Die Sehnsucht unserer Herzen von Romy Terrell

Ich scheine aktuell ein Faible für traurige Bücher zu haben. Da es in Schottland spielt, konnte ich trotz des Themas nicht widerstehen. Ich wurde nicht enttäuscht, denn es gibt auch ein Happy End.  

Amelia, ihr Bruder Rory, seine Verlobte Caitlin und sein bester Freund Liam erfüllen einen Punkt von Rorys Bucket List: Er möchte einen Roadtrip durch Schottland machen. Der Anlass ist alles andere als schön: Rory hat einen Hirntumor und hat nicht mehr lange zu leben. Eine seiner Bedingungen ist, dass niemand traurig sein soll und leben soll als würde das Unheil nicht über ihnen schweben. Und dann überschattet noch etwas den Road Trip: Amelia leidet seit Jahren an Liebeskummer, weil Liam ihr das Herz gebrochen hat, doch es scheint sich trotz allem etwas anzubahnen, denn auch Liam ist nicht ganz uninteressiert.  

Ich kann nicht mal genau sagen, ob das Buch eine Lovestory oder ein Entwicklungsroman ist. Natürlich spielt die Beziehung zwischen Amelia und Liam eine große Rolle, aber auch die Entwicklungen, die aufgrund von Rorys Erkrankung entstehen, haben ebenfalls einen großen Anteil am Buch.  

Es wird aus zwei Perspektiven erzählt, die ebenfalls beide Aspekte aufnehmen: Amelia erzählt als Schwester von Rory, wie sie mit seinem Schicksal umgeht und Liam erzählt das Gleiche aus Sicht des besten Freundes. Und beide erzählen ihre Liebesgeschichte aus ihrer eigenen Perspektive. Dabei greifen beide öfter die gleichen Situationen auf, was für mich total gelungen war, da ich beide Seiten der Situation erleben konnte. Gut gefallen hat mir, dass Amelia keine dieser Zicken war, die Liam ständig mit ihrem Verhalten bestrafen wollte, sondern dass sie einfach aus Angst vor Zurückweisung oder einer weiteren Verletzung manchmal aus Liams seltsam reagiert hat.   

Den Gegensatz des drohenden Todes und der Liebe, die Amelia und Rory füreinander empfinden, hat mir in der Umsetzung sehr gut gefallen. Ich habe mich aber die ganze Zeit gefragt, wie man sich auf den Tod eines Menschen vorbereitet, den man liebt. Vor allem, wenn er, wie Rory auf alle weiteren Maßnahmen verzichtet. Mir wäre es wohl schwergefallen, diese Entscheidung einfach so hinzunehmen. Auf die Frage, ob diese Entscheidung von Rory egoistisch ist oder ob es eher egoistisch ist, dass seine Familie und Freunde wollen, dass er sich behandeln lässt, habe ich immer noch keine Antwort gefunden.  

Die Rundreise durch Schottland wurde eher nebenbei erzählt. Die Autorin hat immer mal bekannte und nicht so bekannte Orte ins Geschehen eingewoben, so dass ich direkt Lust bekommen habe, auch dorthin zu fahren. Mir gefielen die skurrilen Fakten über Schottland, die Rory und Liam in ihrer Schulzeit für ein Referat zusammengesucht haben und auf diesem Roadtrip zum Besten gegeben haben.  

Für mich war “ Die Sehnsucht unserer Herzen” vorwiegend ein Roman über die Angst, etwas Geliebtes verlieren zu müssen, über Neuanfänge aller Art und über gegenseitiges Vertrauen, das man durchaus zu jedem Zeitpunkt aufbauen kann. Es war schön zu lesen, wie sich die vier weiterentwickelt haben und mit dem, was ist, gelernt haben umzugehen.  

Das Buch wurde mir von der Autorin zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.  


Die Autorin hat einen Buch Snack für dich eingelesen:



Drei Fragen an Romy Terrell:  

Warum hast du das Thema Tod als zentrales Thema gewählt? 

Mir ging es nicht nur um den Tod selbst, sondern auch um das davor und das danach sowie das ganze Drumherum. Das es meist schreckliche Geschehnisse sind, die uns über das eigene Leben nachdenken lassen. Darüber, was wir wollen und was nicht. Was für einen selbst wirklich wichtig ist oder was man ständig vor sich herschiebt, weil man den Mut nicht hat, um es durchzuziehen. Denn das verliert man leider viel zu oft aus den Augen. Meist ist das auch der Zeitpunkt, um neue Wege zu gehen und sich von belastenden Dingen zu trennen und in manchen Fällen auch ein Neubeginn, um endlich das Leben zu leben oder etwas zu tun, was man sich eigentlich wünscht. 

 Hast du eine besondere Beziehung zu Schottland? 
 
Mit meinem Mann habe ich 2015 einen Roadtrip gemacht und mich sofort in Land und Leute verliebt. Wir haben den Westen, Norden und Osten erkundet, allerdings war es eine andere Route als in “Die Sehnsucht unserer Herzen“.  

 Wer von den Vieren ist dein Lieblingscharakter und warum? 

Bei den Vieren kann ich mich unmöglich festlegen. Jeder hat seine eigenen Macken, Stärken und Herausforderungen, mit denen er zu kämpfen hat und die ihn einzigartig machen. 


Romy Terrell – Remember:Nichts bleibt vergessen

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Seiten: 312 

Erscheinungstermin: 29.09.2022 

ASIN: ‎B0B787FWZN 



Über die Autorin (Quelle: Amazon): 

Ich lebe mit meinem Mann und meiner Tochter mitten im malerischen Baden-Württemberg. Ganz nach dem Motto: »Schreibe das, was du selbst gerne liest«, veröffentliche ich seit 2021 meine Bücher unter dem Pseudonym Romy Terrell. Schon seit frühester Kindheit bin ich begeistert von spannenden, dramatischen und romantischen Liebesgeschichten, die Tiefgang beweisen. Heute genieße ich es, meine endlosen Ideen auf Papier zu bringen und meinen Figuren mit unterschiedlichsten Lebensumständen Stimmen zu verleihen. 

Die Köchin – Lebe deinen Traum von Petra Durst-Benning

Was für ein wundervolles Buch! Schon das sehr herzliche Vorwort der Autorin an ihre Leser:innen hat mich total für das Buch eingenommen. Ich habe es trotz der gut 500 Seiten innerhalb von zwei Tagen verschlungen.  

