, denn normalerweise verliebe ich mich direkt in einen Charakter, hasse irgendwen leidenschaftlich oder was auch immer.

Eigentlich finde ich es schade, dass ich keinen Zugang zum Buch gefunden habe, denn ich finde, dass die Geschichte, die erzählt werden wollte, sicher mitreißend und interessant ist. Es war auch nicht unangenehm zu lesen, es war meiner Meinung nach nur nicht so umgesetzt, dass es mich mitgerissen hat. Ich habe dann letztendlich nach 300 Seiten, also nach mehr als der Hälfte, abgebrochen.

Wenn du Bücher magst, die zu dieser Zeit spielen und die das oben erwähnte Thema beinhalten, dann versuche es trotzdem mit der Leseprobe. Es kann ja gut sein, dass es genau das richtige für dich ist. Weiter unten habe ich dir die Trailer zu beiden Büchern bereit gestellt, so dass du dir mal ansehen kannst worum es eigentlich geht.

Wenn du mehr über „Zeit der Dunkelheit“ erfahren möchtest, kannst du auf der Seite vom MAXIMUM Verlag weitere Infos bekommen.    

Ich habe das Buch vom MAXIMUM Verlag zur Verfügung gestellt bekommen. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Trailer „Aufbruch in die Dunkelheit“ von Mark Stichler
Lesung aus Teil 1
Trailer „Zeit der Dunkelheit“ von Mark Stichler

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Seiten: 576

Herausgeber: MAXIMUM Verlag

Erscheinungstermin: 6. Dezember 2021

ISBN: ‎ 978-3948346331

Preis: 15 € (Taschenbuch), 4,99 € (E-Book)

Aufwühlende Vergangenheit

„Dort, wo die Feuer brennen“ von Astrid Töpfner

Für 2022 habe ich mir vorgenommen mehr Bücher von Selfpublishern zu lesen. Ein wenig habe ich damit schon in 2021 angefangen, obwohl ich zugeben muss, dass ich trotz der vielen guten Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe, doch noch etwas skeptisch war. „Dort, wo die Feuer brennen“ hat mich dann aber doch sehr positiv überrascht.

Soledad, genannt Sol, lebt in Berlin und versucht ihre Familienprobleme durch übermäßigen Alkoholkonsum, Party und viel Arbeit zu vergessen. Nach einem Autounfall, der Sol zum Innehalten zwingt, kehrt sie nach Spanien zu ihrer Familie zurück und erfährt Dinge über sich und ihre Familie, die sie so niemals geahnt hätte.

Anfangs habe ich gar nicht verstanden, warum die Autorin Sols Oberflächlichkeit so stark betont. Ich dachte, dass es wieder eine dieser Frauenromane ist, deren Figuren nur Wert auf schön sein und jemanden darstellen legen, aber das hat sich glücklicherweise als Trugschluss und als wirklich fieses Vorurteil herausgestellt. Ich gelobe hiermit Besserung! Tatsächlich ist es nämlich so, dass die Handlung so sehr in die Tiefe geht, dass ich nicht nur ins Buch gesogen wurde und unfähig war mit dem Lesen aufzuhören, sondern ich habe auch die ganze Zeit mit Sol mitgelitten. Sie deckt einige Ungereimtheiten in ihrem Leben auf und das hat mich ziemlich betroffen gemacht. Sol hat im Laufe des Buches eine sehr starke Entwicklung hingelegt: Vom Partygirl zu einer Frau, die weiß was sie will und die sich nicht mehr rund um die Uhr mit Tätigkeiten aller Art ablenken muss um mit ihrem Leben klar zu kommen. Das größte Thema im Buch ist das Thema Schuld,  das wohl jeder von uns auf die eine oder andere Art kennt und manchmal zu verdrängen versucht.

Der Schreibstil ist total spannend, manchmal schleichen sich allerdings ein paar umgangssprachliche Formulierungen ein, die mich aber gar nicht gestört haben und wahrscheinlich auch gar nicht jedem auffallen. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin, die im Übrigen in Spanien lebt, in den Dialogen einige spanische Redewendungen mit aufgenommen hat. Das hat das ganze Buch noch authentischer gemacht.

Du merkst also, ich bin total begeistert von „Dort, wo die Feuer brennen“ und kann es dir ohne Vorbehalte weiter empfehlen.

