Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten

Morgen werden wir glücklich sein von Lea Korte

„Morgen werden wir glücklich sein“ war mein erstes Buch von Lea Korte. Bücher über die Résistance habe ich noch nicht so viele gelesen und konnte hier noch ein paar neue Erkenntnisse heraus ziehen.  

„Die drei Unbesiegbaren“ Marie, Geneviève und Amiel leben im Paris der 1940er Jahre. Während Frankreich von den Deutschen besetzt wird, fürchtet die Jüdin Amiel um ihr Leben, Geneviève um ihre Karriere und Marie schließt sich dem Widerstand an. Im zweiten Erzählstrang feinden sich die Enkelinnen von Marie und Geneviève an, weil Marie vor so vielen Jahren einen Fehler begangen hat, den Geneviève ihr nicht verzeihen kann.  

Vorab: Ich habe verstanden, dass die Autorin mit den Szenen in der aktuellen Zeit ausdrücken wollte, dass schlimme Ereignisse sich auch auf die nachfolgenden Generationen auswirken. Allerdings hätte ich trotz allem diesen Erzählstrang nicht gebraucht. Er hat mich sogar teilweise aus dem Lesefluss gebracht.  

Marie ist auf ihre Art extrem. Sie verachtet alles und jeden, der deutsch ist und will Geneviève mit allen Mitteln ihren deutschen Freund ausreden. Alles, was Geneviève will, ist irgendwie den Krieg überstehen und sich selbst ernähren können. Kein Wunder, dass sie ein Problem damit hat, dass Marie sich dem Widerstand anschließt. Schließlich ist es nicht ungefährlich Juden zu verstecken oder aus dem Land zu bringen. Amiel steckt in der Zwickmühle, sie ist Ärztin und will anderen Menschen helfen, muss aber gleichzeitig aufpassen, dass sie nicht in die Fänge der Nazis gerät. Du kannst dir also vorstellen, dass es ständig Reibereien zwischen den Dreien gibt. Ich fand bis auf Maries Hass auf alles Deutsche, der geprägt ist von schwarz-weiß-Denken, die Reaktionen der drei Freundinnen immer nachvollziehbar. Jede hat auf ihre Weise getan was sie konnte. Umso trauriger fand ich, dass sie sich am Ende im Streit getrennt haben.  

Malou und Josephine, die Enkelinnen von Marie und Geneviève, konnte ich hingegen gar nicht verstehen. Sie haben zwar aufgrund der Vergangenheit einige Schicksalsschläge erlitten, aber ich habe einfach nicht nachvollziehen können, warum zwei Menschen sich hassen, die sich nicht mal kennen. Da diese Szenen allerdings immer recht kurz waren, konnte ich gut darüber hinwegsehen.  

Das Buch wurde mir vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.  

Historischer Roman – Lea Korte „Morgen werden wir glücklich sein“

*Werbung* 

Seiten: 432 

Herausgeber: Piper Schicksalsvoll 

Erscheinungstermin: 26. Mai 2022 

ISBN: 978-3492504553 


Frau Goethe liest hat das Buch ebenfalls gelesen. Vielleicht interessiert dich ja ihre Sicht auf das Buch.

Über die Autorin (Quelle: Piper Verlag): 

Schon mit 12 wusste Lea Korte, dass sie später Romane schreiben will und noch heute ist das Bücherschreiben ihre große Leidenschaft. Bisher hat sie neun Romane bei Heyne, Lübbe, Aufbau und Droemer Knaur veröffentlicht, drei weitere Romane sind in Arbeit. Außerdem bildet sie in ihrer Online-Akademie „Romanschmiede“ seit zehn Jahren sehr erfolgreich Autoren aus. Lea Kortes Liebe zu Frankreich und Spanien zeigt sich auch darin, dass sie dort immer wieder lange Monate mit Schreiben verbringt. Paris ist ihre große Liebe und die Heimatstadt ihres Mannes. Frankreich war schon immer ihre große Liebe – die sie dann auch vor einen französischen Traualtar geführt hat. 

"Morgen werden wir glücklich sein" von Lea Korte
Foto: © Nikita Alba / Piper Verlag 

Werbung

Veränderungsgetümmel von Katharina Mosel

Bisher habe ich noch kein Buch der Autorin gelesen, aber ein Interview, das Frau Goethe liest mit ihr im Rahmen der OBM 2021 geführt hat, hat mich neugierig auf ihr neues Buch gemacht.  

Anne ist Anfang 50, Anwältin und lebt mit ihrem erwachsenen Sohn Noah in Köln.  Seit ihrer Scheidung lebt sie ein ziemlich unaufgeregtes Leben: Job, Haushalt, Treffen mit ihrer Freundin Linda und ab und an mal entspannte Freizeitaktivitäten bestimmen ihr Leben. Als sie Robert kennen lernt, der das absolute Gegenteil von ihr ist, gerät ihr mühsam aufgebautes Alltagsleben aus dem Gleichgewicht.  

Ich muss ja zugeben, dass ich eigentlich gar nicht die Zielgruppe für diese Art Roman bin – noch nicht, aber bereits nach ein paar Seiten konnte ich einfach nicht mehr aufhören zu lesen. Nicht nur, weil vom Ekelpaket bis zu zwei wundervollen alten Damen alles dabei war, sondern vor allem, weil ich mich des Öfteren in Anne wieder gefunden habe. Beim gemeinsamen Lesen mit befreundeten Bloggern haben wir alle völlig andere Themen im Buch entdeckt.  

