Interview und Kurzlesung: Ulf Schiewe – Die Mission des Kreuzritters

Im April habe ich dir „Die Mission des Kreuzritters“ von Ulf Schiewe bereits im Rahmen der Blogtour zur Nominierung für den HOMER Literaturpreis vorgestellt.

Nun freue ich mich sehr, dir mein Interview mit ihm zeigen zu dürfen. Ich war, wie man direkt am Anfang bemerkt, total aufgeregt. Das hat sich aber im Laufe des Interviews gelegt, weil Ulf ein sehr interessanter und entspannter Gesprächspartner ist. Wir haben nicht nur über das nominierte Buch gesprochen, sondern über die gesamte Montalban-Reihe und auch ein wenig Privates über Ulf besprochen.

Interview mit Ulf Schiewe

Patricia von nichtohnebuch hat heute ein Interview mit Ana Pawlik zu ihrem Debütroman „In den Klauen der Macht“ für dich. Sieh dich gerne mal auf ihrem Blog um.

Außerdem kannst du auch noch beiden Autoren bei einer Kurzlesung aus ihren nominierten Büchern lauschen. Die Videos werden entprechend hier aufgelisteten Reihenfolge heute um 15 Uhr und um 15:30 Uhr bei YouTube frei geschaltet.

Kurzlesung Ulf Schiewe aus „Die Mission des Kreuzritters“

Kurzlesung Ana Pawlik aus „In den Klauen der Macht“

Weitere Kurzlesungen der für den HOMER Literaturpreis nominierten Autoren findest du ebenfalls bei YouTube. Es lohnt sich auf jeden Fall, dort mal rein zu gucken.

Blogtour zu Findelmädchen von Lilly Bernstein & Interview

Schon lange wollte ich “Trümmermädchen” lesen, aber irgendwie habe ich es immer wieder aus den Augen verloren. Stattdessen habe ich jetzt “Findelmädchen” gelesen und es von der ersten Seite an geliebt.  

Claire und Albert haben die Geschwister Helga und Jürgen auf der Suche nach ihrem Sohn vor einem Bunker in Köln aufgesammelt und mit nach Frankreich genommen. Dort leben die beiden nun und wissen nicht, was im 2. Weltkrieg mit ihren Eltern geschehen ist. Nach 10 Jahren des Wartens und des Hoffens bekommen sie einen Brief, in dem ihnen mitgeteilt wird, dass der Vater der beiden gefunden wurde. Sie ziehen wieder zurück nach Köln und versuchen sich in der Nachkriegszeit im noch nicht komplett wieder aufgebauten Deutschland wieder zurecht zu finden. Helga möchte nichts anderes als schreiben, aber ihr Vater weigert sich, sie aufs Gymnasium gehen zu lassen. Er meldet sie bei der Haushaltungsschule an. Während eines Praktikums muss sie in einem Waisenhaus arbeiten. Dort erlebt sie, welche schrecklichen Dinge den Kindern dort angetan werden und versucht mit allen Mitteln etwas dagegen zu tun.  

Zunächst kann ich dir sagen, dass man “Findelmädchen” auch sehr gut lesen kann, wenn man den Vorgänger nicht kennt. Die Figuren, die in “Trümmermädchen” eine Rolle spielen, werden entweder komplett neu eingeführt oder nur am Rande erwähnt. Mir hat jedenfalls keine Information über die Figuren gefehlt und die Handlung konnte ich auch komplett nachvollziehen.  

Das Buch ist aus der Perspektive von Helga geschrieben, die zunächst vom für sie nicht so einfachen Leben in Frankreich berichtet, denn dort sind Helga und Jürgen die boches, die niemand haben will. Tante Claire und Onkel Albert dagegen lieben die beiden wie eigene Kinder. Das Leben in Köln ist auch nicht viel einfacher für Helga, weil sie zunächst die Haushaltungsschule besuchen muss und dann im Waisenhaus mit ansehen muss, wie die Kinder von den Nonnen misshandelt werden. Nicht selten war ich während der Lektüre des Buches genauso verzweifelt wie Helga. 

Eine der Charaktere, die ich am meisten in mein Herz geschlossen habe, Fanny, steht stellvertretend für viele Menschen aus der im Buch beschriebenen Zeit, die ca. 10 Jahre nach dem Krieg beginnt. Fanny hat alles verloren und nach dem Krieg hart gekämpft um sich ein neues Leben genau nach ihren Wünschen zu gestalten. Ihre “MIlchbar” hätte ich samt Musik gerne mal im wahren Leben erlebt.  

Wenn du Bücher magst, die in der Nachkriegszeit spielen, die von ganz normalen Menschen erzählen und die mit viel Herz geschrieben sind, ist “FIndelmädchen” genau das richtige für dich.  

Der Beitrag gehört zur Blogtour um das Buch “Findelmädchen” von Lilly Bernstein. Bei Frau Goethe liest findest du die Schauplatzbeschreibungen. Geh gerne mal bei ihr vorbei. Sie verbindet mit Köln eigene Erinnerungen.  


