Die Sehnsucht unserer Herzen von Romy Terrell

Ich scheine aktuell ein Faible für traurige Bücher zu haben. Da es in Schottland spielt, konnte ich trotz des Themas nicht widerstehen. Ich wurde nicht enttäuscht, denn es gibt auch ein Happy End.  

Amelia, ihr Bruder Rory, seine Verlobte Caitlin und sein bester Freund Liam erfüllen einen Punkt von Rorys Bucket List: Er möchte einen Roadtrip durch Schottland machen. Der Anlass ist alles andere als schön: Rory hat einen Hirntumor und hat nicht mehr lange zu leben. Eine seiner Bedingungen ist, dass niemand traurig sein soll und leben soll als würde das Unheil nicht über ihnen schweben. Und dann überschattet noch etwas den Road Trip: Amelia leidet seit Jahren an Liebeskummer, weil Liam ihr das Herz gebrochen hat, doch es scheint sich trotz allem etwas anzubahnen, denn auch Liam ist nicht ganz uninteressiert.  

Ich kann nicht mal genau sagen, ob das Buch eine Lovestory oder ein Entwicklungsroman ist. Natürlich spielt die Beziehung zwischen Amelia und Liam eine große Rolle, aber auch die Entwicklungen, die aufgrund von Rorys Erkrankung entstehen, haben ebenfalls einen großen Anteil am Buch.  

Es wird aus zwei Perspektiven erzählt, die ebenfalls beide Aspekte aufnehmen: Amelia erzählt als Schwester von Rory, wie sie mit seinem Schicksal umgeht und Liam erzählt das Gleiche aus Sicht des besten Freundes. Und beide erzählen ihre Liebesgeschichte aus ihrer eigenen Perspektive. Dabei greifen beide öfter die gleichen Situationen auf, was für mich total gelungen war, da ich beide Seiten der Situation erleben konnte. Gut gefallen hat mir, dass Amelia keine dieser Zicken war, die Liam ständig mit ihrem Verhalten bestrafen wollte, sondern dass sie einfach aus Angst vor Zurückweisung oder einer weiteren Verletzung manchmal aus Liams seltsam reagiert hat.   

Den Gegensatz des drohenden Todes und der Liebe, die Amelia und Rory füreinander empfinden, hat mir in der Umsetzung sehr gut gefallen. Ich habe mich aber die ganze Zeit gefragt, wie man sich auf den Tod eines Menschen vorbereitet, den man liebt. Vor allem, wenn er, wie Rory auf alle weiteren Maßnahmen verzichtet. Mir wäre es wohl schwergefallen, diese Entscheidung einfach so hinzunehmen. Auf die Frage, ob diese Entscheidung von Rory egoistisch ist oder ob es eher egoistisch ist, dass seine Familie und Freunde wollen, dass er sich behandeln lässt, habe ich immer noch keine Antwort gefunden.  

Die Rundreise durch Schottland wurde eher nebenbei erzählt. Die Autorin hat immer mal bekannte und nicht so bekannte Orte ins Geschehen eingewoben, so dass ich direkt Lust bekommen habe, auch dorthin zu fahren. Mir gefielen die skurrilen Fakten über Schottland, die Rory und Liam in ihrer Schulzeit für ein Referat zusammengesucht haben und auf diesem Roadtrip zum Besten gegeben haben.  

Für mich war “ Die Sehnsucht unserer Herzen” vorwiegend ein Roman über die Angst, etwas Geliebtes verlieren zu müssen, über Neuanfänge aller Art und über gegenseitiges Vertrauen, das man durchaus zu jedem Zeitpunkt aufbauen kann. Es war schön zu lesen, wie sich die vier weiterentwickelt haben und mit dem, was ist, gelernt haben umzugehen.  

Das Buch wurde mir von der Autorin zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.  


Die Autorin hat einen Buch Snack für dich eingelesen:



Drei Fragen an Romy Terrell:  

Warum hast du das Thema Tod als zentrales Thema gewählt? 

Mir ging es nicht nur um den Tod selbst, sondern auch um das davor und das danach sowie das ganze Drumherum. Das es meist schreckliche Geschehnisse sind, die uns über das eigene Leben nachdenken lassen. Darüber, was wir wollen und was nicht. Was für einen selbst wirklich wichtig ist oder was man ständig vor sich herschiebt, weil man den Mut nicht hat, um es durchzuziehen. Denn das verliert man leider viel zu oft aus den Augen. Meist ist das auch der Zeitpunkt, um neue Wege zu gehen und sich von belastenden Dingen zu trennen und in manchen Fällen auch ein Neubeginn, um endlich das Leben zu leben oder etwas zu tun, was man sich eigentlich wünscht. 

 Hast du eine besondere Beziehung zu Schottland? 
 
Mit meinem Mann habe ich 2015 einen Roadtrip gemacht und mich sofort in Land und Leute verliebt. Wir haben den Westen, Norden und Osten erkundet, allerdings war es eine andere Route als in “Die Sehnsucht unserer Herzen“.  