Ich habe das Buch von Nova MD zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank dafür! Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Wenn Du mehr über Astrid Töpfner erfahren möchtest, empfehle ich Dir einen Besuch auf ihrer Homepage.

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Seiten: 372

Erscheinungsdatum: 15. Juli 2020

Herausgeber: Nova MD (Astrid Töpfner)

ISBN: 978-3966983884

Preis: 11,99 € (Taschenbuch), 4,49 € (E-Book)

Intuitives Schreiben

Meine Morgenseiten – Das Tagebuch von Johanna Kramer

Nachdem ich im November für 33 Tage am Workshop „Veränderung JETZT“ von Christian Bischoff teilgenommen habe, wollte ich unbedingt eine Morgenroutine für mich einführen. Noch hat es nicht so ganz geklappt, aber ich arbeite daran. „Meine Morgenseiten“ hat mir dabei schon sehr geholfen.

Zu Beginn erwarten dich rund 50 Seiten rund um die Psychologie des Schreibens, warum es wichtig ist sich einfach Dinge aller Art von der Seele zu schreiben und was das Ganze mit dir macht. Unter anderem wird erklärt, dass es sinnvoll ist morgens direkt nach dem Aufstehen den Stift zu zücken und einfach drauf los zu schreiben, damit der Kopf sich leert. Es hilft  unter anderem dabei immer mehr über sich zu erfahren und sich über Dinge klar zu werden, weil man nach einem anfänglichen (möglicherweise) Chaos plötzlich ziemlich geordnet schreibt. Ich kann das nur bestätigen. Während bei mir anfangs immer alle möglichen Gedanken durch den Kopf wirbeln wird mir während des Schreibens plötzlich klar, was ich will und was ich nicht will. Du solltest es mal ausprobieren. Der informative Teil ist jedenfalls sehr interessant und ich werde ihn mit Sicherheit noch mal lesen um mir über einige Dinge klar zu werden, denn bei der Masse an Informationen konnte ich mir nicht alles sofort merken. Die Informationen sind übrigens so aufbereitet, dass auch ein Laie sie verstehen kann.

Anschließend folgt der Tagebuchteil, der eigentlich nur aus Linien, einigen Zitaten und der Möglichkeit das aktuelle Datum und die Uhrzeit zu vermerken, besteht. Das macht es einem leichter nach Ende der ca. 130 Seiten später auf ein eigenes Bullet Journal oder ein normales Notizbuch umzusteigen. Ein großes Plus ist für mich tatsächlich der erste Teil des Buches, in dem ich immer wieder etwas nachschlagen kann, wenn ich noch mal wissen möchte, was es mit einer Sache auf sich hatte.

Das Buch ist sehr dezent aufgemacht und überwiegend helle Töne im Design macht es sehr angenehm es zu lesen und  vor allem darin zu schreiben. Man merkt, dass die Autorin sehr viel Wert darauf gelegt hat, dass sich der Nutzer/die Nutzerin mit dem Buch wohl fühlt.

Für mich ist das Buch das ideale Geschenk für Menschen, die sich gerade frisch mit der Selbstfürsorge und mit sich selber beschäftigen. Diejenigen, die sich schon etwas auskennen, werden das Wissen, das sie bereits erworben haben noch mal vertiefen. Bei mir war es so, dass ich das Thema hier aus einem etwas anderen Blickwinkel kennen gelernt habe und da ich sowieso gerne schreibe, egal ob am PC oder mit dem Stift, ist es perfekt für mich.

Wenn du mehr über das Buch erfahren möchtest, kannst du dich auf der Seite der Autorin umsehen oder die Seite des EMF Verlages besuchen.

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Seiten: 192

Herausgeber: Edition Michael Fischer/EMF Verlag

Erscheinungsdatum: 3. November 2021

ISBN: 978-3745907230

Preis: 18,00 € (gebundenes Buch)

Zypern, ein Feigenbaum und die große Liebe

Das Flüstern der Feigenbäume von Elif Shafak

Bisher habe nur zwei Bücher von Elif Shafak gelesen und da ich beide in sehr guter Erinnerung hatte, habe ich mich total gefreut, dass Netgalley mir „Das Flüstern der Feigenbäume“ als Hörbuch bereit gestellt hat.

Im Jahr 1974 wird der Norden der Insel Zypern von türkischen Streitkräften besetzt. Es herrscht ein nicht vorstellbarer Ausnahmezustand. Es ist auch genau die Zeit, in der Kostas und Defne sich kennen- und lieben lernen. „Das Flüstern der Feigenbäume“ erzählt die Geschichte der beiden.

