42!

„Per Anhalter durch die Galaxis“ ist der erste Teil der fünfbändigen intergalaktischen Trilogie um Arthur Dent und seinen Freund Ford Prefect. Ich habe das Hörbuch schon mal vor über 15 Jahren gehört und anschließend den Film gesehen. Dieses Jahr jährt sich die Veröffentlichung das 42ste Mal, selbstverständlich wollte ich aus diesem Grund einen Beitrag über das Buch schreiben. Was es mit der Zahl 42 auf sich hat, werdet ihr erfahren, wenn ihr den ersten Teil lest.

Arthur Dent hat ein Problem: Er hat viel zu spät mitbekommen, dass sein Haus abgerissen werden soll, denn dort soll eine Umgehungsstraße entstehen. Aber im Vergleich zu dem, was die Erde nur wenige Minuten später erwartet, ist dies nur eine Kleinigkeit. Denn die Welt soll von den Vogonen, einer äußerst unfreundlichen Art Allbewohner, zugunsten einer galaktischen Hyperraum-Expressroute zerstört werden.  Ford Prefect, der Freund von Arthur, kennt sich mit derlei Dingen aus, denn er arbeitet aktuell an einem galaktischen Nachschlagewerk und kennt sich mit Reisen im Weltall, wie die beiden sie im weiteren Verlauf des Buches erleben, sehr gut aus.

„Dieser Planet hat – oder besser gesagt, hatte – ein Problem: Die meisten seiner Bewohner waren fast immer unglücklich. Zur Lösung dieses Problems wurden viele Vorschläge gemacht, aber die drehten sich meistens um das Hin und Her kleiner bedruckter Papierscheinchen, und das ist einfach drollig, weil es im großen und ganzen ja nicht die kleinen bedruckten Papierscheinchen waren, die sich unglücklich fühlten.“

„Per Anhalter durch die Galaxis“ ist eindeutig nicht für jeden etwas. Man muss nicht nur Science Fiction mögen, sondern auch damit klar kommen, dass Douglas Adams sich allerlei skurrile Dinge ausgedacht hat. Zum Beispiel den Unendlichen-Unwahrscheinlichkeits-Antrieb, der dafür sorgt, dass Arthur und Ford auf eine höchst unwahrscheinliche Weise auf Zaphod Beeblebrox und Trillian stoßen. Die Geschehnisse sind nicht nur zum größten Teil völlig absurd, sondern auch noch unglaublich komisch geschrieben. Ich bin zeitweise aus dem Lachen nicht mehr ausgekommen. Ganz besonders habe ich Marvin, den „depressiven suizidalen“ Roboter, in mein Herz geschlossen. Ich kann euch wirklich nur empfehlen, euch mal die Hörprobe anzuhören. Ich habe mich schon bei der Einleitung total amüsiert.

„Es ist eine bedeutende und allgemein verbreitete Tatsache, dass die Dinge nicht immer das sind, was sie zu sein scheinen. Zum Beispiel waren die Menschen auf dem Planeten Erde immer der Meinung, sie seien die intelligenteste Spezies dort und nicht die drittintelligenteste. Die zweitintelligentesten Wesen waren natürlich die Delphine, die komischerweise schon lange vorher von der drohenden Zerstörung der Erde wussten. Sie haben viele Versuche unternommen die Menschheit auf diese Gefahr aufmerksam zu machen, doch wurden die meisten ihrer Botschaften als amüsante Versuche missdeutet, einen Fußball mit dem Kopf zu treffen oder nach Leckereien zu pfeifen, so dass sie es schließlich auf gaben und die Erde ihrem Schicksal überließen. Die letzte Botschaft der Delphine wurde als der kunstfertige Versuch missverstanden, einen doppelten Salto durch einen Reifen zu vollführen und dabei „Heil dir im Siegerkranz“ zu flöten. In Wirklichkeit aber hieß die Botschaft: Macht´s gut und danke für den vielen Fisch.“

Christian Ulmen liest das Buch durchweg mit einer Ironie in der Stimme, die man von ihm aus diversen Filmen/Serien bereits kennt. Er ist für mich die ideale Besetzung für das Hörbuch. Allerdings fand ich es manchmal etwas schwer zu folgen, wenn er lange Schachtelsätze sehr schnell gelesen hat, daher werde ich die weiteren Bücher wahrscheinlich selber lesen. Ich habe das Glück, dass der Sammelband mit allen Teilen hier im Regal steht.