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Seiten: 592 

Herausgeber: Ullstein Taschenbuch 

Erscheinungstermin: 28. Juli 2022 

ISBN: ‎ 978-3548065687 




Über die Autorin (Quelle: Ullstein Verlag): 

Lilly Bernstein ist das Pseudonym der Kölner Journalistin und Autorin Lioba Werrelmann, deren Debütroman Hinterhaus 2020 mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet wurde. Ihr letzter Roman, Trümmermädchen, war ein großer Presse- und Publikumserfolg. Mit Findelmädchen erzählt sie die Geschichte der Trümmerkinder weiter. 

Findelmädchen von Lilly Bernstein
© Susanne Esch


Interview mit Lilly Bernstein: 

Dein neuer Roman „Findelmädchen“ ist gut gestartet. Er ist erst vor zwei Wochen erschienen, und der Verlag druckt bereits die zweite Auflage. Wie fühlt sich das an?

Das fühlt sich wunderbar an. Der Vorgänger-Roman „Trümmermädchen“ war ja ein echter Überraschungserfolg, mit dem niemand gerechnet hatte. Während ich nun das „Findelmädchen“ schrieb, habe ich mich die ganze Zeit gefragt, ob ich die Leser:innen, die das „Trümmermädchen“ so mochten, noch einmal begeistern kann. Das ist, ehrlich gesagt, ein ziemlicher Druck, der da auf dir als Autorin lastet. Umso glücklicher bin ich jetzt, und, ja, ich bin auch sehr erleichtert.

Wie hast Du für das Buch recherchiert? Ich stelle es mir schwer vor, von Betroffenen diese Details zu erfahren.  

Ich bin erst einmal tief in die fünfziger Jahre eingetaucht. Das heißt, ich habe ganz viel über diese Zeit gelesen, auch Bücher, die damals geschrieben wurden, habe alte Filme geguckt, alte Bilder, war im Haus der Geschichte in Bonn, im Freilichtmuseum in Kommern – wo übrigens Fannys Milchbar steht -, und dann erst habe ich mit Zeitzeugen gesprochen, auch mit ehemaligen Heimkindern. Sie haben mir ganz viel über den Tagesablauf im Heim erzählt, wie alles organisiert war, wo welches Gebäude stand – das Heim hat es ja tatsächlich gegeben, ich wohne heute ganz in der Nähe. Ich wollte gerne eine Geschichte schreiben, die sich so hätte zutragen können. Die schlimmen Details habe ich nicht einzeln abgefragt, ich wollte keine alten Wunden aufreißen. Ich habe sie aus den Erinnerungen ganz vieler Heimkinder zusammen getragen, wie sie unter anderem im Abschlussbericht des Runden Tisches Heimerziehung stehen, den der Bundestag eingerichtet hatte, um diese Zeit aufzuarbeiten. Tatsächlich hat sich beinahe alles, was ich im „Findelmädchen“ erzähle, so oder ähnlich in deutschen Heimen in den fünfziger Jahren zugetragen. Aber zum Glück geht es im „Findelmädchen“ ja nicht nur um Schlimmes. Ich erzähle ja auch eine Liebesgeschichte …

Genau! Helga bekommt von Konradin, der im Haus ihrer Familie einquartiert ist, Bücher wie “Schloss Gripsholm” von Kurt Tucholski oder “Bonjour Tristesse” von Françoise Sagan geschenkt und ist total begeistert davon. Teilst Du ihre Liebe zu diesen Büchern und wenn ja, warum? 

Ja, diese Bücher liebe ich, „Bonjour Tristesse“ habe ich genau wie Helga gelesen, als ich noch sehr jung war, und konnte gar nicht glauben, dass man so schreiben kann. Und „Schloss Gripsholm“ hat mir mal jemand, den ich sehr geliebt habe, geschenkt. Er hatte eine besonders hübsche Ausgabe auf dem Flohmarkt gefunden. Ich habe sie für meine Recherchen wieder hervorgeholt und entdeckt, dass sie aus dem März 1955 stammt! Also aus genau der Zeit, in der der Roman spielt! Das Büchlein, das ich im „Findelmädchen“ beschreibe, mit dem weißen Schloss auf dem Cover, dem Blütenkranz und der Girlande, das steht also bei mir zu Hause im Bücherregal.

Wie viel von Helga steckt in Dir? Eine Gemeinsamkeit habe ich gefunden: Ihr habt beide beim WDR gearbeitet. Gibt es weitere? 

Es gibt Details, wie die Bücher, die wir beide lieben, dass wir beide von klein auf gerne schreiben, dass wir beide beim WDR arbeiten. Ansonsten ist Helga frei erfunden, ein Mädchen, das ich, als ich jünger war, gern zur Freundin gehabt hätte.

Fannys Milchbar hat es mir angetan, besonders der Rock´n´Roll. Wie bist du darauf gekommen sie so eine Bar zu eröffnen zu lassen und diese “Affenmusik” dort laufen zu lassen? Ist dies nur dieser Zeit geschuldet? 

Ich bin selber Bäckerstochter, und ich liebe Orte, an denen Köstliches hergestellt und gegessen wird, wo es gut duftet, wo die Menschen sich begegnen. Nachdem es im „Trümmermädchen“ eine kleine Bäckerei gab, musste es jetzt passend zu den Fünfzigern eine Milchbar sein. Und natürlich habe ich beim Schreiben sehr viel Musik aus der Zeit gehört und so manchen Ohrwurm behalten 😉

Wird es noch einen weiteren Teil als Nachfolger von „Trümmermädchen“ und „Findelmädchen“ geben?

