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Kenshin mittendrin – Ein PC-Spiel wird zur Realität 

Ich konnte mir erst gar nicht so richtig vorstellen, dass ich ein Buch über eine japanische Schlacht lesen möchte, aber bereits die Leseprobe hat mir richtig gut gefallen. Christiane Kromp hat es sehr gut verstanden, die Leser:innen mitten ins Geschehen mitzunehmen.  

Der Inhalt 

Kenshin, oder Ken, wie er lieber genannt wird, spielt für sein Leben gerne das PC-Spiel “Kessen 3”, das die Schlacht von Nagashino nachstellt. Als er lustlos während eines Urlaubs mit seinen Eltern das historische Schlachtfeld besucht, landet er plötzlich im 16. Jahrhundert, in dem genau diese Schlacht stattfand. Er lernt seine Vorfahren kennen und wird auch bei Kämpfen eingesetzt. Angeblich soll der Geist von Hibiko, einem von Kens Vorfahren, auch heute noch immer ruhelos am Ort des Gefechtes herumirren.   

Die Schlacht von Nagashino war ein militärisches Gefecht, das 1575 während der Sengoku-Zeit (1467-1603) in Japan stattfand. Sie ist bekannt dafür, dass sie eine der ersten Schlachten war, in der Waffen eine bedeutende Rolle für den Ausgang spielten. Die Schlacht wurde zwischen Oda Nobunaga und dem Takeda-Clan ausgetragen und führte zu einem Sieg für Oda Nobunaga. 

Zeitreise wider Willen 

Ken landet völlig unvorbereitet und total zufällig genau in der Nähe seiner Vorfahren, dem Takeda-Clan, und ist erst mal völlig orientierungslos. Er weiß nicht mal, in welcher Zeit er sich befindet. Zu Beginn des Buches glaubt er noch, dass er in einem Rollenspiel gelandet ist und ist bemüht richtig mitzuspielen, aber sehr schnell merkt er, dass die Gefahr, die hier lauert, echt ist.  

Ich mochte es gern, dass so viele japanische Worte in das Geschehen eingeflochten waren, denn das hat das Flair dieser mir fremden Welt an mich übertragen. Ken tappt eine ganze Weile im Dunkeln, weil seine Vorfahren nicht mit ihm über die wichtigen Dinge reden, aber nach und nach erschließt sich ihm, welche Epoche seines Geschichtsunterrichts er hier erlebt. Mir ging es da genauso wie Ken, ich hätte mich wahrscheinlich im Geschichtsunterricht gelangweilt und genau wie er habe ich auch erst nach und nach erfahren, was genau gerade vor sich geht.   

Kens Verwandten dichten ihm sogar die Gabe des Sehens an und verlassen sich auf seine Hinweise. Anfangs finden sie ihn ein wenig seltsam, denn er nutzt zu Beginn des Buches noch den Jugendslang unserer heutigen Zeit. Er erinnert sich aber ziemlich schnell, was sein Vater ihm über die japanische Ausdrucksweise beigebracht hat und wendet sie dann auch an. Für mich klangen die Ausdrücke, die er benutzt hat, wunderschön.   

Leider endet das Buch mit einem Cliffhanger und ich habe weder rausgefunden, wie Kenshin in die Vergangenheit gereist ist, noch, wie er aus der Situation herauskommt. Das wird sich sicher im zweiten Teil klären.  

Die Reihe besteht aus drei Teilen. “Durch den Nebel der Zeit”,  “Das Furchtbarste jedoch ist der Verrat…” und  “Onryo – Nirgendwo ist ein Entkommen”. Diese beiden weiteren Teile werde ich auf jeden Fall auch lesen. 

Das Buch wurde mir vom Traumschwingen Verlag zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.  

Fazit 

Ein Buch nicht nur für Leser:innen, die von der japanischen Kultur fasziniert sind. Du erwirbst mit Leichtigkeit geschichtliches Wissen, das du so wahrscheinlich nicht erforscht hättest. Du kannst dir sicher sein, dass du genau wie Keshin mittendrin im Geschehen bist. Ich fand das Buch sehr spannend.  