Mir fällt es gar nicht so leicht meine Begeisterung für das Buch in Worte zu transportieren, denn es ist auf viele Arten besonders. Nicht nur, weil eine der Erzählstimmen der weibliche Feigenbaum aus der Taverne „Zur glücklichen Feige“ ist, in der Kostas und Defne sich heimlich getroffen haben, sondern auch, weil diese Feige so liebevoll von der Natur spricht und sie dem den Leser:innen des Buches näher bringt. Aus den Worten der Feige ist fast alles, was sie sagt eine Liebeserklärung an die Natur. Ich habe mich während des Hörens öfter gefragt, ob die Autorin sich das Wissen nur für das Buch angeeignet hat oder ob sie grundsätzlich ein Mensch ist, der die Natur liebt. Ich tendiere zum zweiten.

Das Buch spielt in mehreren Zeitebenen, einmal im Jahr 1974, dann Anfang der 2000er Jahre und Ende der 2010er Jahre. Sie haben alle ihre Daseinsberechtigung, denn ohne die eine Zeitebene versteht man die andere nicht. Obwohl die Figuren oftmals aus verschiedenen Gründen hoffnungslos waren, hat die Autorin es jederzeit geschafft, Hoffnung und Zuversicht bei mir aufkommen zu lassen.

Was es mit dem sprechenden Feigenbaum auf sich hat, erfährt man erst ganz am Ende. Daher solltest du auf jeden Fall das ganze Buch genießen.

Eva Mattes hat sehr viel Liebe in die Stimme des Feigenbaums gelegt und Joachim Schönfeld hat mich sehr oft an einem meiner Lieblingssprecher, Mattias Lühn, erinnert. Es war eine sehr große Freude dieses Hörbuch zu hören.

Das Hörbuch wurde mir von Netgalley zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Wenn du mehr über das Buch erfahren möchtest, kannst du einfach die Seite des Kein & Aber Verlages besuchen. Dort findest du auch eine Leseprobe. Auf der Homepage von Elif Shafak findest du mehr Infos über die Autorin und ihre Werke (auf Englisch).

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Seiten: 448

Herausgeber: Kein & Aber

Originaltitel: The Island of Missing Trees

Erscheinungstermin: 5. Oktober 2021

ISBN: 978-3036958637

Preis: 25,00 € (gebundenes Buch), 19,99 € (E-Book)

Wohlfühl-Mitmach-Buch

Die meisten gestressten Menschen werden das kennen: Wie schafft man es im Alltag Ruheinseln für sich zu schaffen und sich mindestens einmal am Tag Zeit für sich zu nehmen? Mit „Feel Good“, dem Yoga Fitness & Ernährungstagebuch geht das für die ersten drei Monate relativ einfach. Vorausgesetzt du nimmst dir tatsächlich ein paar Minuten am Tag Zeit. Es ist nämlich ein Mitmachbuch und genau dieses Konzept macht hier auch Sinn.

Das Buch ist sehr ansprechend aufgemacht. Es ist ein Hardcover mit Lesebändchen und vielen ansprechenden Zeichnungen. Zu Beginn hältst du erst mal deine aktuellen Werte fest und setzt dein Ziel. Und dann geht es eigentlich auch direkt los. Zu Beginn der Woche schreibst du dir auf, was dich diese Woche motiviert, was du für dich tust, was dein Ziel für die nächsten sieben Tage ist und kannst Besonderheiten dieser Woche aufschreiben. Außerdem kannst du deine Mahlzeiten vorplanen und einen Einkaufszettel schreiben. Es gibt auch Wochenchallenges und noch ein kleines weiteres Extra, entweder ein Zitat oder Wissenswertes rund ums Thema Wohlfühlen. Anschließend folgen zwei Rezeptseiten, denn das Buch soll einem ja länger als nur die zwölf Wochen erhalten bleiben. Ich sehe es als kleines Nachschlagewerk, denn nach der jeweiligen Woche bekommst du als Extra entweder eine Yoga Einheit beschrieben oder Infos über gesunden und erholsamen Schlaf oder ähnliches.