 Wer von den Vieren ist dein Lieblingscharakter und warum? 

Bei den Vieren kann ich mich unmöglich festlegen. Jeder hat seine eigenen Macken, Stärken und Herausforderungen, mit denen er zu kämpfen hat und die ihn einzigartig machen. 


Romy Terrell – Remember:Nichts bleibt vergessen

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Seiten: 312 

Erscheinungstermin: 29.09.2022 

ASIN: ‎B0B787FWZN 



Über die Autorin (Quelle: Amazon): 

Ich lebe mit meinem Mann und meiner Tochter mitten im malerischen Baden-Württemberg. Ganz nach dem Motto: »Schreibe das, was du selbst gerne liest«, veröffentliche ich seit 2021 meine Bücher unter dem Pseudonym Romy Terrell. Schon seit frühester Kindheit bin ich begeistert von spannenden, dramatischen und romantischen Liebesgeschichten, die Tiefgang beweisen. Heute genieße ich es, meine endlosen Ideen auf Papier zu bringen und meinen Figuren mit unterschiedlichsten Lebensumständen Stimmen zu verleihen. 

Das Wunder von Bahnsteig 5 – Clare Pooley

Gewöhnlich kaufe ich auf dem Weg in den Urlaub am Flughafen immer ein Buch. Seit ich den Blog habe, ist die Auswahl der Bücher, die ich spontan kaufe, sehr beschränkt. Trotz allem habe ich dieses wundervolle Buch gefunden und innerhalb kürzester Zeit verschlungen.  

Der Inhalt

Jeden Morgen fahren die Pendler mit dem gleichen Zug zwischen Hampton Court und London Waterloo, sie fahren sogar im gleichen Waggon. Das ungeschriebene Gesetz der Pendler besagt, dass man nicht miteinander redet und jeder sich nur um sich selber kümmert. Als Iona eines Tages Piers vor dem Erstickungstod rettet, ändert sich für sechs der Pendler aus Waggon 3 alles.   

Wenn ich groß bin, möchte ich auch eine Iona sein.

Was für eine wundervolle Figur! Iona ist eine schillernde Persönlichkeit und ein ehemaliges It-Girl, die sich meist ungefragt in die Dinge anderer einmischt, denn ihr Lebenssinn ist es, anderen zu helfen. Dafür gibt sie Tipps, macht anderen Mut und hört ihnen zu.  Sie ist das Bindeglied zwischen Piers, David, Sanjay, Martha und Emmie bis sie eines Tages nicht mehr im Zug sitzt und jeder der fünf sich Sorgen macht. Sie schmieden also einen Plan und versuchen Iona zu finden.  

Die sechs werden im Laufe des Buches zu ungleichen Freunden, jeder hat andere Qualitäten. Was mir besonders gut gefallen hat: Obwohl manch einer augenscheinlich ein schlechter Mensch ist, hat die Autorin immer das Gute aus der Figur herausgeholt. Jede Figur, so erfolgreich oder beliebt sie auch scheint, hat außerdem ihr eigenes Schicksal, das sich den anderen der Gruppe erst nach und nach zeigt.  

Die Stimmung im Buch war entspannt, selbst wenn die Situation etwas anderes verlangt hätte. Die Autorin hat es außerdem verstanden liebevoll über ihre Figuren zu schreiben. Der Wortwitz hat alle Situationen, egal wie gut oder schlecht sie waren, aufgelockert.  

Fazit

Ein Buch, mit dem man sich rundum wohl fühlen kann, wobei das Highlight die Hauptfigur Iona war. Nach dieser wundervollen Lektüre werde ich den Vorgänger “Montags bei Monica” auf jeden Fall auch lesen.  


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Seiten: 400 

Herausgeber: Goldmann Verlag 

Erscheinungstermin: 17. August 2022 

ISBN: ‎ 3442206375 




Author Interview with Clare Pooley (Addison Public Library)

Über die Autorin (Quelle: Goldmann Verlag): 

Clare Pooley hat in Cambridge studiert und anschließend zwanzig Jahre lang in der Werbeindustrie gearbeitet. Später widmete sie sich dem Familienleben und wurde in Großbritannien mit ihrem Mama-Blog bekannt. Clare Pooleys Debütroman »Montags bei Monica« ist inspiriert von der Grundidee dieses Blogs, seine Schwächen und Probleme mit anderen zu teilen, statt sie hinter einer perfekten Kulisse zu verbergen. Denn nur so können wir Hilfe finden und uns in einer Gemeinschaft gegenseitig Trost und Halt geben. An ihren Büchern arbeitet Clare Pooley am heimischen Küchentisch. Sie lebt mit ihrem Mann, ihren drei Kindern, einem Hund und einem Afrikanischen Zwergigel in London. 