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Seiten: 128 

Herausgeber: 19. Dezember 2014 

Erscheinungstermin: Traumschwingen Verlag 

ISBN: ‎ 978-3-946127-40-6 



Über die Autorin (Quelle: Amazon): 

Christiane Kromp, *1965, wurde in Berlin geboren. Nach dem Geologiestudium ging sie mit Ihrem Mann nach Bremen und baute mit ihm gemeinsam ein Geschäft auf. Als der gemeinsame Sohn erwachsen war, suchte sie neue Herausforderungen und begann wieder mit dem Schreiben – was sich in zahlreichen veröffentlichten Kurzgeschichten und Romanen widerspiegelt. Sie lebt bis heute in Bremen. 

Autorenbild Christiane Kromp, Foto Brockshus Bremen
Foto Brockshus Bremen 
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Buchvorstellung & Buchsnack „Die Kräutersammlerin und der junge Flößer“

Im Oktober habe ich dir das Buch „Die Kräutersammlerin und der junge Flößer“ bereits als Rezension vorgestellt.

Ich habe nun auch noch ein Interview mit Heidrun Hurst geführt, in dem sie unter anderem von der Entstehung der Reihe erzählt.




Folgende Teile sind bisher erschienen:




Über die Autorin (Quelle: Emons Verlag): 

Heidrun Hurst, geboren 1966 in Kehl am Rhein, ging schon als Kind gerne mit Hilfe von Büchern auf Reisen in fremde Welten. Ihr Verlangen nach geschriebenen Abenteuern wurde schließlich so groß, dass sie sich selbst dem Schreiben widmete. Seitdem veröffentlicht sie historische Romane. Sie ist Mitglied bei »HOMER«, »DELIA« und dem »AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass«. 

Buchvorstellung & Buchsnack "Die Kräutersammlerin und der junge Flößer von Heidrun Hurst"
© Antje Ritzert



KaDeWe – Haus der Träume von Marie Lacrosse

Seit der “Kaffehaus-Saga” Reihe war mir klar, dass ich jedes weitere Buch von Marie Lacrosse auch lesen muss. Schon in dieser Reihe hat die Autorin die realen und auch die von ihr erdachten Figuren für mich zum Leben erweckt und mich dazu gebracht weitere Informationen über geschichtliche Hintergründe und Personen einzuholen.  

Das KaDeWe, das im Jahr 1907 errichtet wurde, ist bis heute mit 60.000 Quadratmetern eins der größten Warenhäuser Europas. Sein Gründer, Adolf Jandorf, gehört mit zu den Figuren, die Marie Lacrosse von allen Seiten im ersten Teil der Kaufhaus-Saga beleuchtet. Außerdem werden die wahren Begebenheiten während des ersten Weltkriegs und der Nachkriegszeit von den Geschichten um die fiktiven Personen Judith Bergmann und Rieke Krause umhüllt. Judith engagiert sich sehr im sozialen Bereich und findet dort auch letztendlich ihre Berufung, während Rieke sich im KaDeWe hocharbeitet.  

Die Autorin hat sehr viel Wert daraufgelegt, die Fiktion in das tatsächliche Geschehen einzuweben, so dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, mittendrin zu sein. Sie beleuchtet nicht nur die Seite der Bevölkerung während des Krieges und danach, sondern auch die der Soldaten. Das habe in dieser Form noch nie gelesen und fand es interessant, mir diese Sichtweise mal anzusehen. Viele historische Fakten, die direkten Einfluss sowohl auf die Figuren als auch auf das Kaufhaus hatten, hat Marie Lacrosse in ihr Buch einfließen lassen. Gerade die spezifischen Begebenheiten, die sich direkt auf das KaDeWe ausgewirkt haben, habe ich so noch nie gehört oder nur am Rande wahrgenommen und nicht weiter drüber nachgedacht.  

Normalerweise bin ich eine recht schnelle Leserin, aber hier bin ich nicht so richtig vorangekommen, was allerdings nicht an dem Schreibstil oder der Umsetzung des Themas lag, sondern an der Vielfalt der Informationen. Mich hat das Buch auch nach dem Lesen noch sehr beschäftigt, vor allem, weil ich über den Kontrast zwischen dem damaligen Leben in Kriegs- und Nachkriegszeiten und dem unseren in diesen privilegierten Zeiten nachdenken musste.  