Die Reihe besteht aus fünf Romanen: *Werbung*

Per Anhalter durch die Galaxis – ISBN 978-3036959542

Das Restaurant am Ende des Universums -ISBN 978-3036959566

Das Leben, das Universum und der ganze Rest – ISBN 978-3036959559

Mach´s gut, und danke für den Fisch ISBN 978-3453146068

Einmal Rupert und zurück – ISBN 978-3036959580

Die Bücher sind leider nur noch gebraucht als Sammelausgabe zu finden.

Heike von Frau Goethe liest hat das Buch auch gelesen. Ihre Meinung findet ihr, wenn ihr diesem Link folgt: Was Heike über den Anhalter sagt.

Das ganz normale Dorfleben

Ich habe das Hörbuch „Über Menschen“  von Juli Zeh über MDR Kultur gehört. Gelesen wird es von Anna Schudt. Ich habe mich zuvor an einigen Romanen von Juli Zeh versucht, aber nie so richtig Zugang zu ihren Büchern gefunden. Vielleicht hat sich das ja jetzt geändert.

Dora zieht nach Bracken in Brandenburg, weil ihre Beziehung mit ihrem Freund Robert nicht mehr so aussieht, wie sie es sich vorgestellt hat. Sie hat in Bracken ein kleines Gutsverwalterhäuschen gekauft und kommt dort mit allerlei Vorurteilen bezüglich der Menschen und der Gegend an. Direkt zu Anfang lernt sie Gote, ihren Nachbarn und „Dorf-Nazi“ kennen und sieht sich in ihrer Meinung über die Menschen auf dem Land bestätigt. Doch wie sich alles weiter entwickelt, konnte sie zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen.

Dora ist anfangs sehr grüblerisch und auch als Leser*in hat man das Gefühl nicht an sie heran zu kommen. Als sie die ersten Menschen in Bracken kennen lernt, merkt sie, dass das Leben nicht nur schwarz und weiß ist, sondern auch ganz viele Grautöne hat. Plötzlich ist der rechtsradikale Asoziale von Nebenan ein lieber Nachbar, der ihr einfach aus Freundlichkeit Möbel schenkt und seine Hilfe anbietet. Die Leute, denen sie im Laufe des Buches begegnet, gehören bestimmten Gruppen an, aber sie verhalten sich meist überhaupt nicht so wie sie es voraus gesehen hat. Wir kennen das ja sicher alle, dass wir uns ein bestimmtes Bild von einer Personengruppe machen und dann völlig überrascht sind, wenn diese Leute völlig anders sind als wir erwartet haben. So ging es Dora auch und zwar fast das ganze Buch über. Juli Zeh spielt hier natürlich mit der vollen Breitseite der Vorurteile, die man überall mitbekommt und die in den meisten Köpfen bewusst oder unbewusst bestehen.

Das Buch spielt fast in der Jetzt-Zeit, nämlich zu Beginn der Pandemie. Doras Noch-Freund Robert gehört zu denen, die die Pandemie zu übertrieben sehen und eigentlich schon den Weltuntergang vor Augen haben. Gleichzeitig ist er glühender Greta Thunberg-Verehrer und verhält sich sehr überzogen und übergriffig Dora gegenüber.  Er hat sein ganzes Leben extrem in diese Richtung ausgerichtet. Für ihn gibt es ebenfalls kein grau, sondern nur schwarz und weiß.

Dora und auch ich als Hörerin haben durch das Buch gelernt, dass man den Mensch als Ganzes sehen sollte. Nicht nur, wie diese*rber sich verhält und welche Definition  oder Bezeichnung  er oder sie von anderen Leuten  bekommen hat, sondern dass man sich auch die Mühe macht auch seine Geschichte und die Gründe für das jeweilige Verhalten heraus zu finden. Ich habe schon oft gehört, dass Juli Zehs Romane genau diesen Effekt haben und daher werde ich es wohl doch noch mal mit weiteren Büchern versuchen.

Ein wenig traurig war ich schon, als ich Abschied von Dora, ihrem Hund Jochen, der Rochen und von Gote nehmen musste, aber ich glaube, ich werde in der nächsten Zeit noch mehr versuchen hinter Fassaden von Menschen  zu sehen.

Anna Schudt hat das Hörbuch ganz hervorragend gelesen. Ich finde ihre Stimme sehr angenehm und habe nun auch eine neue Lieblingssprecherin.

