Totenland (Ein Jens-Druwe-Roman) – Michael Jensen

Sprecher: Rolf Berg

Verlag: Aufbau Audio  

Erscheinungsdatum: 18. Februar 2020

Dauer: 12 Stunden 29 Minuten

ISBN: 978-3-96105-206-6

Der Autor (Verlag):

Michael Jensen wurde 1966 im Norden Schleswig-Holsteins geboren. Er lebt mit seiner Familie in Hamburg und Flensburg. Im Hauptberuf ist er als Arzt und Therapeut tätig. Seine beruflichen Erfahrungen hat er in zwei Sachbüchern zusammengetragen. Dabei interessieren ihn besonders die seelischen Spätfolgen des Zweiten Weltkriegs, vor allem bei den Nachkommen von Opfern und Tätern. Für sein literarisches Schreiben hat er ein Pseudonym gewählt.  Im Aufbau Taschenbuch sind seine Kriminalromane »Totenland« und »Totenwelt« lieferbar.

Klappentext (Verlag):

Von Opfern und Tätern.

Ende April 1945. Der Krieg geht zu Ende. Nachdem er schwer verwundet wurde, ist Jens Druwe aus Berlin nach Schleswig-Holstein abkommandiert worden. Hier soll er als Polizist für Ordnung sorgen. Als ein hoher Funktionär der NSDAP ermordet wird, wollen seine Vorgesetzten sogleich den ersten Verdächtigen, einen entflohenen Häftling, aburteilen. Doch Druwe stellt sich gegen die Profiteure des untergehenden Regimes. Ihm zur Seite steht allein die Schwester des Verdächtigen, die wie er voller Mut und Hoffnung den Kampf gegen einen übermächtigen Gegner aufnimmt.

Ein Mordfall vor einer ungewöhnlichen historischen Kulisse – und ein Ermittler, der dem Grauen des Krieges eines entgegenhält: die Liebe zur Wahrheit.

Meine Meinung:

Ich habe von dem Hörbuch etwas völlig anderes erwartet als das, was ich am Ende bekommen habe. Anfangs habe ich mich etwas schwer getan, aber als ich aufgehört habe andere fordernde Dinge nebenbei zu machen (zum Beispiel Auto fahren), hat es mich vollends gepackt.

Ein hochrangiger Politiker wird ermordet aufgefunden und eigentlich ist Jens Druwe gar nicht für diesen Mordfall zuständig. Allerdings ruft ihn ein alter Freund, der ebenfalls bei der Polizei arbeitet, zur Hilfe und so hat er die undankbare Aufgabe den Mörder zu finden.

Die Geschichte lebt von den Gedanken und Gefühlen der Protagonisten und vor allem von Jens Druwe. Er ist Kriegsversehrter und sieht den Krieg und auch die NS Zeit auf die gleiche Art, auf die wir alle sie sehen sollten. Das Buch beginnt kurz vor Kriegsende und zeigt ganz deutlich, dass es zwei Lager gibt: Die, die den Führer verehren und die, die es eben nicht tun. Die Stimmung ist ernüchternd und resigniert und zeitweise ziehen einen die Gedanken Druwes einfach runter. Der Kriminalfall geht größtenteils komplett unter, so dass ich ganz oft dachte, dass ich Geschichtsunterricht (aber interessanten!) habe und nicht, dass ich einen historischen Krimi höre. Genau das hat das Buch aber zu etwas ganz besonderem gemacht, weil man sich als Hörer in die damalige Zeit versetzen konnte. Hätte ich nicht das Alter des Autoren gekannt, wäre ich fast sicher gewesen, dass er diese Zeit miterlebt hat, so detailliert und überzeugend ist sind die Begebenheiten beschrieben.

Der Sprecher hat eine sehr tiefe und ruhige Stimme, die das Geschehen perfekt interpretiert hat. In meinem Kopf hat auch er alles miterlebt und einfach nur Jens Druwes Erfahrungen und Gedanken geschildert.

Alles in allem ist „Totenland“ ein trauriges, deprimierendes Buch,  das allerdings hervorragend sowohl vom Autor als auch vom Hörbuchsprecher umgesetzt wurde. Von mir gibt es eine unbedingte Hör- bzw. Leseempfehlung.

Aktuell gibt es von der Jens-Druwe-Reihe noch einen weiteren Roman, der „Totenwelt“ heißt.

Ich empfehle euch dringend euch auf der Seite des Aufbau-Verlages die Hörprobe anzuhören.

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