Fabienne, von der Autorin liebevoll Fabie genannt, lebt mit ihrer Familie in einem Schleusenwärterhaus am Canal du Midi in Südfrankreich. Die Familie hat nicht viel Geld, daher bessern sie sich das Einkommen des Vaters mit dem Verkauf von Mahlzeiten an die gens de l´eau, die Schiffer, auf. Als Fabiennes Mutter stirbt will Fabie mit ihrem Geliebten Eric so weit fort wie möglich. Aber es kommt anders als geplant und plötzlich steht Fabienne mutterseelenallein da. Ihr größter Traum ist es, ein Restaurant zu eröffnen, aber wie soll sie das als Frau in den 1880er Jahren und dazu noch ohne Einkommen bewerkstelligen? 

Ich weiß gar nicht, worüber ich zuerst schwärmen soll: Über den Schreibstil? Die Figuren? Den Inhalt? Ich kann schon mal sagen, dass ich das alles mochte und innerhalb der ersten Seiten schon total in das Buch abgetaucht bin. Ich habe der Autorin einfach jedes Wort über dieses wundervolle Frankreich und das wirklich schmackhafte Essen geglaubt, nicht nur, weil sie ein Ferienhaus in Südfrankreich hat, in das du dich einmieten kannst, sondern auch, weil du in jeder Zeile herauslesen kannst, wie sehr sie dieses Land liebt.

Fabienne scheint zunächst sehr naiv zu sein, was man ihr in Anbetracht ihres Alters und der damaligen Zeit nicht verübeln kann, aber sie findet ihren Weg und hat auch immer wieder Wegbegleiter, die sie unterstützen. Zunächst ist da die verwöhnte und flatterhafte Stéphanie, bei der ich wirklich froh war, als Fabienne sie los war. Dann haben Sophie, die Köchin im Chateau ihrer Freundin Stépanie und die “Mères Lyonnaises” ziemlich viel Einfluss auf Fabiennes spätere Entwicklung. Und zuletzt ist da noch Fabiennes bester Freund und Vertrauter Yves, der eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielt.  

Der Schreibstil ist so lebendig, dass ich für jede Figur eine andere Stimme im Kopf hatte und sogar im Kopf die vielen auf Französisch eingeworfenen Worte und Phrasen einwandfrei hören konnte. Dadurch habe ich mich dem Land sehr nahe gefühlt. Einige historische Hintergründe haben das Leseerlebnis für mich perfekt abgerundet.  

Für die Köche unter uns sind am Ende des Buches ein paar von Fabiennes Rezepten abgedruckt, die ich bestimmt zum Teil nachkochen werde. Die Lektüre des Buches hat mich nämlich aufgrund der vielen anschaulichen Beschreibungen von Zutaten, Gerichten und vor allem den Gerüchen sehr hungrig gemacht.  

Ich freue mich wirklich sehr, dass es der Beginn einer Trilogie ist und ich später zwei weitere Teile genießen darf. Leider konnte ich nichts über die zukünftigen Erscheinungstermine herausfinden.  

Wenn du Bücher magst, die wie eine warme Decke sind, – dafür ist die aktuelle Jahreszeit ja genau richtig – solltest du “Die Köchin – Lebe deinen Traum” auf jeden Fall lesen.  

Das Buch wurde mir vom Blanvalet Verlag und dem Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich.  


Petra Durst-Benning: Die Köchin – Buchteaser

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Seiten: 512 

Herausgeber: Blanvalet Verlag 

Erscheinungstermin: 24. August 2022 

ISBN: ‎ 376450787X 




Über die Autorin (Quelle: Blanvalet): 

Petra Durst-Benning wurde 1965 in Baden-Württemberg geboren. Seit über zwanzig Jahren schreibt sie historische und zeitgenössische Romane. Fast all ihre Bücher sind SPIEGEL-Bestseller und wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. In Amerika ist Petra Durst-Benning ebenfalls eine gefeierte Bestsellerautorin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden südlich von Stuttgart auf dem Land.

Die Köchin - Lebe deinen Traum von Petra Durst-Benning
© privat

Das Wunder von Bahnsteig 5 – Clare Pooley

Gewöhnlich kaufe ich auf dem Weg in den Urlaub am Flughafen immer ein Buch. Seit ich den Blog habe, ist die Auswahl der Bücher, die ich spontan kaufe, sehr beschränkt. Trotz allem habe ich dieses wundervolle Buch gefunden und innerhalb kürzester Zeit verschlungen.  

Der Inhalt

Jeden Morgen fahren die Pendler mit dem gleichen Zug zwischen Hampton Court und London Waterloo, sie fahren sogar im gleichen Waggon. Das ungeschriebene Gesetz der Pendler besagt, dass man nicht miteinander redet und jeder sich nur um sich selber kümmert. Als Iona eines Tages Piers vor dem Erstickungstod rettet, ändert sich für sechs der Pendler aus Waggon 3 alles.   

Wenn ich groß bin, möchte ich auch eine Iona sein.

Was für eine wundervolle Figur! Iona ist eine schillernde Persönlichkeit und ein ehemaliges It-Girl, die sich meist ungefragt in die Dinge anderer einmischt, denn ihr Lebenssinn ist es, anderen zu helfen. Dafür gibt sie Tipps, macht anderen Mut und hört ihnen zu.  Sie ist das Bindeglied zwischen Piers, David, Sanjay, Martha und Emmie bis sie eines Tages nicht mehr im Zug sitzt und jeder der fünf sich Sorgen macht. Sie schmieden also einen Plan und versuchen Iona zu finden.  

Die sechs werden im Laufe des Buches zu ungleichen Freunden, jeder hat andere Qualitäten. Was mir besonders gut gefallen hat: Obwohl manch einer augenscheinlich ein schlechter Mensch ist, hat die Autorin immer das Gute aus der Figur herausgeholt. Jede Figur, so erfolgreich oder beliebt sie auch scheint, hat außerdem ihr eigenes Schicksal, das sich den anderen der Gruppe erst nach und nach zeigt.  

Die Stimmung im Buch war entspannt, selbst wenn die Situation etwas anderes verlangt hätte. Die Autorin hat es außerdem verstanden liebevoll über ihre Figuren zu schreiben. Der Wortwitz hat alle Situationen, egal wie gut oder schlecht sie waren, aufgelockert.  

