Flucht

Flucht von Mike Landin

Vor einiger Zeit habe ich den Erstling „Rote Tränen“ von Mike Landin gelesen. Als er mir „Flucht“ als Rezensionsexemplar angeboten hat, habe ich nicht lange gezögert, denn sein erstes Buch hatte mir auch schon gut gefallen.

Martin arbeitet im Jahr 1979 in der ehemaligen DDR als Journalist für die Zeitung „Das neue Deutschland“. Der Job ist nicht mal annähernd so, wie er es sich vorher vorgestellt hat. Er wollte Tatsachen berichten und nicht fingierte Berichte, die nur das öffentlich machen, was von ihm verlangt wird. Schon als Jugendlicher träumte er mit seinen Freunden von der Flucht in den Westen. Als für einen Bericht über ein Gefängnis in Bautzen recherchiert, trifft er dort auf seinen Freund Frank, der ihm ein folgenschweres Versprechen abnimmt. Nicht nur die Flucht aus der damaligen DDR spielt hier eine große Rolle, sondern auch die Flucht vor der Vergangenheit.

Für mich war es keine Überraschung, dass ich die ganze Zeit mit den Figuren mitgefiebert habe, denn im vorherigen Buch war das auch der Fall. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass ich mich in einem TV-Thriller befinde. Nicht nur vom Aufbau des Geschehens, sondern auch durch einige Sprüche, die so oder ähnlich wohl nur in Thillern auftauchen können. Mike Landin hat es sogar geschafft, dass ich einige Figuren des Buches lieb gewonnen habe, obwohl gerade das bei mir in Büchern mit ca. 300 Seiten nicht so üblich ist. All das hat „Flucht“ für mich sehr kurzweilig und unterhaltsam gemacht.

Mir wurde erst bei der Lektüre des Buches wieder bewusst, dass wir hier im Westen ein so bequemes und luxuriöses Leben hatten. Obwohl die damalige Lebensweise im Buch nicht dominiert, sind mir dann doch wieder einige Dinge aufgefallen, die in der damaligen DDR völlig anders waren als im Westen. Damit meine ich nicht nur die Freiheit überall hinreisen zu können wo man hin möchte, sondern unter anderem auch die Freiheit zu sagen was man denkt ohne direkt weg gesperrt zu werden. Das ganze Buch hindurch habe ich dieses Verlangen nach Freiheit gespürt und natürlich auch nachvollziehen können.

Wenn du gerne ein Buch lesen möchtest, dass dich sehr gut unterhält und durchweg spannend ist, dann ist „Flucht“ genau das richtige für dich. Aber ich warne dich, nimm dir was zu knabbern mit auf die Couch, sonst leiden deine Fingernägel.

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Seiten: 330

Herausgeber: Books on Demand

Erscheinungstermin: 10. Januar 2022

ISBN: 978-3755781073

Leseprobe

Homepage Mike Landin

Über den Autor (Quelle: Amazon):

Mike Landin wurde 1968 in Berlin geboren. Er wuchs im Spreewald auf, studierte Bauingenieurwesen in Cottbus und lebt heute in der Nähe von Magdeburg.

6 Kommentare zu „Flucht“

  1. Ich hab auch seine beiden Bücher gelesen. Beide fand ich sehr gut.

    Darf ich eine nette Anmerkung machen, ohne dich vor den Kopf zu stossen. Ich bin im Reader fast über deinen Beitrag geschlittert, da die Überschrift bisschen knapp war. Wenn ich von mir ausgehen, überfliege ich die Überschriften und bleib daran hängen. Erst dann schau ich weiter.
    Gerade wenn Leser bei manchen Autoren aufmerksam werden, dann sagt der Titel oft nichts.

    Liebe Grüsse

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      1. Ja – hab mich bisschen blöd ausgedrückt. Ich denke der Autor sollte drin stehen. Wiedererkennung. Da stolpert man dann drüber, wenn man von ihm/ihr schon mal was hatte. Und wissen will wie es denn war.
        Gerade Rezis sind ja eher wenig besucht.

        Gefällt mir

      2. Es geht hauptsächlich um den wandernden Blick durch den Reader.
        Ich hab dir eine Mail geschickt

        Will aber nicht zu aufdringlich sein

        Liebe Grüsse

        Gefällt mir

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