Das eigentliche Tagebuch ist ein wenig wie ein Bullet Journal von sehr ambitionierten Journalführer:innen aufgebaut. Mit einem Ernährungsteil (incl. Kalorienwerten, Angaben zu Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß sowie Trinkmenge) und einem Aktivitätsteil. Die Seele wird dabei auch nicht ausgelassen. Zum Beispiel kannst du angeben, wie du dich heute gefühlt hast, wie gut oder schlecht du geschlafen hast, wofür du dankbar bist etc.

Alles in allem ist das Buch sehr liebevoll aufgemacht und kann sehr dabei helfen sich eine Wohlfühlroutine aufzubauen. Ich habe es noch nicht so ganz geschafft mit der Routine, weil ich mich immer noch nicht so ganz durchringen kann so etwas regelmäßig zu machen. Ich bin mir aber sicher, wenn ich die 84 Tage durchgehalten habe, wird es zu einer neuen Normalität. Das einzige, was ich wohl nicht machen werde: Ich werde mich nicht wiegen, weil ich eher auf intuitives Essen setze und nicht viel von Verzicht und dem Zwang in bestimmte Größen zu passen, halte. Aber auch ohne Wiegen kann man das Buch hervorragend nutzen um heraus zu finden, was einem gut tut. Ich werde im neuen Jahr einen neuen Versuch starten – sozusagen als guten Vorsatz.

Wenn du dir das Buch mal von innen ansehen möchtest, kannst du das beim großen A tun. Ich finde, dass das Buch als Weihnachtsgeschenk sehr gut geeignet ist.

Ich habe das Buch von Nova MD zur Verfügung gestellt bekommen. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Seiten: 256

Herausgeber: Farbspiel

Erscheinungsdatum: 12. November 2021

ISBN:‎ 978-3985950300

Preis: 14,85 € (gebundene Ausgabe)

Korea: Mitten im Krieg

Ein neuer Horizont von Maiken NIelsen

„Ein neuer Horizont“ war mein erstes Buch von Maiken Nielsen, aber nicht mein letztes. „Unter uns die Welt“ und „Space Girls“ möchte ich auf jeden Fall auch noch lesen.

Die Zwillinge Nellie und Laura sind auf dem Meer geboren und aufgewachsen. Sie gehören so fest zusammen, dass sie sogar eine eigene Sprache entwickelt haben: „seeisch“ und andere Menschen aus ihrem Leben ausschließen möchten. Als sie erwachsen werden, wendet sich das Blatt, Laura schließt Nellie plötzlich aus ihrem Leben aus und als sie plötzlich verschwindet, ist Nellie am Boden zerstört. Da sie Laura versprochen hat für zwei zu leben, falls Laura sterben sollte, wird sie Kriegsreporterin und reist nach Korea und berichtet dort vom Krieg.

Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem ich mich mitten im Krieg befunden habe, zumindest nicht auf diese Art und Weise. Maiken Nielsen hat mich mitten ins Geschehen genommen, ich befand mich mehrmals in Lebensgefahr, hatte Angst und hatte Hoffnung. Ich habe Menschen verloren, die mir wichtig waren und welche, die mir helfen konnten oder Potenzial hatten Freunde zu werden. All das hat sie in knapp 500 Buchseiten geschrieben und ich habe ihr jedes Wort geglaubt. Vom Koreakrieg wusste ich bis dahin gar nichts, außer dass es ihn gab. Ich habe mit dem Thema kein bisschen gefremdelt, weil die Autorin alle Zusammenhänge für nicht-eingeweihte Menschen wie mich ausreichend erklärt hat.

Nellie ist keine willkürlich ausgedachte Person. Vorbild für Nellie ist Marguerite Higgins, die nicht nur im Zusammenhang mit der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau bekannt wurde, sondern auch noch den Pulitzer-Preis für ihre Berichterstattung im Koreakrieg erhalten hat. Wahrscheinlich wird Marguerite Higgins genauso darunter gelitten haben, dass Frauen in den 1950er Jahren nicht so wirklich ernst genommen wurden. Nellie lebt in dem Buch ihre halsbrecherische Ader total aus und springt ohne Übung mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug um nur mal eine unvorstellbare Sache zu nennen. Ob Marguerite Higgins auch so gehandelt hat? Man weiß es nicht.  

Obwohl das Buch sehr kriegslastig ist, ist es für mich kein negativ behaftetes Buch. Die Autorin hat es einfach verstanden, die Beschreibungen nicht ins Negative rutschen zu lassen. Wenn du also Bücher magst, in denen über starke Frauen erzählt wird, die wirklich unglaubliche Dinge tun, bist Du bei Nellie und bei „Ein neuer Horizont“ genau richtig.