Ja! Es wird einen dritten Band geben, der zu Beginn des Zweiten Weltkrieges spielt. Es wird also keine klassische Fortsetzung, aber ich überlege, einzelne Figuren wieder auftauchen zu lassen – dann in einer jüngeren Version.

Warum hast Du Dich entschieden unter Pseudonym zu schreiben? 

Ich hatte schon einen preisgekrönten Krimi, einen Roman und ein Sachbuch geschrieben, das „Trümmermädchen“ war mein erster historischer Roman, und weil es ein ganz anderes Genre war, haben wir uns für ein Pseudonym entschieden. Das machen viele Autor:innen, wenn sie das Genre wechseln. In meinem Fall ist es ja auch ein offenes Pseudonym, das heißt, es ist klar, wer dahinter steckt.

War es schwierig für Dich vom faktenbezogenen Schreiben für die journalistischen Tätigkeiten zum Schreiben von Romanen umzustellen?  

Als ich mich endlich getraut habe, war es ganz leicht. Vorher habe ich mir viele Gedanken gemacht, ob ich das kann. Heute wünschte ich, ich hätte viel früher mit dem literarischen Schreiben angefangen. Zaudern lohnt sich nicht 🙂

Darfst Du schon etwas über Dein aktuelles Projekt erzählen? 

Sehr gerne. Ich schreibe gerade an einem Krimi, der in Siebenbürgen spielt. Er erscheint im Januar, und dann auch unter meinem richtigen Namen.

Welche Genres liest Du privat am liebsten? 

Ganz ehrlich? Ich bin eine Krimi-Leserin. Ich verschlinge sie.


Weitere Beiträge zu Blogtour findest du hier:







Abenteuer im Heiligen Land [Blogtour zur HOMER Preisverleihung 2022]

Die Mission des Kreuzritters von Ulf Schiewe

Vor ungefähr zwei Jahren habe ich „Der Attentäter“ von Ulf Schiewe gelesen, in dem es um das Attentat auf Franz Ferdinand, dem Thronfolger Österreich-Ungarns, geht. Schon damals war ich von der Erzählweise des Autors begeistert und musste sein neuestes Werk „Die Mission des Kreuzritters“ unbedingt lesen, obwohl es eigentlich so gar nicht mein Thema ist.

Melisende von Jerusalem, die älteste Tochter des Königs, weigert sich den unsympathischen Comte d`Anjou zu heiraten und will mit einem kleinen Trupp zu ihrer Schwester Alice nach Antiochia fliehen. Aber es kommt alles ganz anders als erwartet, denn Melisende und ihre Leute werden überfallen, sie wird sogar als Geisel genommen. König Baudouin entsendet daraufhin Raol da Montalban um Melisende zu retten und wieder nach Hause zu holen.

Lesung aus „Die Mission des Kreuzritters“

Ich wusste gar nichts über Jerusalem zur Zeit vonKönig Baudouin und vor allem nicht über das 12. Jahrhundert, so dass ich darauf angewiesen war, dass Ulf Schiewe mir alles bis ins Kleinste erklärt, damit ich die Zusammenhänge verstehe. Das ist ihm hervorragend gelungen. Zeitweise habe ich sogar vergessen, dass ich mit dem Thema Jerusalem und vor allem mit dieser Zeit gar nicht viel anfangen kann. Im Laufe des Buches sind mir Melisende und Raol sehr ans Herz gewachsen. Die meisten Figuren im Buch sind historisch belegt, allerdings ist die Geschichte um Melisendes Ausflug und ihre Rettung fiktiv. Der Schreibstil hat mir unglaublich gut gefallen, teilweise fühlte ich mich wie in einem Märchen. Ob das nun am Inhalt oder am Schreibstil oder einfach an der Kombination lag, kann ich gar nicht so genau sagen. Einen Teil dazu beigetragen hat auf jeden Fall die zarte Liebesgeschichte, die sich im Laufe des Buches zwischen Melisende und Raol entwickelt hat.  

Ich meine mich zu erinnern vor einigen Jahren „Der Bastard von Tolosa“ gelesen oder zumindest angefangen zu haben, denn der Name Raol de Montalban kam mir sehr bekannt vor. Der Bastard beinhaltet nämlich Raols Geschichte. Unbekannt war mir auch, dass „Die Mission des Kreuzritters“ der vierte Teil einer Reihe ist. Allerdings kann man, wie man an diesem Beispiel sieht, die einzelnen Teile wunderbar alleinstehend lesen. Ich werde die versäumten Teile auf jeden Fall in diesem Jahr nachholen.

Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen, selbst wenn du glaubst, dass es inhaltlich nicht dein Thema ist. Wenn du mehr über den Autor erfahren möchtest, besuche seine Homepage oder die Seite des Lübbe Verlages.