Ich habe mich bei der Lektüre vor allem gefragt, was Zufriedenheit für mich bedeutet. Anne ist zwar zufrieden mit ihrem Leben, aber es fehlt ihr der letzte Kick um rundum zufrieden zu sein. Sie hat ihre Routinen und Dinge, die sie gern macht, aber genießen kann sie nicht, denn sie kann ihren Kopf nicht ausstellen. Neue Dinge auszuprobieren stellt sie vor ein Problem, weil sie nicht offen dafür ist. Je mehr Robert auf sie eingeht, desto mehr verzieht sie sich in ihr Schneckenhäuschen und sucht sogar Ausreden um ihn los zu werden, vor allem vor sich selbst. Von außen betrachtet habe ich mich gefragt, was mit ihr los ist, denn Robert ist ein großartiger, offener und lockerer Typ. Als ich ganz ehrlich mit mir selber war, wurde mir klar, dass ich mit Sicherheit ähnlich reagieren würde, denn Robert hat innerhalb kürzester Zeit alles, was Anne glaubte über Männer und Beziehungen zu wissen, über den Haufen geworfen.  

Verzaubert wurde ich von den beiden lebenslustigen älteren Damen Emilia und Dorothea, die auf Mallorca leben und die ich sofort in mein Herz geschlossen habe. Sie sind beste Freundinnen, leben zusammen und feiern das Leben wie es kommt. Wenn ich um die achtzig bin, will ich auch eine Emilia oder eine Dorothea sein. Die anderen Figuren, zum Beispiel Annes Exmann Johannes oder ihr Sohn Noah tauchen immer mal wieder auf, aber sie haben bei mir nur einen minimalen Eindruck hinterlassen.  

Wahrscheinlich ist es unschwer zu erkennen, dass ich das Buch richtig, richtig gut fand. Du solltest auf jeden Fall die Leseprobe lesen, denn „Veränderungsgetümmel“ beinhaltet so viel mehr als der Klappentext und das Cover vermuten lassen. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung.  

Das Buch wurde mir von Katharina Mosel zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.


*Werbung* 

Seiten: 308 

Herausgeber: Katharina Mosel (Nova MD) 

Erscheinungstermin: 15. Juli 2022 

ISBN: 978-3985953578 


Über die Autorin (Quelle: Amazon):

Katharina Mosel ist in Hamburg geboren und aufgewachsen in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein. Der Liebe wegen ist sie nach dem Studium ins Rheinland gezogen. Heute lebt sie mit ihrem Ehemann in Köln. Hauptberuflich arbeitet sie als Anwältin in den Bereichen Familienrecht und Erbrecht in einer eigenen Kanzlei. 2016 schrieb sie zusammen mit ihrer Cousine Janine Achilles das Buch „Paragrafen und Prosecco – Justitia und das wahre Leben“. Das Schreiben brachte viel Freude und die Erkenntnis, dass sie weiterschreiben wollte. 2017 erschien „Vier Mal Frau“, eine heitere Geschichte über Veränderung. Nach „Konfetti im Winter“, „Sommergolf“ und „Herbstwege“ ist „Veränderungsgetümmel“ ihr fünfter Frauenroman. Ein Ende der Schreiblust ist nicht abzusehen.

Veränderungsgetümmel von Katharina Mosel
© Katharina Mosel

Hier findest du weitere Meinungen zum Buch:

Instagram live vom 16.07.2022

Veränderungsgetümmel – Drei Fragen an…

Neuanfang auf dem Kreuzfahrtschiff & Interview mit der Autorin

Zwischen Meer und Sternen von Jennifer Summer

Zum ersten Mal habe ich von Jennifer Summer gehört, als ich als Bloggerin bei der OBM 2021 teilgenommen habe. Eigentlich sind Bücher, die unter 300 Seiten lang sind, gar nicht mein Ding und so richtige Mädchenromane lese ich nur ganz selten. Gereizt hat mich, dass „Zwischen Meer und Sternen“ als Reiseroman ausgewiesen wird und die Autorin Reisejournalistin ist.

Julie arbeitet nach der Trennung von ihrem Freund auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff als Reiseleiterin. Eigentlich ist sie Journalistin, aber das Schicksal meint es nicht gut mit ihr. Erst wird sie gekündigt und dann geht ihr Freund auch noch fremd, was zu besagter Trennung geführt hat. Ihr erster Impuls ist Flucht, denn in ihren Augen ist ihr Leben ein einziger Scherbenhaufen. Auf der Golden Crown lernt sie den Staff Chief Sergej kennen, der versucht sie zu verführen und der charmante Kunsthändler Jaques wirbt ebenfalls um sie.

Was laut Klappentext auf den ersten Blick wie ein kitschiger Liebesroman wirkt, kommt als Lebensfindungs- und Reiseroman daher. Natürlich ist die Sache mit der Liebe bzw. der Verliebtheit auch enthalten und auch ein wenig Klischee, aber nicht in dem Maße, dass ich das Buch abbrechen wollte. Ganz im Gegenteil, die Handlung beinhaltete sogar ein paar Krimielemente, die die ganze Geschichte spannend machen. Auf gut 200 Seiten kann man nicht erwarten, dass die Charaktere eingehend beleuchtet werden, aber die Autorin hat es geschafft, dass ich sowohl Julie als auch einige der Nebencharaktere lieb gewonnen habe. Ich hätte mir gewünscht, dass das ganze Buch noch mehr in die Tiefe gegangen wäre, was aber an meiner persönlichen Vorliebe liegt, Charaktere eingehend und in allen Facetten kennen und vor allem lieben zu lernen.