Das Wunder von Bahnsteig 5 von Clare Pooley
© Caroline Firth 

Interview mit Sandra Novak & Rezension

Wie du vielleicht schon mitbekommen hast, liebe ich Debüts. Daher habe ich mich sehr gefreut, als Sandra Novak mich anschrieb und fragte, ob ich ihr Buch “Die Partnerschaft: Neue Horizonte” lesen möchte.  

Die Rechtsanwältin Martina Bäumer lebt ein Leben als Karrierefrau. Sie hat viele Aufgaben und Termine und macht sich sehr von der Meinung ihres Umfeldes abhängig, dazu kommt noch, dass sie darauf hinarbeitet eine Partnerschaft an der Kanzlei zu bekommen. Dann verliert sie einen wichtigen Fall und ihr Chef ändert sein Verhalten ihr gegenüber. Sie bekommt keine Fälle mehr übertragen und er ist ihr gegenüber nicht mehr so wohlwollend, wie es einmal der Fall war. Sie muss sich also überlegen, ob das Leben, das sie sich aufgebaut hat, ist auch das ist, was sie wirklich möchte. 

Normalerweise lese ich diese typischen “Frauenromane” nicht gerne, die vor Klischees strotzen, aber “Die Partnerschaft” ist ein Frauenroman, der anders ist. Hier geht es zwar um eine Frau und auch auf eine Art um Klischees, aber ich kann an mir beobachten, dass sie wirklich stimmen. Zum Beispiel mutet sich Martina immer zu viel zu. Um ihren zweifelsfrei harten Job zu erfüllen, schläft sie wenig, hat mittlerweile schon körperliche Probleme und merkt es selber gar nicht so richtig. Besonders aufgefallen ist mir, dass sie immer versucht den Spagat hinzubekommen, die Erwartungen aller Menschen um sie herum zu erfüllen: Die Mutter, die eine erfolgreiche Staranwältin aus ihr machen möchte; der Freund, der eine Familie mit ihr gründen möchte und der Chef, der einfach nur möchte, dass die Arbeit erledigt – um nur ein paar Punkte zu nennen. Ich glaube, dass es den meisten Frauen so geht und dass das Buch als Augenöffner fungieren kann.  

Noch eine Sache, die sich total mit einer Lebenseinstellung deckt: Alles passiert aus einem bestimmten Grund. Auch bei Martina ist das so: Alles wird immer schlimmer, nicht nur auf der Arbeit, sondern auch im Privatleben, bis es zum großen Knall kommt. Was das ist, musst du aber selber lesen und auch, was und ob da Gutes draus erwächst.  

Martinas Verhalten war das ganze Buch über total nachvollziehbar und realistisch. Wie die meisten Menschen hat sie erst mal eine Weile gebraucht um herauszufinden, dass etwas mit ihr nicht stimmt, dann was das ist und am Ende wie sie handeln muss um die Situation zu beenden. Und am Ende bemerkt sie erst, wie schlecht es ihr die ganze Zeit über ging. Ihr Umfeld hat die Autorin genauso realistisch beschrieben.  

Wenn du regelmäßig meine Rezensionen liest, weißt du, dass ich es liebe, Charaktere eingehend kennenzulernen. Bei einem Buch mit ungefähr 220 Seiten ist das in der Art, wie ich es gerne mag, nicht wirklich machbar. Da ich mich trotz allem sehr gut in die Figuren hineinversetzen konnte, ist dies kein Kritikpunkt, sondern nur eine Anmerkung für Leser*innen, denen es genauso geht wie mir. 

Schade fand ich, dass das Buch mit einem fiesen Cliffhanger endet und dass der zweite Teil erst für Herbst 2023 von der Autorin angekündigt wird. Ich freue mich sehr, dass die Autorin weitere vier Bücher zu Themen, die vor allem Frauen bewegen, angekündigt hat. In meinem Podcast kannst du hören, welche Themen das sind.  

Wenn du Frauenromane magst, die nichts mit giggelnden, Männer verachtenden Frauen zu tun haben, sondern eine Entwicklung der Hauptfigur aufzeigen, solltest du auf jeden Fall mal einen Blick in das Buch riskieren.  

Das Buch wurde mir von Sandra Novak zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.



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Seiten: 220 

Herausgeber: Sandra Novak (Nova MD) 

Erscheinungstermin: 10. September 2022 

ISBN: 978-3985953547 



Über die Autorin (Quelle: Amazon): 

Sandra Novak ist das Pseudonym einer österreichischen Autorin. Sie lebt in Wien, wo auch ihre Geschichten spielen. Die Romane und Kurzgeschichten handeln über Frauen, die mitten im Leben stehen und sich einer Herausforderung oder Veränderung stellen müssen. Bei der Bewältigung ihrer Probleme erkennen sie auch neue Horizonte, die nicht immer die klassischen Wege gehen, die die Gesellschaft für uns vorsieht. 

Die Aufrechte von Claudius Crönert

“Die Aufrechte” ist mein erstes Buch von Claudius Crönert und hat mich vor allem aufgrund des Themas interessiert. Die historischen Hauptfiguren waren mir alle nicht bekannt, was aber bekanntlich kein Hindernisgrund dafür ist ein Buch zu lesen.  

