Die Köchin – Lebe deinen Traum von Petra Durst-Benning

Was für ein wundervolles Buch! Schon das sehr herzliche Vorwort der Autorin an ihre Leser:innen hat mich total für das Buch eingenommen. Ich habe es trotz der gut 500 Seiten innerhalb von zwei Tagen verschlungen.  

Fabienne, von der Autorin liebevoll Fabie genannt, lebt mit ihrer Familie in einem Schleusenwärterhaus am Canal du Midi in Südfrankreich. Die Familie hat nicht viel Geld, daher bessern sie sich das Einkommen des Vaters mit dem Verkauf von Mahlzeiten an die gens de l´eau, die Schiffer, auf. Als Fabiennes Mutter stirbt will Fabie mit ihrem Geliebten Eric so weit fort wie möglich. Aber es kommt anders als geplant und plötzlich steht Fabienne mutterseelenallein da. Ihr größter Traum ist es, ein Restaurant zu eröffnen, aber wie soll sie das als Frau in den 1880er Jahren und dazu noch ohne Einkommen bewerkstelligen? 

Ich weiß gar nicht, worüber ich zuerst schwärmen soll: Über den Schreibstil? Die Figuren? Den Inhalt? Ich kann schon mal sagen, dass ich das alles mochte und innerhalb der ersten Seiten schon total in das Buch abgetaucht bin. Ich habe der Autorin einfach jedes Wort über dieses wundervolle Frankreich und das wirklich schmackhafte Essen geglaubt, nicht nur, weil sie ein Ferienhaus in Südfrankreich hat, in das du dich einmieten kannst, sondern auch, weil du in jeder Zeile herauslesen kannst, wie sehr sie dieses Land liebt.

Fabienne scheint zunächst sehr naiv zu sein, was man ihr in Anbetracht ihres Alters und der damaligen Zeit nicht verübeln kann, aber sie findet ihren Weg und hat auch immer wieder Wegbegleiter, die sie unterstützen. Zunächst ist da die verwöhnte und flatterhafte Stéphanie, bei der ich wirklich froh war, als Fabienne sie los war. Dann haben Sophie, die Köchin im Chateau ihrer Freundin Stépanie und die “Mères Lyonnaises” ziemlich viel Einfluss auf Fabiennes spätere Entwicklung. Und zuletzt ist da noch Fabiennes bester Freund und Vertrauter Yves, der eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielt.  

Der Schreibstil ist so lebendig, dass ich für jede Figur eine andere Stimme im Kopf hatte und sogar im Kopf die vielen auf Französisch eingeworfenen Worte und Phrasen einwandfrei hören konnte. Dadurch habe ich mich dem Land sehr nahe gefühlt. Einige historische Hintergründe haben das Leseerlebnis für mich perfekt abgerundet.  

Für die Köche unter uns sind am Ende des Buches ein paar von Fabiennes Rezepten abgedruckt, die ich bestimmt zum Teil nachkochen werde. Die Lektüre des Buches hat mich nämlich aufgrund der vielen anschaulichen Beschreibungen von Zutaten, Gerichten und vor allem den Gerüchen sehr hungrig gemacht.  

Ich freue mich wirklich sehr, dass es der Beginn einer Trilogie ist und ich später zwei weitere Teile genießen darf. Leider konnte ich nichts über die zukünftigen Erscheinungstermine herausfinden.  

Wenn du Bücher magst, die wie eine warme Decke sind, – dafür ist die aktuelle Jahreszeit ja genau richtig – solltest du “Die Köchin – Lebe deinen Traum” auf jeden Fall lesen.  

Das Buch wurde mir vom Blanvalet Verlag und dem Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich.  


Petra Durst-Benning: Die Köchin – Buchteaser

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Seiten: 512 

Herausgeber: Blanvalet Verlag 

Erscheinungstermin: 24. August 2022 

ISBN: ‎ 376450787X 




Über die Autorin (Quelle: Blanvalet): 

Petra Durst-Benning wurde 1965 in Baden-Württemberg geboren. Seit über zwanzig Jahren schreibt sie historische und zeitgenössische Romane. Fast all ihre Bücher sind SPIEGEL-Bestseller und wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. In Amerika ist Petra Durst-Benning ebenfalls eine gefeierte Bestsellerautorin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden südlich von Stuttgart auf dem Land.

Die Köchin - Lebe deinen Traum von Petra Durst-Benning
© privat

Interview mit Sandra Novak & Rezension

Wie du vielleicht schon mitbekommen hast, liebe ich Debüts. Daher habe ich mich sehr gefreut, als Sandra Novak mich anschrieb und fragte, ob ich ihr Buch “Die Partnerschaft: Neue Horizonte” lesen möchte.  

Die Rechtsanwältin Martina Bäumer lebt ein Leben als Karrierefrau. Sie hat viele Aufgaben und Termine und macht sich sehr von der Meinung ihres Umfeldes abhängig, dazu kommt noch, dass sie darauf hinarbeitet eine Partnerschaft an der Kanzlei zu bekommen. Dann verliert sie einen wichtigen Fall und ihr Chef ändert sein Verhalten ihr gegenüber. Sie bekommt keine Fälle mehr übertragen und er ist ihr gegenüber nicht mehr so wohlwollend, wie es einmal der Fall war. Sie muss sich also überlegen, ob das Leben, das sie sich aufgebaut hat, ist auch das ist, was sie wirklich möchte. 