Die Stationen des Kreuzschiffes, die unter anderem in Gibraltar, La Gomera oder Lissabon angesiedelt waren, haben in mir Fernweh ausgelöst. Hier kannst du dir die Stationen der Golden Crown ansehen. Jennifer Summer hat es gut verstanden die Geschichte und auch die Umgebungsbeschreibungen der Orte in die Geschichte einzuweben, da Julie als Reiseleiterin interessante Eckdaten zu den Orten an ihre Passagiere weitergeben muss. Interessant war zudem, wie das Leben auf Deck hinter den Kulissen aussieht.

Wenn du Fernweh hast, was nach zwei Jahren Corona durchaus verständlich ist, kann ich dir guten Gewissens „Zwischen Meer und Sternen“ empfehlen. Am besten nimmst du dir ein Glas Rotwein dazu oder ein kühles Bier und genießt die Zeit mit diesem wunderbaren Buch. Ich habe es übrigens an einem Tag verschlungen.

Das Buch wurde mir von Jennifer Summer zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Um einen ersten Eindruck zu gewinnen, kannst du dir eine Lesung mit Musik zu „Zwischen Meer und Sternen“ ansehen. Ein Instagram-Live (Reisen bewegt) mit Charlotte Taylor findest du hier.

Wenn du mehr über die Autorin erfahren möchtest, kannst du mit ihr auf ihrer Homepage ihre Reiseziele erforschen.  Infos über ihre Bücher findest du dort natürlich ebenfalls.

*Werbung*

Seiten: 216

Erscheinungstermin: 31. März 2021

Herausgeber: Independently Published

ISBN: 979-8731364744

Preis: 9,95 € (Taschenbuch), 3,99 € (E-Book) oder kostenlos im Rahmen von Kindle unlimited

Über die Autorin (Quelle: Amazon):

Rio de Janeiro oder Tokio? Longyearbyen oder Auckland? Jennifer Summer folgt dem Fernweh in viele Ecken der Welt. In ihren Romanen kehrt die hauptberufliche Reisejournalistin (u. a. FAZ) in guter Begleitung an die faszinierendsten Orte zurück: Ihre Protagonistinnen sind starke Frauen mit Gefühl. Und natürlich treffen sie spannende Männer …

In Jennifer Summers Reiseromanen geht es aber nicht nur um eine spannende Liebesgeschichte mit Happy End: Da sie alle Schauplätze persönlich kennt, kann man sich mit ihren abwechslungsreichen Storys authentisch wegträumen und bekommt konkrete Tipps für den nächsten Urlaub. Alle Reiseromane können unabhängig voneinander gelesen werden. Liebgewonnene Figuren tauchen aber auch wieder auf.

Jennifer Summers Wahlheimat sind die Elbtalauen bei Hamburg. Doch spätestens alle paar Monate zieht es sie wieder hinaus, um mit Schiff oder Campervan die Welt zu entdecken. Das nächste Buch erscheint im Winter 2021/22 und spielt auf Sizilien sowie im afrikanischen Bijagos-Archipel. Aktuelles von Jennifers Reisen und unveröffentlichte Leseproben gibt es unter http://www.jennifersummer.de/newsletter.

Interview:

Liebe Jennifer,

ich danke Dir, dass Du Dich bereit erklärt hast, mir ein paar Fragen zu beantworten. 

Sehr gern, liebe Nadine! Danke, dass ich bei dir zu Gast sein darf!

Julie arbeitet in „Zwischen Meer und Sternen“ auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff. Wie sehen denn Deine Reisen aus? Erkundest Du alleine die bereisten Orte oder hast Du lieber jemanden dabei, der sich auskennt?

Als Reisejournalistin bin ich mal allein und mal in Gruppen unterwegs. Dann ist alles durchorganisiert, das ist natürlich sehr bequem. Aber lieber erschließe ich mir eine Destination auf eigene Faust. Wenn es eine Sprachbarriere gibt, buche mir auch mal einen Guide. So habe ich es zum Beispiel in Japan gemacht.

Ich gehöre zu den Menschen, die gerne Orte abseits des Tourismus sehen möchten. Wie ist das bei Dir? Ich könnte mir vorstellen, dass Du als Reisejournalistin gerade die nicht vom Tourismus geprägten Orte für deine Berichte aussuchst.

Orte, an die nicht jeder reist, reizen mich natürlich auch besonders. Aber sie stellen oft auch eine Herausforderung dar. Ich würde zum Beispiel unglaublich gern das Kulturerbe Saudi-Arabiens sehen. Seit Sommer 2019 darf man als Frau dort auch allein reisen, ich muss nur noch den Mut finden.

Wie bereitest Du Dich auf ein neues Ziel vor? Liest Du auch Reiseführer oder nutzt Du andere Quellen?

Gute Reiseführer liefern prima Basiswissen. Ich lese aber auch sehr gern Artikel von Kollegen oder Reiseblogs. Bei speziellen Fragen kann man auch gut in Foren recherchieren. Zur allgemeinen Einstimmung dürfen Youtube-Videos und Reiseromane nicht fehlen.

Welches war die Reise, die Dir bisher am meisten in Erinnerung geblieben ist? Sei es, weil etwas aufregendes vorgefallen ist oder weil es einfach nur total schön war oder oder oder…

Schwierige Frage, es gibt so viele großartige Erinnerungen. Indien werde ich nie vergessen – mit zwei Kolleginnen nachts in Mumbai verlaufen und von beeindruckenden indischen Ladies gerettet. Eine Eisbärenmama säugt zwei Babies in der Arktis. Das Geräusch der Brüllaffen im Dschungel von Costa Rica. Die Sanftmut der Menschen in Myanmar. Aber auch die unglaubliche Natur Norwegens, die ich letzten Herbst mit dem Camper erfahren durfte.