Bei der Premierenlesung in Bergheim hat Marie Lacrosse nicht nur aus ihrem Buch gelesen, sondern auch den zeitlichen Ablauf des Buches, unter anderem mit den wirtschaftlichen Auswirkungen wie beispielsweise der Hyperinflation, dargestellt. Sie erwähnte dort auch, dass sie Adolf Jandorf beeindruckend findet und das liest man im Roman eindeutig heraus.  

Wenn ich die Bücher der Autorin nicht kennen würde, würde ich wahrscheinlich aufgrund des Covers und des Titels denken, dass es sich um eine lockerleichte Liebesstory handelt. Dem ist aber ganz und gar nicht so. Liebe spielt zwar auch eine Rolle und es geht auch mal lockerleicht zu, aber in dem Buch steckt so viel mehr als das Cover und Klappentext vermuten lassen.  

Ich kann absolut jedem das Buch uneingeschränkt empfehlen, auch wenn du meinst, dass man in diesen Zeiten kein Buch lesen sollte, das als eins der zentralen Themen den ersten Weltkrieg beinhaltet. Die Stimmung des Buches ist nicht nur aussichtslos, es gibt auch einige Lichtblicke. Solltest du noch hadern, lies auf jeden Fall die Leseprobe.  Der zweite Teil der Reihe “KaDeWe – Haus der Wünsche” erscheint am 14. Juni 2023. 

Das Buch wurde mir vom Goldmann Verlag zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.  


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Seiten: 720 

Herausgeber: Goldmann Verlag 

Erscheinungstermin: 13. Oktober 2022 

ISBN: ‎978-3442206384 





Über die Autorin (Quelle: Goldmann Verlag): 

Marie Lacrosse hat in Psychologie promoviert und arbeitete viele Jahre hauptberuflich als selbstständige Beraterin überwiegend in der freien Wirtschaft. Ihre Autorentätigkeit begann sie unter ihrem wahren Namen Marita Spang und schrieb erfolgreich historische Romane. Heute konzentriert sie sich fast ausschließlich aufs Schreiben. Ihre Trilogie »Das Weingut « wurde ebenso zu einem großen SPIEGEL-Bestseller wie die »Kaffeehaus«-Saga. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in einem beschaulichen Weinort. Weitere Romane der Autorin sind bei Goldmann in Vorbereitung. 


KaDeWe - Haus der Träume von Marie Lacrosse
© Thomas Dashuber 

Buchvorstellung Band 3 der Kaffeehaus-Trilogie

Saturday Sentence [30. Oktober 2022]

Es ist wieder Zeit für einen Saturday Sentence. Ich habe die Aktion bei Rina von Ich lese entdeckt.  

Worum geht es?  

Nimm deine aktuelle Lektüre und/oder Hörbuch, gehe auf Seite 158, finde Satz 10 (oder bei Ebook Pos 158) und teile uns so mit wie dein „saturday sentence“ lautet. 

 Als Alternative: wenn du kein neues Buch gestartet hast, oder weniger Seiten hast, wähle von deiner aktuellen Seite den 10. Satz und stelle ihn uns vor. 

„Ach so!” Paul begann, sich vage zu erinnern.

Seite 158, Satz 10

Das Buch: 

KaDeWe. Haus der Träume (Die Kaufhaus-Saga 1) 

Berlin, Anfang des 20 Jahrhunderts: Das Kaufhaus KaDeWe erstrahlt in Glanz und Luxus – eine Welt, die Judith Bergmann wohl vertraut ist. Denn die Tochter des KaDeWe-Justiziars soll Harry Jandorf heiraten, den einzigen Sohn des Kaufhausgründers. Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Rieke Krause hingegen ist von der Pracht des Kaufhauses schier überwältigt, als sie dort eine Stelle als Verkäuferin antritt. Schon bald verliebt sie sich in ihren Kollegen Hermann. Doch in den Wirren des Ersten Weltkriegs und der Nachkriegszeit werden die Lebenspläne von Judith und Rieke gewaltig durcheinandergewirbelt. Und auch das KaDeWe und sein Eigner Adolf Jandorf stehen vor großen Herausforderungen …. 