Eine Lesprobe könnt ihr auf der Seite des Luchterhand Literaturverlages finden.

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Seiten: 416

Herausgeber: Luchterhand Literaturverlag

Erscheinungsdatum: 22. März 2021

ISBN: 978-3630876672

Preis: 22,00 € (gebundene Ausgabe), 17,99 € (E-Book)

Die Suche nach der Hexe

Im vergangenen Jahr habe ich mich in die Bücher von Sam Feuerbach verliebt. Ich finde seinen Humor und seine Art zu schreiben einfach nur großartig. Zusammen mit Robert Frank als Hörbuchsprecher sind die Bücher ein ganz tolles Hörerlebnis.

Im zweiten Teil der Gaukler-Chroniken machen sich Brocken, Rafael und Wieland auf den Weg nach Drachenbein. Dort gabeln sie unter widrigen Umständen eine Hübschlerin, Dana, auf und machen sich mit ihr zusammen auf die Suche nach der Hexe Aglaia. Aus dem ersten Teil wissen wir ja, dass Brocken noch ein Hühnchen mit ihr zu rupfen hat.

Die Figuren haben mich einfach wieder so begeistert. Ich liebe es sehr, dass Feuerbachs Figuren so facettenreich sind. Allen voran Brocken, der ein wahrer Kotzbrocken sein kann, aber langsam merkt, dass er sich das die ganze Zeit eingeredet hat. Ich bin ein großer Brocken Fan und bin froh, dass sein wahres Ich langsam zum Vorschein kommt. Inhaltlich passiert eigentlich nicht viel, aber der Schreibstil hat sehr großen Unterhaltungswert, so dass die knapp über 10 Stunden des Hörbuches, genauso wie im ersten Teil, wie im Flug vergangen sind.

Robert Frank ist der perfekte Sprecher für die Bücher und ich habe mich mittlerweile in seine Stimme und die Wandlungsfähigkeit seiner Stimme unsterblich verliebt. Ich habe mir jetzt für dieses Jahr vorgenommen alle Feuerbach-Bücher zu hören. Mal gucken, ob das klappt.

Ihr seht schon, ich bin leider nicht mehr objektiv, weder was den Autor angeht, noch was den Sprecher angeht. Also, kauft euch einfach alle Hörbucher und genießt sie. Ihr werdet euch sehr gut unterhalten fühlen.

Von den Gaukler Chroniken gibt es leider nur noch einen weiteren Teil und zwar „Die Hexe und der Söldner“. Aber es gibt noch diverse andere Reihen von Sam Feuerbach. Unter anderem die Krosann-Saga, Totengräbersohn oder die Instabil Reihe.

Wenn ihr mehr über Sam Feuerbach erfahren wollt, guckt euch mal hier um. Mehr Infos zum Hörbuch gibt es hier.

Infos zum Hörbuch *Werbung*

Dauer: 11 Stunden 33 Minuten

Erscheinungsdatum: 26. März 2020

ASIN: B086D4D9H5

Kosten: 16,71 €

Das Ende der Stummfilm Ära

Der zweite Teil der Gereon-Rath-Reihe hat mir sogar noch besser gefallen als der erste Teil. Endlich habe ich eine neue Reihe gefunden, die ich mit Vergnügen höre. Und das Beste daran: Ich habe noch sechs Teile vor mir.

In „Der stumme Tod“ hat es Gereon Rath mit einer ermordeten Stummfilmschauspielerin zu tun. Während der Dreharbeiten wird die Schauspielerin Betty Winter von einem herabfallenden Scheinwerfer getötet. Während Gereon noch weitere Baustellen hat, sterben weitere Schauspielerinnen. Allen werden die Stimmbänder entnommen, was schon relativ früh auf einen Täter hinweist, der den neuartigen Tonfilm nicht gutheißt. Gereons Vater zwingt ihm zeitgleich als Gefälligkeit für den späteren Bundeskanzler Konrad Adenauer auf, einen Erpressungsfall aufdecken, der dem damaligen Oberbürgermeister von Köln sehr schaden würde, wenn er nicht unterbunden werden würde.