Welcher Ort fehlt Dir noch in Deiner Liste, den Du unbedingt noch sehen musst und bisher noch keine Gelegenheit dazu hattest?

Kaum zu glauben, aber ein ganz klassisches Ziel fehlt mir noch: Ich war noch nie in Südafrika! Die „Big Five“ stehen ganz oben auf meiner Liste. Außerdem möchte ich gerne mal nach Georgien, nach Jordanien, nach Israel … Es gibt noch so viel zu entdecken!

Hast Du je überlegt auch in anderen Genres zu schreiben? Mir würde zum Beispiel ein Reisebericht mit Anekdoten über Einheimische oder besondere Orte mit entsprechenden Fotos einfallen.

Reisereportagen mit Fotos erstelle ich gerne für Zeitungen und Magazine. Ich habe auch schon mal überlegt, ob ich meine interessantesten Reisetagebücher samt Fotos veröffentliche. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob so etwas wirklich viele Fans findet.

Fiktionale Geschichten mit real besuchten Orten zu verknüpfen, erschien mir als bessere Alternative. Mein Romandebüt im Bereich Cosy Crime war eine großartige neue Herausforderung. Doch spannende romantische Geschichten mag ich noch lieber.

Hast Du selber Erfahrungen als Reiseleiterin gemacht oder bist Du selber diejenige, die Orte bereist? Du beschreibst ja in „Zwischen Meer und Sternen“ einige Begebenheiten von hinter den Kulissen auf dem Kreuzfahrtschiff. Oder hast Du da Quellen? 😉

Ich war in den letzten Jahren viel mit Kreuzfahrtschiffen unterwegs und habe die Crewmitglieder ausgefragt, wie es hinter den Kulissen wirklich ist. Da tut sich eine spannende Parallelwelt auf, von der die Passagiere keine Ahnung haben. Wenn ich früher von der Möglichkeit gewusst hätte, als Reiseleiterin an Bord zu arbeiten, hätte ich sie mit Sicherheit genutzt.

Wie sind Deine Erfahrungen als Selfpublisher? Ich kann mir vorstellen, dass es nicht so ganz einfach ist, die Bücher an den Leser zu bringen, weil bei normalen Lesern (damit meine ich die, die keine Vielleser sind) oft nur Bücher gekauft werden, die in Buchläden ausliegen oder die auf Bestsellerlisten stehen.

Durch E-Reader wie Tolino oder den Kindle bekommen Selfpublisher mehr Sichtbarkeit. Immer mehr Lesende aller Altersklassen nutzen diesen bequemen Weg zur Lektüre. Gerade Fernwehherzen lesen gern digital, das hilft mir natürlich enorm. Zugegeben: Es ist nicht ganz einfach, den gesamten Produktionsprozess vom Lektorat über das Cover bis hin zum Marketing selbst zu managen. Aber es macht auch eine Menge Spaß!

Im März wird ein neues Buch von Dir erscheinen. Magst Du mir schon erzählen, worum es in dem Buch geht?

Natürlich, sehr gern! Reiseleiterin Katja brennt für ihren Job an Bord von Luxus-Kreuzfahrtschiffen, bis sie plötzlich durch eine Affäre mit dem sizilianischen Offizier Antonio schwanger wird. Die freiheitsliebende Wahlhamburgerin schnuppert in das süditalienische Familienleben, ist aber rasch überfordert und flieht auf die Bijagos vor der Küste Afrikas …

Die Inselwelt Guinea-Bissaus gehört zu den am wenigsten besuchten Regionen der Welt und hat mich auf meiner letzten Reise vor Corona sehr fasziniert. Die Menschen leben Matriarchat und Voodoo-Glauben, das ist der perfekte Stoff für eine spannende Geschichte über eine starke Frau.

Was wünschst Du Dir von den Lesern Deiner Bücher? Gerade im Hinblick auf deren Meinung zum Buch oder ähnlichem?

Ich möchte meinen Leserinnen und Lesern die Möglichkeit geben, vom heimischen Lesesessel aus die Welt mit allen Sinnen zu entdecken, getreu dem Motto #reisenbewegt. Jede Reise – egal ob auf den Seiten eines Buches oder im echten Leben – bringt uns näher zu uns selbst. Ich möchte unterhalten und Mut machen, das Leben und die Welt zu genießen, denn es gibt so viel Schönes da draußen!

Wenn ich Rückmeldungen von Lesern bekomme, ist das das Größte für mich. Ich bin dankbar für jedes Feedback und freue mich über jede Antwort auf meine Reisepost unter www.jennifersummer.de sowie jede positive Bewertung auf Amazon. Besonders wertvoll empfinde ich den direkten Austausch auf Instagram – mit Lesenden und Bloggenden! Das ist eine wundervolle Community. Vielen Dank für eure großartige Unterstützung!

Darf es eine Partie Schach sein?

Das Damengambit von Walter Tevis

„Das Damengambit“ ist mir seit Erscheinen der gleichnamigen Serie immer wieder über den Weg gelaufen. Da ich absolut keine Ahnung von Schach habe, habe ich mich lange dagegen gewehrt, es aber dann letztendlich als Hörbuch gehört. Das war eine gute Wahl, denn gelesen hätten mich wohl die vielen Schachpassagen gelangweilt.