Zu der Reihe gehören folgende Bücher:

Der Bastard von Tolosa

Die Comtessa

Die Hure Babylon

Die Mission des Kreuzritters

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Seiten: 528

Herausgeber: Lübbe

Erscheinungsdatum: 26. November 2021

ISBN: 978-3785727591

Preis: 16,90 € (Paperback), 14,99 € (E-Book)

Über den Autor:

Ulf Schiewe wurde 1947 im Weserbergland geboren und wuchs in Münster auf. Er arbeitete lange als Software-Entwickler und Marketingmanager in führenden Positionen bei internationalen Unternehmen und lebte über zwanzig Jahre im Ausland, unter anderem in der französischen Schweiz, in Paris, Brasilien, Belgien und Schweden. Schon als Kind war Ulf Schiewe ein begeisterter Leser, zum Schreiben fand er mit Ende 50.

© björn marquart (www. fotomarquart.de)

Infos zur Blogtour:

26. April 2022: Angeliques Leseecke (Verrat in Colonia – Maria W. Peter)

28. April 2022: Carmens Bücherkabinett (Sie nannten ihn Cid – Mac P. Lorne)

30. April 2022: Kunterbunte Bücherreisen (Die Mission des Kreuzritters – Ulf Schiewe)

3. Mai 2022: Svanvithe (Krone des Himmels – Juliane Stadler)

5. Mai 2022: Nicht ohne Buch (In den Klauen der Macht – Ana Pawlik)

7. Mai 2022: Ullas Leseecke (Die Rache des Lombarden – Petra Schier)

10. Mai 2022: Frau Goethe liest (Der Pfeiler der Gerechtigkeit – Johanna von Wild)

12. Mai 2022: Bücherheike (Die Aschenbrennerin – Birgit Herrmann)

14. Mai 2022: Lesenswertes aus dem Bücherhaus (Eisflut 1784 – Marco Hasenkopf)

17. Mai 2022: Buchtempel (Träume von Freiheit – Silke Böschen)

19. Mai 2022: Lesebuch (Die Totenärztin: Wiener Blut – René Anour)

21. Mai 2022: Lesebuch (Die Totenärztin: Goldene Rache – René Anour)

Blogtour: Töchter der Speicherstadt – Der Duft von Kaffeeblüten (Die Kaffee-Saga # 1) von Anja Marschall

Kaffee, die Speicherstadt in Hamburg und ein historischer Roman. Das ist genau mein Beuteschema. Mein Verlangen, hochwertigen Kaffee ohne Milch (ohne Zucker sowieso) zu trinken ist seit der Lektüre des Buches um einiges gestiegen. Gut, dass wir in meinem Heimatort eine Kaffeerösterei haben, die zufällig auch noch meinen Nachnamen trägt. Da habe ich dann direkt auch noch den richtigen Kaffeedealer vor Ort.

Maria Pereira da Silva ist die Tochter des Kaffeeplantagenbesitzers Arturo Pereira de Silva. Ihr Vater ist schwerkrank und möchte seine Fazenda Santo Antônio so schnell wie möglich verkaufen. Der Kaffeehändler Johann Behmer bekundet nicht nur Interesse an der Fazenda, sondern auch an Arturos Tochter. Maria und Johann heiraten und Maria geht mit Johann nach Hamburg um fortan dort zu leben. Aber Marias Schwager Alfons und vor allem ihre Schwägerin Gertrud machen ihr das Leben in Deutschland zur Hölle.

Ich übertreibe nicht, wenn ich dir sage, dass ich innerhalb der ersten Seiten völlig in den Bann des Buches gezogen wurde. Ich habe die gut 460 Seiten innerhalb von vier Tagen gelesen und freue mich total, dass der zweite und dritte Teil noch in diesem Jahr erscheinen. Mich haben nicht nur der Schreibstil der Autorin gefesselt, sondern auch die Figuren, die sie erschaffen hat. Ich habe vor allem Maria und Johann so lieb gewonnen, dass ich sie am Ende des Buches kaum gehen lassen konnte.

Nicht nur die Figuren haben mir gut gefallen, sondern auch die Erwähnung historischen Ereignisse, die Anja Marschall in die Handlung verwoben hat. Die historischen Begebenheiten beginnen mit dem Goldenen Gesetz in Brasilien, dass es im Jahr 1888 allen Slaven erlaubte frei zu sein. Nicht nur beispielsweise der Bau der Speicherstadt in Hamburg, sondern auch die Choleraepedemie, der explosive Anstieg der Kaffeepreise und der Beginn des ersten Weltkriegs fanden in der Geschichte ihren Platz. Für mich war das Geschichtsunterricht in seiner schönsten Form, denn mein Kopfkino wurde die ganze Zeit auf Trab gehalten. Zusätzlich habe ich einiges über den Anbau und die Verarbeitung von Kaffee gelernt sowie über den Kaffeehandel.

Man könnte jetzt bemängeln, dass „Der Duft von Kaffeeblüten“ ein Buch über eine starke Frau ist, die es alles schafft, was sie sich vornimmt. Diese Art Bücher gibt es ja gerade im historischen Bereich mit fiktiven Figuren sehr oft. Ich möchte dir aber versichern, dass Marie durchaus auch Steine in den Weg gelegt werden, sie mit ihrem Schicksal hadert und nicht wie eine Superheldin durch die Geschichte flaniert.