Wie schon im ersten Teil hat mir der Charakter von Gereon Rath richtig gut gefallen. Er ist aufbrausend, direkt und hat das Talent sich immer in scheinbar aussichtslose Situationen zu manövrieren. Manchmal hätte ich ihn schütteln können, weil es absehbar war, dass es einfach nicht gutgehen kann, was er gerade plant. Mir gefällt das gemächliche Tempo, in dem Volker Kutscher erzählt, richtig gut. Ich mag es, wenn nicht immer hin und her gehetzt wird und man viel über die Protagonisten erfährt. Hier erfährt man in kleinen Häppchen immer mehr über die Beziehung zwischen Gereon und seinen Eltern. Außerdem kommen einige historische Personen im Buch vor, unter anderem der weiter oben erwähnte Konrad Adenauer, Ernst Gennat (Beamter der Berliner Kriminalpolizei in Preußen) oder der Berliner Polizeipräsident Karl Friedrich Zörgiebel. Die Spielorte wie die Rote Burg (das Polizeipräsidium am Alexanderplatz) oder das Aschinger (Restaurant) sind ebenfalls reale Orte.

In den späten 1920er Jahren löste der Stummfilm den Tonfilm ab. Stummfilme zeichnen sich dadurch aus, dass einzelne erklärende Sätze zwischen den einzelnen Szenen eingeblendet werden und der gesamte Film mit manchmal eigens dafür komponierter Musik hinterlegt ist. Wenn man sich mal so einen Film ansieht, merkt man schnell, dass diese Filme genauso ausdrucksstark sind wie die heutigen Tonfilme, nur auf eine andere Art und Weise. Habt ihr schon mal einen Stummfilm gesehen? Ich habe mal im Rahmen einer Ausstellung einen Stummfilm gesehen und war beeindruckt, wie man sich damals ohne Sprache ausdrücken konnte.

Über den Sprecher, David Nathan, brauche ich vermutlich nicht mehr viel zu sagen. Ich bin seit dem ersten Hörbuch, das er mir vorgelesen hat, großer David Nathan Fan und finde, dass er hier wieder ausgezeichnete Qualität abgeliefert hat.

Dieser Teil ist ebenfalls als die Serie „Babylon Berlin“ verfilmt worden, allerdings nicht als Staffel 2, sondern als Staffel 3, wobei hier laut Wikipedia nur der Kerninhalt mit dem Buch übereinstimmt. Ich habe nur einen Teil der ersten Staffel gesehen und finde, dass die Bücher um einiges besser sind als die Serienverfilmung.  

Wenn Euch das Hörbuch interessiert, könnt ihr euch beim Argon Verlag die Hörprobe anhören.  Meine Meinung bezieht sich auf die ungekürzte Hörbuchausgabe. Die gekürzte Ausgabe wird von Reiner Schöne gelesen und hat eine Laufzeit von 6 Stunden und 38 Minuten.

Die Gereon Rath Reihe umfasst bisher insgesamt acht Teile:

1. Der nasse Fisch

2. Der stumme Tod

3. Goldstein

4. Die Akte Vaterland

5. Märzgefallene

6. Lunapark

7. Marlow

8. Olympia

Infos zum Hörbuch *Werbung*

Länge: 17 Stunden 30 Minuten

Verlag: Argon Verlag

Preis: 29,95 €

Veröffentlichung: 13. Dezember 2019

ISBN: 978-3-7324-5397-9

Tödliches Idyll – Rhys Bowen (Ein Fall für Constable Evan Evans # 1) [Hörbuch]

Ich weiß nicht genau, ob es die Kombination aus dem Sprecher und der Geschichte war oder ob mir nur die Geschichte nicht gefallen hat. Ich habe dem Hörbuch eine richtig lange Chance gegeben, aber bei gut 70 % war Schluss. Ich habe es abgebrochen.

Evan Evans lässt sich nach Llanfair in Wales versetzen. Dort passieren nie irgendwelche Verbrechen. Dann werden zwei Wanderer tot aufgefunden und Evan kann nicht glauben, dass sie einfach nur unglücklich die Berge hinab gestürzt sind. Er fängt also an zu ermitteln, obwohl das gar nicht sein Job ist.

Es beginnt schon mit dem Namen des Dorfpolizisten Evan Evans. Das finde ich total dämlich, Evan übrigens auch. Der Autor hat sich auch sicher was dabei gedacht, aber ich weiß nicht was. Die Geschichte ist grundsätzlich ganz nett, aber für mich ziemlich langweilig geschrieben. Ich mag Cozy Crime echt gern, aber das war mir irgendwie zu cozy: „in unserem Dorf passiert doch kein Verbrechen. Das muss ein unglücklicher Unfall gewesen sein!“ – Kuschelkurs hoch zehn und das obwohl sogar  ich als Laie gemerkt habe, dass da ein Mord passiert ist. Nee, das war nichts. Eigentlich schade, denn ich fand den Klappentext gar nicht schlecht.