Fazit

Ein Buch, mit dem man sich rundum wohl fühlen kann, wobei das Highlight die Hauptfigur Iona war. Nach dieser wundervollen Lektüre werde ich den Vorgänger “Montags bei Monica” auf jeden Fall auch lesen.  


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Seiten: 400 

Herausgeber: Goldmann Verlag 

Erscheinungstermin: 17. August 2022 

ISBN: ‎ 3442206375 




Author Interview with Clare Pooley (Addison Public Library)

Über die Autorin (Quelle: Goldmann Verlag): 

Clare Pooley hat in Cambridge studiert und anschließend zwanzig Jahre lang in der Werbeindustrie gearbeitet. Später widmete sie sich dem Familienleben und wurde in Großbritannien mit ihrem Mama-Blog bekannt. Clare Pooleys Debütroman »Montags bei Monica« ist inspiriert von der Grundidee dieses Blogs, seine Schwächen und Probleme mit anderen zu teilen, statt sie hinter einer perfekten Kulisse zu verbergen. Denn nur so können wir Hilfe finden und uns in einer Gemeinschaft gegenseitig Trost und Halt geben. An ihren Büchern arbeitet Clare Pooley am heimischen Küchentisch. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren drei Kindern, einem Hund und einem Afrikanischen Zwergigel in London. 

Das Wunder von Bahnsteig 5 von Clare Pooley
© Caroline Firth 

Buch Snack # 6: Die Partnerschaft: Neue Horizonte von Sandra Novak

Am letzten Sonntag hatte ich Sandra Novak zu Gast im Podcast. Wir haben über ihre Erstveröffentlichung um die Rechtsänwältin Martina Bäumer gesprochen.

Heute hat sie für dich ein kleines Stück aus dem Buch eingelesen:



Cover "Die Partnerschaft: Neue Horizonte" von Sandra Novak
Cover „Die Partnerschaft: Neue Horizonte“ von Sandra Novak

Klapptentext (Quelle: Amazon):

Die erfolgsverwöhnte Anwältin Martina Bäumer verliert einen wichtigen Korruptionsfall und somit die Aussicht auf die Partnerschaft in ihrer Kanzlei.

Konfrontiert mit dem Erwartungsdruck ihren nächsten Fall zum Sieg zu führen, stellt Martina ihre Beziehung wieder einmal in den Hintergrund. Ihr Freund Christian, der endlich mit der Familienplanung beginnen möchte, ist nach all den gemeinsamen Jahren mit seinem Verständnis am Ende. Er möchte die Beziehung an erster Stelle sehen und bringt Martina damit in Bedrängnis.

Zu allem Überfluss drängt ein neues Jobangebot Martina dazu, sich an ihre eigenen Werte zu erinnern und sich einzugestehen, dass sie diese schon seit Jahren nicht mehr lebt.

Eine Geschichte, die neue Horizonte aufzeigt, im Beruf, in der Liebe und vor allem in der Beziehung zu sich selbst.

Interview mit Sandra Novak & Rezension

Wie du vielleicht schon mitbekommen hast, liebe ich Debüts. Daher habe ich mich sehr gefreut, als Sandra Novak mich anschrieb und fragte, ob ich ihr Buch “Die Partnerschaft: Neue Horizonte” lesen möchte.  

Die Rechtsanwältin Martina Bäumer lebt ein Leben als Karrierefrau. Sie hat viele Aufgaben und Termine und macht sich sehr von der Meinung ihres Umfeldes abhängig, dazu kommt noch, dass sie darauf hinarbeitet eine Partnerschaft an der Kanzlei zu bekommen. Dann verliert sie einen wichtigen Fall und ihr Chef ändert sein Verhalten ihr gegenüber. Sie bekommt keine Fälle mehr übertragen und er ist ihr gegenüber nicht mehr so wohlwollend, wie es einmal der Fall war. Sie muss sich also überlegen, ob das Leben, das sie sich aufgebaut hat, ist auch das ist, was sie wirklich möchte. 

Normalerweise lese ich diese typischen “Frauenromane” nicht gerne, die vor Klischees strotzen, aber “Die Partnerschaft” ist ein Frauenroman, der anders ist. Hier geht es zwar um eine Frau und auch auf eine Art um Klischees, aber ich kann an mir beobachten, dass sie wirklich stimmen. Zum Beispiel mutet sich Martina immer zu viel zu. Um ihren zweifelsfrei harten Job zu erfüllen, schläft sie wenig, hat mittlerweile schon körperliche Probleme und merkt es selber gar nicht so richtig. Besonders aufgefallen ist mir, dass sie immer versucht den Spagat hinzubekommen, die Erwartungen aller Menschen um sie herum zu erfüllen: Die Mutter, die eine erfolgreiche Staranwältin aus ihr machen möchte; der Freund, der eine Familie mit ihr gründen möchte und der Chef, der einfach nur möchte, dass die Arbeit erledigt – um nur ein paar Punkte zu nennen. Ich glaube, dass es den meisten Frauen so geht und dass das Buch als Augenöffner fungieren kann.  

Noch eine Sache, die sich total mit einer Lebenseinstellung deckt: Alles passiert aus einem bestimmten Grund. Auch bei Martina ist das so: Alles wird immer schlimmer, nicht nur auf der Arbeit, sondern auch im Privatleben, bis es zum großen Knall kommt. Was das ist, musst du aber selber lesen und auch, was und ob da Gutes draus erwächst.  

Martinas Verhalten war das ganze Buch über total nachvollziehbar und realistisch. Wie die meisten Menschen hat sie erst mal eine Weile gebraucht um herauszufinden, dass etwas mit ihr nicht stimmt, dann was das ist und am Ende wie sie handeln muss um die Situation zu beenden. Und am Ende bemerkt sie erst, wie schlecht es ihr die ganze Zeit über ging. Ihr Umfeld hat die Autorin genauso realistisch beschrieben.  

Wenn du regelmäßig meine Rezensionen liest, weißt du, dass ich es liebe, Charaktere eingehend kennenzulernen. Bei einem Buch mit ungefähr 220 Seiten ist das in der Art, wie ich es gerne mag, nicht wirklich machbar. Da ich mich trotz allem sehr gut in die Figuren hineinversetzen konnte, ist dies kein Kritikpunkt, sondern nur eine Anmerkung für Leser*innen, denen es genauso geht wie mir. 