Felicitas von Reznicek, die als Tochter von Emil Nikolaus von Reznicek (kurz: EN) und seiner Frau Berta geboren wurde, schloss sich im Jahr 1933 dem beginnenden Widerstand um Rudolf Pechel an. Als sie Fritz Wiedemann, einen Adjutanten Hitlers kennen lernt, verliebt sie sich in ihn und lebt von da an ein Leben voller Lügen.  

“Die Aufrechte” umfasst etwas mehr als 10 Jahre aus Felicitas von Rezniceks Leben. Nicht nur der Widerstand, sondern auch Ihre Liebe zu Fritz Wiedemann sowie ihre schriftstellerische Tätigkeit werden hier umfassend beleuchtet. Als Leser:in bekommt man einen Einblick in das Leben in Deutschland in den Jahren ab 1933 aus Sicht der Hauptprotagonistin. Anders als in den Romanen, die ich sonst so aus dieser Zeit kenne, wird das Thema Krieg eher beiläufig erwähnt, was wohl daran liegt, dass Felicitas von Reznicek ein besonderes Geschick dafür hatte Dinge hin zu nehmen und entsprechend zu reagieren. Zudem war sie sehr gut darin nicht nur ihr Leben, sondern auch das ihrer Familie zu organisieren.  

Schon während der Lektüre habe ich festgestellt, dass Fee, wie Claudius Crönert sie das Buch über nennt, ein sehr faszinierender Charakter war. Sie stand nicht nur zu ihren Überzeugungen, sie setzte sich auch für Leute ein, die nicht von sich aus handeln konnten. Und dies alles mit einer Selbstverständlichkeit, die vielen Menschen heute schon längst abhandengekommen ist. Sie konnte sich meistens durchsetzen und hat ihre Zukunft selber in die Hand genommen. Auf der anderen Seite hat sie ihren Geliebten, Fritz Wiedemann, während der gesamten Zeit ihrer Affäre belogen und ausgehorcht und das alles für “die gute Sache”. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob ich eine solche Beziehung hätte führen können.  

Das Buch ist sachlich geschrieben, allerdings nicht emotionslos, so dass ich mich zwar in die Figuren hineinversetzen konnte, aber nicht ihren Gefühlen bedingungslos ausgeliefert war. Die Kriegsstimmung war ebenfalls sachlich dargestellt, so dass der Schrecken, der zu dieser Zeit herrschte, fast gar nicht an mich herangekommen ist.  

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.  

Das Buch wurde mir vom Gmeiner Verlag zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.  


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Seiten: 512 

Herausgeber: Gmeiner Verlag 

Erscheinungstermin: 13. Juli 2022 

ISBN: 978-3839202470 



Über den Autor (Quelle: Gmeiner Verlag): 

Claudius Crönert, geboren 1961, in Hamburg aufgewachsen, lebt als Autor in Berlin. Er schreibt Krimis und historische Romane. Informationen über sein Werk finden Sie im Internet unter http://www.claudius-croenert.de 

Die Aufrechte von Claudius Crönert
Bildrechte: Martin Kunze 

Weitere Rezensionen zu dem Buch findest du bei:


Morgen werden wir glücklich sein von Lea Korte

„Morgen werden wir glücklich sein“ war mein erstes Buch von Lea Korte. Bücher über die Résistance habe ich noch nicht so viele gelesen und konnte hier noch ein paar neue Erkenntnisse heraus ziehen.  

„Die drei Unbesiegbaren“ Marie, Geneviève und Amiel leben im Paris der 1940er Jahre. Während Frankreich von den Deutschen besetzt wird, fürchtet die Jüdin Amiel um ihr Leben, Geneviève um ihre Karriere und Marie schließt sich dem Widerstand an. Im zweiten Erzählstrang feinden sich die Enkelinnen von Marie und Geneviève an, weil Marie vor so vielen Jahren einen Fehler begangen hat, den Geneviève ihr nicht verzeihen kann.  

Vorab: Ich habe verstanden, dass die Autorin mit den Szenen in der aktuellen Zeit ausdrücken wollte, dass schlimme Ereignisse sich auch auf die nachfolgenden Generationen auswirken. Allerdings hätte ich trotz allem diesen Erzählstrang nicht gebraucht. Er hat mich sogar teilweise aus dem Lesefluss gebracht.  