Der Sprecher, Omid-Paul Eftekari, war für mich sehr einschläfernd. Ich könnte mir vorstellen, dass ein anderes Genre ihm besser liegen würde, denn die Stimme ist sehr angenehm anzuhören.

Wenn ihr mal in das Hörbuch rein hören wollt oder euch das Buch ansehen wollt, seht euch mal auf der Seite von Digital Publishers um.

Die Pest – Albert Camus (Hörbuch)

Diesmal war es wohl ein Fehler das Hörbuch zu hören und nicht das Buch zu lesen. Laut meinem Hörbuchanbieter ist das Hörbuch zwar nicht gekürzt, aber es fühlt sich so an. Ich habe das Buch leider nicht im Deutschunterricht gelesen, (wie bestimmt so manch einer von Euch) daher kann ich nicht beurteilen, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege.

Das Buch spielt im Jahr 1940 in einer Stadt mit dem Namen Oran in Algerien. Alles fängt an als der Hausmeister des Hauses, in dem der Arzt des Ortes  wohnt, eine verendende Ratte findet. Anfangs wird nicht ernst genommen,  dass immer mehr Ratten sterben und schließlich fällt auf, dass die Krankheit auch auf Menschen überspringt und eine Epidemie auslöst. Immer mehr Menschen sterben und man glaubt, die Pest niemals besiegen zu können.

Wie auch schon bei „Die Stadt am Ende der Welt“ bin ich fasziniert, wie recht die jeweiligen Autoren hatten, was die Verbreitung und auch der Umgang mit der Epidemie angeht. Wenn man sich mal unser aktuelles Geschehen seit Anfang des Jahres vor Augen hält, kann man so viele Parallelen finden. Wer also gerade sehr mit Corona hadert, sollte das Buch nicht lesen. Die Stimmung ist im Buch auch durchgehend düster bis hoffnungslos, also auch nichts für Menschen, die gerade nicht so gut drauf sind.

Ulrich Matthes hat großartig gelesen, so wie immer, aber ich finde, dass der Erzählstil nicht zum Gesamtbild passt. Ich gehe davon aus, dass das Hörbuch gekürzt war, denn gerade das Ende kam für mich sehr überraschend. Ich werde das Buch auf jeden Fall auf meine Leseliste nehmen, weil es mir richtig gut gefallen hat und ich daher gerne den vollständigen Text lesen würde. Der Autor hat einen Schreibstil, der mich sehr gefesselt hat. Einige Sätze hätte ich mir auch gerne angestrichen, denn es steckte so viel Wahres in ihnen.

Mein Fazit ist also: Lieber lesen als hören und sich nicht runter ziehen lassen. Es ist immer ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen.  

Mehr Infos über das Hörbuch könnt ihr auf der Seite des Verlages finden und beim Rowohlt Verlag gibt es Infos über das Buch.

Baskische Tragödie (Luc Verlain # 4) – Alexander Oetker (Hörbuch)

Ich habe mich so gefreut, als ich gesehen habe, dass es Teil 4 endlich als digitales Hörbuch gibt. Ich habe Luc Verlain mittlerweile nämlich sehr gern. Allerdings war dieser Teil anders als die Teile davor.

Als an den Stränden des Aquitaine Pakete mit Kokain angespült werden und ein kleiner Junge ins Koma fällt, weil er in einem unbeobachteten Moment davon probiert, ist Luc der leitende Ermittler.
In den vorherigen Bänden sind immer mal Hinweise auf diesen vierten Teil gestreut worden, die nun dazu führen, dass Luc selber zum Gejagten wird. Er wird zum Spielball eines Drogenbosses, der ihn allerlei aussichtslose Vorhaben erledigen lässt. Luc bleibt nichts anderes übrig als mitzumachen, denn er ist mittlerweile in seiner Heimat als korrupter Polizist bekannt, der in ganz Frankreich gesucht wird.

