Das Ende der Stummfilm Ära

Der zweite Teil der Gereon-Rath-Reihe hat mir sogar noch besser gefallen als der erste Teil. Endlich habe ich eine neue Reihe gefunden, die ich mit Vergnügen höre. Und das Beste daran: Ich habe noch sechs Teile vor mir.

In „Der stumme Tod“ hat es Gereon Rath mit einer ermordeten Stummfilmschauspielerin zu tun. Während der Dreharbeiten wird die Schauspielerin Betty Winter von einem herabfallenden Scheinwerfer getötet. Während Gereon noch weitere Baustellen hat, sterben weitere Schauspielerinnen. Allen werden die Stimmbänder entnommen, was schon relativ früh auf einen Täter hinweist, der den neuartigen Tonfilm nicht gutheißt. Gereons Vater zwingt ihm zeitgleich als Gefälligkeit für den späteren Bundeskanzler Konrad Adenauer auf, einen Erpressungsfall aufdecken, der dem damaligen Oberbürgermeister von Köln sehr schaden würde, wenn er nicht unterbunden werden würde.

Wie schon im ersten Teil hat mir der Charakter von Gereon Rath richtig gut gefallen. Er ist aufbrausend, direkt und hat das Talent sich immer in scheinbar aussichtslose Situationen zu manövrieren. Manchmal hätte ich ihn schütteln können, weil es absehbar war, dass es einfach nicht gutgehen kann, was er gerade plant. Mir gefällt das gemächliche Tempo, in dem Volker Kutscher erzählt, richtig gut. Ich mag es, wenn nicht immer hin und her gehetzt wird und man viel über die Protagonisten erfährt. Hier erfährt man in kleinen Häppchen immer mehr über die Beziehung zwischen Gereon und seinen Eltern. Außerdem kommen einige historische Personen im Buch vor, unter anderem der weiter oben erwähnte Konrad Adenauer, Ernst Gennat (Beamter der Berliner Kriminalpolizei in Preußen) oder der Berliner Polizeipräsident Karl Friedrich Zörgiebel. Die Spielorte wie die Rote Burg (das Polizeipräsidium am Alexanderplatz) oder das Aschinger (Restaurant) sind ebenfalls reale Orte.

In den späten 1920er Jahren löste der Stummfilm den Tonfilm ab. Stummfilme zeichnen sich dadurch aus, dass einzelne erklärende Sätze zwischen den einzelnen Szenen eingeblendet werden und der gesamte Film mit manchmal eigens dafür komponierter Musik hinterlegt ist. Wenn man sich mal so einen Film ansieht, merkt man schnell, dass diese Filme genauso ausdrucksstark sind wie die heutigen Tonfilme, nur auf eine andere Art und Weise. Habt ihr schon mal einen Stummfilm gesehen? Ich habe mal im Rahmen einer Ausstellung einen Stummfilm gesehen und war beeindruckt, wie man sich damals ohne Sprache ausdrücken konnte.

Über den Sprecher, David Nathan, brauche ich vermutlich nicht mehr viel zu sagen. Ich bin seit dem ersten Hörbuch, das er mir vorgelesen hat, großer David Nathan Fan und finde, dass er hier wieder ausgezeichnete Qualität abgeliefert hat.

Dieser Teil ist ebenfalls als die Serie „Babylon Berlin“ verfilmt worden, allerdings nicht als Staffel 2, sondern als Staffel 3, wobei hier laut Wikipedia nur der Kerninhalt mit dem Buch übereinstimmt. Ich habe nur einen Teil der ersten Staffel gesehen und finde, dass die Bücher um einiges besser sind als die Serienverfilmung.  

Wenn Euch das Hörbuch interessiert, könnt ihr euch beim Argon Verlag die Hörprobe anhören.  Meine Meinung bezieht sich auf die ungekürzte Hörbuchausgabe. Die gekürzte Ausgabe wird von Reiner Schöne gelesen und hat eine Laufzeit von 6 Stunden und 38 Minuten.

Die Gereon Rath Reihe umfasst bisher insgesamt acht Teile:

1. Der nasse Fisch

2. Der stumme Tod

3. Goldstein

4. Die Akte Vaterland

5. Märzgefallene

6. Lunapark

7. Marlow

8. Olympia

Infos zum Hörbuch *Werbung*

Länge: 17 Stunden 30 Minuten

Verlag: Argon Verlag

Preis: 29,95 €

Veröffentlichung: 13. Dezember 2019

ISBN: 978-3-7324-5397-9

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