Marie ist auf ihre Art extrem. Sie verachtet alles und jeden, der deutsch ist und will Geneviève mit allen Mitteln ihren deutschen Freund ausreden. Alles, was Geneviève will, ist irgendwie den Krieg überstehen und sich selbst ernähren können. Kein Wunder, dass sie ein Problem damit hat, dass Marie sich dem Widerstand anschließt. Schließlich ist es nicht ungefährlich Juden zu verstecken oder aus dem Land zu bringen. Amiel steckt in der Zwickmühle, sie ist Ärztin und will anderen Menschen helfen, muss aber gleichzeitig aufpassen, dass sie nicht in die Fänge der Nazis gerät. Du kannst dir also vorstellen, dass es ständig Reibereien zwischen den Dreien gibt. Ich fand bis auf Maries Hass auf alles Deutsche, der geprägt ist von schwarz-weiß-Denken, die Reaktionen der drei Freundinnen immer nachvollziehbar. Jede hat auf ihre Weise getan was sie konnte. Umso trauriger fand ich, dass sie sich am Ende im Streit getrennt haben.  

Malou und Josephine, die Enkelinnen von Marie und Geneviève, konnte ich hingegen gar nicht verstehen. Sie haben zwar aufgrund der Vergangenheit einige Schicksalsschläge erlitten, aber ich habe einfach nicht nachvollziehen können, warum zwei Menschen sich hassen, die sich nicht mal kennen. Da diese Szenen allerdings immer recht kurz waren, konnte ich gut darüber hinwegsehen.  

Das Buch wurde mir vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.  

Historischer Roman – Lea Korte „Morgen werden wir glücklich sein“

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Seiten: 432 

Herausgeber: Piper Schicksalsvoll 

Erscheinungstermin: 26. Mai 2022 

ISBN: 978-3492504553 


Frau Goethe liest hat das Buch ebenfalls gelesen. Vielleicht interessiert dich ja ihre Sicht auf das Buch.

Über die Autorin (Quelle: Piper Verlag): 

Schon mit 12 wusste Lea Korte, dass sie später Romane schreiben will und noch heute ist das Bücherschreiben ihre große Leidenschaft. Bisher hat sie neun Romane bei Heyne, Lübbe, Aufbau und Droemer Knaur veröffentlicht, drei weitere Romane sind in Arbeit. Außerdem bildet sie in ihrer Online-Akademie „Romanschmiede“ seit zehn Jahren sehr erfolgreich Autoren aus. Lea Kortes Liebe zu Frankreich und Spanien zeigt sich auch darin, dass sie dort immer wieder lange Monate mit Schreiben verbringt. Paris ist ihre große Liebe und die Heimatstadt ihres Mannes. Frankreich war schon immer ihre große Liebe – die sie dann auch vor einen französischen Traualtar geführt hat. 

"Morgen werden wir glücklich sein" von Lea Korte
Foto: © Nikita Alba / Piper Verlag 

Solange gehört das Leben noch uns von Josefine Weiß

„Solange gehört das Leben noch uns“ von Josefine Weiß ist Liebesroman, der mich auf eine ganz besondere Art berührt hat. Trotz des sehr traurigen Themas fand ich den Umgang mit dem Tod sehr beruhigend erzählt.

Als Inas Opa, bei dem sie aufgewachsen ist, in ein Hospiz einziehen muss, fühlt Ina sich verloren. Ihr Opa war ihre Familie, da ihre Eltern starben, als sie acht Jahre alt war. Doch dann lernt sie Richard kennen, den sie zunächst als Besucher einordnet. Ziemlich schnell kommt raus, dass er ebenfalls im Hospiz wohnt und nicht mehr allzu lange zu leben hat. Ina und er verlieben sich ineinander und verbringen seine letzten Tage zusammen.

Die meisten Menschen haben Angst vor dem Tod, weil sie Angst vor Verlust haben. Ina muss das direkt zwei Mal innerhalb weniger Wochen durchleben. Die Autorin hat es sehr gut verstanden, Inas Ängste und Sorgen so zu transportieren, dass ich mitgelitten habe und mir gleichzeitig sicher war, dass ich mir genau die gleichen Gedanken ebenfalls machen würde. Trotz allem hat sie sie als eine starke Frau beschrieben, die sich auf diese aussichtslose Liebe eingelassen hat und versucht Richards letzte Wochen für beide unvergesslich zu machen.

Das Hospiz hat die Autorin als einen Ort der Ruhe dargestellt, in dem jeder der Gäste das bekommt, was sein Körper und seine Seele benötigen. Ich hoffe sehr, dass es in den meisten Hospizen so zugeht wie in diesem Buch. Ina wurde auch direkt beim ersten Betreten die Angst vor diesem Ort genommen, indem die Mitarbeiter auf ihre Ängste eingegangen sind. Die Autorin hat es meiner Meinung nach geschafft,  zu transportieren, was in Menschen vorgeht, die ihre letzten Tage an diesem Ort verbringen oder ihre Liebsten dort besuchen kommen.

Die Liebe zwischen Ina und Richard hat Josefine Weiß zu keiner Zeit kitschig beschrieben, sondern in dem Tempo und in der Intensität, die aufgrund der wenigen Zeit, die den Beiden bleibt, realistisch ist. Eigentlich lese ich sehr selten Liebesromane, aber mich hat das Thema so sehr angesprochen, dass ich es einfach versuchen musste. Ich wurde nicht enttäuscht und kann das Buch mit gutem Gewissen weiter empfehlen.

