Brombeerfuchs. Das Geheimnis von Weltende – Kathrin Tordasi

Warum hat das Buch eigentlich so lange auf meinem virtuellen SuB gelegen? Kaum hatte ich den Prolog gelesen, war ich auch schon mittendrin in der Geschichte,  inklusive wunderbarem Kopfkino.

Die Geschichte beginnt in Wales, wo Portia ihre Ferien bei ihrer Tante und deren Lebensgefährtin verbringt. Eines Tages kommt ein seltsamer Fuchs ins Arbeitszimmer der Tante und scheint etwas zu suchen. Portia folgt ihm und gelangt in das Feenreich. Allerdings hat sie mit der Öffnung der Tür auch den Grauen König geweckt, der im Niemandsland zwischen der Menschenwelt und dem Feenreich sein Unwesen treibt. Als ihre Tante Rose ihr folgt und auch noch Ben, einen Jungen aus dem Ort, im Gepäck hat, verschlägt es sie alle drei in eine zauberhafte und waghalsige Rettungsaktion, denn der Graue König muss aus dem Verkehr gezogen werden, damit er nicht großes Unheil über die Menschenwelt und das Feenreich bringt.

Dieses Buch beinhaltet alles, was man sich von einem Jugendroman, der in einer Fantasiewelt spielt, erhofft. Nicht nur Bösewichte, die kinder- und jugendgerecht böse gestaltet sind, sondern auch total bezaubernde Wesen wie Gestaltwandler, Feen und sonstige Fantasiewesen. Die Figuren, die mit Portia und Ben unterwegs sind, haben sofort mein Herz gewonnen. Die Geschichte spielt in Conwy und die Beschreibung der Umgebung hat in mir sofort Fernweh ausgelöst.

Die Geschichte ist gut durchdacht, aber auch relativ leicht zu durchschauen. Das hat das Buch für mich aber nicht weniger lesenswert gemacht, denn es war ja von Beginn an klar, dass es sich um ein Kinder- bzw. Jugendbuch handelt.

Für alle, die gerne mal in ganz fremde und zauberhafte Welten abtauchen möchten und sich in einer Geschichte wohl fühlen möchten, ist „Brombeerfuchs. Das Geheimnis von Weltende“ genau das richtige. Es ist im Übrigen der Debütroman der Autorin. Ich hoffe, dass noch mehr schöne Bücher von ihr folgen.

Wenn ihr mehr über das Buch erfahren wollt, guckt euch mal auf der Seite des Verlages um. Dort gibt es auch eine Leseprobe.

Das Buch wurde mir von Netgalley und den Fischer Verlagen zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Briefe vom Weihnachtsmann – J. R. R. Tolkien

Was für ein wundervolles Buch! Ich habe es mir vor ein paar Jahren in der erweiterten Neuauflage gegönnt, weil ich ich das Cover so schön fand.

Mit seinen etwas mehr als 100 Seiten hat das Buch mehr zu bieten als man auf den ersten Blick sehen kann. Die Originalbriefe, die Tolkien seinen Kindern John, Michael, Christopher und Priscilla in den Jahren 1920 bis 1943 jedes Jahr als Weihnachtsmann geschreiben hat, sind vollständig und mit Zeichnungen abgedruckt und auf Deutsch übersetzt worden. Zwischendurch sind es mal kurze Briefe, mal richtige kleine Geschichten, die er sich ausgedacht hat. Und alles hat er entweder mit der zittrigen Hand des Weihnachtsmannes geschrieben, mit der fetten Schrift des Polarbären oder auch mit der Schrift von Ilbereth, dem Sekretär des Weihnachtsmannes. Das sind aber bei weitem nicht die einzigen Figuren, die in den Briefen vorkommen.

Das Buch eignet sich sehr gut als Adventskalenderbuch, wobei die Aufteilung nach den 24 Tagen natürlich fehlt. Man kann hier einfach selber entscheiden wie viel man an einem Tag liest. Ich fand es besonders schön erst den abgedruckten Brief, den Tolkien geschrieben hat, zu lesen, mir seine Zeichnungen anzusehen und anschließend die deutsche Übersetzung zu lesen. Bisher wusste ich nicht, dass Tolkien auch zeichnen kann. Wie man in dem Buch sieht sogar ziemlich gut.