Im Gegensatz zu den anderen Teilen kommt „Baskische Tragödie“ wie ein Thriller daher. Ich fand es durchweg spannend und habe die ganze Zeit mit gefiebert und gehofft, dass Luc das alles heil übersteht. Das Ende des Buches klang für mich allerdings wie ein Abschied von Luc und seinen Kollegen, denn alle Fragen, die sich in den letzten drei Teilen aufgebaut haben, wurden jetzt beantwortet. Ich hoffe nicht, dass sich das bewahrheitet, denn ich würde gerne weitere Bücher über ihn hören.

Der Sprecher, Frank Arnold, hat seine Sache wieder sehr gut gemacht und mich diesmal nach Spanien versetzt, denn dort bzw. im Grenzgebiet zu Frankreich spielt „Baskische Tragödie“.

Wenn ihr Frankreich mögt und der französischen Sprache nicht abgeneigt seid, probiert es einfach mal mit der Luc-Verlain-Reihe. Für mich sind die vier Bücher einfach Wohlfühlbücher.

Auf der Seite des Audiobuch Verlages könnt ihr mehr über das Hörbuch erfahren.

Fräulein Gold. Schatten und Licht – Anne Stern (Hörbuch)

Kaum hatte ich das Buch auf meinem SuB, hatte ich gar keine Lust mehr es zu lesen. Also habe ich eine Weile gewartet und es dann als Hörbuch gehört. Das war eine weise Entscheidung.

Es ist das Jahr 1922, wir befinden uns in Berlin und erleben Hulda Gold in voller Pracht. Sie ist Hebamme und Single, allerdings ist sie unglücklich verliebt in ihren Freund aus Kindertagen. Als die Nachbarin einer ihrer Kundinnen unter seltsamen Umständen stirbt, schaltet sich Huldas kriminalistischer Verstand ein, so dass sie nicht anders kann als bei den Ermittlungen mitzumischen.

Anfangs war ich hin und her gerissen, weil ich Hulda für zu frech und unverschämt empfand und es kam mir auch ein wenig zu bemüht vor. Vielleicht lag das an der Stimme von Anna Thalbach, die sehr enthusiastisch Hildas Launen folgt. Nachdem ich mich eingehört hatte und die Charaktere kennen gelernt habe, fand ich sowohl die Stimme der Sprecherin als auch Huldas Art sehr passend. Eigentlich ist „Schatten und Licht“ eine Geschichte um Hulda Gold mit ein wenig Krimi, also genau das richtige für eine entspannte Lektüre bzw. Hörgenuss.

Bisher kannte ich noch keine Bücher von Anne Stern, aber ich werde ganz bestimmt sowohl den zweiten Teil der Reihe („Scheunenkinder“) als auch weitere Bücher von ihr lesen.

Auf der Seite des Argon Verlages könnt ihr mehr über das Hörbuch erfahren.

Der nasse Fisch – Volker Kutscher [Die Gereon-Rath-Romane] (Hörbuch)

Als die erste Staffel von “Babylon Berlin” ausgestrahlt wurde, haben wir uns einen Teil davon angesehen, aber so recht überzeugt war ich nicht. Warum ich dann allerdings den ersten Teil der Gereon-Rath-Reihe hören wollte, weiß ich gar nicht genau. Jedenfalls ist mir jetzt klar, dass ich “Babylon Berlin” niemals weiter ansehen werde, denn das erste Buch der Reihe hat mich so sehr überzeugt, dass ich die Reihe weiter hören werde und keinen Bedarf mehr an der Serie habe.  

Gereon Rath wurde von Köln nach Berlin versetzt, nachdem er den Sohn eines bekannten Verlegers während eines Einsatzes erschossen hat. Dort ist er erst mal bei der Sitte, allerdings verstrickt er sich durch private Umstände immer mehr in einen aktuell laufenden Kriminalfall und ermittelt erst heimlich, wird dann aber versetzt und darf offiziell ermitteln.  

Ich habe so viele Gründe gefunden, das Buch großartig zu finden. Nicht nur dass einer meiner absoluten Lieblingssprecher – David Nathan – das Hörbuch liest, sondern auch der Schreibstil hat mir außerordentlich gut gefallen. Die Charaktere sind nicht einfach gestrickt, so dass man als Hörer/in das Gefühl hat, dass es um echte Menschen geht, von denen da erzählt wird. Gereon Rath ist nicht die Art Mensch, dem alles beim ersten Versuch sofort gelingt und er hat auch mal Dreck am Stecken und muss eine Lösung aus der aktuellen Situation finden. All das hat dazu geführt, dass ich wie gebannt zugehört habe, wie sich Herr Rath immer und immer mehr in die Geschehnisse verwickelt hat. Ein großes Plus für mich war zusätzlich noch, dass das Buch nicht total rasant geschrieben ist, so dass man sich wie getrieben fühlt, eher ist es so, als würde man den normalen Alltag langsam und gemächlich, sozusagen in Echtzeit, miterleben. Die Spannung kommt aber trotz allem nicht zu kurz.  