Elisabeth Harmon wird mit sechs Jahren zur Vollwaise und kommt in ein Waisenhaus. Dort kommt sie zufällig im Keller des Gebäudes mit Mr. Scheibel und Schach in Berührung. Sie verliebt sich augenblicklich in das Spiel und kann von dem Moment an nicht mehr aufhören daran zu denken und vor allem es zu spielen.  Sie merkt, dass sie sich mit den Beruhigungspillen, die im Waisenhaus jedem Kind verabreicht werden, besser konzentrieren kann und zur Höchstform aufläuft. Ihr Konsum an den grünen Pillen gerät außer Kontrolle, so dass sie in einen Strudel von Sucht und Selbstzerstörung gerät.

Ich kann mir nicht helfen, aber ich habe die ganze Zeit Amy Whinehouse vor Augen gehabt. Woher das kommt, weiß ich nicht, aber so habe ich sie mir immer vorgestellt. Nicht äußerlich, sondern ihr Wesen. Obwohl mir nicht bekannt ist, dass Amy Whinehouse hochbegabt oder autistisch veranlagt war, sie war ja eher ein Musik-Ausnahmetalent. Genauso sieht es auch bei Beth aus. Vom ersten Moment an begreift sie Schach und vertieft sich so in die Fachbücher und in Partien, die berühmte Schachspieler gespielt haben, dass sie in kürzester Zeit den Fachjargon drauf hat und haushoch gegen alle gewinnt, die gegen sie antreten.

Gleichzeitig ist sie total einsam, denn auch ihre Adoptivmutter Mrs. Weedly hat es eigentlich nur auf das Geld abgesehen, das Beth ihr durch den Erfolg bei Schachturnieren einbringt. Beth weiß nicht, wie sie Beziehungen zu Menschen aufbauen soll, denn sie hat dies nie gelernt. Nicht nur ihr Elternhaus war recht lieblos, auch im Waisenhaus erfährt sie kaum Liebe. Sie ist also eigentlich die ganze Zeit auf sich allein gestellt und versucht mit allen Mitteln die beste im Schach zu werden.

Die zahlreichen Schachpartien, die im Buch vorkommen waren auf eine Art spannend, weil Luise Helm, die das Buch spricht, es perfekt verstanden hat, mich auf das Finale des jeweiligen Spiels hin fiebern zu lassen. Mir kam es fast vor als wenn ich am Ende des Buches genau so eine Obsession zu Schach entwickelt hätte wie es bei Beth der Fall ist.

Das Buch ist nicht nur für Schachspieler geeignet, sondern auch für alle, die sich für Menschen interessieren, die ein wenig anders sind. Beth ist das beste Beispiel fürs Anders sein und zwar das ganze Buch über. Ich würde dir empfehlen auf jeden Fall mal rein zu hören.

Wenn du mehr über das Hörbuch erfahren möchtest, kannst du dir die Seite des Diogenes Verlages ansehen oder die englischsprachige Seite über den Autor besuchen.

*Werbung*

Länge: 10 Stunden, 41 Minuten

Autor: Walter Tevis

Sprecherin: Luise Helm

Erscheinungsdatum: 8. Juni 2021

Herausgeber: Diogenes Verlag

ASIN: B096SWL28C

Preis: 13,92 €

Über den Autor (Quelle: Diogenes Verlag):

Walter Tevis (1928–1984) war ein amerikanischer Schriftsteller. Nachdem er als junger Mann im Zweiten Weltkrieg im Pazifik gedient hatte, studierte er Literatur an der University of Kentucky und arbeitete lange Jahre als Lehrer und Universitätsdozent, ehe er freier Schriftsteller wurde. Von seinen Romanen wurden mehrere hochkarätig verfilmt (›Die Haie der Großstadt‹ mit Paul Newman, ›Die Farbe des Geldes‹ mit Tom Cruise, ›Der Mann, der vom Himmel fiel‹ mit David Bowie). Nach dem weltweiten Erfolg der Netflix-Serie ›Das Damengambit‹ mit Anya Taylor-Joy wird sein Werk wiederentdeckt.

Foto: © Mark Marraccini

Lebenstraum Buchhandlung

Ich habe „Die Buchhändlerin“ von Ines Thorn im Rahmen einer Leserunde bei der Büchereule gelesen. Es war mein erstes Buch von Ines Thorn und ich kann es euch guten Gewissens weiter empfehlen. Ich gehe sowieso davon aus, dass die meisten bereits Bücher von ihr kennen.

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg möchte Christa nichts anderes als Germanistik zu studieren. Leider ist es aber so, dass Frauen an der Uni nicht anerkannt werden und außerdem ihr Vater aufgrund des Krieges verschwunden ist und ihr Onkel Martin im Gefängnis sitzt, weil er von der Nachbarin denunziert wurde. Ihr Onkel hat lange Zeit eine Buchhandlung geführt, die im Krieg enteignet wurde. Christa baut diese wieder auf und erschafft einen Wohlfühlort für bibliophile Menschen wie mich.

Die Leserin/der Leser wird zu Beginn direkt in die Handlung geworfen und bis zum Ende nicht mehr los gelassen. Ich habe jede einzelne Seite genossen und mit Christa und ihrer Familie mitgelitten und mich mit gefreut. Die Zustände im Krieg und auch in der Nachkriegszeit erschüttern mich immer wieder aufs Neue. Vor allem, dass es einfach so möglich war, dass Waisenkinder einfach so auf der Straße leben, so wie es bei Heinzchen der Fall war. Nicht nur das, auch die Entbehrungen, die die Menschen erleiden mussten und die Ängste, die sie auch nach Kriegsende noch durchleben mussten. Ines Thorn hat all das so lebendig rüber gebracht, dass ich das ein oder andere Tränchen vergossen habe.  