 Meine Meinung:  

Nach gut 200 Seiten habe ich schon einen guten Eindruck von dem Buch gewinnen können. Marie Lacrosse mischt reale Personen mit fiktiven Charakteren, die in die Handlung passen, als hätte es sie tatsächlich gegeben.  

Auch wenn das Cover etwas anderes impliziert ist das Buch keine seichte Liebesgeschichte, sondern ein Roman der die Geschichte des Kaufhauses und des ersten Weltkriegs beschreibt. Dabei hat die Autorin besonders viel Wert daraufgelegt nicht nur die Ereignisse zu beschreiben, sondern auch die Sorgen und Nöte der Bevölkerung.  

Kürzlich war ich bei der Premierelesung von Marie Lacrosse in Bergheim und habe ihre Faszination für Adolf Jandorf, dem Gründer des KaDeWe live miterleben können. Genau das spiegelt sich auch im Buch wieder. Unbedingt lesenswert! 

Die Kräutersammlerin und der junge Flößer von Heidrun Hurst

Ich muss zugeben, dass ich bisher weder den Namen Heidrun Hurst noch etwas von ihrer Reihe um die Kräutersammlerin Johanna gehört habe. Als ich gefragt wurde, ob ich bei einer Aktion für sie mit vier weiteren Bloggern dabei sein möchte, habe ich direkt zugesagt. Ein Krimi im Schwarzwald des 14. Jahrhunderts klang für mich sehr reizvoll.  

Als die Schankmagd Genefe ermordet aufgefunden wird, verdächtigt Johanna insgeheim den Wirt des “Hirschen”, der ihrer Meinung nach die Finger nicht von jungen Frauen lassen kann. Er wird währenddessen von einem Geist belästigt, der nachts in seinem Wirtshaus herumspukt. Johanna und ihr Freund Lukas können das Geheimnis von Genefes Tod und auch die Geräusche des Beelzebubs nicht auf sich beruhen lassen und nehmen heimlich die Ermittlungen auf.  

Heidrun Hurst hat in diesem Buch den Fokus auf die Gesellschaft in Schiltach des 14. Jahrhunderts gelegt. Sie erzählt viel über die Lebensweise der Menschen dort, etwa, wie sie ihre Arbeit verrichten, welche Sorgen und Nöte sie haben und wie die Gesellschaft damals tickte. Ich mochte das gemächliche Erzähltempo, das zum Ende des Buches deutlich zugenommen hat. Durch die Landschaftsbeschreibungen, die allerdings nicht ausufernd waren, hatte ich richtig Lust in die Natur zu gehen und mich, wie Johanna es oft im Buch tut, nach Kräutern umzusehen. Als Leserin konnte ich anhand von Johannas Erfahrungen eine Idee davon bekommen, welche Kräuter welches Leiden lindert.  

Johanna ist eine starke Persönlichkeit. Sie besteht darauf allein zu leben und lässt Lukas, der sie unbedingt heiraten möchte, immer wieder abblitzen. Generell hat sie eine etwas andere Sicht auf die Dinge als die anderen Frauen aus Schiltach. Besonders gefallen hat mir an ihr, dass sie manchmal schneller geredet hat als gedacht. Das hat sie nicht nur einmal in Gefahr gebracht und dadurch Spannung ins Buch gebracht.  

Auch ohne den ersten Teil zu kennen, kann man “Die Kräutersammlerin und der junge Flößer” lesen, zumindest hatte ich nicht das Gefühl, dass ich etwas verpasst hätte. Ich würde dir aber raten, den ersten Teil vorab zu lesen, damit du die Figuren schon mal kennenlernst.  

Da das Buch gut 300 Seiten dick ist, ist es genau richtig für einen entspannten Lesenachmittag im kommenden Herbst.  




 Das Buch wurde mir vom Emons Verlag zur Verfügung gestellt. Ich bedanke mich herzlich dafür.  

