Fräulein Gold. Schatten und Licht – Anne Stern (Hörbuch)

Kaum hatte ich das Buch auf meinem SuB, hatte ich gar keine Lust mehr es zu lesen. Also habe ich eine Weile gewartet und es dann als Hörbuch gehört. Das war eine weise Entscheidung.

Es ist das Jahr 1922, wir befinden uns in Berlin und erleben Hulda Gold in voller Pracht. Sie ist Hebamme und Single, allerdings ist sie unglücklich verliebt in ihren Freund aus Kindertagen. Als die Nachbarin einer ihrer Kundinnen unter seltsamen Umständen stirbt, schaltet sich Huldas kriminalistischer Verstand ein, so dass sie nicht anders kann als bei den Ermittlungen mitzumischen.

Anfangs war ich hin und her gerissen, weil ich Hulda für zu frech und unverschämt empfand und es kam mir auch ein wenig zu bemüht vor. Vielleicht lag das an der Stimme von Anna Thalbach, die sehr enthusiastisch Hildas Launen folgt. Nachdem ich mich eingehört hatte und die Charaktere kennen gelernt habe, fand ich sowohl die Stimme der Sprecherin als auch Huldas Art sehr passend. Eigentlich ist „Schatten und Licht“ eine Geschichte um Hulda Gold mit ein wenig Krimi, also genau das richtige für eine entspannte Lektüre bzw. Hörgenuss.

Bisher kannte ich noch keine Bücher von Anne Stern, aber ich werde ganz bestimmt sowohl den zweiten Teil der Reihe („Scheunenkinder“) als auch weitere Bücher von ihr lesen.

Auf der Seite des Argon Verlages könnt ihr mehr über das Hörbuch erfahren.

Das Unrecht der Väter – Ellin Carsta

Leider konnte mich das Buch überhaupt nicht fesseln. Ich habe  ca. 60 % gelesen und es dann abgebrochen. Dabei klang der Klappentext so vielversprechend.

Das Buch spielt 1936, also zu der Zeit, in der Hitler seine Macht ausgebaut hat. Man merkt dies den Hauptpersonen und auch den Nebencharakteren an, denn alles dreht sich darum, dass man es dem Führer und damit auch der Allgemeinheit, die ihre Augen und Ohren überall hat, recht machen muss.

Die Brüder Heinrich und Wilhelm Lehmann haben sich nach dem ersten Weltkrieg in Bernried, bei ihrem Freund Paul-Friedrich niedergelassen und dort mit ihren jeweiligen Fabriken einigen Reichtum und Ansehen erlangt. Doch leider überschattet ein Ereignis, das ich nicht mehr herausgefunden habe, ihr Leben, denn die Tochter eines im Krieg verstorbenen Kameraden taucht plötzlich auf und möchte Einzelheiten zum Tod ihres Vaters erfahren, mit dem Heinrich, Wilhelm und Paul-Friedrich zu tun haben müssen.

Eigentlich ist das Buch sehr ansprechend aufgemacht. Vor jedem Kapitel kommt einer der Charaktere zu Wort. Die Ereignisse um diesen Charakter werden in dem Kapitel dann erzählt, so dass wir ab und an dieselbe Begebenheit von zwei Seiten kennen lernen. Allerdings hat mich die Handlung gar nicht gefesselt. Immer, wenn ich dachte, dass es jetzt was wird mit mir und „Das Unrecht der Väter“ habe ich wieder das Interesse verloren.

Ich würde euch dennoch raten, die Leseprobe zu lesen, denn grundsätzlich ist die Idee zu dem Auftakt der Falkenbach-Saga gar nicht übel. Vielleicht gefällt euch der Erzählstil ja.

Mehr Informationen zu dem Buch findet ihr auf der Seite der Autorin.

Olga – Bernhard Schlink (Hörbuch)

„Olga“ habe ich im Rahmen einer Leserunde bei der Büchereule gehört und kann zu diesem Zeitpunkt des Jahres wohl sagen, dass es das Buch ist, das mich in 2020 am meisten überrascht hat. Der Klappentext transportiert so gut wie nichts über das Buch, erst die Leseprobe hat mich dazu gebracht, es mit dem Buch zu versuchen.