Das Buch wurde mir vom FeuerWerke Verlag zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich.

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Seiten: 395

Herausgeber: FeuerWerke Verlag

Erscheinungstermin: 5. Juli 2022

ISBN: 978-3949221347

Homepage Verlag

Homepage Autorin

Über die Autorin (Quelle: FeuerWerke Verlag):

Um nach einem abgebrochenen Studium herauszufinden, was sie vom Leben will, geht die junge Josefine auf Weltreise. Sie erlebt Höhen und Tiefen des menschlichen Daseins: Große Liebe, herbe Enttäuschung, unverhoffte Glücksfälle und unvermiittelte Schicksalsschläge. Und sie lernt unzählige Menschen mit all ihren persönlichen Geschichten kennen, die allesamt Eindruck hinterlassen. Inspiriert von all den Bekanntschaften und Erlebnissen beginnt die literaturbegeisterte Josefine, erste eigene Romane zu schreiben. Ihr Debüt erscheint im April 2021 im FeuerWerke Verlag. Zeigen möchte Josefine sich nicht – nicht zuletzt, um ihre Geschichten für sich sprechen zu lassen. Denn das Leben ist viel zu facettenreich, um der Welt nur ein Gesicht zu zeigen.

Klara und die Sonne von Kazuo Ishiguro

Ich habe bisher nur einen Roman von Kazuo Ishiguro gelesen und der gefiel mir richtig gut. Der Klappentext von „Klara und die Sonne“ klang nach einem besonderen Buch und genau das war es auch.

Klara, ein KF – Künstlicher Freund – ist eine KI, die zu Beginn des Buches in einem Kaufhaus darauf wartet, dass ein Kind sie mitnimmt und als Freund ansieht. Irgendwann ist es soweit, Josie sieht Klara und es ist um sie geschehen. Nach einigem hin und her darf sie mitkommen. Erst ist Klara tatsächlich eine Freundin, aber dann wendet sich das Blatt.

Was für eine komische Welt in der Klara und Josie leben. Ich habe nicht herausgefunden, wo das Buch genau spielt und auch nicht wann. Aber dass es in der Zukunft spielt, dazu in einer Zukunft, die wir nicht so wirklich erleben wollen, steht fest. Kinder sind in dieser Welt völlig auf sich allein gestellt, sie kennen kaum andere Kinder und wenn, nur aus dem Onlineunterricht. Die KFs übernehmen die vollständige Funktion eines Freundes, wobei sie natürlich weisungsgebunden sind und ihren Menschen niemals wiedersprechen.

Klara allerdings ist ein wenig anders. Schon zu Beginn des Buches wird klar, dass sie mehr und etwas anders denkt als ihre künstlichen Gefährten. Sie scheint sogar auf eine Art empathisch zu sein. Ob das ein Fehler in der Produktion oder ob es gewollt ist, kommt ebenfalls nicht heraus. Klara ist ziemlich wissbegierig und das hat sie sehr menschlich gemacht. Da das Buch aus Klaras Sicht geschrieben ist, hatte ich als Leserin immer vollen Einblick in ihre Gedankenwelt, die ziemlich skurril, aber durchaus nachvollziehbar war.

Ich hoffe, dass es niemals dazu kommt, dass Maschinen Menschen ersetzen werden, obwohl ich selber ein Faible für alles Fortschrittliche habe und gespannt bin, wie die Zukunft sich noch entwickelt. Denn eins steht fest, jede noch so empathisch daher kommende KI kann einfach nicht mit einem Menschen mithalten. Das hat mir dieses Buch klar gemacht.

Ich würde das Buch nicht nur dem Sience Fiction zuordnen, sondern auch ein wenig in Dystopie gehen, denn die von Ishiguro gemalte Welt ist ziemlich trostlos und beherbergt eine Menge einsame Menschen.

Da das Buch mich sehr gut unterhalten hat und ich jederzeit wissen wollte, wie es weiter geht, kann ich es dir uneingeschränkt empfehlen.

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Seiten: 352

Herausgeber: Karl Blessing Verlag

Erscheinungstermin: 15. März 2021

ISBN: 978-3896676931

Leseprobe

Nobelpreisträger Kazuo Ishiguro im SPIEGEL-Spitzentitel | DER SPIEGEL

Über den Autor (Quelle: Penguin Random House):  

Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki geboren, kam 1960 nach London, wo er später Englisch und Philosophie studierte. 1989 erhielt er für seinen Weltbestseller »Was vom Tage übrigblieb«, der von James Ivory verfilmt wurde, den Booker Prize. Kazuo Ishiguros Werk wurde bisher in 50 Sprachen übersetzt. Er erhielt 2017 den Nobelpreis für Literatur. Der Autor lebt in London.

Klara und die Sonne von Kazuo Ishiguro
© Andrew Testa / Author Kazuo Ishiguro photographed in Chipping Campden.

