Insel der verlorenen Erinnerung – Yoko Ogawa

Das Buch wurde beim Papierstau-Podcast so hoch gelobt und auch der Inhalt klingt richtig gut. Mich hat es leider gar nicht überzeugt. Es hat das gewisse Etwas gefehlt.  

Die namenlose Erzählerin lebt auf einer Insel auf der in Abständen, die niemand vorhersehen kann, Dinge oder auch Lebewesen verschwinden. Aber sie verschwinden nicht nur, sie existieren auch nicht mehr in den Köpfen der Menschen, zumindest in den meisten nicht mehr. Ihre Mutter hatte eine geheime Schublade, in der sie Erinnerungen an diese verschwundenen Dinge gesammelt hat. Ab und zu hat sie ihrer Tochter diese Dinge gezeigt und wirkte dabei immer sehr traurig, denn dieses Aufbewahren von Dingen ist verboten. Die Erinnerungspolizei überprüft, ob Menschen nicht vielleicht verschwundene Dinge horten oder die Erinnerung anders aufrechterhalten. Diejenigen, die gegen dieses Gesetz verstoßen, müssen sich verstecken und hoffen, dass sie nicht erwischt werden, denn die Strafen sind hoch. Zum Zeitpunkt dieser Geschichte wächst in der Protagonistin die Idee, dass sie ihren Lektor verstecken muss, denn er gehört zu jenen Menschen, die sich an alles erinnern das eigentlich schon lange verschwunden ist.            

Soviel zu der Story. Das klingt für mich nach Spannung und nach Heimlichkeiten, die man mit dem Protagonisten erlebt und vor allem nach einer Geschichte, die ich gerne lesen wollte. Aber der Schreibstil kam für mich auf eine Art langweilig herüber. Ich mag es zwar gern, wenn Geschichten langsam und ausführlich erzählt werden, aber hier war es mir einfach zu langweilig. Ich habe nach ungefähr der Hälfte abgebrochen, weil mich das Ende der Geschichte einfach nicht interessiert hat.  

Da ich von der Autorin kein weiteres Buch kenne, kann ich allerdings auch keinen Vergleich zu einem anderen Buch von ihr ziehen. Allerdings möchte ich auch nicht generell von dem Buch abraten. Vielleicht lest ihr mal die Leseprobe und entscheidet selber, ob euch der Schreibstil liegt.  

*Leseprobe*

Originaltitel: Hisoyaka na kessho

Übersetzerin: Sabine Mangold

Verlag: Liebeskind

Erscheinungsdatum: 7. September 2019

Seiten: 352 Seiten

5 Kommentare zu „Insel der verlorenen Erinnerung – Yoko Ogawa“

  1. Der Schreibstil ist irgendwie – wie soll ichs ausdrücken – verhalten?
    Irgendwie ist er schön, und doch kostet es etwas Mühe mich reinzulesen.

    Vielleicht liegt es auch daran, dass die Übersetzung von japanischen Büchern speziell ist. Bei einem Interview der Murakami-Übersetzerin Ursula Gräfe las ich, dass das Japanische sehr implizit sein soll. So manches, was für japanische Leser zwischen den Zeilen klar ist, bedarf im Deutschen einer Ergänzung.

    Gefällt 1 Person

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