Es geht um Olga und ihre große Liebe Herbert und vor allem um Olgas Leben. Der erste Teil des Buches beinhaltet Olgas Leben im Zeitraffer und zwar von frühester Kindheit an bis sie eine ältere Frau ist. Beeindruckend fand ich, dass trotz dieser gerafften Darstellung alle Gefühle genau so ankamen, wie der Autor es sich hoffentlich gedacht hat.

Der zweite Teil wird von einem Ich-Erzähler, der Olga als jemanden wie seine Großmutter ansieht, erzählt. Olga erscheint ihm teilweise rätselhaft, auf der anderen Seite ist sie ihm aber total vertraut und ist ein wichtiger Teil seines Lebens.

Der dritte und für mich schönste Teil enthält Briefe, die Olga innerhalb von vielen Jahren an Herbert geschrieben hat. Hier erfährt der Leser sehr viel über Olgas Beweggründe für Dinge, die sie getan hat und ihre Gefühle werden offen gelegt.

Mir war bisher nicht so recht bewusst, dass ein Buch mit so wenig Seiten (oder in meinem Fall das Hörbuch mit nur knapp sechs Stunden dem Leser/der Leserin bzw. dem Hörer/der Hörerin die Charaktere so sehr ans Herz wachsen lassen können. Wobei im Fall des Hörbuches der großartige Sprecher, Burghart Klaußner, einen großen Teil dazu beigetragen hat.

Ich möchte noch erwähnen, dass es sich hier nicht um eine schnulzige Liebesgeschichte handelt, sondern um das Leben einer ganz großartigen Frau, die sich trotz aller Widrigkeiten und schlimmen Erfahrungen, wie zum Beispiel dem Krieg, niemals hat unterkriegen lassen. Ebenso wie der Ich-Erzähler im zweiten Teil habe ich Olga in kürzester Zeit heiß und innig geliebt.

Ich kann dieses tolle Buch jedem empfehlen, der gerne Geschichten über Menschen liest. Probiert es aus, lest die Leseprobe oder hört euch die Hörprobe an. Ich bin verliebt in das Buch und hoffe, dass es sehr viele andere Menschen ebenso sehr ins Herz schließen wie ich. Von Bernhard Schlink werde ich auf jeden Fall noch weitere Bücher lesen.

Die Leseprobe und Infos zum Hörbuch findet ihr auf der Seite des Verlages.

Verlag: Diogenes Verlag

Erscheinungsdatum: 1. November 2019

Seiten: 320

Wintermeer und Dünenzauber – Tanja Janz

Ich hatte mir dieses Jahr fest vorgenommen früh mit der Einstimmung auf Weihnachten anzufangen. Als ich das Cover von „Wintermeer und Dünenzauber“ sah, wusste ich, dass es mir damit auf jeden Fall gelingen wird.

Jana hat mehrere Jahre auf Gran Canaria gelebt und war dort eigentlich auch gar nicht unglücklich. Nachdem ihre Beziehung zu Bruch gegangen ist, kehrt sie nach St. Peter Ording zurück und eröffnet mit ihrer Freundin Pütti einen eigenes Geschäft „für schöne Dinge“. Plötzlich tritt ihre ehemals große Liebe Ayk Truels wieder in ihr Leben. Alles andere könnt ihr euch sicher denken.  

Das Buch hat genau das erfüllt, was ich erwartet habe. Eine locker leichte Liebesgeschichte, die mit ein paar leicht zu handhabenden Problemen gespickt ist. Also genau das Richtige für einen entspannten Sonntag auf der Couch mit Tee und Lebkuchen. Was mich allerdings mit Wehmut erfüllt hat: Ich wollte mich auf der Stelle dick einpacken, ans Meer gehen, den Wind in den Haaren spüren und das „MeerGlück“, also den Laden von Jana und Pütti, besuchen. Die Autorin scheint da bei mir einen Nerv getroffen zu haben.