Normalerweise lese ich diese typischen “Frauenromane” nicht gerne, die vor Klischees strotzen, aber “Die Partnerschaft” ist ein Frauenroman, der anders ist. Hier geht es zwar um eine Frau und auch auf eine Art um Klischees, aber ich kann an mir beobachten, dass sie wirklich stimmen. Zum Beispiel mutet sich Martina immer zu viel zu. Um ihren zweifelsfrei harten Job zu erfüllen, schläft sie wenig, hat mittlerweile schon körperliche Probleme und merkt es selber gar nicht so richtig. Besonders aufgefallen ist mir, dass sie immer versucht den Spagat hinzubekommen, die Erwartungen aller Menschen um sie herum zu erfüllen: Die Mutter, die eine erfolgreiche Staranwältin aus ihr machen möchte; der Freund, der eine Familie mit ihr gründen möchte und der Chef, der einfach nur möchte, dass die Arbeit erledigt – um nur ein paar Punkte zu nennen. Ich glaube, dass es den meisten Frauen so geht und dass das Buch als Augenöffner fungieren kann.  

Noch eine Sache, die sich total mit einer Lebenseinstellung deckt: Alles passiert aus einem bestimmten Grund. Auch bei Martina ist das so: Alles wird immer schlimmer, nicht nur auf der Arbeit, sondern auch im Privatleben, bis es zum großen Knall kommt. Was das ist, musst du aber selber lesen und auch, was und ob da Gutes draus erwächst.  

Martinas Verhalten war das ganze Buch über total nachvollziehbar und realistisch. Wie die meisten Menschen hat sie erst mal eine Weile gebraucht um herauszufinden, dass etwas mit ihr nicht stimmt, dann was das ist und am Ende wie sie handeln muss um die Situation zu beenden. Und am Ende bemerkt sie erst, wie schlecht es ihr die ganze Zeit über ging. Ihr Umfeld hat die Autorin genauso realistisch beschrieben.  

Wenn du regelmäßig meine Rezensionen liest, weißt du, dass ich es liebe, Charaktere eingehend kennenzulernen. Bei einem Buch mit ungefähr 220 Seiten ist das in der Art, wie ich es gerne mag, nicht wirklich machbar. Da ich mich trotz allem sehr gut in die Figuren hineinversetzen konnte, ist dies kein Kritikpunkt, sondern nur eine Anmerkung für Leser*innen, denen es genauso geht wie mir. 

Schade fand ich, dass das Buch mit einem fiesen Cliffhanger endet und dass der zweite Teil erst für Herbst 2023 von der Autorin angekündigt wird. Ich freue mich sehr, dass die Autorin weitere vier Bücher zu Themen, die vor allem Frauen bewegen, angekündigt hat. In meinem Podcast kannst du hören, welche Themen das sind.  

Wenn du Frauenromane magst, die nichts mit giggelnden, Männer verachtenden Frauen zu tun haben, sondern eine Entwicklung der Hauptfigur aufzeigen, solltest du auf jeden Fall mal einen Blick in das Buch riskieren.  

Das Buch wurde mir von Sandra Novak zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.



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Seiten: 220 

Herausgeber: Sandra Novak (Nova MD) 

Erscheinungstermin: 10. September 2022 

ISBN: 978-3985953547 



Über die Autorin (Quelle: Amazon): 

Sandra Novak ist das Pseudonym einer österreichischen Autorin. Sie lebt in Wien, wo auch ihre Geschichten spielen. Die Romane und Kurzgeschichten handeln über Frauen, die mitten im Leben stehen und sich einer Herausforderung oder Veränderung stellen müssen. Bei der Bewältigung ihrer Probleme erkennen sie auch neue Horizonte, die nicht immer die klassischen Wege gehen, die die Gesellschaft für uns vorsieht. 

Töchter der Speicherstadt – Das Versprechen von Glück von Anja Marschall

Das war er jetzt, der letzte Teil der Kaffee-Saga von Anja Marschall. Ich muss sagen, dass ich die Familie Behmer in diesen drei Teilen sehr liebgewonnen habe und jetzt wirklich traurig bin, dass es vorbei ist. Wenn du die Reihe noch nicht kennst, solltest du jetzt zuschlagen und alle drei Bücher nacheinander lesen.  

Anna, Cläres Tochter, hat so gar nichts mit der Firma Behmer & Ehmke am Hut. Sie möchte lieber ein Kunststudium machen. Als sie auch noch den Musiker Hans Kanther kennen lernt und mit ihm in die USA durchbrennen will, überredet Cläre sie, den Vorzeigschwiegersohn Joost van der Vehlen zu heiraten. Er ist nach Cläres Aussage nicht nur gut für Anna, sondern auch fürs Geschäft. Doch Anna fühlt sich zunehmend leer und einsam und die Firma der Familie ist erneut in Gefahr.  

Ach, es war so schön, Cläre und Kurt als Ehepaar zu treffen und ihre tiefe Verbundenheit zu erleben, gerade weil ich das nach dem zweiten Teil so gar nicht erwartete hatte. Anna kommt zunächst genau nach ihrer Mutter und Großmutter, man könnte auch fast sagen, dass sich die Geschichte wiederholt, aber am Ende unterscheidet sich das Leben der Behmer-Frauen dann doch.  