Ich möchte dir dieses wundervolle Buch gerne ans Herz legen, vor allem wenn du nicht nur gerne historische Romane liest, sondern diese auch gerne gespickt sein dürfen mit Informationen über die damalige Lebensweise und historische Begebenheiten.

Der erste Teil erscheint am 24. Februar 2022, der zweite Teil „Der Geschmack der Freiheit“ erscheint am 28. April 2022 und der dritte Teil „Das Versprechen von Glück“ am 28. Juli 2022.

Weitere Informationen kannst du auf der Seite der Autorin finden oder auf der Seite des Piper Verlages.

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Seiten: 464

Herausgeber: Piper Taschenbuch

Erscheinungstermin: 24. Februar 2022

ISBN: 978-3492317214

Preis: 11,00 € (Taschenbuch), 9,99 € (E-Book)

Über die Autorin (Quelle: Piper Verlag)

Die gebürtige Hamburgerin Anja Marschall lebt als Autorin und Journalistin mit ihrer Familie in Schleswig-Holstein. Vor ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete sie als Erzieherin, Pressereferentin, Lokaljournalistin, EU-Projektleitung in der Sozialforschung, war Apfelpflückerin in Israel, Zimmermädchen in einem Londoner Luxushotel und Kioskverkäuferin an den Hamburger Landungsbrücken. Sie ist Mitglied der „Mörderischen Schwestern eV“ und des „Syndikats“ sowie der Mary-E-Braddon-Gesellschaft.

Foto: © Frauke Ibs / Piper Verlag

Nun möchte ich dir noch einige der handelnden Personen vorstellen.

Maria Behmer:

Maria wuchs als Tochter eines brasilianischen Vaters und einer deutschen Mutter in Brasilien auf der Fazenda San Antônio auf und liebt ihre Heimat und vor allem alles, was mit Kaffee zu tun hat. Das merkt man im Laufe des Buches, denn sie versucht alles um die Fazenda zu retten und unterstützt Johann mit ihren Ideen rund um den Kaffeehandel sehr.  Lange Zeit quält sie Heimweh nach Brasilien, aber nach und nach bezaubert sie nicht nur die Leser:innen mit ihrer wundervollen Art sondern auch die Hamburger Gesellschaft.

Johann Behmer:

Johann ist Teilhaber an dem Kaffeehandelsgeschäft Behmer & Söhne. Bis er Maria kennenlernt widmet er der Firma sein Leben und vergisst dabei, dass es noch etwas anderes gibt als Arbeit. Als er Maria das erste Mal sieht, ist er sofort total fasziniert von ihr und nimmt sie und ihre Meinung sehr ernst. Er kann sehr gut mit seinen Geschäftspartnern verhandeln, kann aber seine Gefühle nicht so recht zeigen, so dass Maria manchmal gar nicht weiß, ob er sie nur geheiratet hat, weil er die Fazenda haben wollte oder ihretwillen.

Alfons Behmer:

Alfons ist der Zwillingsbruder von Johann und gleichzeitig der zweite Teilhaber der Firma Behmer & Söhne. Er ist eher der Typ humorlos, der Zahlen hin und her jongliert und auf diese Weise seinen Beitrag zum Erfolg der Firma leistet. Er lässt sich von seiner Frau Gertrud beeinflussen, die den Familiennamen Behmer in der Hamburger Gesellschaft zu etwas besonderem werden lassen möchte. Manches Mal dachte ich, dass Alfons in seiner eigenen Welt lebt und vom Treiben um sich herum gar nicht so viel mitbekommt.

Gertrud Behmer:

Gertrud gehört zu einem alten schlesischen Adelsgeschlecht, ist überheblich und verbittert und wünscht sich nichts mehr als jemand zu sein, der angesehen ist und dessen Wort in der Gesellschaft Gewicht hat. Sie spinnt ständig Intrigen gegen Maria und hasst es, dass Maria mit ihrer Familie in einem Haus lebt. Sie nimmt Maria nicht nur nicht ernst, sie versucht sogar sie vor ihren „Freunden“ vorzuführen. Meistens führt sie sich auf wie eine meisten übellaunige Königin, was sie für mich sehr unsympathisch gemacht hat.

Stine:

Stine ist das Hausmädchen im Hause Behmer. Sie ist wissbegierig, herzlich und Maria sehr zugetan. Sie wird später Marias Bedienstete, ist aber viel mehr als das. Sie wird Marias Vertraute und Freundin und kümmert sich mit Leib und Seele um Marias Tochter. Dank Marias Gutherzigkeit und ihrem Unwillen, die Gepflogenheiten der damaligen Zeit anzunehmen, darf Maria sogar heiraten und sich zu der Person entfalten, die sie ist, statt unter der Knute ihrer Herrschaft zu stehen.

Justus Knaak:

Justus ist zusammen mit Maria und Johann einer meiner Lieblingsfiguren gewesen. Er ist heimlich verliebt in Maria und Maria kann sich jederzeit auf ihn verlassen. Er redet ihr trotz seiner Vernarrtheit nicht nach dem Mund, sondern sagt ihr auch mal ganz klar seine Meinung. Ich würde sagen, dass Justus Marias bester Freund ist, obwohl sie sich eine Zeitlang aus den Augen verlieren und Maria erst ziemlich spät bemerkt, dass Justus alles für sie tun würde.