„Wintermeer und Dünenzauber“ ist ein absolutes Wohlfühlbuch, das Lust auf Schnee, Weihnachtsbeleuchtung und kitschigen Weihnachtsschmuck macht.

Die Leseprobe findet ihr auf der Seite des Verlages.

Verlag: Harper Collins

Erscheinungsdatum: 22. September 2020

Seiten: 320

Der Dieb und der Söldner – Sam Feuerbach [Die Gaukler-Chroniken]

Ich habe schon ziemlich lange keine Fantasy mehr gelesen, obwohl es eigentlich zu meinen Lieblingsgenres gehört. Das Cover von “Der Dieb und der Söldner” hat mir gut gefallen und kürzlich habe ich ja auch Sam Feuerbach für mich entdeckt. Daher habe ich es einfach mal versucht. Das Resultat ist jetzt, dass ich alle weiteren Feuerbach-Bücher auf meiner Leseliste stehen habe. Hilfe!  

Das Buch beginnt mit einem Prolog, er einen nach einiger Zeit schon auf die richtige Fährte bringt. Es geht gemächlich weiter mit Raffael, der kein Dieb ist, sondern ein Gaukler. Das klingt nämlich besser. Er ist mit seinem Pferd Diego und seinem Freund Krims unterwegs, der einen handzahmen Regenwurm namens Borsti sein Eigen nennt. Die beiden schlagen sich so durch mit Betrügereien und haben eigentlich ein ganz nettes Leben. Einige Zeit und einige Begebenheiten später begegnet Raffael Brocken und Wieland unter äußerst widrigen Umständen und wie der Zufall oder vielleicht auch die Vorsehung es will, gehen die drei auf eine gemeinsame Reise um jeweils ihr eigenes Ziel zu erreichen.  

Sam Feuerbachs Schreibstil ist sehr humorvoll, er lebt vom Wortwitz und Ideenreichtum. Die Figuren Raffael, Brocken und Wieland sind so unterschiedlich, wie man es sich nur vorstellen kann. Mein Favorit war Brocken, denn ich stehe auf Superhelden. Und in meinen Augen ist er das auch, denn er ist aus unerfindlichen Gründen stark und unerbittlich, er ist mürrisch mit einem Hang zur Wut und dabei trotzdem irgendwie liebenswert. Zumindest für mich. Die Welt, in der das Buch spielt, ist mittelalterlich, Kriege spielen eine große Rolle, denn immerhin ist Brocken Söldner.  

Ich bin wirklich sehr begeistert von dem Buch und werde die Reihe weiterlesen. Seht euch doch mal auf der Seite des bene Verlages um und lest die Leseprobe. Mich hat sie direkt überzeugt.  

Aktuell gibt es noch einen weiteren Teil (“Die Hure und der Söldner”), der dritte Teil “Die Hexe und der Söldner” erscheint am 10. Dezember 2020.  

Verlag: bene Verlag 

Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2019 

Seiten: 400 

Der nasse Fisch – Volker Kutscher [Die Gereon-Rath-Romane] (Hörbuch)

Als die erste Staffel von “Babylon Berlin” ausgestrahlt wurde, haben wir uns einen Teil davon angesehen, aber so recht überzeugt war ich nicht. Warum ich dann allerdings den ersten Teil der Gereon-Rath-Reihe hören wollte, weiß ich gar nicht genau. Jedenfalls ist mir jetzt klar, dass ich “Babylon Berlin” niemals weiter ansehen werde, denn das erste Buch der Reihe hat mich so sehr überzeugt, dass ich die Reihe weiter hören werde und keinen Bedarf mehr an der Serie habe.  

Gereon Rath wurde von Köln nach Berlin versetzt, nachdem er den Sohn eines bekannten Verlegers während eines Einsatzes erschossen hat. Dort ist er erst mal bei der Sitte, allerdings verstrickt er sich durch private Umstände immer mehr in einen aktuell laufenden Kriminalfall und ermittelt erst heimlich, wird dann aber versetzt und darf offiziell ermitteln.  

