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Aufwühlende Vergangenheit

„Dort, wo die Feuer brennen“ von Astrid Töpfner

Für 2022 habe ich mir vorgenommen mehr Bücher von Selfpublishern zu lesen. Ein wenig habe ich damit schon in 2021 angefangen, obwohl ich zugeben muss, dass ich trotz der vielen guten Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe, doch noch etwas skeptisch war. „Dort, wo die Feuer brennen“ hat mich dann aber doch sehr positiv überrascht.

Soledad, genannt Sol, lebt in Berlin und versucht ihre Familienprobleme durch übermäßigen Alkoholkonsum, Party und viel Arbeit zu vergessen. Nach einem Autounfall, der Sol zum Innehalten zwingt, kehrt sie nach Spanien zu ihrer Familie zurück und erfährt Dinge über sich und ihre Familie, die sie so niemals geahnt hätte.

Anfangs habe ich gar nicht verstanden, warum die Autorin Sols Oberflächlichkeit so stark betont. Ich dachte, dass es wieder eine dieser Frauenromane ist, deren Figuren nur Wert auf schön sein und jemanden darstellen legen, aber das hat sich glücklicherweise als Trugschluss und als wirklich fieses Vorurteil herausgestellt. Ich gelobe hiermit Besserung! Tatsächlich ist es nämlich so, dass die Handlung so sehr in die Tiefe geht, dass ich nicht nur ins Buch gesogen wurde und unfähig war mit dem Lesen aufzuhören, sondern ich habe auch die ganze Zeit mit Sol mitgelitten. Sie deckt einige Ungereimtheiten in ihrem Leben auf und das hat mich ziemlich betroffen gemacht. Sol hat im Laufe des Buches eine sehr starke Entwicklung hingelegt: Vom Partygirl zu einer Frau, die weiß was sie will und die sich nicht mehr rund um die Uhr mit Tätigkeiten aller Art ablenken muss um mit ihrem Leben klar zu kommen. Das größte Thema im Buch ist das Thema Schuld,  das wohl jeder von uns auf die eine oder andere Art kennt und manchmal zu verdrängen versucht.

Der Schreibstil ist total spannend, manchmal schleichen sich allerdings ein paar umgangssprachliche Formulierungen ein, die mich aber gar nicht gestört haben und wahrscheinlich auch gar nicht jedem auffallen. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin, die im Übrigen in Spanien lebt, in den Dialogen einige spanische Redewendungen mit aufgenommen hat. Das hat das ganze Buch noch authentischer gemacht.

Du merkst also, ich bin total begeistert von „Dort, wo die Feuer brennen“ und kann es dir ohne Vorbehalte weiter empfehlen.

Ich habe das Buch von Nova MD zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank dafür! Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Wenn Du mehr über Astrid Töpfner erfahren möchtest, empfehle ich Dir einen Besuch auf ihrer Homepage.

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Seiten: 372

Erscheinungsdatum: 15. Juli 2020

Herausgeber: Nova MD (Astrid Töpfner)

ISBN: 978-3966983884

Preis: 11,99 € (Taschenbuch), 4,49 € (E-Book)

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