Den Aufbau des Bücherladens und die Ideen, die Christa dort hinein gesteckt hat, haben mir die ganze Zeit Gänsehaut geschaffen.  Nicht nur, dass es ein Wohlfühlort für Buchliebhaber ist, man trifft hier auch noch regelmäßig Gleichgesinnte. Büchereule im Real Life sozusagen. Ein kleines Extra waren hier für mich einige kleine Details über Verlage, die ich bisher noch nicht wusste.

Wenn ihr ein Buch lesen möchtet, das von Anfang bis Ende total realistisch erzählt ist und den Sog entwickelt nicht mehr aufhören zu können, seid ihr mit „ Die Buchhändlerin“ sehr gut beraten. Ihr solltet auch die Nachkriegszeit als Schauplatz mögen. Der zweite Teil „Die Buchhändlerin: Die Macht der Worte“ erscheint am 15. Februar 2022.

Eine Leseprobe findet ihr auf der Seite Rowohlt Verlages.

*Werbung*

Seiten: 336

Herausgeber: Rowohlt Taschenbuch

Erscheinungsdatum: 23. März 2021

ISBN: 978-3499005152

Kosten: 9,99 Euro (E-Book), 16,00 Euro (Taschenbuch)

Briefe an Kafka

Als ich 2010 das erste Mal in Prag und damit auch im Kafka-Museum war, hat mich die gesamte Ausstellung total fasziniert. Aus diesem Grund musste ich unbedingt „Milena und die Briefe der Liebe“ von Stephanie Schuster lesen. Nun bin ich nicht nur fasziniert von Franz Kafka, sondern auch noch von Milena Jesenská.

Das Buch beginnt im Jahr 1916 als Milena ihren zukünftigen Ehemann Ernst Pollak, einen österreichischen Literaturkritiker und -agent im Staatstheater kennen lernt. Sie verlieben sich ineinander, dürfen aber nicht zusammen sein. Gleichzeitig lernt Milena Schriftsteller wie Max Brod oder eben jenen Franz Kafka kennen, als sie zusammen mit Ernst im Café Arco über Literatur sinniert. Nachdem Ernst sie, eher aus Vernuftsgründen als aus Liebe, heiratet, ziehen sie zusammen nach Wien. Dort beginnt auch die Brieffreundschaft zwischen Milena und Franz,  die sich später zu einer seltsamen Art Liebe entwickelt.

Ich hatte keine Sekunde das Gefühl mit den Personen oder mit dem Buch zu fremdeln. Obwohl ich mich nicht wirklich mit Kafka oder den Leuten um ihn herum beschäftigt habe, fühlte ich mich direkt mitten drin und als würde ich sie alle beschriebenen Personen persönlich kennen. Kafkas Lebensgeschichte kennen die meisten Menschen zumindest ansatzweise, daher finde ich es umso besser, dass nun ein Buch als leicht zugängliche Geschichte geschrieben wurde, das Milena gerecht wird. Ich hätte sehr gerne ein ausführlicheres Buch über sie gelesen. Obwohl aus den Briefen von Kafka an Milena nur Bruchstücke im Buch enthalten sind, hat die Autorin es ausgezeichnet verstanden, Milenas Gefühle für Franz darzustellen. Nicht nur die schönen Gefühle, wie man meinen sollte, wenn man den Klappentext liest, auch das genervt sein, weil er mal wieder etwas verkomplizierte oder wenn er wegen etwas unentschlossen war.

Milena Jesenská war nicht nur Journalistin, sondern auch eine Kämpferin für Demokratie und für Menschenrechte. Sie starb im Jahr 1944 im KZ Ravensbrück. Nach ihrem Tod wurde ihr der Tomás-Garrigue-Masaryk-Orden verliehen. Sie ist außerdem diejenige, die es ermöglichte, dass Kafkas unveröffentlichte Geschichten und seine Tagebücher heute noch öffentlich bekannt sind, denn entgegen seinem letzten Willen unveröffentlichte Dinge zu vernichten, übergab sie alles Max Brod, der diese dann veröffentlichte.  

Bild von Denis Poltoradnev auf Pixabay

„Milena und die Briefe der Liebe“ ist Teil 3 der Reihe „Außergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe“ vom Aufbau Verlag. Dies sind die Teile in der richtigen Reihenfolge:

1. George Sand und die Sprache der Liebe – Beate Rygiert (Frédéric Chopin)

2. Die Pianistin: Clara Schumann und die Musik der Liebe – Beate Rygiert (Robert Schumann)

3. Milena und die Briefe der Liebe – Stephanie Schuster (Franz Kafka)

4. Die Rebellin – Thérèse Lambert (Rainer Maria Rilke)

5. Die Bildhauerin – Pia Rosenberger (Auguste Rodin) – erscheint am 12. April 2021

6. Frau von Goethe – Beate Rygiert (Johann Wolfgang von Goethe) – erscheint am 16. August 2021

Über das Buch *Werbung*

Seiten: 368

Verlag: Aufbau Taschenbuch Verlag

Erscheinungsdatum: 10. November 2020

ISBN: 978-3746635934

Preis: 12,99 € (E-Book: 9,99 €)

Der Moment zwischen den Zeiten – Marta Oriols

„Der Moment zwischen den Zeiten“ war für mich ein ganz besonderes Buch. Ich wollte eigentlich nichts lesen, was mich traurig macht zwischen den Feiertagen, aber dann hat es mich doch irgendwie angezogen. Ich habe es nicht bereut. Es gehört auf den letzten Drücker noch zu den Jahreshighlights in 2020.