Schade fand ich, dass das Buch mit einem fiesen Cliffhanger endet und dass der zweite Teil erst für Herbst 2023 von der Autorin angekündigt wird. Ich freue mich sehr, dass die Autorin weitere vier Bücher zu Themen, die vor allem Frauen bewegen, angekündigt hat. In meinem Podcast kannst du hören, welche Themen das sind.  

Wenn du Frauenromane magst, die nichts mit giggelnden, Männer verachtenden Frauen zu tun haben, sondern eine Entwicklung der Hauptfigur aufzeigen, solltest du auf jeden Fall mal einen Blick in das Buch riskieren.  

Das Buch wurde mir von Sandra Novak zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.



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Seiten: 220 

Herausgeber: Sandra Novak (Nova MD) 

Erscheinungstermin: 10. September 2022 

ISBN: 978-3985953547 



Über die Autorin (Quelle: Amazon): 

Sandra Novak ist das Pseudonym einer österreichischen Autorin. Sie lebt in Wien, wo auch ihre Geschichten spielen. Die Romane und Kurzgeschichten handeln über Frauen, die mitten im Leben stehen und sich einer Herausforderung oder Veränderung stellen müssen. Bei der Bewältigung ihrer Probleme erkennen sie auch neue Horizonte, die nicht immer die klassischen Wege gehen, die die Gesellschaft für uns vorsieht. 

Töchter der Speicherstadt – Das Versprechen von Glück von Anja Marschall

Das war er jetzt, der letzte Teil der Kaffee-Saga von Anja Marschall. Ich muss sagen, dass ich die Familie Behmer in diesen drei Teilen sehr liebgewonnen habe und jetzt wirklich traurig bin, dass es vorbei ist. Wenn du die Reihe noch nicht kennst, solltest du jetzt zuschlagen und alle drei Bücher nacheinander lesen.  

Anna, Cläres Tochter, hat so gar nichts mit der Firma Behmer & Ehmke am Hut. Sie möchte lieber ein Kunststudium machen. Als sie auch noch den Musiker Hans Kanther kennen lernt und mit ihm in die USA durchbrennen will, überredet Cläre sie, den Vorzeigschwiegersohn Joost van der Vehlen zu heiraten. Er ist nach Cläres Aussage nicht nur gut für Anna, sondern auch fürs Geschäft. Doch Anna fühlt sich zunehmend leer und einsam und die Firma der Familie ist erneut in Gefahr.  

Ach, es war so schön, Cläre und Kurt als Ehepaar zu treffen und ihre tiefe Verbundenheit zu erleben, gerade weil ich das nach dem zweiten Teil so gar nicht erwartete hatte. Anna kommt zunächst genau nach ihrer Mutter und Großmutter, man könnte auch fast sagen, dass sich die Geschichte wiederholt, aber am Ende unterscheidet sich das Leben der Behmer-Frauen dann doch.  

Jost van der Vehlen war mir durch und durch unsympathisch. Nicht nur, dass er ein notorischer Fremdgänger ist, er ist auch noch ein Lebemann, völlig engstirnig und spießig und interessiert sich kein bisschen für seine Frau und deren gemeinsamer Tochter Frieda. Eine bedeutende Rolle in diesem Teil spielt auch Cläres Ex-Verlobter Herbert Staller, den man bereits aus dem zweiten Teil kennt.  

Das Buch erzählt gut 30 Jahre aus der Geschichte der Behmers, die mit dem Berliner Mauerfall endet. Anja Marschall hat auch hier nicht an historischen Ereignissen gespart: Vom Mauerbau in Berlin, zur großen Sturmflut in Hamburg im Jahr 1962, zum erschossenen Hauptmann Rudi Arnstadt und der Jugend der 60er und der 80er ist hier alles perfekt in die Geschichte eingewoben.  

Ein paar Tränchen sind bei mir auch geflossen, teils vor Traurigkeit, teils vor Rührung, aber auch vor Freude. Am Ende hat die Zufriedenheit über diese wunderschön erzählte Reihe über die Frauen der Behmer Familie überwogen.  

In Teil eins waren Kaffee und Kaffeehandel eins der Herzstücke der Reihe, im zweiten Teil hat dies weiter abgenommen und im dritten Teil spielen die beiden Themen nur noch eine untergeordnete, aber trotz allem tragende Rolle. Durch die Lektüre der drei Bücher habe ich jedenfalls gelernt darauf zu achten, guten Kaffee zu trinken statt günstigen oder dem, der gerade da ist.  

Ich kann dir die Reihe mit gutem Gewissen empfehlen, wenn du fiktive Familiengeschichten magst, die insgesamt ein Jahrhundert umfassen und deren liebenswerte Charaktere dich zu einem Teil des Buches werden lassen.  

Das Buch wurde mir vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich.  


Folgende Teile beinhaltet die Reihe: 

Töchter der Speicherstadt – Der Duft von Kaffeeblüten 

Töchter der Speicherstadt – Der Geschmack von Freiheit 

Töchter der Speicherstadt – Das Versprechen von Glück 


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Seiten: 464 

Herausgeber: Piper Taschenbuch 

Erscheinungstermin: 28. Juli 2022 

ISBN: ‎ 978-3492317238 




Über die Autorin (Quelle: Piper Verlag): 

Die gebürtige Hamburgerin Anja Marschall lebt als Autorin und Journalistin mit ihrer Familie in Schleswig-Holstein. Vor ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete sie als Erzieherin, Pressereferentin, Lokaljournalistin, EU-Projektleitung in der Sozialforschung, war Apfelpflückerin in Israel, Zimmermädchen in einem Londoner Luxushotel und Kioskverkäuferin an den Hamburger Landungsbrücken. Sie ist Mitglied der „Mörderischen Schwestern eV“ und des „Syndikats“ sowie der Mary-E-Braddon-Gesellschaft. 

Töchter der Speicherstadt - Das Versprechen von Glück von Anja Marschall
© Frauke Ibs 

Morgen werden wir glücklich sein von Lea Korte

„Morgen werden wir glücklich sein“ war mein erstes Buch von Lea Korte. Bücher über die Résistance habe ich noch nicht so viele gelesen und konnte hier noch ein paar neue Erkenntnisse heraus ziehen.  