Weitere Rezensionen findest du bei  






*Werbung* 

Seiten: 320 

Herausgeber: Emons Verlag 

Erscheinungstermin: 20. Oktober 2022 

ISBN: ‎978-3740813581 




Über die Autorin (Quelle: Emons Verlag): 

Heidrun Hurst, geboren 1966 in Kehl am Rhein, ging schon als Kind gerne mit Hilfe von Büchern auf Reisen in fremde Welten. Ihr Verlangen nach geschriebenen Abenteuern wurde schließlich so groß, dass sie sich selbst dem Schreiben widmete. Seitdem veröffentlicht sie historische Romane. Sie ist Mitglied bei »HOMER«, »DELIA« und dem »AutorenNetzwerk Ortenau-Elsass«. 

Die Kräutersammlerin und der junge Flößer von Heidrun Hurst
© Antje Ritzert 

Buchvorstellung: „Enja, Tochter der Highlands“ von Eva Fellner (Buchreihe)

Heute habe ich ein neues Fortmat für dich im Podcast: Buchvorstellungen.

Der Unterschied zu den Interviews ist, dass ich die Bücher ebenfalls nicht kenne und mir von den Autor: innen von den Büchern erzählen lasse.

Den Anfang macht Eva Fellner mit ihrer Buchreihe „Enja, Tochter der Highlands“.


Teil 1 und 2 sind bereits erschienen, Teil 3 erscheint am 11. Oktober 2022 beim Aufbau Verlag.





Über die Autorin (Quelle: Aufbau Verlag):

Eva Fellner, mit vollem Namen Eva Fellner von Feldegg, wurde 1968 im oberbayerischen Murnau geboren und arbeitete zunächst als Chefredakteurin einer Fachhandelszeitschrift. Sie gründete eine Agentur für digitales Marketing und unternahm zahlreiche Reisen. China und Südafrika wurden ihr dabei zu einer zweiten Heimat. Neben asiatischer Kampfkunst interessiert sie sich schon immer für Geschichte, für starke Frauen und die Welt des Mittelalters. Sie ist davon überzeugt, dass die schönsten Geschichten das Leben selbst erzählt.



Enja, Tochter der Highlands von Eva Fellner
© privat

Interview mit Maiken Nielsen

Ich habe heute eine Interviewpartnerin für dich, über die ich mich sehr gefreut habe. Nachdem ich im letzten Jahr „Ein neuer Horizont“ von Maiken Nielsen gelesen oder eigentlich verschlungen habe, durfte ich sie nun interviewen.

Wir haben nicht nur über drei ihrer Bücher gesprochen, sondern auch noch über die Fliegerei und über das Reisen.


Um diese beiden Bücher geht es außerdem noch:




Töchter der Speicherstadt – Das Versprechen von Glück von Anja Marschall

Das war er jetzt, der letzte Teil der Kaffee-Saga von Anja Marschall. Ich muss sagen, dass ich die Familie Behmer in diesen drei Teilen sehr liebgewonnen habe und jetzt wirklich traurig bin, dass es vorbei ist. Wenn du die Reihe noch nicht kennst, solltest du jetzt zuschlagen und alle drei Bücher nacheinander lesen.  

Anna, Cläres Tochter, hat so gar nichts mit der Firma Behmer & Ehmke am Hut. Sie möchte lieber ein Kunststudium machen. Als sie auch noch den Musiker Hans Kanther kennen lernt und mit ihm in die USA durchbrennen will, überredet Cläre sie, den Vorzeigschwiegersohn Joost van der Vehlen zu heiraten. Er ist nach Cläres Aussage nicht nur gut für Anna, sondern auch fürs Geschäft. Doch Anna fühlt sich zunehmend leer und einsam und die Firma der Familie ist erneut in Gefahr.  

Ach, es war so schön, Cläre und Kurt als Ehepaar zu treffen und ihre tiefe Verbundenheit zu erleben, gerade weil ich das nach dem zweiten Teil so gar nicht erwartete hatte. Anna kommt zunächst genau nach ihrer Mutter und Großmutter, man könnte auch fast sagen, dass sich die Geschichte wiederholt, aber am Ende unterscheidet sich das Leben der Behmer-Frauen dann doch.  