Die einzelnen Stationen der Blogtour kannst du hier nachlesen:

21. Februar:  Thema Kaffe bei buch –leben

22. Februar: Rundgang Speicherstadt bei Ullas Leseecke

23. Februar: Figurenvorstellung bei mir

24. Februar: Handlungsorte bei Angéliques Leseecke

25. Februar: Frauen im 19. Jahrhundert/Kaiserreich bei Lesenswertes aus dem Bücherhaus

26. Februar: Interview als Podcast bei Frau Goethe liest

Blogtour „Die Klänge der Freiheit“ von Tara Haigh

„Die Klänge der Freiheit“ ist das erste Buch, das ich von Tara Heigh gelesen habe und auch das erste Buch, das ich über den zweiten Weltkrieg gelesen habe, das aus Sicht einer Krankenschwester an der Front berichtet.

Inges größter Wunsch ist es als DRK Schwester an der Front den Soldaten zu helfen. Sie macht also ihre Prüfung und kommt zunächst nach Charkow, in Russland, wo sie die Härte des Krieges mit voller Wucht trifft. Aber sie macht ihre Sache gut und zieht zudem die Aufmerksamkeit des Oberleutnants Heinrich Preuss auf sich, der sie mit nach Italien nimmt.

Das Buch beginnt zunächst wie so viele Bücher, die in dieser Zeit spielen: Inge glaubt an den Führer, will ihn unterstützen und findet es seltsam, dass ihr Vater das nicht gutheißt. Schließlich denkt ja jeder so und man will ihn ja auch beim Endsieg unterstützen. Was sie nicht ahnt und direkt nach der ersten Schicht als Krankenschwester merkt: Nichts ist wie es scheint. Nach und nach beginnt Inge selber zu denken und ihre eigene Meinung zu entwickeln und danach zu handeln.

Tara Heigh hat es ganz hervorragend verstanden den Leser/die Leserin mit an die Front zu nehmen und die Verzweiflung, die die Schwestern und auch die Soldaten in Schach gehalten hat, zu transportieren. Wobei das Buch nicht nur traurig und melancholisch ist, sondern auch hoffnungsvoll und lebensfroh. Es war einfach die perfekte Mischung und so umgesetzt, wie ich mir ein Leben im Krieg vorstelle.

Die Liebesgeschichte, die in diesem Buch steckt, mag vielleicht gewöhnlich sein. Sie wird nicht als Liebe auf den ersten Blick erzählt, sondern als sich langsam entwickelnde Liebe, die aus Sympathie entsteht und damit war sie für mich sehr realistisch dargestellt. Der Anteil der Lovestory überwiegt in meinen Augen auch nicht, daher können das Buch auch Menschen lesen, die nicht gerne Liebesgeschichten lesen.

Im Rahmen der Blogtour möchte ich euch nun ein paar wichtige Charaktere des Buches vorstellen:

Hauptcharaktere:

Inge Gerner ist gerade fertig mit ihrer Schwesternschule und voller Ideale. Sie ist während der Nazizeit aufgewachsen und hinterfragt zunächst nicht, ob das, was in Deutschland passiert so richtig ist. Als sie das erste Mal direkt an der Front ist, merkt sie, dass all die Informationen, die das Volk von öffentlichen Stellen bekommt, gar nicht so richtig sein können. Inge ist warmherzig, musikalisch und blitzgescheit. Mit ihrer Violine erfreut sie die Verletzten im Lazarett und merkt, wie gut ihr das spielen tut. Sie setzt sich für andere ein und riskiert dafür ihr Leben.

Der Oberleutnant Heinrich Preuss ist voller Widersprüche. Ich muss zugeben, dass ich ihn, also seinen Charakter, bis zum Ende nicht verstanden habe. Das war laut Klappentext auch das Ziel der Autorin. Er ist Nationalsozialist und nach außen hin lebt er genau so, wie es ein guter Nazi tut. Im Stillen macht er einige Dinge anders, die mich manchmal etwas verwirrt haben. Er ist launisch und kann auch jähzornig werden. Seine Schwäche für Inge rettet ihr sogar das Leben.

Lorenzo ist ein waschechter Italiener und obendrein noch Partisan. Er lebt mit seiner Mutter auf einem Hof und bewirtschaftet diesen mit ihr. Sein Onkel Don Fontana ist Abt in Montecassino, der Abtei im Ort. Lorenzo hat ebenfalls Ideale für die er sein Leben geben würde. Er ist ebenfalls warmherzig und sehr belesen, da er seinen Onkel öfter in Montecassino besucht und dort die Bücher liest, die  der Allgemeinheit zum Studieren zur Verfügung gestellt werden.

Nebencharaktere:

Erna ist die gute Seele in Inges Elternhaus. Sie ist fast wie eine Ersatzmutter, die Inge und ihren Vater verwöhnt so gut es möglich ist, aber auch mal klare Worte sagt. Sie ist eigentlich die Nachbarin, aber auch die Zugehfrau der Gerners. Zudem ist sie eine sehr gute Freundin von inges Vater.   