„Die drei Unbesiegbaren“ Marie, Geneviève und Amiel leben im Paris der 1940er Jahre. Während Frankreich von den Deutschen besetzt wird, fürchtet die Jüdin Amiel um ihr Leben, Geneviève um ihre Karriere und Marie schließt sich dem Widerstand an. Im zweiten Erzählstrang feinden sich die Enkelinnen von Marie und Geneviève an, weil Marie vor so vielen Jahren einen Fehler begangen hat, den Geneviève ihr nicht verzeihen kann.  

Vorab: Ich habe verstanden, dass die Autorin mit den Szenen in der aktuellen Zeit ausdrücken wollte, dass schlimme Ereignisse sich auch auf die nachfolgenden Generationen auswirken. Allerdings hätte ich trotz allem diesen Erzählstrang nicht gebraucht. Er hat mich sogar teilweise aus dem Lesefluss gebracht.  

Marie ist auf ihre Art extrem. Sie verachtet alles und jeden, der deutsch ist und will Geneviève mit allen Mitteln ihren deutschen Freund ausreden. Alles, was Geneviève will, ist irgendwie den Krieg überstehen und sich selbst ernähren können. Kein Wunder, dass sie ein Problem damit hat, dass Marie sich dem Widerstand anschließt. Schließlich ist es nicht ungefährlich Juden zu verstecken oder aus dem Land zu bringen. Amiel steckt in der Zwickmühle, sie ist Ärztin und will anderen Menschen helfen, muss aber gleichzeitig aufpassen, dass sie nicht in die Fänge der Nazis gerät. Du kannst dir also vorstellen, dass es ständig Reibereien zwischen den Dreien gibt. Ich fand bis auf Maries Hass auf alles Deutsche, der geprägt ist von schwarz-weiß-Denken, die Reaktionen der drei Freundinnen immer nachvollziehbar. Jede hat auf ihre Weise getan was sie konnte. Umso trauriger fand ich, dass sie sich am Ende im Streit getrennt haben.  

Malou und Josephine, die Enkelinnen von Marie und Geneviève, konnte ich hingegen gar nicht verstehen. Sie haben zwar aufgrund der Vergangenheit einige Schicksalsschläge erlitten, aber ich habe einfach nicht nachvollziehen können, warum zwei Menschen sich hassen, die sich nicht mal kennen. Da diese Szenen allerdings immer recht kurz waren, konnte ich gut darüber hinwegsehen.  

Das Buch wurde mir vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.  

Historischer Roman – Lea Korte „Morgen werden wir glücklich sein“

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Seiten: 432 

Herausgeber: Piper Schicksalsvoll 

Erscheinungstermin: 26. Mai 2022 

ISBN: 978-3492504553 


Frau Goethe liest hat das Buch ebenfalls gelesen. Vielleicht interessiert dich ja ihre Sicht auf das Buch.

Über die Autorin (Quelle: Piper Verlag): 

Schon mit 12 wusste Lea Korte, dass sie später Romane schreiben will und noch heute ist das Bücherschreiben ihre große Leidenschaft. Bisher hat sie neun Romane bei Heyne, Lübbe, Aufbau und Droemer Knaur veröffentlicht, drei weitere Romane sind in Arbeit. Außerdem bildet sie in ihrer Online-Akademie „Romanschmiede“ seit zehn Jahren sehr erfolgreich Autoren aus. Lea Kortes Liebe zu Frankreich und Spanien zeigt sich auch darin, dass sie dort immer wieder lange Monate mit Schreiben verbringt. Paris ist ihre große Liebe und die Heimatstadt ihres Mannes. Frankreich war schon immer ihre große Liebe – die sie dann auch vor einen französischen Traualtar geführt hat. 

"Morgen werden wir glücklich sein" von Lea Korte
Foto: © Nikita Alba / Piper Verlag 

Veränderungsgetümmel von Katharina Mosel

Bisher habe ich noch kein Buch der Autorin gelesen, aber ein Interview, das Frau Goethe liest mit ihr im Rahmen der OBM 2021 geführt hat, hat mich neugierig auf ihr neues Buch gemacht.  

Anne ist Anfang 50, Anwältin und lebt mit ihrem erwachsenen Sohn Noah in Köln.  Seit ihrer Scheidung lebt sie ein ziemlich unaufgeregtes Leben: Job, Haushalt, Treffen mit ihrer Freundin Linda und ab und an mal entspannte Freizeitaktivitäten bestimmen ihr Leben. Als sie Robert kennen lernt, der das absolute Gegenteil von ihr ist, gerät ihr mühsam aufgebautes Alltagsleben aus dem Gleichgewicht.  

Ich muss ja zugeben, dass ich eigentlich gar nicht die Zielgruppe für diese Art Roman bin – noch nicht, aber bereits nach ein paar Seiten konnte ich einfach nicht mehr aufhören zu lesen. Nicht nur, weil vom Ekelpaket bis zu zwei wundervollen alten Damen alles dabei war, sondern vor allem, weil ich mich des Öfteren in Anne wieder gefunden habe. Beim gemeinsamen Lesen mit befreundeten Bloggern haben wir alle völlig andere Themen im Buch entdeckt.  

Ich habe mich bei der Lektüre vor allem gefragt, was Zufriedenheit für mich bedeutet. Anne ist zwar zufrieden mit ihrem Leben, aber es fehlt ihr der letzte Kick um rundum zufrieden zu sein. Sie hat ihre Routinen und Dinge, die sie gern macht, aber genießen kann sie nicht, denn sie kann ihren Kopf nicht ausstellen. Neue Dinge auszuprobieren stellt sie vor ein Problem, weil sie nicht offen dafür ist. Je mehr Robert auf sie eingeht, desto mehr verzieht sie sich in ihr Schneckenhäuschen und sucht sogar Ausreden um ihn los zu werden, vor allem vor sich selbst. Von außen betrachtet habe ich mich gefragt, was mit ihr los ist, denn Robert ist ein großartiger, offener und lockerer Typ. Als ich ganz ehrlich mit mir selber war, wurde mir klar, dass ich mit Sicherheit ähnlich reagieren würde, denn Robert hat innerhalb kürzester Zeit alles, was Anne glaubte über Männer und Beziehungen zu wissen, über den Haufen geworfen.  

Verzaubert wurde ich von den beiden lebenslustigen älteren Damen Emilia und Dorothea, die auf Mallorca leben und die ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Sie sind beste Freundinnen, leben zusammen und feiern das Leben wie es kommt. Wenn ich um die achtzig bin, will ich auch eine Emilia oder eine Dorothea sein. Die anderen Figuren, zum Beispiel Annes Exmann Johannes oder ihr Sohn Noah tauchen immer mal wieder auf, aber sie haben bei mir nur einen minimalen Eindruck hinterlassen.  