Jost van der Vehlen war mir durch und durch unsympathisch. Nicht nur, dass er ein notorischer Fremdgänger ist, er ist auch noch ein Lebemann, völlig engstirnig und spießig und interessiert sich kein bisschen für seine Frau und deren gemeinsamer Tochter Frieda. Eine bedeutende Rolle in diesem Teil spielt auch Cläres Ex-Verlobter Herbert Staller, den man bereits aus dem zweiten Teil kennt.  

Das Buch erzählt gut 30 Jahre aus der Geschichte der Behmers, die mit dem Berliner Mauerfall endet. Anja Marschall hat auch hier nicht an historischen Ereignissen gespart: Vom Mauerbau in Berlin, zur großen Sturmflut in Hamburg im Jahr 1962, zum erschossenen Hauptmann Rudi Arnstadt und der Jugend der 60er und der 80er ist hier alles perfekt in die Geschichte eingewoben.  

Ein paar Tränchen sind bei mir auch geflossen, teils vor Traurigkeit, teils vor Rührung, aber auch vor Freude. Am Ende hat die Zufriedenheit über diese wunderschön erzählte Reihe über die Frauen der Behmer Familie überwogen.  

In Teil eins waren Kaffee und Kaffeehandel eins der Herzstücke der Reihe, im zweiten Teil hat dies weiter abgenommen und im dritten Teil spielen die beiden Themen nur noch eine untergeordnete, aber trotz allem tragende Rolle. Durch die Lektüre der drei Bücher habe ich jedenfalls gelernt darauf zu achten, guten Kaffee zu trinken statt günstigen oder dem, der gerade da ist.  

Ich kann dir die Reihe mit gutem Gewissen empfehlen, wenn du fiktive Familiengeschichten magst, die insgesamt ein Jahrhundert umfassen und deren liebenswerte Charaktere dich zu einem Teil des Buches werden lassen.  

Das Buch wurde mir vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich.  


Folgende Teile beinhaltet die Reihe: 

Töchter der Speicherstadt – Der Duft von Kaffeeblüten 

Töchter der Speicherstadt – Der Geschmack von Freiheit 

Töchter der Speicherstadt – Das Versprechen von Glück 


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Seiten: 464 

Herausgeber: Piper Taschenbuch 

Erscheinungstermin: 28. Juli 2022 

ISBN: ‎ 978-3492317238 




Über die Autorin (Quelle: Piper Verlag): 

Die gebürtige Hamburgerin Anja Marschall lebt als Autorin und Journalistin mit ihrer Familie in Schleswig-Holstein. Vor ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete sie als Erzieherin, Pressereferentin, Lokaljournalistin, EU-Projektleitung in der Sozialforschung, war Apfelpflückerin in Israel, Zimmermädchen in einem Londoner Luxushotel und Kioskverkäuferin an den Hamburger Landungsbrücken. Sie ist Mitglied der „Mörderischen Schwestern eV“ und des „Syndikats“ sowie der Mary-E-Braddon-Gesellschaft. 

Töchter der Speicherstadt - Das Versprechen von Glück von Anja Marschall
© Frauke Ibs 

Interview und Kurzlesung: Ulf Schiewe – Die Mission des Kreuzritters

Im April habe ich dir „Die Mission des Kreuzritters“ von Ulf Schiewe bereits im Rahmen der Blogtour zur Nominierung für den HOMER Literaturpreis vorgestellt.

Nun freue ich mich sehr, dir mein Interview mit ihm zeigen zu dürfen. Ich war, wie man direkt am Anfang bemerkt, total aufgeregt. Das hat sich aber im Laufe des Interviews gelegt, weil Ulf ein sehr interessanter und entspannter Gesprächspartner ist. Wir haben nicht nur über das nominierte Buch gesprochen, sondern über die gesamte Montalban-Reihe und auch ein wenig Privates über Ulf besprochen.

Interview mit Ulf Schiewe

Patricia von nichtohnebuch hat heute ein Interview mit Ana Pawlik zu ihrem Debütroman „In den Klauen der Macht“ für dich. Sieh dich gerne mal auf ihrem Blog um.

Außerdem kannst du auch noch beiden Autoren bei einer Kurzlesung aus ihren nominierten Büchern lauschen. Die Videos werden entprechend hier aufgelisteten Reihenfolge heute um 15 Uhr und um 15:30 Uhr bei YouTube frei geschaltet.

Kurzlesung Ulf Schiewe aus „Die Mission des Kreuzritters“

Kurzlesung Ana Pawlik aus „In den Klauen der Macht“

Weitere Kurzlesungen der für den HOMER Literaturpreis nominierten Autoren findest du ebenfalls bei YouTube. Es lohnt sich auf jeden Fall, dort mal rein zu gucken.

Gnadenlose AIDA von Krinke Rehberg

“Gnadenlose Aida” ist der erste Teil der Kreuzfahrtkrimi-Reihe von Krinke Rehberg. Mich hat das Buch positiv überrascht, obwohl ich zu den Figuren keinerlei Beziehung aufbauen konnte.  