Inges Vater Gustav glaubt nicht an den Krieg und hat seine eigene Einstellung zu dem Geschehen und auch zum Führer. Er zeigt Inge sehr deutlich, dass er ihre Entscheidung zum DRK zu gehen und sich für den Dienst an der Front zu melden, missbilligt. Er hat ein Bekleidungsgeschäft und liebt es sehr sich wöchentlich um die Dekoration seines Schaufensters zu kümmern. Außerdem hat er ein Geheimnis, das Inges Leben auch anders hätte beeinflussen können.

Annemarie ist Inges langjährigste Freundin und ebenfalls frisch gebackene DRK-Schwester. Sie ist lebenslustig, nimmt nichts so wirklich ernst und  hofft, dass sie während des Dienstes an der Front einen schnittigen Soldaten kennen lernt, der sie mit nach Paris nimmt, damit sie dort in Ruhe und im Luxus leben können. Schnell wird klar, dass sie nicht für den Dienst an der Front gemacht ist und leidet sehr darunter leidet.

Julia lernt Inge kennen als sie mit dem Zug in Richtung Chakow fährt. Julia ist auch eine DRK-Schwester und hat diese Ausbildung eigentlich nur gemacht, weil sie zu ihrem Ehemann möchte, der als Soldat in Charkow stationiert ist. Julia ist eher still und besonnen und man bekommt von ihr im Gegensatz zu Annemarie kaum etwas mit. Sie verrichtet still ihren Dienst und ist meistens unauffällig.

Kunterbunte Bücherreisen ist die letzte Station der Blogtour. Wenn ihr die vorherigen Beiträge ebenfalls genießen möchtet, folgt einfach den Links:

22. November: Lena von liebe-lache-lies – Rezension

23. November: Sandra von Denkzeiten – Interview

24. November: Heike von Frau Goehte liest – ausführliches Interview

25. November: Teresa von Te´s Bücherblog – Gesundheitswesen

26. November: Carmen von spiegelseelen

27. November: Nadine von Kunterbunte Bücherreisen – Vorstellung Charaktere

Wenn ihr mehr über das Buch erfahren wollt, guckt doch mal auf der Seite der Autorin vorbei.

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Seitenanzahl: 528

Herausgeber: Tinte & Feder

Erscheinungsdatum: 9. November 2021

ISBN: 978-2496709803

Preis: 2,49 € (E-Book), 7,99 € (Taschenbuch)

Live-Chat mit Svea Jensen zu Nordwesttod

Vom 16. Februar bis zum 22. Februar 2021 fand die Blogtour zum Krimi „Nordwesttod“ von Svea Jensen statt. „Nordwesttod“ ist nicht nur der Auftakt zur neuen Serie „Soko St. Peter-Ording“, sondern auch das erste Buch von Svea Jensen bei HarperCollins Germany. Das Buch spielt in St. Peter-Ording und vereinigt Sehnsucht nach dem Meer und nach Entspannung mit einem Krimi mit Wohlfühlfaktor. Der zweite Teil „Nordwestzorn“ erscheint bereits am 25. Mai 2021.

Am 26. Februar werden wir ab 19:30 Uhr in einem Zoom-Call mit Svea Jensen im Gespräch sein. Heike von Frau Goethe liest wird den Live-Chat moderieren und ich werde Svea Jensen einige Fragen zum Buch und zu anderen interssanten Themen stellen. Danach seid ihr an der Reihe: Ihr dürft Fragen stellen und am Ende werden zwei Exemplare von „Nordwesttod“ unter den Zuschauern verlost.

Zugang zum Zoom-Meeting bekommt ihr über den folgenden Link: Frau Goethe liest

Zum Schutz der Daten sind die Teilnehmer standardmäßig ohne Video und Mikrophon eingeloggt. In der anschließenden Gesprächsrunde entscheidet jeder selber, wie sichtbar er wird. Es wird auch keine Aufzeichnung geben.

Die einzelnen Stationen findet ihr in dem zu Beginn verlinkten Beitrag.

BIld von Wolfgang Sauck auf Pixabay

Mord im idyllischen St-Peter-Ording

Ich habe wirklich lange keinen Krimi mehr gelesen und als ich gefragt wurde, ob ich bei der Blogtour des ersten Buches von Svea Jensen mitmachen möchte, musste ich einfach zusagen. Schon der Klappentext hat mich total angesprochen. „Nordwesttod“ ist der erste Teil einer neuen Reihe. Der zweite Teil „Nordwestzorn“ erscheint schon im Mai 2021.

Hendrik Norberg hat sich nach St. Peter-Ording versetzen lassen, weil seine Frau verstorben ist und er sich mehr um seine beiden Jungs kümmern möchte. Er wird dort der neue Dienststellenleiter der Polizeistation und trifft auf Anna Wagner, die nach ihrer Scheidung nach St. Peter Ording versetzt wurde. Der erste Fall scheint erst mal gar kein erster Fall zu sein. Die junge Umweltaktivistin Nina Brechtmann ist nicht aus dem Urlaub zurück gekehrt und wird eigentlich nur von ihren Kollegen vermisst. Sie ist ein stiller und zurückhaltender Typ, der nichts aus dem Privatleben erzählt, daher sind die Ermittlungen nicht ganz so einfach für das neue Team.