Wahrscheinlich ist es unschwer zu erkennen, dass ich das Buch richtig, richtig gut fand. Du solltest auf jeden Fall die Leseprobe lesen, denn „Veränderungsgetümmel“ beinhaltet so viel mehr als der Klappentext und das Cover vermuten lassen. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung.  

Das Buch wurde mir von Katharina Mosel zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.


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Seiten: 308 

Herausgeber: Katharina Mosel (Nova MD) 

Erscheinungstermin: 15. Juli 2022 

ISBN: 978-3985953578 


Über die Autorin (Quelle: Amazon):

Katharina Mosel ist in Hamburg geboren und aufgewachsen in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein. Der Liebe wegen ist sie nach dem Studium ins Rheinland gezogen. Heute lebt sie mit ihrem Ehemann in Köln. Hauptberuflich arbeitet sie als Anwältin in den Bereichen Familienrecht und Erbrecht in einer eigenen Kanzlei. 2016 schrieb sie zusammen mit ihrer Cousine Janine Achilles das Buch „Paragrafen und Prosecco – Justitia und das wahre Leben“. Das Schreiben brachte viel Freude und die Erkenntnis, dass sie weiterschreiben wollte. 2017 erschien „Vier Mal Frau“, eine heitere Geschichte über Veränderung. Nach „Konfetti im Winter“, „Sommergolf“ und „Herbstwege“ ist „Veränderungsgetümmel“ ihr fünfter Frauenroman. Ein Ende der Schreiblust ist nicht abzusehen.

Veränderungsgetümmel von Katharina Mosel
© Katharina Mosel

Hier findest du weitere Meinungen zum Buch:

Instagram live vom 16.07.2022

Veränderungsgetümmel – Drei Fragen an…

Neuanfang auf dem Kreuzfahrtschiff & Interview mit der Autorin

Zwischen Meer und Sternen von Jennifer Summer

Zum ersten Mal habe ich von Jennifer Summer gehört, als ich als Bloggerin bei der OBM 2021 teilgenommen habe. Eigentlich sind Bücher, die unter 300 Seiten lang sind, gar nicht mein Ding und so richtige Mädchenromane lese ich nur ganz selten. Gereizt hat mich, dass „Zwischen Meer und Sternen“ als Reiseroman ausgewiesen wird und die Autorin Reisejournalistin ist.

Julie arbeitet nach der Trennung von ihrem Freund auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff als Reiseleiterin. Eigentlich ist sie Journalistin, aber das Schicksal meint es nicht gut mit ihr. Erst wird sie gekündigt und dann geht ihr Freund auch noch fremd, was zu besagter Trennung geführt hat. Ihr erster Impuls ist Flucht, denn in ihren Augen ist ihr Leben ein einziger Scherbenhaufen. Auf der Golden Crown lernt sie den Staff Chief Sergej kennen, der versucht sie zu verführen und der charmante Kunsthändler Jaques wirbt ebenfalls um sie.

Was laut Klappentext auf den ersten Blick wie ein kitschiger Liebesroman wirkt, kommt als Lebensfindungs- und Reiseroman daher. Natürlich ist die Sache mit der Liebe bzw. der Verliebtheit auch enthalten und auch ein wenig Klischee, aber nicht in dem Maße, dass ich das Buch abbrechen wollte. Ganz im Gegenteil, die Handlung beinhaltete sogar ein paar Krimielemente, die die ganze Geschichte spannend machen. Auf gut 200 Seiten kann man nicht erwarten, dass die Charaktere eingehend beleuchtet werden, aber die Autorin hat es geschafft, dass ich sowohl Julie als auch einige der Nebencharaktere lieb gewonnen habe. Ich hätte mir gewünscht, dass das ganze Buch noch mehr in die Tiefe gegangen wäre, was aber an meiner persönlichen Vorliebe liegt, Charaktere eingehend und in allen Facetten kennen und vor allem lieben zu lernen.

Die Stationen des Kreuzschiffes, die unter anderem in Gibraltar, La Gomera oder Lissabon angesiedelt waren, haben in mir Fernweh ausgelöst. Hier kannst du dir die Stationen der Golden Crown ansehen. Jennifer Summer hat es gut verstanden die Geschichte und auch die Umgebungsbeschreibungen der Orte in die Geschichte einzuweben, da Julie als Reiseleiterin interessante Eckdaten zu den Orten an ihre Passagiere weitergeben muss. Interessant war zudem, wie das Leben auf Deck hinter den Kulissen aussieht.

Wenn du Fernweh hast, was nach zwei Jahren Corona durchaus verständlich ist, kann ich dir guten Gewissens „Zwischen Meer und Sternen“ empfehlen. Am besten nimmst du dir ein Glas Rotwein dazu oder ein kühles Bier und genießt die Zeit mit diesem wunderbaren Buch. Ich habe es übrigens an einem Tag verschlungen.

Das Buch wurde mir von Jennifer Summer zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Um einen ersten Eindruck zu gewinnen, kannst du dir eine Lesung mit Musik zu „Zwischen Meer und Sternen“ ansehen. Ein Instagram-Live (Reisen bewegt) mit Charlotte Taylor findest du hier.

Wenn du mehr über die Autorin erfahren möchtest, kannst du mit ihr auf ihrer Homepage ihre Reiseziele erforschen.  Infos über ihre Bücher findest du dort natürlich ebenfalls.

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Seiten: 216

Erscheinungstermin: 31. März 2021

Herausgeber: Independently Published

ISBN: 979-8731364744

Preis: 9,95 € (Taschenbuch), 3,99 € (E-Book) oder kostenlos im Rahmen von Kindle unlimited

Über die Autorin (Quelle: Amazon):

Rio de Janeiro oder Tokio? Longyearbyen oder Auckland? Jennifer Summer folgt dem Fernweh in viele Ecken der Welt. In ihren Romanen kehrt die hauptberufliche Reisejournalistin (u. a. FAZ) in guter Begleitung an die faszinierendsten Orte zurück: Ihre Protagonistinnen sind starke Frauen mit Gefühl. Und natürlich treffen sie spannende Männer …

In Jennifer Summers Reiseromanen geht es aber nicht nur um eine spannende Liebesgeschichte mit Happy End: Da sie alle Schauplätze persönlich kennt, kann man sich mit ihren abwechslungsreichen Storys authentisch wegträumen und bekommt konkrete Tipps für den nächsten Urlaub. Alle Reiseromane können unabhängig voneinander gelesen werden. Liebgewonnene Figuren tauchen aber auch wieder auf.

