Ein Fall für Joyce, Elizabeth, Ron und Ibrahim

„Der Donnerstagsmordclub“ (Die Mordclub-Reihe # 1) von Richard Osman

Das Buch hat eindeutig zu lange auf meinem SuB gelegen! Ich habe mich auf den ersten Seiten in die vier Senioren verliebt, die eigentlich nur Cold Cases versuchen aufzuklären.

Elizabeth, Joyce, Ibrahim und Ron leben in Coopers Chase, einer Seniorensiedlung, die sich für mich recht wohnlich anhört. Sie treffen sich immer donnerstags im Puzzle-Stübchen um alte Kriminalfälle aufzuklären. Bis Tony Curran, der Bauunternehmer, der für den Inhaber von Coopers Chase arbeitet, ermordet wird. Elizabeth, die eine findige Detektivin, die Kontakt mit nicht näher erläuterten Informationsquellen hat, trommelt die drei Mitglieder des Donnerstagsmordclubs zusammen und mischt mit ihnen bei den Ermittlungen mit.

Die Geschichte um die Morde (ja, es geschehen mehrere Mordfälle) wird in regelmäßigen Abständen von Joyces Tagebucheinträgen gewürzt. Joyce schreibt, wie ihr der Sinn steht, manchmal etwas wirr, aber genau das lockert das Buch auf. Nicht, dass es das gebraucht hätte, denn die Senioren und auch die anderen Charaktere wie DCI Chris Hudson und PC Donna De Freitas, die mit dem Fall offiziell betraut sind, haben durchaus Humor. Dieser Humor äußert sich nicht in Schenkelklopfern, sondern eher aus der Situation heraus.

Die Geschehnisse sind in der Gegenwartsform geschrieben, was mich zwischendurch immer wieder irritiert hat. Der Autor hat es außerdem gut verstanden, die Figuren so aufzubauen, dass man sie als Leser:in ins Herz schließen muss. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil, der bereits bereit liegt. Er heißt „Der Mann, der zweimal starb“.

Du magst Cozy Crimes? Du hast Humor und magst Bücher, in denen nicht nur Kommissare ermitteln, sondern auch jung gebliebene Rentner? Dann liegst du bei „Der Donnerstagsmordclub“ genau richtig. Es ist das  perfekte Buch um die Seele baumeln zu lassen, sich zurückzulehnen und sich wohl zu fühlen.

Richard Osman über „Der Donnerstagsmordclub“ (englisch)

Wenn du mehr über den Autor erfahren möchtest, kannst du dich auf der Seite des Ullstein Verlages umsehen.

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Seiten: 464

Herausgeber: List Hardcover

Erscheinungstermin: 3. Mai 2021

ISBN: 978-3471360149

Preis: 15,99 € (Paperback), 12,99 € (E-Book)

Über den Autor:

Richard Osman ist ein englischer Fernsehmoderator, Produzent und seit Neuestem auch Autor. Die Idee für seinen Krimi kam ihm, als er eine Verwandte in einer luxuriösen Seniorenresidenz besucht hat und ihm das Schlimmste zugestoßen ist, was einem modernen Menschen widerfahren kann: Er hatte keinen Handyempfang. Wer denkt da nicht sofort an Mord und Totschlag? »Der Donnerstagsmordclub« ist sein erster und bisher bester Roman.

© Penguin Books UK

Ein Mordfall und ein Familienbesuch

Mord ist aller Laster Anfang (Mitchell & Markby #1) – Ann Granger

Bei der Büchereule startet einmal im Jahr das „Lieblingsbuch-Event“. Hier werden sich gegenseitig User zugelost, die sich drei Lieblingsbücher aus verschiedensten Genres zu vorschlagen. Ich habe diesmal „Mord ist aller Laster Anfang“ von Ann Granger, das ist der erste Teil der „Mitchell & Markby“ Reihe, zugelost bekommen.

Ann Granger wollte ich schon lange lesen, aber irgendwie gerät sowas immer wieder in Vergessenheit bei mir, gerade wenn die Bücher schon etwas älter sind. „Mord ist aller Laster Anfang“ oder auf englisch „Say it with poison“ erschien ursprünglich im Jahr 1991, ist also schon richtig alt.