Zur Einstimmung auf Weihnachten und vielleicht auch als Gute-Nacht-Geschichte im Advent ist das Buch für Groß und Klein geeignet. Wenn ihr Weihnachten liebt, werdet ihr dieses Buch auch lieben.

Weiter Infos zu dem Buch findet ihr auf der Seite des Verlages.

Der Dieb und der Söldner – Sam Feuerbach [Die Gaukler-Chroniken]

Ich habe schon ziemlich lange keine Fantasy mehr gelesen, obwohl es eigentlich zu meinen Lieblingsgenres gehört. Das Cover von “Der Dieb und der Söldner” hat mir gut gefallen und kürzlich habe ich ja auch Sam Feuerbach für mich entdeckt. Daher habe ich es einfach mal versucht. Das Resultat ist jetzt, dass ich alle weiteren Feuerbach-Bücher auf meiner Leseliste stehen habe. Hilfe!  

Das Buch beginnt mit einem Prolog, er einen nach einiger Zeit schon auf die richtige Fährte bringt. Es geht gemächlich weiter mit Raffael, der kein Dieb ist, sondern ein Gaukler. Das klingt nämlich besser. Er ist mit seinem Pferd Diego und seinem Freund Krims unterwegs, der einen handzahmen Regenwurm namens Borsti sein Eigen nennt. Die beiden schlagen sich so durch mit Betrügereien und haben eigentlich ein ganz nettes Leben. Einige Zeit und einige Begebenheiten später begegnet Raffael Brocken und Wieland unter äußerst widrigen Umständen und wie der Zufall oder vielleicht auch die Vorsehung es will, gehen die drei auf eine gemeinsame Reise um jeweils ihr eigenes Ziel zu erreichen.  

Sam Feuerbachs Schreibstil ist sehr humorvoll, er lebt vom Wortwitz und Ideenreichtum. Die Figuren Raffael, Brocken und Wieland sind so unterschiedlich, wie man es sich nur vorstellen kann. Mein Favorit war Brocken, denn ich stehe auf Superhelden. Und in meinen Augen ist er das auch, denn er ist aus unerfindlichen Gründen stark und unerbittlich, er ist mürrisch mit einem Hang zur Wut und dabei trotzdem irgendwie liebenswert. Zumindest für mich. Die Welt, in der das Buch spielt, ist mittelalterlich, Kriege spielen eine große Rolle, denn immerhin ist Brocken Söldner.  

Ich bin wirklich sehr begeistert von dem Buch und werde die Reihe weiterlesen. Seht euch doch mal auf der Seite des bene Verlages um und lest die Leseprobe. Mich hat sie direkt überzeugt.  

Aktuell gibt es noch einen weiteren Teil (“Die Hure und der Söldner”), der dritte Teil “Die Hexe und der Söldner” erscheint am 10. Dezember 2020.  

Verlag: bene Verlag 

Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2019 

Seiten: 400 

Mitternacht in Charlbury House – Helen Peters

Was für ein niedliches und schönes Buch! Ich mag Kinder- und Jugendromane und Bücher, in denen Zeitreisen eine Rolle spielen, ebenfalls. Sogar das angenehm schlichte Cover gefällt mir gut.

Evi soll für ein paar Nächte bei ihrer äußerst seltsamen Tante wohnen. Sie wohnt in Charlbury House, das mittlerweile zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Kaum ist Evi die erste Nacht dort, verschlägt es sie schon ins Jahr 1814. In dieser Zeitlinie ist sie Magd und muss die Tochter des Hausherrn retten. Diese wird nämlich bis zum Ende ihres Lebens in ihrem Zimmer eingesperrt, weil sie mit dem Gärtner durchbrennen möchte.

Wie das nun mal bei Jugendbüchern ist, ist der Schreibstil relativ einfach gehalten. Dadurch ließ  es sich einfach so weg lesen. Der Alltag der Mägde spielt in dem Buch eine große Rolle, denn die Rettung von Sophia ist nicht so einfach wie Evi es sich gedacht hat. Jugendgerecht wurde immer wieder dargestellt, wie groß die Unterschiede im Jahr 1814 zum Jahr 2020 sind.

Wenn ihr Jugendgeschichten mögt, ist das Buch auf jeden Fall etwas für euch. Und für Jugendliche, die sich etwas für das Leben vor ungefähr hundert Jahren interessieren, ist es erst recht die perfekte Lektüre.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Thienemann-Esslinger Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Wenn ihr noch weitere Infos über das Buch sucht, guckt euch mal auf der Seite des Verlages um.