Wenn du mehr über die Autorin erfahren möchtest, besuche ihre Seite oder die Seite des Verlages.

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Seiten: 496

Herausgeber: Wunderlich

Erscheinungsdatum: 19. Oktober 2021

ISBN: ‎978-3805200721

Preis: 20,00 € (gebundenes Buch)

Blogtour „Die Klänge der Freiheit“ von Tara Haigh

„Die Klänge der Freiheit“ ist das erste Buch, das ich von Tara Heigh gelesen habe und auch das erste Buch, das ich über den zweiten Weltkrieg gelesen habe, das aus Sicht einer Krankenschwester an der Front berichtet.

Inges größter Wunsch ist es als DRK Schwester an der Front den Soldaten zu helfen. Sie macht also ihre Prüfung und kommt zunächst nach Charkow, in Russland, wo sie die Härte des Krieges mit voller Wucht trifft. Aber sie macht ihre Sache gut und zieht zudem die Aufmerksamkeit des Oberleutnants Heinrich Preuss auf sich, der sie mit nach Italien nimmt.

Das Buch beginnt zunächst wie so viele Bücher, die in dieser Zeit spielen: Inge glaubt an den Führer, will ihn unterstützen und findet es seltsam, dass ihr Vater das nicht gutheißt. Schließlich denkt ja jeder so und man will ihn ja auch beim Endsieg unterstützen. Was sie nicht ahnt und direkt nach der ersten Schicht als Krankenschwester merkt: Nichts ist wie es scheint. Nach und nach beginnt Inge selber zu denken und ihre eigene Meinung zu entwickeln und danach zu handeln.

Tara Heigh hat es ganz hervorragend verstanden den Leser/die Leserin mit an die Front zu nehmen und die Verzweiflung, die die Schwestern und auch die Soldaten in Schach gehalten hat, zu transportieren. Wobei das Buch nicht nur traurig und melancholisch ist, sondern auch hoffnungsvoll und lebensfroh. Es war einfach die perfekte Mischung und so umgesetzt, wie ich mir ein Leben im Krieg vorstelle.

Die Liebesgeschichte, die in diesem Buch steckt, mag vielleicht gewöhnlich sein. Sie wird nicht als Liebe auf den ersten Blick erzählt, sondern als sich langsam entwickelnde Liebe, die aus Sympathie entsteht und damit war sie für mich sehr realistisch dargestellt. Der Anteil der Lovestory überwiegt in meinen Augen auch nicht, daher können das Buch auch Menschen lesen, die nicht gerne Liebesgeschichten lesen.

Im Rahmen der Blogtour möchte ich euch nun ein paar wichtige Charaktere des Buches vorstellen:

Hauptcharaktere:

Inge Gerner ist gerade fertig mit ihrer Schwesternschule und voller Ideale. Sie ist während der Nazizeit aufgewachsen und hinterfragt zunächst nicht, ob das, was in Deutschland passiert so richtig ist. Als sie das erste Mal direkt an der Front ist, merkt sie, dass all die Informationen, die das Volk von öffentlichen Stellen bekommt, gar nicht so richtig sein können. Inge ist warmherzig, musikalisch und blitzgescheit. Mit ihrer Violine erfreut sie die Verletzten im Lazarett und merkt, wie gut ihr das spielen tut. Sie setzt sich für andere ein und riskiert dafür ihr Leben.

Der Oberleutnant Heinrich Preuss ist voller Widersprüche. Ich muss zugeben, dass ich ihn, also seinen Charakter, bis zum Ende nicht verstanden habe. Das war laut Klappentext auch das Ziel der Autorin. Er ist Nationalsozialist und nach außen hin lebt er genau so, wie es ein guter Nazi tut. Im Stillen macht er einige Dinge anders, die mich manchmal etwas verwirrt haben. Er ist launisch und kann auch jähzornig werden. Seine Schwäche für Inge rettet ihr sogar das Leben.

Lorenzo ist ein waschechter Italiener und obendrein noch Partisan. Er lebt mit seiner Mutter auf einem Hof und bewirtschaftet diesen mit ihr. Sein Onkel Don Fontana ist Abt in Montecassino, der Abtei im Ort. Lorenzo hat ebenfalls Ideale für die er sein Leben geben würde. Er ist ebenfalls warmherzig und sehr belesen, da er seinen Onkel öfter in Montecassino besucht und dort die Bücher liest, die  der Allgemeinheit zum Studieren zur Verfügung gestellt werden.