Ich habe so viele Gründe gefunden, das Buch großartig zu finden. Nicht nur dass einer meiner absoluten Lieblingssprecher – David Nathan – das Hörbuch liest, sondern auch der Schreibstil hat mir außerordentlich gut gefallen. Die Charaktere sind nicht einfach gestrickt, so dass man als Hörer/in das Gefühl hat, dass es um echte Menschen geht, von denen da erzählt wird. Gereon Rath ist nicht die Art Mensch, dem alles beim ersten Versuch sofort gelingt und er hat auch mal Dreck am Stecken und muss eine Lösung aus der aktuellen Situation finden. All das hat dazu geführt, dass ich wie gebannt zugehört habe, wie sich Herr Rath immer und immer mehr in die Geschehnisse verwickelt hat. Ein großes Plus für mich war zusätzlich noch, dass das Buch nicht total rasant geschrieben ist, so dass man sich wie getrieben fühlt, eher ist es so, als würde man den normalen Alltag langsam und gemächlich, sozusagen in Echtzeit, miterleben. Die Spannung kommt aber trotz allem nicht zu kurz.  

Meiner Meinung nach hat der Inhalt des Buches nicht viel damit zu tun, was am Ende als Serie herauskam, denn schon allein die Gedanken der Figuren sind ja über ein visuelles Medium gar nicht transportierbar. Genau diese haben das Hörbuch für mich sehr bereichert. 

Ich werde auf jeden Fall alle weiteren Bücher der Reihe ebenfalls hören. Wenn ihr neugierig geworden seid, guckt einfach auf die Seite vom Argon Verlag. Es gibt ein gekürztes und ein ungekürztes Hörbuch. Ich habe das ungekürzte Hörbuch gehört.  

Das sind die weiteren Teile der Serie: 

Der stumme Tod 

Goldstein 

Moabit 

Märzgefallene 

Lunapark 

Marlow 

Olympia 

Sprecher: David Nathan 

Verlag: Argon  

Erscheinungsdatum: 18. September2017 

Dauer: 18 Stunden 7 Minuten 

Die Wahrheit über Metting – Tom Liehr 

Seit einigen Jahren lese ich die Liehr-Bücher direkt nach dem Erscheinen. Auf dieses Buch musste ich dank Corona etwas länger warten als ursprünglich gedacht, aber das Warten hat sich gelohnt.  

Tomás, genannt Tom, wächst Ende der 70er Jahre im fiktiven Ort Metting in Niedersachsen auf. Seinen Eltern gehört das Pflegeheim Horizont. Mit ihnen wohnt er dort und kann nicht glauben, dass es Menschen gibt, die jünger und gesünder sind als die Bewohner des Heims. Man muss sich einfach mal vorstellen, dass Tom als kleiner Junge im Pflegeheim gespielt hat, dort aufgewachsen ist und die Bewohner als seine Freunde ansieht.  Eines Tages zieht die in meinen Augen außerordentlich coole, allerdings bereits 82 Jahre alte Marieluise Benedickt ins Horizont. Tom und Marieluise verbringen sehr viel Zeit miteinander, sie wird sogar seine Vertraute in allen Belangen. Als Marieluise stirbt verliert Tom den Boden unter den Füssen.  

Nach 30 Jahren erinnert sich Tom immer noch gerne an seine Zeit mit Marieluise zurück, nicht so gerne allerdings an seine Zeit in Metting. Nicht nur, weil seine Eltern Geheimnisse haben und weil sie seine gesamte Kindheit über immer ziemlich lieblos mit ihm und miteinander umgegangen sind, sondern auch weil Metting das ist was es ist.  