Wie die Ruhe vor dem Sturm (Chances # 1) – Brittainy C. Cherry

Er war er, ich war ich und wir waren wir.

Sprecher: Yesim Meisheit, Nicolás Artajo

Verlag: LYX  

Erscheinungsdatum: 29. Juni 2020

Dauer: 631 Minuten

ISBN: 978-3-96635-071-6

Die Autorin (Verlag):

Brittainy C. Cherrys erste große Liebe war die Literatur. Sie hat einen Abschluss der Carroll Universität in Schauspiel und Creative Writing und schreibt hauptberuflich Theaterstücke und Romane. Sie lebt mit ihrer Familie in Milwaukee, Wisconsin.

Klappentext (Verlag):

Als ich meine neue Stelle als Nanny einer reichen Familie antrat, konnte ich nicht ahnen, dass es Greyson Easts Kinder waren, die ich betreuen würde. Und auch nicht, dass der Junge, den ich einmal geliebt hatte, zum Mann geworden war – ein eiskalter, einsamer, unnahbarer Mann. Alles an Grey war in Schmerz versunken. Doch ab und zu sah ich den Jungen von damals in seinen sturmgrauen Augen – und ich wusste, dass es sich um ihn zu kämpfen lohnte.

Meine Meinung:

Ich weiß gar nicht, was mit geritten habe, als ich bei Netgalley diesen Roman als Rezensionsexemplar angefordert habe. Ich mag weder Klischee-Liebesromane, noch fand ich das Cover oder den Klappentext besonders ansprechend. Und vom Namen der Autorin rede ich gar nicht erst. Vorab kann ich euch aber sagen, dass ich mich unsterblich sowohl in das Buch als auch in die Figuren verliebt habe.

Die Geschichte beginnt wie viele Lovestorys: Das unscheinbare Mädchen mit den Libellen-Häkeljacken wird plötzlich von dem Superstar der Schule wahrgenommen und sie verlieben sich ineinander. Jahre später treffen sie sich wieder, er ist verbittert, sie immer noch Single und was passiert dann? Lest oder hört es einfach selber 😉

Nach ein paar Sätzen war es passiert: Ich hatte schon alle Stadien des mitfiebernden Hörens hinter mir. Gänsehaut, Tränchen in den Augen und gelacht hatte ich auch schon. Aber wie kommt das? Ich kann es nur so beschreiben, dass die Autorin unendlich liebevoll schreibt. Die Figuren, die sie entworfen hat, sind einfach so dargestellt, dass sie genau das in einem hervorrufen, was die Autorin im Sinn hatte. In meiner Jugend habe ich sehr viele Liebesromane gelesen, aber kaum einer hat mein Herz so sehr berührt wie der erste Teil der Geschichte um Ellie und Gray.

Die Sprecher sind perfekt für das Buch. Yesim Meisheit liest mit Herz und Seele und ich habe ihr jedes einzelne Wort abgenommen. Nicolás Artajo liest etwas gemäßigter, aber seine Rolle im Buch ist auch entsprechend. Ich kannte vorher beide nicht und bin froh, dass ich mit dem Hörbuch versucht habe.

Der zweite Teil der Reihe mit dem Titel „Wie die Stille vor dem Fall. Erstes Buch“ (es wird zwei geben), erscheint leider erst am 27. November 2020. Ich werde es wahrscheinlich direkt entweder hören oder lesen. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung.

Auf der Seite des Verlages könnt ihr euch die Hörprobe anhören.

Das Buch wurde mir von Netgalley und vom LYX-Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Das ferne Leuchten (Das Marsprojekt # 1) – Andreas Eschbach (Hörbuch)

Sprecher: Louis Friedemann Thiele

Verlag: Lübbe Audio

Erscheinungsdatum: 19. Juni 2020

Dauer: 504 Minuten

ISBN: 978-3-8387-9523-2

Der Autor (Verlag):

Andreas Eschbach, geboren am 15.09.1959 in Ulm, ist verheiratet, hat einen Sohn und schreibt seit seinem 12. Lebensjahr.

Er studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Von 1993 bis 1996 war er geschäftsführender Gesellschafter einer EDV-Beratungsfirma.