Nebencharaktere:

Erna ist die gute Seele in Inges Elternhaus. Sie ist fast wie eine Ersatzmutter, die Inge und ihren Vater verwöhnt so gut es möglich ist, aber auch mal klare Worte sagt. Sie ist eigentlich die Nachbarin, aber auch die Zugehfrau der Gerners. Zudem ist sie eine sehr gute Freundin von inges Vater.   

Inges Vater Gustav glaubt nicht an den Krieg und hat seine eigene Einstellung zu dem Geschehen und auch zum Führer. Er zeigt Inge sehr deutlich, dass er ihre Entscheidung zum DRK zu gehen und sich für den Dienst an der Front zu melden, missbilligt. Er hat ein Bekleidungsgeschäft und liebt es sehr sich wöchentlich um die Dekoration seines Schaufensters zu kümmern. Außerdem hat er ein Geheimnis, das Inges Leben auch anders hätte beeinflussen können.

Annemarie ist Inges langjährigste Freundin und ebenfalls frisch gebackene DRK-Schwester. Sie ist lebenslustig, nimmt nichts so wirklich ernst und  hofft, dass sie während des Dienstes an der Front einen schnittigen Soldaten kennen lernt, der sie mit nach Paris nimmt, damit sie dort in Ruhe und im Luxus leben können. Schnell wird klar, dass sie nicht für den Dienst an der Front gemacht ist und leidet sehr darunter leidet.

Julia lernt Inge kennen als sie mit dem Zug in Richtung Chakow fährt. Julia ist auch eine DRK-Schwester und hat diese Ausbildung eigentlich nur gemacht, weil sie zu ihrem Ehemann möchte, der als Soldat in Charkow stationiert ist. Julia ist eher still und besonnen und man bekommt von ihr im Gegensatz zu Annemarie kaum etwas mit. Sie verrichtet still ihren Dienst und ist meistens unauffällig.

Kunterbunte Bücherreisen ist die letzte Station der Blogtour. Wenn ihr die vorherigen Beiträge ebenfalls genießen möchtet, folgt einfach den Links:

22. November: Lena von liebe-lache-lies – Rezension

23. November: Sandra von Denkzeiten – Interview

24. November: Heike von Frau Goehte liest – ausführliches Interview

25. November: Teresa von Te´s Bücherblog – Gesundheitswesen

26. November: Carmen von spiegelseelen

27. November: Nadine von Kunterbunte Bücherreisen – Vorstellung Charaktere

Wenn ihr mehr über das Buch erfahren wollt, guckt doch mal auf der Seite der Autorin vorbei.

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Seitenanzahl: 528

Herausgeber: Tinte & Feder

Erscheinungsdatum: 9. November 2021

ISBN: 978-2496709803

Preis: 2,49 € (E-Book), 7,99 € (Taschenbuch)

Die Suche nach dem Warum

Das Verschwinden der Stephanie Mailer von Joël Dicker

Seit „Der Fall Harry Quebert“ bin ich ein großer Fan von Joel Dicker, aber leider bin ich bis jetzt nicht dazu gekommen,  das vorletzte Buch „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ zu lesen.

Eigentlich handelt es sich gar nicht primär um die Ermittlung, wo Stephanie Mailer abgeblieben ist, sondern eher darum, warum sie verschwunden ist.  Stephanie wollte einen Mord  aus dem Jahr 1994 in der fiktiven Stadt Orphea aufklären, denn ihrer Meinung nach sind die falschen Täter gefasst worden.

Auch dieses Buch hat mir wieder richtig gut gefallen. In der gewohnten Dicker-Art sind die Charaktere und ihre Beweggründe wieder sehr ausführlich geschrieben, so dass ich eigentlich die ganze Zeit das Gefühl hatte, die Personen tatsächlich kennen zu lernen. Am Ende des Buches hatte ich dann auch ein kleines Verlustgefühl, denn das Buch steht ja für sich alleine und ist nicht Teil einer Reihe.  Aufgrund der vielen Zeit- und Personensprünge musste ich gut aufpassen, wo und vor allem bei wessen Erzählung ich mich gerade befinde. Aber genau das hat das Buch für mich so interessant gemacht, weil ich nicht nur die Begebenheiten in 2014 bzw. 1994 erfahren habe, sondern auch Dinge aus der Kindheit, Jugend bzw. dem ganzen Leben der einzelnen Personen. Sowas mag ich immer besonders gern. Die Informationen wurden dabei nur ganz langsam entblättert und so im Buch verteilt, dass es durchweg spannend war. Während des Hörens habe ich mich ununterbrochen gefragt, wie die Erzählstränge am Ende zusammen passen sollen, aber es hat sich alles perfekt zusammen gefügt. Lediglich einen Erzählstrang fand ich für die Geschichte unwichtig und glaube, dass sie als Ablenkung gedacht war.