Abenteuer im Ägypten der 1920er Jahre

Das Geheimnis des blauen Skarabäus von Rebecca Michéle

In meiner Jugend habe ich mal ein Buch gelesen, dessen Titel und Autor ich bis heute vergessen habe. Es ging um die Suche nach dem Grab von Tutanchamun, die mich total fasziniert hat. Wie „Das Geheimnis des blauen Skarabäus“, spielte es in den 1920er Jahren. Das war eigentlich der einzige Grund, weshalb ich das Buch unbedingt lesen wollte.

Cleos Vater ist ein angesehener Archäologe, den sie eigentlich nur von gelegentlichen Heimatbesuchen kennt. Als er plötzlich verschollen ist, macht sie sich mit ihrer reichen Schulfreundin und deren Bruder auf die Suche nach ihm.

Doku über Ausgrabungen in Ägypten

Ganz zu Beginn des Buches dachte ich, dass wir keine Freunde werden würden. Da ich aber zur Leserunde bei der Büchereule angemeldet war, wollte ich nicht kampflos aufgeben. Nach ein paar Seiten war mir völlig klar: Das wird ein Lieblingsbuch! Und so ist es auch. Besonders gelungen fand ich die Mischung aus Abenteuerroman und Krimi, denn es gibt durchaus Tote im Buch, die nicht aus alten verstorbenen Pharaonen bestehen. Ich mochte es sehr zusammen mit Cleo die Gegend zu erkunden, Menschen kennen zu lernen und mich auf die Suche nach ihrem Vater zu begeben. Leider war diese Reise für sie nicht immer ungefährlich, aber ihre kluge und gewitzte Art haben ihr dabei geholfen immer zu ihrem Ziel zu kommen. Rebecca Michèle hat es sehr gut verstanden, mir ganz genau zu zeigen, wie es sich anfühlt in Ägypten zu leben.

Cleos Schicksal wird zum passenden Zeitpunkten als Rückblick erzählt, so dass ich nicht zu Beginn schon eine ellenlange Vorgeschichte lesen musste, die eventuell dem Buch die Spannung genommen hätte. Rebecca Michéle erzählt Cleos Suche nach dem Vater so interessant und  mit vielen Details, dass ich weiterhin fasziniert vom alten Ägypten bin. Ein wenig Romantik kommt im Buch auch vor, wobei der Fokus aber ganz klar auf Cleos Erlebnissen liegt.

Wenn du noch nicht viel über Ägypten weißt, lies „Das Geheimnis des blauen Skarabäus“. Wenn du Experte in diesem Thema bist, solltest du es ebenfalls lesen. Es lohnt sich!

Brauchst du mehr Informationen über das Buch oder über die Autorin? Dann sieh dich auf der Homepage von Rebecca Michéle oder auf der Seite des Verlages um.

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Seiten: 432

Herausgeber: dtv Verlagsgsellschaft

Erscheinungstermin: 17. November 2021

ISBN: 978-3423219747

Preis: 10,95 € (Taschenbuch), 9,99 € (E-Book)

Über die Autorin:

Rebecca Michéle, 1963 in Rottweil geboren, schreibt seit ihrer Jugend und hat unter verschiedenen Pseudonymen bereits über vierzig Romane veröffentlicht. Eine besondere Beziehung verbindet sie mit den britischen Inseln, wo viele ihrer Geschichten spielen. Gemeinsam mit ihrem Mann war sie dreißig Jahre lang erfolgreiche Turniertänzerin. Seit 2000 ist Rebecca Michéle freie Autorin und lebt aktuell mit ihrer Familie am Fuß der Schwäbischen Alb.

Korea: Mitten im Krieg

Ein neuer Horizont von Maiken NIelsen

„Ein neuer Horizont“ war mein erstes Buch von Maiken Nielsen, aber nicht mein letztes. „Unter uns die Welt“ und „Space Girls“ möchte ich auf jeden Fall auch noch lesen.

Die Zwillinge Nellie und Laura sind auf dem Meer geboren und aufgewachsen. Sie gehören so fest zusammen, dass sie sogar eine eigene Sprache entwickelt haben: „seeisch“ und andere Menschen aus ihrem Leben ausschließen möchten. Als sie erwachsen werden, wendet sich das Blatt, Laura schließt Nellie plötzlich aus ihrem Leben aus und als sie plötzlich verschwindet, ist Nellie am Boden zerstört. Da sie Laura versprochen hat für zwei zu leben, falls Laura sterben sollte, wird sie Kriegsreporterin und reist nach Korea und berichtet dort vom Krieg.

Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in dem ich mich mitten im Krieg befunden habe, zumindest nicht auf diese Art und Weise. Maiken Nielsen hat mich mitten ins Geschehen genommen, ich befand mich mehrmals in Lebensgefahr, hatte Angst und hatte Hoffnung. Ich habe Menschen verloren, die mir wichtig waren und welche, die mir helfen konnten oder Potenzial hatten Freunde zu werden. All das hat sie in knapp 500 Buchseiten geschrieben und ich habe ihr jedes Wort geglaubt. Vom Koreakrieg wusste ich bis dahin gar nichts, außer dass es ihn gab. Ich habe mit dem Thema kein bisschen gefremdelt, weil die Autorin alle Zusammenhänge für nicht-eingeweihte Menschen wie mich ausreichend erklärt hat.

Nellie ist keine willkürlich ausgedachte Person. Vorbild für Nellie ist Marguerite Higgins, die nicht nur im Zusammenhang mit der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau bekannt wurde, sondern auch noch den Pulitzer-Preis für ihre Berichterstattung im Koreakrieg erhalten hat. Wahrscheinlich wird Marguerite Higgins genauso darunter gelitten haben, dass Frauen in den 1950er Jahren nicht so wirklich ernst genommen wurden. Nellie lebt in dem Buch ihre halsbrecherische Ader total aus und springt ohne Übung mit dem Fallschirm aus einem Flugzeug um nur mal eine unvorstellbare Sache zu nennen. Ob Marguerite Higgins auch so gehandelt hat? Man weiß es nicht.  

Obwohl das Buch sehr kriegslastig ist, ist es für mich kein negativ behaftetes Buch. Die Autorin hat es einfach verstanden, die Beschreibungen nicht ins Negative rutschen zu lassen. Wenn du also Bücher magst, in denen über starke Frauen erzählt wird, die wirklich unglaubliche Dinge tun, bist Du bei Nellie und bei „Ein neuer Horizont“ genau richtig.

Wenn du mehr über die Autorin erfahren möchtest, besuche ihre Seite oder die Seite des Verlages.

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Seiten: 496

Herausgeber: Wunderlich

Erscheinungsdatum: 19. Oktober 2021

ISBN: ‎978-3805200721

Preis: 20,00 € (gebundenes Buch)

Die Suche nach dem Warum

Das Verschwinden der Stephanie Mailer von Joël Dicker

Seit „Der Fall Harry Quebert“ bin ich ein großer Fan von Joel Dicker, aber leider bin ich bis jetzt nicht dazu gekommen,  das vorletzte Buch „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ zu lesen.

Eigentlich handelt es sich gar nicht primär um die Ermittlung, wo Stephanie Mailer abgeblieben ist, sondern eher darum, warum sie verschwunden ist.  Stephanie wollte einen Mord  aus dem Jahr 1994 in der fiktiven Stadt Orphea aufklären, denn ihrer Meinung nach sind die falschen Täter gefasst worden.

Auch dieses Buch hat mir wieder richtig gut gefallen. In der gewohnten Dicker-Art sind die Charaktere und ihre Beweggründe wieder sehr ausführlich geschrieben, so dass ich eigentlich die ganze Zeit das Gefühl hatte, die Personen tatsächlich kennen zu lernen. Am Ende des Buches hatte ich dann auch ein kleines Verlustgefühl, denn das Buch steht ja für sich alleine und ist nicht Teil einer Reihe.  Aufgrund der vielen Zeit- und Personensprünge musste ich gut aufpassen, wo und vor allem bei wessen Erzählung ich mich gerade befinde. Aber genau das hat das Buch für mich so interessant gemacht, weil ich nicht nur die Begebenheiten in 2014 bzw. 1994 erfahren habe, sondern auch Dinge aus der Kindheit, Jugend bzw. dem ganzen Leben der einzelnen Personen. Sowas mag ich immer besonders gern. Die Informationen wurden dabei nur ganz langsam entblättert und so im Buch verteilt, dass es durchweg spannend war. Während des Hörens habe ich mich ununterbrochen gefragt, wie die Erzählstränge am Ende zusammen passen sollen, aber es hat sich alles perfekt zusammen gefügt. Lediglich einen Erzählstrang fand ich für die Geschichte unwichtig und glaube, dass sie als Ablenkung gedacht war.

Torben Kessler, den ich in „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara lieben gelernt habe, hat auch dieses Buch wieder ganz großartig gesprochen. Seine Stimme ist schuld daran, dass ich es gehört und ich nicht gelesen habe.

Wenn du schon mal etwas von Joel Dicker gelesen hast und ausführliche Beschreibungen von Geschehnissen und Personen magst, ist „ Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ auf jeden Fall etwas für dich. Ich werde demnächst „Das Geheimnis von Zimmer 622“ vom Audible-SuB befreien. Es wird übrigens ebenfalls von Torben Kessler gelesen.

Eine Hörprobe findest du auf der Seite des Hörbuch Hamburg Verlages. Auf der Homepage von Joël Dicker (auf französisch) findest du weitere Infos zu seinen Büchern.

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Seitenzahl: 672

Herausgeber: Piper

Erscheinungstermin: 2. April 2019

ISBN: ‎ 978-3492059398

Preis: 24,95 € (gebundenes Buch), 9,99 € (E-Book)

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