Als Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung „für schriftstellerisch hoch begabten Nachwuchs“ schrieb er seinen ersten Roman „Die Haarteppichknüpfer“, der 1995 erschien und für den er 1996 den „Literaturpreis des Science-Fiction-Clubs Deutschland“ erhielt. Bekannt wurde er vor allem durch den Thriller „Das Jesus-Video“ (1998), der im Jahr 1999 drei literarische Preise gewann und zum Taschenbuchbestseller wurde. ProSieben verfilmte den Roman, der erstmals im Dezember 2002 ausgestrahlt wurde und Rekordeinschaltquoten bescherte. Mit „Eine Billion Dollar“, „Der Nobelpreis“ und zuletzt „Ausgebrannt“ stieg er endgültig in die Riege der deutschen Top-Thriller-Autoren auf.

Nach über 25 Jahren in Stuttgart lebt Andreas Eschbach mit seiner Familie jetzt seit 2003 als freier Schriftsteller in der Bretagne.

Klappentext (Verlag):

Ariana, Ronny, Carl und Elinn sind auf dem Roten Planeten geboren und aufgewachsen. Doch im Jahr 2086 sollen sie plötzlich gemeinsam mit allen Marssiedlern zur Erde zurückkehren. Die vier Jugendlichen jedoch sind fest entschlossen, auf dem Mars zu bleiben. Besonders Elinn, die aus medizinischen Gründen auf der Erde nicht überleben könnte. Gemeinsam hecken die Freunde einen Plan zur Rettung der Marskolonie aus und machen dabei eine unglaubliche Entdeckung.

Meine Meinung:

Wenn ich so recht überlege, scheine ich ein Fan der Bücher von Andreas Eschbach zu sein. Er gehört zu den Autoren, die ich gar nicht wirklich auf dem Schirm habe, aber wenn ich was lese oder höre, gefällt es mir immer gut. Hier war das auch der Fall.

Die vier „Marskinder“ heißen Marskinder, weil sie bis auf Carl dort geboren sind. Carl war erst drei Monate alt, als seine Eltern auf den Mars gezogen sind. Der Mars ist nun seit 36 Jahren besiedelt und die dort lebenden Menschen sind damit beschäftigt ihn zu erforschen. Doch plötzlich soll das Projekt Mars gestoppt werden und alle sollen auf die Erde zurück gehen. Wie man sich vorstellen kann, ist das für die Marskinder so gut wie unmöglich, denn sie kennen ja nur den Mars und fühlen sich dort wohl. Dazu kommt noch, dass Elinn krank ist und auf der Erde nicht überleben würde. Also beginnen sie einen Plan zu schmieden um entweder allein oder mit den anderen rund 200 dort lebenden Menschen bleiben zu dürfen.

Von Anfang an fand ich die Stimme des Sprechers ganz toll, denn sie passt perfekt zu einem Hörbuch für Jugendliche. Ein wenig märchenhaft klingt sowohl der Schreibstil als auch die Art, wie Louis Friedemann Thiele das Buch vorliest. Man merkt öfter, dass es ein Jugendbuch ist, aber gerade das hat mir gut gefallen. Es hatte was von einem Abenteuerroman, den so manch einer mit SIcherheit in seiner Kindheit gelesen hat.

Andreas Eschbach hat den Mars, die Abläufe dort und auch die Landschaft dort sehr bildlich beschrieben. Es fühlte sich fast an als wäre er selber dort gewesen und hätte mit den Marsbewohnern eine Weile dort gewohnt. Ich konnte jedenfalls fast nicht glauben, dass das alles Fiktion sein soll.

Das Buch hat sich ganz langsam und heimlich in mein Herz geschlichen, so dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu hören. Die weiteren Teile werde ich auf jeden Fall auch hören. Insgesamt sind es fünf:

Teil 2 „Die blauen Türme“

Teil 3 „Die gläsernen Höhlen“

Teil 4 „Die steinernen Schatten“

Teil 5 „Die schlafenden Hüter“

Für mehr Infos über den ersten Teil könnt ihr euch auf der Seite des Verlages umsehen.

One of us is lying – Karen M. McManus

Originaltitel: One of us is lying

Übersetzer: Anja Galic

Verlag: cbt

Erscheinungsdatum: 13. Januar 2020

Seiten: 496 Seiten

ISBN:  978-3570311653

Die Autorin (Verlag):

Karen M. McManus Debütroman »One of us is lying« stürmte auf Anhieb die Bestsellerlisten, so wie auch »Two can keep a secret« und »One of us is next«. Ihre Romane wurden in über 40 Länder verkauft und sind internationale Bestseller; »One of us is lying« wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019 nominiert. Karen M. McManus wohnt in Massachusetts und hat ihren Master-Abschluss in Journalismus an der Northwestern University gemacht.