Torben Kessler, den ich in „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara lieben gelernt habe, hat auch dieses Buch wieder ganz großartig gesprochen. Seine Stimme ist schuld daran, dass ich es gehört und ich nicht gelesen habe.

Wenn du schon mal etwas von Joel Dicker gelesen hast und ausführliche Beschreibungen von Geschehnissen und Personen magst, ist „ Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ auf jeden Fall etwas für dich. Ich werde demnächst „Das Geheimnis von Zimmer 622“ vom Audible-SuB befreien. Es wird übrigens ebenfalls von Torben Kessler gelesen.

Eine Hörprobe findest du auf der Seite des Hörbuch Hamburg Verlages. Auf der Homepage von Joël Dicker (auf französisch) findest du weitere Infos zu seinen Büchern.

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Seitenzahl: 672

Herausgeber: Piper

Erscheinungstermin: 2. April 2019

ISBN: ‎ 978-3492059398

Preis: 24,95 € (gebundenes Buch), 9,99 € (E-Book)

Ein Buch über Tote

Das Buch des Totengräbers von Oliver Pötzsch (DIe Totengräber-Serie # 1)

Ich habe vor vielen Jahren die Henker-Reihe von Oliver Pötzsch angefangen zu lesen, diese aber dann wieder aus den Augen verloren. Nun wurde ich auf „Das Buch des Totengräbers“ hingewiesen und siehe da, der Klappentext hat mir total gut gefallen.

Leopold von Herzfeldt kommt als junger Inspektor nach Berlin und führt sich schon vor seinem ersten Mordfall ziemlich überheblich und besserwisserisch auf. Man kann sich ja schon vorstellen, dass er an seinem Arbeitsort dadurch keinen guten Start hat. Er ermittelt in mehreren Fällen, in denen junge Frauen ermordet und mit Pfählen aufgespießt werden und lernt bei den Ermittlungen den Totenträber Augustin Rothmayer kennen, der sich für Leos Begriffe zu viel in die Ermittlungen einmischt.

Was für ein großartiger erster Fall! Meine unumstrittene Lieblingsfigur war der Totengräber. Pötzsch stellt ihn mit einem österreichischen Akzent und etwas bollerig dar. Allerdings kommt Rothmeyer nur ein wenig einfältig rüber, denn eigentlich schreibt er an einem fiktiven Almanach über den biologischen Ablauf von Verwesung als Folge von verschiedenen Todesarten. Leo hingegen wurde zwar auf eine Art arrogant dargestellt, aber als Leser:in wusste man, dass er nicht arrogant ist. Er ist einfach einer von der schnellen und korrekten Sorte.

Der Fall an sich war nicht so besonders spektakulär und auch nicht ausufernd blutig dargestellt. Es wurde zwar erwähnt, wie die Leichen ausgesehen haben, aber nicht effektheischend wie man es von Thrillern beispielsweise kennt. Ich würde „Das Buch des Totengräbers“ als unblutigen Krimi bezeichnen. Allerdings beschreibt der Almanach Verwesungsvorgänge etwas genauer. Ich fand es aber nicht besonders eklig, sondern eher neutral beschrieben.

Wer  gerne Reihen Krimis mit skurrilen Charakteren liest, kann „Das Buch des Totengräbers“ Buch schon mal auf seinen Wunschzettel schreiben. Der zweite Teil „Das Mädchen und der Totengräber“ erscheint am 31.03.2022 beim Ullstein Verlag.  

Wenn ihr mehr über das Buch erfahren wollt, seht euch auf der Seite des Ullstein Verlages oder direkt bei Oliver Pötzsch um.

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Seitenzahl: 448

Herausgeber: Ullstein Paperback

Erscheinungsdatum: 31. Mai 2021

ISBN: 978-3864931666

Preis: 16,99 € (Paperback), 13,99 € (E-Book)

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