Jennifer Summers Wahlheimat sind die Elbtalauen bei Hamburg. Doch spätestens alle paar Monate zieht es sie wieder hinaus, um mit Schiff oder Campervan die Welt zu entdecken. Das nächste Buch erscheint im Winter 2021/22 und spielt auf Sizilien sowie im afrikanischen Bijagos-Archipel. Aktuelles von Jennifers Reisen und unveröffentlichte Leseproben gibt es unter http://www.jennifersummer.de/newsletter.

Interview:

Liebe Jennifer,

ich danke Dir, dass Du Dich bereit erklärt hast, mir ein paar Fragen zu beantworten. 

Sehr gern, liebe Nadine! Danke, dass ich bei dir zu Gast sein darf!

Julie arbeitet in „Zwischen Meer und Sternen“ auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff. Wie sehen denn Deine Reisen aus? Erkundest Du alleine die bereisten Orte oder hast Du lieber jemanden dabei, der sich auskennt?

Als Reisejournalistin bin ich mal allein und mal in Gruppen unterwegs. Dann ist alles durchorganisiert, das ist natürlich sehr bequem. Aber lieber erschließe ich mir eine Destination auf eigene Faust. Wenn es eine Sprachbarriere gibt, buche mir auch mal einen Guide. So habe ich es zum Beispiel in Japan gemacht.

Ich gehöre zu den Menschen, die gerne Orte abseits des Tourismus sehen möchten. Wie ist das bei Dir? Ich könnte mir vorstellen, dass Du als Reisejournalistin gerade die nicht vom Tourismus geprägten Orte für deine Berichte aussuchst.

Orte, an die nicht jeder reist, reizen mich natürlich auch besonders. Aber sie stellen oft auch eine Herausforderung dar. Ich würde zum Beispiel unglaublich gern das Kulturerbe Saudi-Arabiens sehen. Seit Sommer 2019 darf man als Frau dort auch allein reisen, ich muss nur noch den Mut finden.

Wie bereitest Du Dich auf ein neues Ziel vor? Liest Du auch Reiseführer oder nutzt Du andere Quellen?

Gute Reiseführer liefern prima Basiswissen. Ich lese aber auch sehr gern Artikel von Kollegen oder Reiseblogs. Bei speziellen Fragen kann man auch gut in Foren recherchieren. Zur allgemeinen Einstimmung dürfen Youtube-Videos und Reiseromane nicht fehlen.

Welches war die Reise, die Dir bisher am meisten in Erinnerung geblieben ist? Sei es, weil etwas aufregendes vorgefallen ist oder weil es einfach nur total schön war oder oder oder…

Schwierige Frage, es gibt so viele großartige Erinnerungen. Indien werde ich nie vergessen – mit zwei Kolleginnen nachts in Mumbai verlaufen und von beeindruckenden indischen Ladies gerettet. Eine Eisbärenmama säugt zwei Babies in der Arktis. Das Geräusch der Brüllaffen im Dschungel von Costa Rica. Die Sanftmut der Menschen in Myanmar. Aber auch die unglaubliche Natur Norwegens, die ich letzten Herbst mit dem Camper erfahren durfte.

Welcher Ort fehlt Dir noch in Deiner Liste, den Du unbedingt noch sehen musst und bisher noch keine Gelegenheit dazu hattest?

Kaum zu glauben, aber ein ganz klassisches Ziel fehlt mir noch: Ich war noch nie in Südafrika! Die „Big Five“ stehen ganz oben auf meiner Liste. Außerdem möchte ich gerne mal nach Georgien, nach Jordanien, nach Israel … Es gibt noch so viel zu entdecken!

Hast Du je überlegt auch in anderen Genres zu schreiben? Mir würde zum Beispiel ein Reisebericht mit Anekdoten über Einheimische oder besondere Orte mit entsprechenden Fotos einfallen.

Reisereportagen mit Fotos erstelle ich gerne für Zeitungen und Magazine. Ich habe auch schon mal überlegt, ob ich meine interessantesten Reisetagebücher samt Fotos veröffentliche. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob so etwas wirklich viele Fans findet.

Fiktionale Geschichten mit real besuchten Orten zu verknüpfen, erschien mir als bessere Alternative. Mein Romandebüt im Bereich Cosy Crime war eine großartige neue Herausforderung. Doch spannende romantische Geschichten mag ich noch lieber.

Hast Du selber Erfahrungen als Reiseleiterin gemacht oder bist Du selber diejenige, die Orte bereist? Du beschreibst ja in „Zwischen Meer und Sternen“ einige Begebenheiten von hinter den Kulissen auf dem Kreuzfahrtschiff. Oder hast Du da Quellen? 😉

Ich war in den letzten Jahren viel mit Kreuzfahrtschiffen unterwegs und habe die Crewmitglieder ausgefragt, wie es hinter den Kulissen wirklich ist. Da tut sich eine spannende Parallelwelt auf, von der die Passagiere keine Ahnung haben. Wenn ich früher von der Möglichkeit gewusst hätte, als Reiseleiterin an Bord zu arbeiten, hätte ich sie mit Sicherheit genutzt.

Wie sind Deine Erfahrungen als Selfpublisher? Ich kann mir vorstellen, dass es nicht so ganz einfach ist, die Bücher an den Leser zu bringen, weil bei normalen Lesern (damit meine ich die, die keine Vielleser sind) oft nur Bücher gekauft werden, die in Buchläden ausliegen oder die auf Bestsellerlisten stehen.

Durch E-Reader wie Tolino oder den Kindle bekommen Selfpublisher mehr Sichtbarkeit. Immer mehr Lesende aller Altersklassen nutzen diesen bequemen Weg zur Lektüre. Gerade Fernwehherzen lesen gern digital, das hilft mir natürlich enorm. Zugegeben: Es ist nicht ganz einfach, den gesamten Produktionsprozess vom Lektorat über das Cover bis hin zum Marketing selbst zu managen. Aber es macht auch eine Menge Spaß!

Im März wird ein neues Buch von Dir erscheinen. Magst Du mir schon erzählen, worum es in dem Buch geht?