Klappentext (Verlag):

Eine Highschool, ein Toter, vier Verdächtige …

An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv…

Meine Meinung:

Ich habe im Vorfeld einige Rezensionen gelesen und war der Meinung, dass ich es mit einem mittelmäßigen nicht ganz so spannenden Jugendroman zu tun habe. Was ich bekommen habe, war ein Sonntag voller Spannung.

Bronwyn, Addy, Cooper, Nate und Simon müssen nachsitzen, weil sie angeblich verbotenerweise ihr Handy mit in den Unterricht genommen haben. Allerdings behaupten alle, dass sie ihr Handy im Spind gelassen haben. Als Simon während des Nachsitzens nach dem Genuss eines Glas Wassers plötzlich zusammenbricht und stirbt, kommt die Vermutung auf, dass einer von den Vieren ihn umgebracht haben könnte. Simon ist Begründer einer Gossip-App, in der unangenehme Wahrheiten über viele Schüler der Bayview High offengelegt werden. Kurz vor seinem Tod schien er Bronwyn, Addy, Cooper und Nate auf dem Kieker gehabt zu haben. Es bleibt also nicht aus, dass genau diese vier nun unter Mordverdacht stehen und dass die im Unterricht aufgetauchten Handys irgendwas damit zu tun haben. Der Todesfall und seine Aufklärung zieht nicht nur in der Schule, sondern auch in den Medien weite Kreise.

Die vier Jugendlichen, die später im Verlauf des Buches von der Presse die „Bayview Four“ genannt werden, sind so, wie man sich als „normaler“ Europäer einen amerikanischen High-School-Schüler vorstellt. Bronwyn ist die Kluge, durchorganisierte, die alles im Griff hat. Addy ist mit ihrem Freund Jake glücklich, hat aber ihr ganzes Leben auf ihn eingerichtet. Cooper ist der erfolgreiche Baseballspieler, die nicht nur gut aussieht, sondern auch kurz davor ist, bekannt zu werden. Nate ist der abgerissene Loser mit einem Trinker als Vater und einer Mutter, die die Familie verlassen hat. Da fragt man sich wirklich, welche Geheimnisse die vier haben könnten, die sie so in Bedrängnis bringen, dass sie einen Mord begehen würden um der Offenlegung dieser Geheimnisse zu entgehen. Ich fand das, was am Ende raus kam, nicht so wild, aber ich glaube für einen Menschen in dem Alter, in so einer Schule und vielleicht auch an diesem Ort ist es ziemlich schlimm.

Die Erzählweise hat mich sehr an die Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ erinnert, wobei ich zugeben muss, dass ich nur die Serie kenne. Auch hier werden die verschiedenen Begebenheiten von der jeweiligen Person als Ich-Erzähler berichtet. Natürlich weiß der Leser ab und an ein wenig mehr als der Erzähler, aber nicht so viel, dass permanent etwas verraten wird. Die Autorin hat immer erst nach und nach entschlüsselt, was passiert ist. Am Ende der Kapitel wurden ganz oft Cliffhanger eingebaut, die mich dazu gezwungen haben immer weiter zu lesen. Das Buch an sich ist inhaltlich abgeschlossen.

„One of us is lying“ ist das erste Buch von Karen M. McManus. Es gibt noch einen zweiten Teil „One of us is next“ und eine Vorgeschichte „Die Bayview Four – ein Jahr danach“, die ich auch auf jeden Fall lesen werde.

Wer jetzt neugierig geworden ist und das Buch lesen möchte, sollte sich ausreichend Zeit frei schaufeln um es am Stück zu lesen. Ich wäre vor Spannung vermutlich umgekommen, wenn ich es hätte unterbrechen müssen.

Eine Leseprobe findet ihr auf der Seite des Verlages.