Direkt mit dem Prolog steigt man auch in das Geschehen ein. Obwohl es in dem Buch mehrere Tote gibt, ist es nicht blutrünstig geschrieben, eher gemächlich und entspannt. Ich habe sogar zeitweise fast vergessen, dass es sich um einen Krimi handelt. Sowas gefällt mir wirklich gut, denn viele Krimis oder Thriller sind nur auf die Ermittlungen fokussiert, was auch Spaß machen kann, mich aber auf Dauer nicht glücklich macht. Hier wird einiges an Drumherum zu den Haupt- und Nebencharakteren erzählt, so dass man sie gut kennenlernen kann. Gleichzeitig ist diese Hintergrundinformation natürlich die perfekte Grundlage um eine mehrteilige Reihe aufzubauen. Obwohl viele Personen vorkommen, wird es nicht unübersichtlich, weil jeder von den Charakteren behutsam eingeführt wird und nicht zu viele Infos auf einmal erzählt werden, die dazu noch gut dosiert preis gegeben werden. Sehr oft geschieht dies in Rückblicken. Mir hat diese Vorgehensweise richtig gut gefallen. Liebevolle kleine Details machen das Buch zu einem herzerwärmenden Leseerlebnis, das man nicht so schnell beenden möchte. Um die Spannung zu erhalten, wurden kurze Kapitel gewählt, die immer wieder an verschiedenen Schauplätzen spielen.

Aufgrund der Beschreibungen der verschiedenen Orte hatte ich leider ich das ganze Buch über Meerweh, das auch noch eine ganze Weile angehalten hat. St. Peter-Ording kenne ich nicht, aber ich glaube, dass ich es demnächst kennen lernen möchte, denn es klingt nach Ruhe, Erholung und ursprünglicher Natur.  

Wenn ihr es mögt, nicht durch ein Buch zu jagen, sondern gemächlich hindurch zu gehen und zu genießen, kann ich euch das Buch sehr ans Herz legen. Eine Leseprobe findet ihr hier. Das Buch wurde auch als Hörbuch mit Julia Nachtmann als Sprecherin vertont.  

Sonnenuntergang am Wattenmeer in St. Peter-Ording
Bild von Poochy auf Pixabay

Ein wichtiges Thema des Buches ist das Thema Umweltschutz, denn Nina Brechtmann ist nicht nur Umweltaktivistin, sondern auch die Tochter einer Hoteliersfamilie. Wie man sich vorstellen kann, ist dies keine einfache Situation für alle Beteiligten.

In St. Peter-Ording gibt es eine Organisation mit dem Namen „Schutzstation Wattenmeer“. Diese Organisation betreut den Nationalpark Wattenmeer, kümmert sich unter anderem um die Dünen und um weitere Forschungs- und Naturschutzaufgaben. Die Nationalparks Wattenmeer, die unter anderem auch in Niedersachsen und Hamburg bestehen, schützen die Natur vor menschlicher Nutzung und ermöglichen Naturerlebnisse für die Besucher.

In St. Peter-Ording kommt ein Großteil des Umsatzes aus dem Tourismus, das bedeutet, dass ein stabiles Gleichgewicht zwischen Umweltschutz und Tourismus geschaffen werden muss. Um dies zu gewährleisten, wurde bereits im Jahr 1999 ein „Bescheid zur Sondernutzung des Meeresstrandes“ zwischen der Nationalparkverwaltung und der Gemeinde St. Peter-Ording abgeschlossen. Dieser wurde im Oktober 2020 erneuert und regelt beispielsweise das Befahren des Strandes mit Autos, das Parken oder Bohlenwege für Fahrräder, da dies sowohl durch das Nationalparkgesetz als auch durch das Landesnaturschutzgesetz ausgeschlossen wird. Aus diesem Grund wurden diese Sonderregelungen als Kompromiss getroffen.

Grundsätzlich können die Touristen auch ihren Beitrag zum Umweltschutz in St. Peter-Ording leisten, indem sie sich nachhaltig innerhalb des Ortes fortbewegen, beispielsweise per ÖPNV, per Rad oder zu Fuß und nach nachhaltigen Hotelangeboten Ausschau halten. Dies ist vielleicht etwas teurer, aber es erhält St. Peter-Ording als lebenswerten Ort für die Anwohner und als liebenswerten Ort für Touristen.  Jeder kann seinen Teil dazu beitragen.

Autorenfoto von Svea Jensen
Svea Jensen ©Maya Meiners fotografie

Informationen zum Buch *Werbung*

Seiten: 416 Seiten

Verlag: HarperCollins

Erscheinungsdatum: 16. Februar 2021

ISBN: 978-3749900039

Preis: 12,00 € (Taschenbuch)

Die Blogtour hat folgende Stationen:

16.02.2021 Frau Goethe liest

17.02.2021 Lesenswertes aus dem Bücherhaus

18.02.2021 Janakas Buchblog

19.02.2021 Krimi und Keks

20.02.2021 Kunterbunte Bücherreisen

21.02.2021 Susannes Bücherwelt

22.02.2021 Eulenmatz liest

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