In Paulas und Mauros Beziehung läuft es schon länger nicht mehr so richtig rund. Dann beichtet er ihr, dass er sie für eine Jüngere verlässt, doch am gleichen Tag stirbt er bei einem Verkehrsunfall. Paula muss nun ihr Leben mit dem Wissen, dass sie wohl doch nicht die richtige Frau für ihn war und dem Wissen, dass sie sich nicht liebevoll nach ihrem letzten Treffen verabschiedet haben, weiterleben. Dies wirft natürlich nicht nur Schuldgefühle auf, sondern auch Wut und Verzweiflung.

„Der Moment zwischen den Zeiten“ passt meiner Meinung nach perfekt zum Buch, denn Mauro befand sich zum Zeitpunkt seines Todes zwischen der Beendigung seiner alten Beziehung und dem offiziellen Beginn seiner neuen Beziehung. Für Paula ist es die Zeit zwischen der langjährigen Lebensgefährtin und der verlassenen Frau. Alles in dem Buch dreht sich um „vorher“ und „danach“, was meiner Meinung nach total gelungen umgesetzt wurde, denn Paula erzählt immer von der Gegenwart um dann in die Vergangenheit abzudriften und dem Leser bzw. der Leserin von ihrem Leben zu erzählen. Dadurch kam bei mir total Verständnis dafür auf, dass Paula handelt wie sie handelt, obwohl ich ihr manchmal sehr gerne ins Gewissen geredet hätte.  In manchen Kapiteln redet sie direkt mit Mauro und man spürt, dass sie hin und her gerissen ist zwischen Schuldgefühlen, Verzweiflung, Wut und Trauer. Dabei ist das Buch niemals kitschig, denn die Gedanken Paulas sind nie oberflächlich. Die Autorin wirft den Leser/die Leserin einfach so in das Gefühlschaos, in dem Paula sich befindet und das ist auch genau richtig, denn es macht das Buch sehr authentisch. Das Ende hat mir besonders gut gefallen, weil es Hoffnung gibt.

Ich würde mir sehr wünschen mehr von Marta Orriols zu lesen. „Der Moment zwischen den Zeiten“ ist ihr erster Roman. Wenn dem noch mehr solcher gefühlvollen Bücher folgen, werde ich mit Sicherheit ein sehr großer Fan von ihr werden.

*Werbung*

Lest unbeding mal in die Leseprobe, die ihr auf der Homepage des dtv Verlages finden könnt.

Ich danke Netgalley und dem Verlag für die zur Verfügungstellung des Leseexemplars. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Fräulein Gold. Schatten und Licht – Anne Stern (Hörbuch)

Kaum hatte ich das Buch auf meinem SuB, hatte ich gar keine Lust mehr es zu lesen. Also habe ich eine Weile gewartet und es dann als Hörbuch gehört. Das war eine weise Entscheidung.

Es ist das Jahr 1922, wir befinden uns in Berlin und erleben Hulda Gold in voller Pracht. Sie ist Hebamme und Single, allerdings ist sie unglücklich verliebt in ihren Freund aus Kindertagen. Als die Nachbarin einer ihrer Kundinnen unter seltsamen Umständen stirbt, schaltet sich Huldas kriminalistischer Verstand ein, so dass sie nicht anders kann als bei den Ermittlungen mitzumischen.

Anfangs war ich hin und her gerissen, weil ich Hulda für zu frech und unverschämt empfand und es kam mir auch ein wenig zu bemüht vor. Vielleicht lag das an der Stimme von Anna Thalbach, die sehr enthusiastisch Hildas Launen folgt. Nachdem ich mich eingehört hatte und die Charaktere kennen gelernt habe, fand ich sowohl die Stimme der Sprecherin als auch Huldas Art sehr passend. Eigentlich ist „Schatten und Licht“ eine Geschichte um Hulda Gold mit ein wenig Krimi, also genau das richtige für eine entspannte Lektüre bzw. Hörgenuss.

Bisher kannte ich noch keine Bücher von Anne Stern, aber ich werde ganz bestimmt sowohl den zweiten Teil der Reihe („Scheunenkinder“) als auch weitere Bücher von ihr lesen.

Auf der Seite des Argon Verlages könnt ihr mehr über das Hörbuch erfahren.

Wintermeer und Dünenzauber – Tanja Janz

Ich hatte mir dieses Jahr fest vorgenommen früh mit der Einstimmung auf Weihnachten anzufangen. Als ich das Cover von „Wintermeer und Dünenzauber“ sah, wusste ich, dass es mir damit auf jeden Fall gelingen wird.

Jana hat mehrere Jahre auf Gran Canaria gelebt und war dort eigentlich auch gar nicht unglücklich. Nachdem ihre Beziehung zu Bruch gegangen ist, kehrt sie nach St. Peter Ording zurück und eröffnet mit ihrer Freundin Pütti einen eigenes Geschäft „für schöne Dinge“. Plötzlich tritt ihre ehemals große Liebe Ayk Truels wieder in ihr Leben. Alles andere könnt ihr euch sicher denken.  

Das Buch hat genau das erfüllt, was ich erwartet habe. Eine locker leichte Liebesgeschichte, die mit ein paar leicht zu handhabenden Problemen gespickt ist. Also genau das Richtige für einen entspannten Sonntag auf der Couch mit Tee und Lebkuchen. Was mich allerdings mit Wehmut erfüllt hat: Ich wollte mich auf der Stelle dick einpacken, ans Meer gehen, den Wind in den Haaren spüren und das „MeerGlück“, also den Laden von Jana und Pütti, besuchen. Die Autorin scheint da bei mir einen Nerv getroffen zu haben.