One True Queen, Band 2: Aus Schatten geschmiedet (Hörbuch)

„Wir schreiben unsere Geschichte neu.“

  • Sprecherin: Katja Sallay
  • Verlag: Wunderkind Audiobooks
  • Erscheinungsdatum: 1. Februar 2020
  • Dauer: 16 Stunden 8 Minuten
  • ASIN: B082P2ZRR4 (Hörbuch, ungekürzte Ausgabe)

Die Autorin (Verlag):

Jennifer Benkau schreibt Bücher für Erwachsene, Kinder und Jugendliche und hat sich vor allem mit der erfolgreichen „Dark Canopy“-Reihe einen Namen gemacht, für die sie 2013 u. a. mit dem DeLiA-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. 2016 gründete sie zusammen mit vier anderen Autorinnen das Label INK REBELS. Ihr Herz schlägt für die Fantasy und die schreibt sie gern mit lauter Musik, Schokolade und jeder Menge Kaffee. Sie lebt mit ihrem Mann, vier Kindern, zwei Hunden und einem Pferd zwischen Düsseldorf und Köln und ist auf der ständigen Suche nach versteckten Toren in fremde Welten. Ganz zufällig fand sie dabei auch einen Weg nach Lyaskye. 2019 wurde ihr Buch „One True Queen. Von Sternen gekrönt“, erschienen bei Ravensburger, von der Lese-Community Lovelybooks mit dem bronzenen Lesepreis in der Kategorie „Jugendbuch – Fantasy“ ausgezeichnet.

Klappentext (Verlag):

Lang lebe die Königin? Mailins Schicksal ist besiegelt: Sie wurde zur Königin von Lyaskye gekrönt und damit ist ihr Leben verwirkt, sollte sie je wieder einen Fuß in ihr Königreich setzen. Allerdings ist genau das Mailins Ziel. Denn wie soll sie in ihr altes Leben in Irland zurückkehren, wenn ihr Herz bei Liam in der anderen Welt geblieben ist – und wenn sie ständig von furchtbaren Visionen verfolgt wird, in denen Liam ein Gefangener des grausamen Königs ist? Mailin muss zu ihm, koste es was es wolle. Doch um nach Lyaskye zurückzukehren, braucht sie ausgerechnet Nathaniel, den Königskrieger und Weltenspringer, dem sie das Herz aus der Brust gerissen hat … Band 2 der neuen Fantasy-Reihe von Jennifer Benkau. Herzzerreißend. Episch. Atemberaubend.

Meine Meinung:

Der zweite Teil hat mir nicht so gut gefallen wie der erste Teil. Was vielleicht daran lag, dass Mailin märtyrermäßig immer wieder wiederholt hat, dass sie nicht mehr kann, aber muss. Für ihre Schwester, für Liam oder für wen auch immer. Ansonsten fand ich, dass die Geschichte zum ersten Teil passend weiter geführt wurde.

Mailin kehrt nun tatsächlich nach Lyaskye zurück. Das ist natürlich mit einigen Gefahren verbunden, allerdings hat sie ja jetzt Helfer in Form von Liam und seinen Freunden. Ob sie am Ende die Krone los wird und ob sie nach Irland zurück kehrt, müsst ihr schon selber lesen oder hören. Mir fällt es ein wenig schwer mehr zur Geschichte zu erzählen, weil ich nicht spoilern möchte.

Auch im zweiten Teil lauern überall Gefahren. Es ist ja nicht so, dass Lyaskye plötzlich ungefährlicher geworden ist. Ganz im Gegenteil, für Mailin ist es sogar noch gefährlicher, weil sie sich mit Liam eingelassen hat und somit zum Staatsfeind geworden ist. Gleichzeitig wird nach ihr gesucht, weil sie ja die aktuelle Majesty ist. Es wird wieder sehr viel geflucht. Nicht selten hört man ein „F***“ von Mailin. Das gehörte zu den Dingen, die mich irgendwann auch ziemlich genervt haben. Die Geschichte ist aber bis zum Ende gut durchdacht und in sich logisch. Lediglich das Ende hätte ich anders erwartet.

Wer den ersten Teil mochte, wird auch den zweiten Teil mögen. Es gibt immer noch Intrigen, Zusammenhalt zwischen Freunden und bösartige Kreaturen und Menschen. Katja Sallay liest das Buch wie beim vorherigen Teil hervorragend, lediglich bei den tieferen Männerstimmen hört es sich etwas seltsam an, stört aber nicht weiter.

Ich kann das Hörbuch zum Abschluss der Geschichte genauso empfehlen wie ich den Teil auch empfohlen habe.

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Eine Hörprobe findet ihr bei Audible.