Frieda Olsen, auch Miss Marple Olson genannt, ist eine jung gebliebene Rentnerin, die ihre Zeit damit verbringt mit ihrem Sohn, dem Kapitän Klaas Olsen auf Kreuzfahrtschiffen die Weltmeere zu um schippern. Auf der Reise auf der AIDAbella von Mallorca nach Dubai geschieht ein Mord an einem jungen Mann, Clemens Witt. Frieda kann sich zum Ärger des arabischen Kommissars Abdel Rahman nicht aus den Ermittlungen heraushalten.  

Frieda ist ein komischer Kauz. Als ihr Mann noch lebte, hat sie die Strafakten studiert, die ihr mittlerweile verstorbener Mann ihr zum Lesen gegeben hat. Sie hat dadurch ein außerordentliches Talent dafür entwickelt, Motive zu verstehen, das Verhalten von Menschen zu entschlüsseln und weitere Schritte zu schlussfolgern. Mir hat gut gefallen, wie sie an Dinge herangeht und wie durchsetzungsfähig sie ist. Frieda ist zudem ausgebildete Mediatorin und kommt daher besonders gut mit der mürrischen Art des zweiten Hauptprotagonisten Abdel Rahman klar.  

Abdel Rahman hat den Ruf einer der besten Kommissare seines Landes zu sein. Leider hat der Tod seines Sohnes Jamal ihn innerlich kalt und gleichgültig werden lassen. Obwohl er, wie sein Großvater es ihm beim Fischen beigebracht hat, seine fünf Sinne nutzt, ist er auf Rache aus, denn der Mörder seines Sohnes scheint etwas mit dem Mordfall auf dem Schiff zu tun zu haben.  

Als Leser: in erfährt man immer wieder Details zum Mörder ohne zu wissen, wer es genau ist. Die Tatsache, dass derjenige nicht vom Schiff verschwinden kann, macht die Ermittlung in diesem Buch unglaublich spannend. Ich hätte mir gewünscht, dass die Figuren etwas ausführlicher beschrieben wären, denn wie oben schon erwähnt, konnte ich keine Beziehung zu ihnen aufbauen. Im Endeffekt war das nicht so schlimm, weil der Rest des Inhalts passte. Da es sich aber um eine mittlerweile vierteilige Reihe handelt, denke ich, dass die Charaktere im Laufe der Bände noch weiter ausgebaut werden.  

Wer sich mit kunsthistorischen Artefakten nicht auskennt, wird hier ein wenig in dieses Thema eingeweiht. Allerdings nie so viel, dass es langweilig wird. Für mich war die Mischung aus Spannung und Information genau richtig.  

Wenn du Krimis magst, deren Fälle zwar von älteren Damen aufgeklärt werden, aber mit Cozy Crime nichts zu tun haben, bist du mit der Kreuzfahrtkrimi-Reihe genau richtig.  

Das Buch wurde mir von Nova MD zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich.


Folgende Teile sind bisher erschienen: 

  1. Gnadenlose AIDA 
  1. Mörderische AIDA 
  1. Tödliche AIDA 
  1. Eiskalte AIDA 

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Seiten: 304 

Herausgeber: Kampenwand Verlag 

Erscheinungstermin: 14. Juni 2022 

ISBN: 978-3986600631 




Über die Autorin (Quelle: Amazon): 

KRINKE REHBERG ist das Pseudonym einer bekannten Person des öffentlichen Lebens aus dem Bereich Fernsehunterhaltung. Die Affinität zu Meer und Küste sind in den Krimis deutlich wiederzukennen. Beheimatet im nördlichsten Bundesland Deutschlands bestimmen die Familie, vier Hunde und die Schreiberei den Alltag. 

Buch Snack # 4: „Miesegrimm: Der Spielverderber“ von Martina Türschmann

Im Juni hatte ich Martina Türschmann zu Gast in meinem Podcast. Sie hat heute für dich einen Buch Snack von ihrem Buch „Miesegrimm: Der Spielverderber“ eingelesen.


Ich verlinke dir auch noch mal die Podcastfolge, falls du sie noch nicht gehört haben solltest:


Cover "Miesegrimm: Der Spielverderber" von Martina Türschmann
Cover „Miesegrimm: Der Spielverderber“ von Martina Türschmann

Klappentext (Quelle: Kelebek Verlag):

Felix und sein großer Bruder Sebastian verstehen die Welt nicht mehr. Seitdem ihr Vater, der Förster, nur noch grantig ist, können sie ihm nichts mehr rechtmachen. Wie eine dunkle Wolke hängt die üble Laune über der Familie. Als die Brüder einem geheimnisvollen Pfad in den Wald folgen, gelangen sie unverhofft ins Reich der Kobolde. Sie staunen nicht schlecht, als sie erfahren, dass viele Waldbewohner mit schlechter Laune und Verdruss zu kämpfen haben. Die Spur führt zu Miesegrimm, dem Geist eines alten Raubritters.

Gemeinsam mit ihren neuen Freunden wollen Felix und Sebastian dem Spuk ein Ende bereiten. Keiner von ihnen ahnt, was sie in der Burgruine erwartet.

Blogtour zu Findelmädchen von Lilly Bernstein & Interview

Schon lange wollte ich “Trümmermädchen” lesen, aber irgendwie habe ich es immer wieder aus den Augen verloren. Stattdessen habe ich jetzt “Findelmädchen” gelesen und es von der ersten Seite an geliebt.  