Jost van der Vehlen war mir durch und durch unsympathisch. Nicht nur, dass er ein notorischer Fremdgänger ist, er ist auch noch ein Lebemann, völlig engstirnig und spießig und interessiert sich kein bisschen für seine Frau und deren gemeinsamer Tochter Frieda. Eine bedeutende Rolle in diesem Teil spielt auch Cläres Ex-Verlobter Herbert Staller, den man bereits aus dem zweiten Teil kennt.  

Das Buch erzählt gut 30 Jahre aus der Geschichte der Behmers, die mit dem Berliner Mauerfall endet. Anja Marschall hat auch hier nicht an historischen Ereignissen gespart: Vom Mauerbau in Berlin, zur großen Sturmflut in Hamburg im Jahr 1962, zum erschossenen Hauptmann Rudi Arnstadt und der Jugend der 60er und der 80er ist hier alles perfekt in die Geschichte eingewoben.  

Ein paar Tränchen sind bei mir auch geflossen, teils vor Traurigkeit, teils vor Rührung, aber auch vor Freude. Am Ende hat die Zufriedenheit über diese wunderschön erzählte Reihe über die Frauen der Behmer Familie überwogen.  

In Teil eins waren Kaffee und Kaffeehandel eins der Herzstücke der Reihe, im zweiten Teil hat dies weiter abgenommen und im dritten Teil spielen die beiden Themen nur noch eine untergeordnete, aber trotz allem tragende Rolle. Durch die Lektüre der drei Bücher habe ich jedenfalls gelernt darauf zu achten, guten Kaffee zu trinken statt günstigen oder dem, der gerade da ist.  

Ich kann dir die Reihe mit gutem Gewissen empfehlen, wenn du fiktive Familiengeschichten magst, die insgesamt ein Jahrhundert umfassen und deren liebenswerte Charaktere dich zu einem Teil des Buches werden lassen.  

Das Buch wurde mir vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich.  


Folgende Teile beinhaltet die Reihe: 

Töchter der Speicherstadt – Der Duft von Kaffeeblüten 

Töchter der Speicherstadt – Der Geschmack von Freiheit 

Töchter der Speicherstadt – Das Versprechen von Glück 


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Seiten: 464 

Herausgeber: Piper Taschenbuch 

Erscheinungstermin: 28. Juli 2022 

ISBN: ‎ 978-3492317238 




Über die Autorin (Quelle: Piper Verlag): 

Die gebürtige Hamburgerin Anja Marschall lebt als Autorin und Journalistin mit ihrer Familie in Schleswig-Holstein. Vor ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete sie als Erzieherin, Pressereferentin, Lokaljournalistin, EU-Projektleitung in der Sozialforschung, war Apfelpflückerin in Israel, Zimmermädchen in einem Londoner Luxushotel und Kioskverkäuferin an den Hamburger Landungsbrücken. Sie ist Mitglied der „Mörderischen Schwestern eV“ und des „Syndikats“ sowie der Mary-E-Braddon-Gesellschaft. 

Töchter der Speicherstadt - Das Versprechen von Glück von Anja Marschall
© Frauke Ibs 

Interview und Kurzlesung: Ulf Schiewe – Die Mission des Kreuzritters

Im April habe ich dir „Die Mission des Kreuzritters“ von Ulf Schiewe bereits im Rahmen der Blogtour zur Nominierung für den HOMER Literaturpreis vorgestellt.

Nun freue ich mich sehr, dir mein Interview mit ihm zeigen zu dürfen. Ich war, wie man direkt am Anfang bemerkt, total aufgeregt. Das hat sich aber im Laufe des Interviews gelegt, weil Ulf ein sehr interessanter und entspannter Gesprächspartner ist. Wir haben nicht nur über das nominierte Buch gesprochen, sondern über die gesamte Montalban-Reihe und auch ein wenig Privates über Ulf besprochen.

Interview mit Ulf Schiewe

Patricia von nichtohnebuch hat heute ein Interview mit Ana Pawlik zu ihrem Debütroman „In den Klauen der Macht“ für dich. Sieh dich gerne mal auf ihrem Blog um.