Meiner Meinung nach hat der Inhalt des Buches nicht viel damit zu tun, was am Ende als Serie herauskam, denn schon allein die Gedanken der Figuren sind ja über ein visuelles Medium gar nicht transportierbar. Genau diese haben das Hörbuch für mich sehr bereichert. 

Ich werde auf jeden Fall alle weiteren Bücher der Reihe ebenfalls hören. Wenn ihr neugierig geworden seid, guckt einfach auf die Seite vom Argon Verlag. Es gibt ein gekürztes und ein ungekürztes Hörbuch. Ich habe das ungekürzte Hörbuch gehört.  

Das sind die weiteren Teile der Serie: 

Der stumme Tod 

Goldstein 

Moabit 

Märzgefallene 

Lunapark 

Marlow 

Olympia 

Sprecher: David Nathan 

Verlag: Argon  

Erscheinungsdatum: 18. September2017 

Dauer: 18 Stunden 7 Minuten 

Herzfaden – Thomas Hettche (Hörbuch)

Als Kind haben wir uns doch fast alle von Jim Knopf oder von Urmel aus dem Eis verzaubern lassen. Habt ihr euch jemals überlegt, wie die Augsburger Puppenkiste entstanden ist? Nein? Ich auch nicht. Aber dafür haben wir ja jetzt Herrn Hettche, der uns diese Geschichte so zauberhaft vermittelt.  

„Der Herzfaden ist der wichtigste Faden einer Marionette. Er macht uns glauben, sie sei lebendig, denn er ist am Herzen der Zuschauer festgemacht.“ 

In “Herzfaden” geht es vor allem um Hatü, wie Hannelore Marschall-Oehmichen, die Mitbegründerin der Augsburger Puppenkiste, genannt wird. Sie und ihre Familie erleben den zweiten Weltkrieg und vor allem seine Auswirkungen mit und der Vater, Walter Oehmichen, hat den großen Traum ein Puppentheater aufzubauen. Anfangs ziehen sie noch mit einer Kiste, dem Puppenschrein durch die Lande, später wird die Puppenkiste nicht nur sesshaft, sondern auch fürs Fernsehen verfilmt. Obwohl es hier um eine der dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte geht und dies auch oft Thema ist, wirkt das Buch nie traurig oder düster. Die Rahmengeschichte über das Mädchen, das sich auf dem Dachboden des Theaters verläuft und sowohl die junge Hatü als auch ihre Marionetten trifft, hätte ich persönlich nicht zwingend gebraucht, aber es hat der ganzen Geschichte etwas Märchenhaftes gegeben. Wahrscheinlich war das auch genau die Intention des Autors.  

Da ich mir bisher weder über die Augsburger Puppenkiste noch über Marionetten Gedanken gemacht habe, war es total interessant die Entstehung mitzuerleben. Thomas Hettches Interpretation von Hatüs Leben besteht aus der großen Liebe zu Marionetten. Diese Begeisterung, die Thomas Hettche ihr angedichtet hat, scheint tatsächlich vorhanden gewesen zu sein. Denn sie hat in ihrem Leben um die 6000 Puppen geschnitzt, die zum Teil heute noch auf der Bühne stehen.  

Valery Tscheplanowa und Christian Brückner haben das Hörbuch zu einem wunderschönen Erlebnis gemacht. Christian Brückner erzählt die Geschichte des Mädchens aus dem Dachboden und Valery Tscheplanowa hat den Hauptteil des Buches übernommen. Beide haben für mich “Märchenstimmen”, die ich immer noch im Ohr habe und eigentlich auch gar nicht gehen lassen wollte. Von mir aus hätte das Buch gerne noch länger sein dürfen.

Sprecher: Valery Tscheplanowa, Christian Brückner 

Verlag: Argon Hörbuch   

Erscheinungsdatum: 10. September 2020 

Dauer: 7 Stunden 55 Minuten 

*Hörprobe*

*Leseprobe*