Claire und Albert haben die Geschwister Helga und Jürgen auf der Suche nach ihrem Sohn vor einem Bunker in Köln aufgesammelt und mit nach Frankreich genommen. Dort leben die beiden nun und wissen nicht, was im 2. Weltkrieg mit ihren Eltern geschehen ist. Nach 10 Jahren des Wartens und des Hoffens bekommen sie einen Brief, in dem ihnen mitgeteilt wird, dass der Vater der beiden gefunden wurde. Sie ziehen wieder zurück nach Köln und versuchen sich in der Nachkriegszeit im noch nicht komplett wieder aufgebauten Deutschland wieder zurecht zu finden. Helga möchte nichts anderes als schreiben, aber ihr Vater weigert sich, sie aufs Gymnasium gehen zu lassen. Er meldet sie bei der Haushaltungsschule an. Während eines Praktikums muss sie in einem Waisenhaus arbeiten. Dort erlebt sie, welche schrecklichen Dinge den Kindern dort angetan werden und versucht mit allen Mitteln etwas dagegen zu tun.  

Zunächst kann ich dir sagen, dass man “Findelmädchen” auch sehr gut lesen kann, wenn man den Vorgänger nicht kennt. Die Figuren, die in “Trümmermädchen” eine Rolle spielen, werden entweder komplett neu eingeführt oder nur am Rande erwähnt. Mir hat jedenfalls keine Information über die Figuren gefehlt und die Handlung konnte ich auch komplett nachvollziehen.  

Das Buch ist aus der Perspektive von Helga geschrieben, die zunächst vom für sie nicht so einfachen Leben in Frankreich berichtet, denn dort sind Helga und Jürgen die boches, die niemand haben will. Tante Claire und Onkel Albert dagegen lieben die beiden wie eigene Kinder. Das Leben in Köln ist auch nicht viel einfacher für Helga, weil sie zunächst die Haushaltungsschule besuchen muss und dann im Waisenhaus mit ansehen muss, wie die Kinder von den Nonnen misshandelt werden. Nicht selten war ich während der Lektüre des Buches genauso verzweifelt wie Helga. 

Eine der Charaktere, die ich am meisten in mein Herz geschlossen habe, Fanny, steht stellvertretend für viele Menschen aus der im Buch beschriebenen Zeit, die ca. 10 Jahre nach dem Krieg beginnt. Fanny hat alles verloren und nach dem Krieg hart gekämpft um sich ein neues Leben genau nach ihren Wünschen zu gestalten. Ihre “MIlchbar” hätte ich samt Musik gerne mal im wahren Leben erlebt.  

Wenn du Bücher magst, die in der Nachkriegszeit spielen, die von ganz normalen Menschen erzählen und die mit viel Herz geschrieben sind, ist “FIndelmädchen” genau das richtige für dich.  

Der Beitrag gehört zur Blogtour um das Buch “Findelmädchen” von Lilly Bernstein. Bei Frau Goethe liest findest du die Schauplatzbeschreibungen. Geh gerne mal bei ihr vorbei. Sie verbindet mit Köln eigene Erinnerungen.  


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Seiten: 592 

Herausgeber: Ullstein Taschenbuch 

Erscheinungstermin: 28. Juli 2022 

ISBN: ‎ 978-3548065687 




Über die Autorin (Quelle: Ullstein Verlag): 

Lilly Bernstein ist das Pseudonym der Kölner Journalistin und Autorin Lioba Werrelmann, deren Debütroman Hinterhaus 2020 mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet wurde. Ihr letzter Roman, Trümmermädchen, war ein großer Presse- und Publikumserfolg. Mit Findelmädchen erzählt sie die Geschichte der Trümmerkinder weiter. 

Findelmädchen von Lilly Bernstein
© Susanne Esch


Interview mit Lilly Bernstein: 

Dein neuer Roman „Findelmädchen“ ist gut gestartet. Er ist erst vor zwei Wochen erschienen, und der Verlag druckt bereits die zweite Auflage. Wie fühlt sich das an?

Das fühlt sich wunderbar an. Der Vorgänger-Roman „Trümmermädchen“ war ja ein echter Überraschungserfolg, mit dem niemand gerechnet hatte. Während ich nun das „Findelmädchen“ schrieb, habe ich mich die ganze Zeit gefragt, ob ich die Leser:innen, die das „Trümmermädchen“ so mochten, noch einmal begeistern kann. Das ist, ehrlich gesagt, ein ziemlicher Druck, der da auf dir als Autorin lastet. Umso glücklicher bin ich jetzt, und, ja, ich bin auch sehr erleichtert.

Wie hast Du für das Buch recherchiert? Ich stelle es mir schwer vor, von Betroffenen diese Details zu erfahren.  