Außerdem kannst du auch noch beiden Autoren bei einer Kurzlesung aus ihren nominierten Büchern lauschen. Die Videos werden entprechend hier aufgelisteten Reihenfolge heute um 15 Uhr und um 15:30 Uhr bei YouTube frei geschaltet.

Kurzlesung Ulf Schiewe aus „Die Mission des Kreuzritters“

Kurzlesung Ana Pawlik aus „In den Klauen der Macht“

Weitere Kurzlesungen der für den HOMER Literaturpreis nominierten Autoren findest du ebenfalls bei YouTube. Es lohnt sich auf jeden Fall, dort mal rein zu gucken.

Buch Snack # 3 „Der Prinz im Labyrinth“ von Charlotte Fondraz

Heute habe ich einen Buch Snack für dich, der vor 3.600 Jahren spielt und die griechische Minotaurus-Sage erzählt.

Vielen Dank an Charlotte Fondraz für die großartige Vorbereitung der Folge.



Klappentext (Quelle: Amazon):

Die griechische Minotaurus-Sage als Krimi modern erzählt Vor 3600 Jahren regiert eine Königin über Kreta. Eines Morgens liegt ihr junger Sohn tot in seinem Gemach. Am Vorabend hatte er sich mit Theseus, Sohn des Königs von Athen, gestritten. Nun hat Theseus offenbar in aller Eile die Insel verlassen. Daidalos, der Berater der Königin, soll den Mord aufklären. Doch kaum spürt er seiner ersten Fährte nach, da gerät er selbst unter Verdacht. Ein spannender Krimi für alle, die griechische Heldensagen aus einem modernen Blickwinkel kennenlernen möchten. Finde mit Daidalos heraus, wer den kretischen Prinzen getötet hat, der heute noch als Minotaurus bekannt ist! Charlotte Fondraz schreibt spannend, man spürt ihre wissenschaftlich fundierten Kenntnisse über die Zeit, die Geschichte und den Mythos. http://www.renas-wortwelt.de Textprobe: Ein Scheppern hallte durch den Saal, Daidalos zuckte zusammen. Theseus‘ Becher lag zerbrochen auf dem Boden, aber anstatt die Augen auf die Scherben zu senken, starrte er Prinz Asterion direkt an. So ein Dummkopf. Asterion stand breitbeinig da, mit erhobenem Becher. Offenbar hatte er von seiner Ernennung zum Hafenmeister gewusst, denn überrascht sah er nicht aus. „Was ist?“, fragte er Theseus. „Schmeckt dir unser Wein nicht, dass du ihn wegschüttest? Oder hast du über die Maßen davon genossen?“ „Weder noch.“ Theseus‘ prompte Antwort klang überraschend kühl und selbstsicher. Daidalos verkniff sich ein Grinsen. Gewänder raschelten. Irgendwo klirrte ein Armband. Die beiden Prinzen standen sich gegenüber wie zwei Kater, die sich lange aus dem Weg gegangen waren und nun an einer Straßenecke unerwartet aufeinandertrafen. „Weder noch?“ Asterion reckte sich, die gelben Federn seiner Krone flatterten auf. „Rede keinen Unsinn. Du solltest mir lieber gratulieren, Athener. Als Sohn eines mittelmäßigen Herrschers …“ Königin Pasiphaë fasste ihn brüsk am Arm, und er brach ab. Sie funkelte ihn an. Selbst sie erkannte, dass Asterion hier zu weit ging. „Sohn eines mittelmäßigen Herrschers?“ Theseus schlug sich mit der Faust auf die Brust, sein Pektoral klirrte. „Wenigstens kann ich getrost behaupten, dass es mein leiblicher Vater ist, der auf dem Königsthron von Athen sitzt.“

Cover "Der Prinz im Labyrinth" von Charlotte Fondraz
Cover „Der Prinz im Labyrinth“ von Charlotte Fondraz

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Seiten: 232

Herausgeber: BoD- Books on Demand

Erscheinungstermin: 27. Oktober 2021

ISBN: 978-3754395721