Ich sage das bei jeder Liehr-Neuerscheinung: Das Buch ist das beste! Ihr müsst mir nachsehen, wenn ich das nicht objektiv beurteilen kann, aber ich bin seinem Schreibstil verfallen. Dabei kann ich nicht mal so genau sagen, woran das liegt. Ich mag den Humor, die Ernsthaftigkeit, die trotz allem immer in seinen Büchern steckt, seine Wortschöpfungen und natürlich auch die Charaktere, die er erschaffen hat. Meist ist irgendetwas im Buch oder an den Figuren skurril und genau das macht die Bücher meiner Meinung nach so liebenswert. “Die Wahrheit über Metting” lässt den Leser/die Leserin darüber hinaus auch noch über das eigene Verhalten nachdenken. Zumindest ist es mir so ergangen.  

Wirklich viel Spannendes passiert in dem Buch nicht, dafür wird man von den einem selbst bekannten Wirrungen des Lebens großartig unterhalten. Ich war bei manch einer Ungerechtigkeit wirklich erzürnt und hätte gerne mal der einen oder anderen Figur die Meinung gegeigt. Meiner Meinung nach ist das Buch für absolut jeden was. Probiert es mal aus oder lest fürs Erste die Leseprobe, falls meine Lobrede euch nicht überzeugt hat.  

Falls ihr seine anderen Bücher noch nicht kennt, kann ich euch auf jeden Fall “Sommerhit” und “Pauschaltourist” empfehlen.                                                                              

Verlag: rororo 

Erscheinungsdatum: 13. Oktober 2020 

Seiten: 368 

Mitternacht in Charlbury House – Helen Peters

Was für ein niedliches und schönes Buch! Ich mag Kinder- und Jugendromane und Bücher, in denen Zeitreisen eine Rolle spielen, ebenfalls. Sogar das angenehm schlichte Cover gefällt mir gut.

Evi soll für ein paar Nächte bei ihrer äußerst seltsamen Tante wohnen. Sie wohnt in Charlbury House, das mittlerweile zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Kaum ist Evi die erste Nacht dort, verschlägt es sie schon ins Jahr 1814. In dieser Zeitlinie ist sie Magd und muss die Tochter des Hausherrn retten. Diese wird nämlich bis zum Ende ihres Lebens in ihrem Zimmer eingesperrt, weil sie mit dem Gärtner durchbrennen möchte.

Wie das nun mal bei Jugendbüchern ist, ist der Schreibstil relativ einfach gehalten. Dadurch ließ  es sich einfach so weg lesen. Der Alltag der Mägde spielt in dem Buch eine große Rolle, denn die Rettung von Sophia ist nicht so einfach wie Evi es sich gedacht hat. Jugendgerecht wurde immer wieder dargestellt, wie groß die Unterschiede im Jahr 1814 zum Jahr 2020 sind.

Wenn ihr Jugendgeschichten mögt, ist das Buch auf jeden Fall etwas für euch. Und für Jugendliche, die sich etwas für das Leben vor ungefähr hundert Jahren interessieren, ist es erst recht die perfekte Lektüre.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Thienemann-Esslinger Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Wenn ihr noch weitere Infos über das Buch sucht, guckt euch mal auf der Seite des Verlages um.

Der Zauber der Schneeflocken – Holly Baker

„Es ist, was es ist, sagt die Liebe.“ Erich Fried

Mir war einfach mal nach einer total schnulzigen Lovestory, die am besten noch zur Weihnachtszeit spielt. Das Cover und der Klappentext haben genau das gehalten, was sie versprochen haben und waren daher für diesen Zweck genau richtig.  

Leni ist der totale Weihnachtsfreak und hat eigentlich in Tom den idealen Mann gefunden, der zufällig auch noch genauso weihnachtsverrückt ist wie sie. Leider ist Tom zwei Jahre zuvor ausgerechnet am 24. Dezember gestorben und Lena trauert zur Weihnachtszeit ganz besonders um ihn. All die schönen Erinnerungen, die sie mit ihm und Weihnachten verbindet und sie auch immer wieder im Alltag an ihre Situation erinnern, haben sie dazu gebracht sich in den letzten zwei Jahren einzuigeln und täglich aufs Neue um Tom zu trauern. Dieses Jahr haben sich ihre Freundin Emma und ihre Zwillingsschwester Marie etwas ausgedacht: Leni bekommt einen Adventskalender, der ihr die Liebe zu Weihnachten und ihr Leben zurückgeben soll.  