Natürlich, sehr gern! Reiseleiterin Katja brennt für ihren Job an Bord von Luxus-Kreuzfahrtschiffen, bis sie plötzlich durch eine Affäre mit dem sizilianischen Offizier Antonio schwanger wird. Die freiheitsliebende Wahlhamburgerin schnuppert in das süditalienische Familienleben, ist aber rasch überfordert und flieht auf die Bijagos vor der Küste Afrikas …

Die Inselwelt Guinea-Bissaus gehört zu den am wenigsten besuchten Regionen der Welt und hat mich auf meiner letzten Reise vor Corona sehr fasziniert. Die Menschen leben Matriarchat und Voodoo-Glauben, das ist der perfekte Stoff für eine spannende Geschichte über eine starke Frau.

Was wünschst Du Dir von den Lesern Deiner Bücher? Gerade im Hinblick auf deren Meinung zum Buch oder ähnlichem?

Ich möchte meinen Leserinnen und Lesern die Möglichkeit geben, vom heimischen Lesesessel aus die Welt mit allen Sinnen zu entdecken, getreu dem Motto #reisenbewegt. Jede Reise – egal ob auf den Seiten eines Buches oder im echten Leben – bringt uns näher zu uns selbst. Ich möchte unterhalten und Mut machen, das Leben und die Welt zu genießen, denn es gibt so viel Schönes da draußen!

Wenn ich Rückmeldungen von Lesern bekomme, ist das das Größte für mich. Ich bin dankbar für jedes Feedback und freue mich über jede Antwort auf meine Reisepost unter www.jennifersummer.de sowie jede positive Bewertung auf Amazon. Besonders wertvoll empfinde ich den direkten Austausch auf Instagram – mit Lesenden und Bloggenden! Das ist eine wundervolle Community. Vielen Dank für eure großartige Unterstützung!

Darf es eine Partie Schach sein?

Das Damengambit von Walter Tevis

„Das Damengambit“ ist mir seit Erscheinen der gleichnamigen Serie immer wieder über den Weg gelaufen. Da ich absolut keine Ahnung von Schach habe, habe ich mich lange dagegen gewehrt, es aber dann letztendlich als Hörbuch gehört. Das war eine gute Wahl, denn gelesen hätten mich wohl die vielen Schachpassagen gelangweilt.

Elisabeth Harmon wird mit sechs Jahren zur Vollwaise und kommt in ein Waisenhaus. Dort kommt sie zufällig im Keller des Gebäudes mit Mr. Scheibel und Schach in Berührung. Sie verliebt sich augenblicklich in das Spiel und kann von dem Moment an nicht mehr aufhören daran zu denken und vor allem es zu spielen.  Sie merkt, dass sie sich mit den Beruhigungspillen, die im Waisenhaus jedem Kind verabreicht werden, besser konzentrieren kann und zur Höchstform aufläuft. Ihr Konsum an den grünen Pillen gerät außer Kontrolle, so dass sie in einen Strudel von Sucht und Selbstzerstörung gerät.

Ich kann mir nicht helfen, aber ich habe die ganze Zeit Amy Whinehouse vor Augen gehabt. Woher das kommt, weiß ich nicht, aber so habe ich sie mir immer vorgestellt. Nicht äußerlich, sondern ihr Wesen. Obwohl mir nicht bekannt ist, dass Amy Whinehouse hochbegabt oder autistisch veranlagt war, sie war ja eher ein Musik-Ausnahmetalent. Genauso sieht es auch bei Beth aus. Vom ersten Moment an begreift sie Schach und vertieft sich so in die Fachbücher und in Partien, die berühmte Schachspieler gespielt haben, dass sie in kürzester Zeit den Fachjargon drauf hat und haushoch gegen alle gewinnt, die gegen sie antreten.

Gleichzeitig ist sie total einsam, denn auch ihre Adoptivmutter Mrs. Weedly hat es eigentlich nur auf das Geld abgesehen, das Beth ihr durch den Erfolg bei Schachturnieren einbringt. Beth weiß nicht, wie sie Beziehungen zu Menschen aufbauen soll, denn sie hat dies nie gelernt. Nicht nur ihr Elternhaus war recht lieblos, auch im Waisenhaus erfährt sie kaum Liebe. Sie ist also eigentlich die ganze Zeit auf sich allein gestellt und versucht mit allen Mitteln die beste im Schach zu werden.

Die zahlreichen Schachpartien, die im Buch vorkommen waren auf eine Art spannend, weil Luise Helm, die das Buch spricht, es perfekt verstanden hat, mich auf das Finale des jeweiligen Spiels hin fiebern zu lassen. Mir kam es fast vor als wenn ich am Ende des Buches genau so eine Obsession zu Schach entwickelt hätte wie es bei Beth der Fall ist.

Das Buch ist nicht nur für Schachspieler geeignet, sondern auch für alle, die sich für Menschen interessieren, die ein wenig anders sind. Beth ist das beste Beispiel fürs Anders sein und zwar das ganze Buch über. Ich würde dir empfehlen auf jeden Fall mal rein zu hören.

Wenn du mehr über das Hörbuch erfahren möchtest, kannst du dir die Seite des Diogenes Verlages ansehen oder die englischsprachige Seite über den Autor besuchen.

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Länge: 10 Stunden, 41 Minuten

Autor: Walter Tevis

Sprecherin: Luise Helm

Erscheinungsdatum: 8. Juni 2021

Herausgeber: Diogenes Verlag

ASIN: B096SWL28C

Preis: 13,92 €

Über den Autor (Quelle: Diogenes Verlag):

Walter Tevis (1928–1984) war ein amerikanischer Schriftsteller. Nachdem er als junger Mann im Zweiten Weltkrieg im Pazifik gedient hatte, studierte er Literatur an der University of Kentucky und arbeitete lange Jahre als Lehrer und Universitätsdozent, ehe er freier Schriftsteller wurde. Von seinen Romanen wurden mehrere hochkarätig verfilmt (›Die Haie der Großstadt‹ mit Paul Newman, ›Die Farbe des Geldes‹ mit Tom Cruise, ›Der Mann, der vom Himmel fiel‹ mit David Bowie). Nach dem weltweiten Erfolg der Netflix-Serie ›Das Damengambit‹ mit Anya Taylor-Joy wird sein Werk wiederentdeckt.

Foto: © Mark Marraccini
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