Ich bin erst einmal tief in die fünfziger Jahre eingetaucht. Das heißt, ich habe ganz viel über diese Zeit gelesen, auch Bücher, die damals geschrieben wurden, habe alte Filme geguckt, alte Bilder, war im Haus der Geschichte in Bonn, im Freilichtmuseum in Kommern – wo übrigens Fannys Milchbar steht -, und dann erst habe ich mit Zeitzeugen gesprochen, auch mit ehemaligen Heimkindern. Sie haben mir ganz viel über den Tagesablauf im Heim erzählt, wie alles organisiert war, wo welches Gebäude stand – das Heim hat es ja tatsächlich gegeben, ich wohne heute ganz in der Nähe. Ich wollte gerne eine Geschichte schreiben, die sich so hätte zutragen können. Die schlimmen Details habe ich nicht einzeln abgefragt, ich wollte keine alten Wunden aufreißen. Ich habe sie aus den Erinnerungen ganz vieler Heimkinder zusammen getragen, wie sie unter anderem im Abschlussbericht des Runden Tisches Heimerziehung stehen, den der Bundestag eingerichtet hatte, um diese Zeit aufzuarbeiten. Tatsächlich hat sich beinahe alles, was ich im „Findelmädchen“ erzähle, so oder ähnlich in deutschen Heimen in den fünfziger Jahren zugetragen. Aber zum Glück geht es im „Findelmädchen“ ja nicht nur um Schlimmes. Ich erzähle ja auch eine Liebesgeschichte …

Genau! Helga bekommt von Konradin, der im Haus ihrer Familie einquartiert ist, Bücher wie “Schloss Gripsholm” von Kurt Tucholski oder “Bonjour Tristesse” von Françoise Sagan geschenkt und ist total begeistert davon. Teilst Du ihre Liebe zu diesen Büchern und wenn ja, warum? 

Ja, diese Bücher liebe ich, „Bonjour Tristesse“ habe ich genau wie Helga gelesen, als ich noch sehr jung war, und konnte gar nicht glauben, dass man so schreiben kann. Und „Schloss Gripsholm“ hat mir mal jemand, den ich sehr geliebt habe, geschenkt. Er hatte eine besonders hübsche Ausgabe auf dem Flohmarkt gefunden. Ich habe sie für meine Recherchen wieder hervorgeholt und entdeckt, dass sie aus dem März 1955 stammt! Also aus genau der Zeit, in der der Roman spielt! Das Büchlein, das ich im „Findelmädchen“ beschreibe, mit dem weißen Schloss auf dem Cover, dem Blütenkranz und der Girlande, das steht also bei mir zu Hause im Bücherregal.

Wie viel von Helga steckt in Dir? Eine Gemeinsamkeit habe ich gefunden: Ihr habt beide beim WDR gearbeitet. Gibt es weitere? 

Es gibt Details, wie die Bücher, die wir beide lieben, dass wir beide von klein auf gerne schreiben, dass wir beide beim WDR arbeiten. Ansonsten ist Helga frei erfunden, ein Mädchen, das ich, als ich jünger war, gern zur Freundin gehabt hätte.

Fannys Milchbar hat es mir angetan, besonders der Rock´n´Roll. Wie bist du darauf gekommen sie so eine Bar zu eröffnen zu lassen und diese “Affenmusik” dort laufen zu lassen? Ist dies nur dieser Zeit geschuldet? 

Ich bin selber Bäckerstochter, und ich liebe Orte, an denen Köstliches hergestellt und gegessen wird, wo es gut duftet, wo die Menschen sich begegnen. Nachdem es im „Trümmermädchen“ eine kleine Bäckerei gab, musste es jetzt passend zu den Fünfzigern eine Milchbar sein. Und natürlich habe ich beim Schreiben sehr viel Musik aus der Zeit gehört und so manchen Ohrwurm behalten 😉

Wird es noch einen weiteren Teil als Nachfolger von „Trümmermädchen“ und „Findelmädchen“ geben?

Ja! Es wird einen dritten Band geben, der zu Beginn des Zweiten Weltkrieges spielt. Es wird also keine klassische Fortsetzung, aber ich überlege, einzelne Figuren wieder auftauchen zu lassen – dann in einer jüngeren Version.

Warum hast Du Dich entschieden unter Pseudonym zu schreiben? 

Ich hatte schon einen preisgekrönten Krimi, einen Roman und ein Sachbuch geschrieben, das „Trümmermädchen“ war mein erster historischer Roman, und weil es ein ganz anderes Genre war, haben wir uns für ein Pseudonym entschieden. Das machen viele Autor:innen, wenn sie das Genre wechseln. In meinem Fall ist es ja auch ein offenes Pseudonym, das heißt, es ist klar, wer dahinter steckt.

War es schwierig für Dich vom faktenbezogenen Schreiben für die journalistischen Tätigkeiten zum Schreiben von Romanen umzustellen?  

Als ich mich endlich getraut habe, war es ganz leicht. Vorher habe ich mir viele Gedanken gemacht, ob ich das kann. Heute wünschte ich, ich hätte viel früher mit dem literarischen Schreiben angefangen. Zaudern lohnt sich nicht 🙂

Darfst Du schon etwas über Dein aktuelles Projekt erzählen? 

Sehr gerne. Ich schreibe gerade an einem Krimi, der in Siebenbürgen spielt. Er erscheint im Januar, und dann auch unter meinem richtigen Namen.

Welche Genres liest Du privat am liebsten? 

Ganz ehrlich? Ich bin eine Krimi-Leserin. Ich verschlinge sie.


Weitere Beiträge zu Blogtour findest du hier:







Mehr als die Erinnerung (Gut Mohlenberg 1) von Melanie Metzenthin

Den Namen Melanie Metzenthin habe ich schon unzählige Male im Zusammenhang mit der Serie “Die Hafenschwester” gehört. Dieser Titel hat mich bisher allerdings gar nicht angesprochen, anders als “Mehr als die Erinnerung”.  