Meredith Mitchell, auch Merry genannt, ist bei ihrer Cousine Eve in England zu Besuch, da sie zur Hochzeit von Eves Tochter eingeladen wurde. Als sie den Außenseiter des Dorfes tot auffindet, verwickelt sie sich selber in die Ermittlungen und gerät immer wieder mit Inspector Markby aneinander, der allerdings noch ein ganz anderes Interesse an ihr hat.

Ich habe ganz selten ein Buch gelesen, dass so ein extremes „Warme-Decke“-Gefühl in mir auslöst. Das beschauliche Dörfchen hat in mir direkt Fernweh nach Großbritannien ausgelöst. Obwohl es hier um einen (oder mehrere?) Morde geht, ist man als Leser:in nicht eine Sekunde gestresst. Man wandert total entspannt durch das Buch, lernt die Charaktere nach und nach kennen und versucht zusammen mit Merry herauszufinden, was passiert ist.

Der Mordfall an sich ist nicht spektakulär und zeichnet sich zu Beginn des Buches bereits ab. Allerdings ging es mir hier vor allem um den Weg und nicht um das Ziel. Ich wollte einfach so viel wie möglich von dieser britischen Atmosphäre auskosten.

Wer Coszy Crime mag, darf an der Mitchell & Markby Reihe nicht vorbei gehen und sollte alle 17 Teile nacheinander verschlingen. Ich werde sie allerdings nach und nach Lesen. Teil 2 „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ habe ich aber bereits bestellt.

Für die Leseprobe kannst du dich auf der Seite vom Bastei Lübbe Verlag umsehen.

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Seiten: 320

Herausgeber: Bastei Lübbe

Erscheinungsdatum: 29. Juni 1999

ISBN: 978-3404129669

Preis: E-Book 7,99 €

Die gesamte Reihe im Überblick:

  1. Mord ist aller Laster Anfang
  2. Fuchs, du hast die Gans gestohlen
  3. Warte, bald ruhest auch du
  4. Messer, Gabel, Schere, Mord
  5. Wer andern eine Grube gräbt
  6. Ein schöner Ort zum Sterben
  7. Blumen für sein Grab
  8. Kerzenlicht für eine Leiche
  9. Ein Hauch von Sterblichkeit
  10. Ihr Wille geschehe
  11. Tote kehren nicht zurück
  12. In dunkler Tiefe sollst du ruhn
  13. Mord wirft lange Schatten
  14. Der Fluch der bösen Tat
  15. Und sei getreu bis in den Tod
  16. Ein unerledigter Mord
  17. Mord will keine Zeugen

Tödliches Idyll – Rhys Bowen (Ein Fall für Constable Evan Evans # 1) [Hörbuch]

Ich weiß nicht genau, ob es die Kombination aus dem Sprecher und der Geschichte war oder ob mir nur die Geschichte nicht gefallen hat. Ich habe dem Hörbuch eine richtig lange Chance gegeben, aber bei gut 70 % war Schluss. Ich habe es abgebrochen.

Evan Evans lässt sich nach Llanfair in Wales versetzen. Dort passieren nie irgendwelche Verbrechen. Dann werden zwei Wanderer tot aufgefunden und Evan kann nicht glauben, dass sie einfach nur unglücklich die Berge hinab gestürzt sind. Er fängt also an zu ermitteln, obwohl das gar nicht sein Job ist.

Es beginnt schon mit dem Namen des Dorfpolizisten Evan Evans. Das finde ich total dämlich, Evan übrigens auch. Der Autor hat sich auch sicher was dabei gedacht, aber ich weiß nicht was. Die Geschichte ist grundsätzlich ganz nett, aber für mich ziemlich langweilig geschrieben. Ich mag Cozy Crime echt gern, aber das war mir irgendwie zu cozy: „in unserem Dorf passiert doch kein Verbrechen. Das muss ein unglücklicher Unfall gewesen sein!“ – Kuschelkurs hoch zehn und das obwohl sogar  ich als Laie gemerkt habe, dass da ein Mord passiert ist. Nee, das war nichts. Eigentlich schade, denn ich fand den Klappentext gar nicht schlecht.

Der Sprecher, Omid-Paul Eftekari, war für mich sehr einschläfernd. Ich könnte mir vorstellen, dass ein anderes Genre ihm besser liegen würde, denn die Stimme ist sehr angenehm anzuhören.

Wenn ihr mal in das Hörbuch rein hören wollt oder euch das Buch ansehen wollt, seht euch mal auf der Seite von Digital Publishers um.

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