„Wintermeer und Dünenzauber“ ist ein absolutes Wohlfühlbuch, das Lust auf Schnee, Weihnachtsbeleuchtung und kitschigen Weihnachtsschmuck macht.

Heike von Frau Goehte liest hat das Buch ebenfalls gelesen und fand ebenfalls, dass es ein Buch ist, das dem Leser/der Leserin eine behagliche Weihnachtsstimmung bereitet.

Die Leseprobe findet ihr auf der Seite des Verlages.

Verlag: Harper Collins

Erscheinungsdatum: 22. September 2020

Seiten: 320

Sterben im Sommer – Zsuzsa Bánk

Verlag: S. Fischer Verlag

Erscheinungsdatum: 26. August 2020

Seiten: 320

ISBN: 978-3103970395

Die Autorin (Verlag):

Zsuzsa Bánk, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin und studierte anschließend in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie als Autorin mit ihrem Mann und zwei Kindern in Frankfurt am Main. Für ihren ersten Roman »Der Schwimmer« wurde sie mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Deutschen Bücherpreis, dem Jürgen-Ponto-Preis, dem Mara-Cassens-Preis sowie dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet. Für »Unter Hunden« aus ihrem Erzählungsband »Heißester Sommer« erhielt sie den Bettina-von-Arnim-Preis. Auch ihre Romane »Die hellen Tage« und »Schlafen werden wir später« wurden große Erfolge. Zuletzt erschien »Sterben im Sommer«.

Klappentext (Verlag):

Seinen letzten Sommer verbringt der Vater am Balaton, in Ungarn, der alten Heimat. Noch einmal sitzt er in seinem Paradiesgarten unter der Akazie, noch einmal steigt er zum Schwimmen in den See. Aber die Rückreise erfolgt im Rettungshubschrauber und Krankenwagen, das Ziel eine Klinik in Frankfurt am Main, wo nichts mehr gegen den Krebs unternommen werden kann. Es sind die heißesten Tage des Sommers, und die Tochter setzt sich ans Krankenbett. Mit Dankbarkeit erinnert sie sich an die gemeinsamen Jahre, mit Verzweiflung denkt sie an das Kommende. Sie registriert, was verloren geht und was gerettet werden kann, was zu tun und was zu schaffen ist. Wie verändert sich jetzt das Gefüge der Familie, und wie verändert sie sich selbst? Was geschieht mit uns im Jahr des Abschieds und was im Jahr danach? In »Sterben im Sommer« erzählt Zsuzsa Bánk davon.

Meine Meinung:

Ich war mir nach den ersten Seiten gar nicht sicher, ob ich das Buch überhaupt weiter lesen möchte, weil es einfach so traurig und vor allem so persönlich ist. Ich habe mich dann dafür entschieden und bin froh darum.

Zsuzsa Bánks erzählt in „Sterben im Sommer“ nicht nur die Geschichte des Todes ihres Vaters, sondern auch ganz viel Familiengeschichte. Von der Flucht der Eltern 1956, von der dementen Tante, von Familienorten und –stücken in Ungarn, die nach dem Tod des Vaters noch wichtiger geworden sind. Viele Erinnerungen an ihren Vater und an verschiedene Situationen gehören ebenso dazu wie all die schrecklichen Momente, in denen sie und ihre Familie Hoffnung hatten, Angst oder Sorgen. Der Leser bzw. die Leserin begleitet die Autorin bis zum ersten Jahr nach dem Tod des Vaters und erlebt auch die große Trauer und Fassungslosigkeit mit.

Das Buch liest sich fast wie ein Tagebuch, allerdings in ausformulierter und romantauglicher Form. Ihre Gedanken springen immer mal wieder zurück in die Vergangenheit und auch dahin, was in der Zukunft sein könnte, wenn der Vater nicht mehr da ist.

Mich hat beim Lesen etwas verwirrt, dass es keine Kapitel in dem Sinne gab, die man sich so vorstellt. Allerdings kann es auch an der E-Book-Version liegen. Dies hat mir noch mehr das Gefühl gegeben, dass ich das Buch in einem weg lesen muss und nicht mittendrin stoppen darf.

Alles in allem ist das Buch unglaublich traurig, aber durch die schönen Sätze, die Zsuzsa Bánks verwendet hat, etwas ganz besonderes. Zitat: „Mein Vater war ein Bahnhofskind gewesen, ein Kind der Abfahrten und Ankünfte, der Signale und Trillerpfeifen, die Züge und Waggons waren seine Spielgefährten, sein Kumpane und Wegbegleiter. Seine frühen Jahre rankten sich über Bahnhöfe, waren um Schienen gebaut, um sie herum geflochten, ohne sie undenkbar.“ Die große Liebe zu ihrer Familie, zu Ungarn und auch zu ihren Freunden kann man aus jeder Zeile herauslesen. Trotz des so schrecklichen Themas empfand ich das Buch als wunderschön, aber es macht einem auch bewusst, dass man selber und seine Lieben nicht ewig leben werden.  

Wenn ihr mit dem Thema Tod nicht umgehen könnt, würde ich von dem Buch abraten. Ansonsten bekommt es von mir eine klare Leseempfehlung.

Wenn ihr mehr über das Buch erfahren möchtet, guckt mal auf der Seite des  Verlages vorbei.

Das Buch wurde mir von Netgalley und den S. Fischer Verlagen zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.