Dr. Meinhardt, der Vater der Protagonistin Friederike von Aalen, leitet in Celle die Nervenheilanstalt Gut Mohlenberg. Als die Magd Trudi ermordet wird, gerät ziemlich schnell Friederikes Mann Bernhard, der im Krieg schwer verletzt wurde und als “schwachsinnig” gilt, unter Verdacht. Friederike ist überzeugt, dass Bernhard unschuldig ist und versucht auf eigene Faust herauszufinden, was tatsächlich passiert ist.  

Das Buch spielt vor gut 100 Jahren, um 1920 und schon der Einstieg hat mich schlucken lassen. Von der “Irrenkolonie” ist dort die Rede und die Menschen aus dem Umland heißen gar nicht gut, dass auf Gut Mohlenberg Menschen leben, die geistig beeinträchtigt sind. So ein großer Unterschied zu heute besteht also nicht, denn das Geläster und die Witze haben sich nicht viel verändert. Dr. Meinhardt führt die Anstalt so als wären die Bewohner nicht im Mindesten beeinträchtigt. Sie werden voll in den Alltag integriert und dürfen frei entscheiden, was sie tun wollen und was nicht. Ich habe mir beim Lesen gewünscht, dass dies heute auch überall der Fall ist.  

Die Autorin kommt vom Fach, sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und hat sich mit dem damaligen Wissen so ausführlich auseinandergesetzt, dass ich als Leserin das Gefühl hatte, dass sie genau weiß, wovon sie spricht. Nicht nur von der Austreibung von Hysterie ist hier die Rede, sondern auch vom Umgang mit den “Schwachsinnigen”. Wenn du schon mal etwas über das Thema gehört hast, kannst du dir vorstellen, was ich damit meine: zum Beispiel “Behandlungen” im Wasserbad, Folter etc.  

Obwohl das Thema grundsätzlich ziemlich traurig war, hat mir das Buch unglaublich gut gefallen, vor allem, weil wir im Rahmen der Leserunde bei der Büchereule sehr viele Hintergrundinfos von der Autorin bekommen haben. Das Buch war eine Mischung aus historischem Psychologieroman mit Krimianteilen.  

Wenn du dich für die menschliche Psyche und für historische Romane um das Jahr 1920 interessierst, kannst du mit “Mehr als die Erinnerung” nichts falsch machen. Es gibt noch zwei weitere Teile: “Mehr als die Finsternis” und “Mehr als die Ehre”, das am 18. Oktober 2022 erscheint.  


„Die Hafenschwester 3“: Wir treffen Trilogie Autorin Melanie Metzenthin

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Seiten: 379 

Herausgeber: Tinte & Feder 

Erscheinungstermin: 14. Mai 2019 

ISBN: 978-2919804313 

Interview mit Kari Karaiti & Rezension

Der Lifestyle Club – Countryside Lifestyle Club Serie # 1

Ich verirre mich wirklich selten ins Erotikgenre, daher war ich total gespannt, wie mir “Der Lifestyle Club” gefällt. Ich kann dir vorab schon mal sagen, dass diese Art zu leben überhaupt nicht meins wäre, aber ich fand den Einblick in diese mir fremde Welt total interessant.  

Ava hat ein Jobangebot als Therapeutin bekommen und zufällig befindet sich ihr vielleicht zukünftige Job am Wohnort ihres besten Freundes Hunter. Die beiden sind seit vielen Jahren so eng befreundet, dass sie sich alles erzählen – dachte Ava zumindest. Doch dann findet sie in einer Tasche Sexspielzeug und ist völlig entsetzt. Um ihr seine Lebensweise näher zu bringen, stiftet Hunter sie zu einer Wette im Club an, bei der er sich sicher ist, dass sie sie niemals gewinnen kann. Doch er hat sich geirrt. 

Als Leserin bin ich abwechselnd in Avas Rolle und auch in die Rolle anderer Charaktere geschlüpft und habe die Clubaufenthalte als Neuling und als alt eingesessener Clubgänger erlebt. Ich kann dir sagen, dass mir diese in der Kurzbeschreibung erwähnten Beschreibungen sexueller Handlungen inhaltlich ziemlich fremd waren. Aber es ging im Buch nicht nur ums Thema Sex, sondern auch um die Themen Vertrauen, Liebe und Beziehungen zwischen Liebenden und Freunden.  

Die BDSM-Fachbegriffe, die mir komplett neu waren, waren im Zusammenhang und auch durch Erklärungen, die Ava von den erfahrenen Clubgängern erhalten hat, gut verständlich. Besonders wichtig ist mir, dass die Sexszenen zu keiner Zeit obszön waren, so dass das Buch sehr angenehm zu lesen war.  

Wahrscheinlich kommt bei dir jetzt die Frage auf, ob “Der Lifestyle Club” Ähnlichkeiten zu “50 Shades of Grey” aufweist. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, denn ich kenne weder das Buch noch den Film dazu. Du wirst den “Lifestyle Club” also selber lesen müssen um dir die Frage zu beantworten.  

Es gibt noch einen zweiten Teil “Master Hayden”. Ob ich diesen Teil ebenfalls lesen werde, entscheide ich noch. Am Handwerk der Autorin liegt es jedenfalls nicht, wenn ich mich dagegen entscheiden werde. Der dritte Teil ist aktuell in Arbeit.  