Ganz genauso hatte ich mir das Buch vorgestellt, eine verlorene Liebe, große Trauer, Freunde/Familie, die in der Not helfen und dann der Mann, der immer für Leni da ist und den sie vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. Die Geschichte ist total vorhersehbar, allerdings war das gar nicht schlimm, weil es das Buch dadurch sehr heimelig gemacht hat. Von Lenis Wutausbrüchen, viel Selbstmitleid und dem überaus perfekten Mann war da alles dabei was das Frauenherz begehrt. Manches war sehr konstruiert, aber das ist gar nicht schlimm, denn die Figuren sind einfach so herzlich und liebevoll. Genau das richtige um mal ein paar Stunden aus der Wirklichkeit abzutauchen.  

Ich habe jedenfalls einen schönen Sonntag mit Tee und Buch auf der Couch verbracht und war anschließend sehr zufrieden mit dem Buch und der Welt.  

Das Buch wurde mir von Netgalley und vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Verlag: Piper 

Erscheinungsdatum: 5. Oktober 2020 

Seiten: 320 

*Leseprobe*

Insel der verlorenen Erinnerung – Yoko Ogawa

Das Buch wurde beim Papierstau-Podcast so hoch gelobt und auch der Inhalt klingt richtig gut. Mich hat es leider gar nicht überzeugt. Es hat das gewisse Etwas gefehlt.  

Die namenlose Erzählerin lebt auf einer Insel auf der in Abständen, die niemand vorhersehen kann, Dinge oder auch Lebewesen verschwinden. Aber sie verschwinden nicht nur, sie existieren auch nicht mehr in den Köpfen der Menschen, zumindest in den meisten nicht mehr. Ihre Mutter hatte eine geheime Schublade, in der sie Erinnerungen an diese verschwundenen Dinge gesammelt hat. Ab und zu hat sie ihrer Tochter diese Dinge gezeigt und wirkte dabei immer sehr traurig, denn dieses Aufbewahren von Dingen ist verboten. Die Erinnerungspolizei überprüft, ob Menschen nicht vielleicht verschwundene Dinge horten oder die Erinnerung anders aufrechterhalten. Diejenigen, die gegen dieses Gesetz verstoßen, müssen sich verstecken und hoffen, dass sie nicht erwischt werden, denn die Strafen sind hoch. Zum Zeitpunkt dieser Geschichte wächst in der Protagonistin die Idee, dass sie ihren Lektor verstecken muss, denn er gehört zu jenen Menschen, die sich an alles erinnern das eigentlich schon lange verschwunden ist.            

Soviel zu der Story. Das klingt für mich nach Spannung und nach Heimlichkeiten, die man mit dem Protagonisten erlebt und vor allem nach einer Geschichte, die ich gerne lesen wollte. Aber der Schreibstil kam für mich auf eine Art langweilig herüber. Ich mag es zwar gern, wenn Geschichten langsam und ausführlich erzählt werden, aber hier war es mir einfach zu langweilig. Ich habe nach ungefähr der Hälfte abgebrochen, weil mich das Ende der Geschichte einfach nicht interessiert hat.  

Da ich von der Autorin kein weiteres Buch kenne, kann ich allerdings auch keinen Vergleich zu einem anderen Buch von ihr ziehen. Allerdings möchte ich auch nicht generell von dem Buch abraten. Vielleicht lest ihr mal die Leseprobe und entscheidet selber, ob euch der Schreibstil liegt.  

*Leseprobe*

Originaltitel: Hisoyaka na kessho

Übersetzerin: Sabine Mangold

Verlag: Liebeskind

Erscheinungsdatum: 7. September 2019

Seiten: 352 Seiten