All die Finsternis inmitten der Sterne – Bryn Greenwood

Originaltitel: All The Ugly And Wonderful Things

Übersetzerin: Simona Turini

Verlag: Festa

Erscheinungsdatum: 26. August 2019

Seiten: 512 Seiten

ISBN:  978-3-86552-755-4

Die Autorin (Verlag):

Bryn Greenwood ist die Tochter eines ehemaligen Drogendealers. Seit dem Abschluss ihres Studiums arbeitet sie in der Verwaltung einer Universität. Ihre Essays und Kurzgeschichten wurden u. a. in der New York Times veröffentlicht.
Mit ihrem kontroversen Roman ALL THE UGLY AND WONDERFUL THINGS erreichte Bryn die US-Bestsellerlisten. Sie lebt in Lawrence, Kansas.

Klappentext (Verlag):

Als Tochter eines Drogendealers hat Wavy schon früh gelernt: Traue niemandem. Am wenigsten deinen Eltern.
Die Achtjährige ist den schizophrenen Launen ihrer Mutter ausgeliefert und kümmert sich ganz alleine um den Haushalt und ihren kleinen Bruder. Frieden findet sie nur beim Betrachten des Sternenhimmels über den Feldern hinter dem Elternhaus. Und dort begegnet sie dem Riesen Kellen, dem tätowierten Ex-Häftling mit einem Herz aus Gold. Er erweckt in Wavy ein Gefühl, das sie inmitten ihrer Welt aus Gewalt und Vernachlässigung für unmöglich gehalten hat.
Als eine Tragödie Wavys Familie auseinanderreißt, wird unter dem strengen Blick der Welt das, was Wavy so schön erscheint, auf einmal hässlich …

Meine Meinung:

Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich die Begeisterung über dieses Buch so mitteilen kann, wie ich es gerne möchte. Das Buch wurde in den USA heiß diskutiert, da man sich sicher war, dass es ein Buch ist, das Pädophilie beinhaltet. Ich sehe das ganz anders.

Wavy und Kellen lernen sich eigentlich nur zufällig kennen. Anfangs ist es nur eine Freundschaft, die sich aber dann zu einer Liebesbeziehung entwickelt. Wavy hat eine ziemlich schwere Kindheit hinter sich mit einer kranken Mutter und einem Vater, der Drogen dealt. Sie gerät immer wieder auf die ein oder andere Art dazwischen und vertraut eigentlich niemandem. Kellen ist eher einfach gestrickt und anfangs fühlt er sich nicht sexuell zu Wavy hingezogen. All das, was so kontrovers diskutiert wird, entwickelt sich erst im Laufe der Zeit.

Ich fand die Entwicklung der Liebesgeschichte so wunderschön. Wavy hat erst nach und nach Vertrauen in Kellen, obwohl sie schnell merkt, dass er ihr sehr wohlgesonnen ist. Kellen dagegen macht sich nur wenig Gedanken darüber, dass Wavy noch minderjährig ist und er als Pädophiler da stehen könnte. Für ihn zählen nur seine Gefühle zu Wavy. Das Umfeld versucht permanent die beiden auseinander zu bringen, weil es anstößig ist und in deren Augen nicht möglich, dass bei diesem Altersunterschied Liebe eine Rolle spielen könnte. Dabei ist Kellen in meinen Augen geistig nicht reifer als Wavy.

Das Buch ist aus mehreren verschiedenen Perspektiven geschrieben und zeigt dem Leser deutlich, dass es Kellen nicht um den Sex mit einer Minderjährigen geht, sondern um die Liebe zu Wavy, die diesen Aspekt allerdings irgendwann nicht mehr ausschließt. Besonders traurig fand ich, dass man die Verzweiflung aller Beteiligten aus jeder Zeile herauslesen konnte, auch die Verzweiflung der Leute, die Wavy vor Missbrauch schützen wollen. Das Buch ist einfach so empathisch geschrieben, dass man jeden verstehen kann und die Beweggründe völlig logisch findet. Mich hat es fast zerrissen, weil mir Wavy und Kellen so leid taten. Sie wollen einfach nur füreinander da sein und sich gegenseitig Halt geben.

Es werden durchaus Sexszenen und auch Gewaltszenen beschrieben, aber diese dominieren nicht. Man kann sie auch einfach überlesen, falls man sowas gar nicht mag. Mir war das ganze Drumherum sowieso viel wichtiger.

Jedem, der in der Lage ist vorurteilsfrei an das Buch heran zu gehen, möchte ich es gerne empfehlen.

Auf der Seite des Verlages findet ihr die Leseprobe zu dem Buch.

8 Kommentare zu „All die Finsternis inmitten der Sterne – Bryn Greenwood“

    1. Ich bin kein Festa-Experte, aber ich glaube, dass auch außerhalb von Horror Genres, eben wie dieses Buch, verlegt werden. Denn streng gesehen und wenn man mal außer Acht lässt, wie das Buch gemeint ist, handelt es sich ja um Pädophilie. Ich denke, dass viele das in den falschen Hals kriegen könnten. Bei Festa ist es daher meiner Meinung nach schon ganz gut aufgehoben.

      Gefällt 1 Person

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