Das Buch wurde mir von Kari Karaiti zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.  

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Seiten: 386 

Erscheinungstermin: 8. September 2021 

Herausgeber: Neopubli GmbH 

ISBN: 978-3754162507 




Über die Autorin (Quelle: Amazon): 

Schreiben ist Karis große Leidenschaft. Immer wieder machte sie in ihrer schriftstellerischen Entwicklung Abstecher in erotische Literatur. Meist spielte sie mit Metaphern und Euphemismen in der in ihren Ohren wenig sinnlich klingenden deutschen Sprache. Inspiriert von sehr direkt formulierten erotischen Szenen in amerikanischen Liebesromanen, beschloss sie, selbst explizitere Wege einzuschlagen.  

Kari liebt Figurengestaltung und -entwicklung. Sie lebt und liebt mit ihren Charakteren. Mit jeder schweren Prüfung, jeder schmerzhaften Erfahrung, die sie ihnen auferlegt, leidet sie mit. 

Obwohl Kari erotische Literatur liebt, besteht diese für sie nicht nur aus der Aneinanderreihung einzelner erotischer Szenen. Themen wie Freundschaft, Vertrauen, Liebe, Leidenschaft, Trauer, Schmerz, Freude gehören für sie genauso dazu, wie „steamy scenes“.  

Die Autorin möchte mit ihrer Literatur vornehmlich unterhalten. Wenn ihre Leser:innen von ihren Geschichten gefesselt werden und sie für rote Wangen sorgen, sieht sie ihren Auftrag erfüllt. 

Die kleine Krimitankstelle – Aller Anfang ist Mord von Mina Giers

„Aller Anfang ist Mord“ ist der erste Teil der „Die kleine Krimitankstelle“-Reihe von Mina Giers. Das Buch hat mein Herz innerhalb von ein paar Seiten im Sturm erobert.

Taissa Lausen erbt nach dem Tod ihrer Tante Elli eine Tankstelle im fiktiven Ort Bad Bekenborn in Ostwestfalen. Leider fällt es ihr sich ziemlich schwer sich dort einzuleben, denn die Westfalen sind ziemlich eigensinnig und scheinen ihre Tankstelle zu meiden. Als Taissas Nachbarin, Estelle Esterhasi tot von ihrem Hausmeister aufgefunden wird, mischt sich Taissa mit ihrem Hund Lolli in die Mordermittlungen ein. Denn niemand anderer als Taissas einziger Angestellter Vinzent Meier, der zufällig besagter Hausmeister ist, steht unter Verdacht die Frau ermordet zu haben.

Ich dachte immer, dass ich nicht so gerne humorvolle Krimis lese, aber es wird langsam Zeit, diese Einstellung zu überdenken. Nicht nur der Humor des Buches hat es mir angetan, sondern vor allem die liebevoll beschriebenen und etwas verschrobenen Charaktere haben das Buch für mich zu einem echten Highlight werden lassen. Taissa, in deren Gedankenwelt ich schlüpfen durfte, ihre Notarin, die wie ich schokoladensüchtig ist und immer gute Laune hat, oder Vinzent, der den örtlichen Dialekt spricht, der meinem so ähnlich ist, sind einige dieser wundervollen Figuren.

Wenn Tiere auf dem Cover so in den Vordergrund gerückt werden, wie es hier mit Loli der Fall ist, bin ich eigentlich immer skeptisch. Ich mag ermittelnde Tiere einfach nicht so gern. Hier spielt Lolli zwar eine Hauptrolle, aber so wie er dargestellt ist, kann ich damit gut leben.

Die Spannung kam hier auch nicht zu kurz, denn die Autorin hat es gut verstanden einige falsche Fährten zu legen, die nicht nur Taissa verwirrt haben, sondern auch mich. Die Lösung des Falls habe ich dann tatsächlich erst ganz am Ende des Falles herausgefunden.

Wenn du mal einen schlechten Tag hast, solltest du auf jeden Fall „Aller Anfang ist Mord“ lesen um dich aufzuheitern. Wenn du keinen schlechten Tag hast, solltest du es erst recht lesen um die gute Laune zu behalten. Der zweite Teil „Manche morden bleifrei“ erscheint am 26. August 2022 und wird ebenfalls bei mir einziehen.

Mina Giers hat mir das Buch zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich.

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Seiten: 228

Herausgeber: beTHRILLED

Erscheinungstermin: 29. April 2022

ASIN: ‎ B09RKTG5Z9

Homepage Verlag

Über die Autorin (Quelle: Bastei Lübbe):

Mina Giers ist das Pseudonym von Katja Segin, die 1980 in Ostwestfalen geboren wurde. Wenn sie nicht selbst gerade Kurzgeschichten, Spannungsromane oder romantische Familiengeheimnisse verfasst, arbeitet sie als Lektorin und Korrektorin. Inzwischen lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann und zwei Schildkröten in der Altstadt von Paderborn. Dort in der Nähe befindet sich auch das fiktive Bad Bekenborn, in dem „Die kleine Krimi-Tankstelle“ steht. Die Idee dafür kam nicht von ungefähr: Nach ihrem Studium hat Katja Segin vorübergehend als stellvertretende Leiterin einer ganz realen Station gearbeitet.

Die kleinen Krimitankstelle - Aller Anfang ist Mord von Mina Giers
© Dennis Wasmuth

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