Die Tribute von Panem X: Das Lied von Vogel und Schlange – Suzanne Collins

„Snow landet immer oben.“

  • Originaltitel: The Ballad of Songbirds and Snakes
  • Übersetzer: Peter Klöss, Sylke Hachmeister
  • Verlag: Verlag Friedrich Oetinger
  • Erscheinungsdatum: 19. Mai 2020
  • Seiten: 608 Seiten
  • ISBN:  978-3789120022 (Hardcover)

Die Autorin (Verlag):

Suzanne Collins, 1962 geboren, begann ihre Karriere Anfang der 90er-Jahre als Drehbuchautorin für das amerikanische Kinderfernsehen. 2003 veröffentlichte sie mit dem Roman »Gregor und die graue Prophezeiung« den ersten Band einer fünfteiligen Abenteuer-Reihe, die sich schnell zum internationalen Bestseller entwickelte.

2009 erschien »Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele« und erwies sich als Senkrechtstarter. Die packende Gesellschaftsutopie fesselte Leser in der ganzen Welt, errang die ersten Plätze der Beststellerlisten in den führenden Medien der USA, erntete begeisterte Kommentare von Autoren-Kollegen wie Stephenie Meyer und Stephen King und etablierte Suzanne Collins endgültig als internationale Starautorin. Time Magazine wählte Suzanne Collins auf die Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten 2010. In Deutschland wurde »Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele« mit dem Jugendliteraturpreis 2010 ausgezeichnet. Aus der Begründung der Jugendjury: „Brandaktuelle Fragen entflammen im Kopf des Lesers: Wie abhängig bin ich in der Mediengesellschaft von meinem Bild in der Öffentlichkeit? Wie kann ich ich selbst bleiben ohne mich im Surrealen zu verlieren? Wie erschreckend ähnlich ist die fiktive Gesellschaft Panems schon der unseren?“

Der zweite Band »Die Tribute von Panem. Gefährliche Liebe« eroberte sowohl in den USA als in Deutschland die Bestsellerlisten und auch der dritte und damit letzte Teil der Trilogie, im August 2010 in den USA erschienen, sprang sofort von 0 auf Platz 1! Als Blockbuster hat sich die Verfilmung mit Staraufgebot – Jennifer Lawrence, Liam Hemsworth, Elizabeth Banks, Stanley Tucci, Woody Harrelson, Lenny Kravitz, Donald Sutherland u.v.a. – erwiesen: „The Hunger Games. Die Tribute von Panem“ startete im Frühjahr 2012 in den Kinos und schon bald darauf hatte die Besucherzahl die Millionengrenze überschritten. Gleichzeitig rangieren die Buchausgaben unverändert auf den vorderen Plätzen der Bestsellerlisten: der beispiellose Erfolg einer Autorin, die den Nerv der Zeit getroffen hat! Möge das Glück stets mit ihr sein!

Klappentext (Verlag):

Rivalität beflügelt ihn.

Aber Macht hat ihren Preis.

Es ist der Morgen der Ernte der zehnten Hungerspiele. Im Kapitol macht sich der 18-jährige Coriolanus Snow bereit, als Mentor bei den Hungerspielen zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Die einst mächtige Familie Snow durchlebt schwere Zeiten und ihr Schicksal hängt davon ab, ob es Coriolanus gelingt, seine Konkurrenten zu übertrumpfen und auszustechen und Mentor des siegreichen Tributs zu werden.

Die Chancen stehen jedoch schlecht. Er hat die demütigende Aufgabe bekommen, ausgerechnet dem weiblichen Tribut aus dem heruntergekommenen Distrikt 12 als Mentor zur Seite zu stehen: Lucy Gray, das Mädchen im Regenbogenkleid, das zwar singen kann, aber für den Kampf ungeeignet zu sein scheint. Jede Entscheidung, die Coriolanus trifft, könnte über Erfolg oder Misserfolg seines zukünftigen Lebens entscheiden und Lucys Leben vorzeitig beenden. Es beginnt ein brutaler Kampf in der Arena, bei dem Coriolanus schnell feststellt, dass sein Schicksal untrennbar mit Lucy Grays verbunden ist.

Meine Meinung:

Als großer Fan der Panem-Trilogie musste ich einfach wissen, warum Coriolanus Snow zu dem Fiesling wurde, den man aus den vorher erschienenen Teilen kannte. Mir war nicht bewusst, dass ich als Leser die meiste Zeit des Geschehens mit ihm sympathisieren würde. Snow und seine Verwandlung wird von Suzanne Collins sehr überzeugend dargestellt. Der Untertitel des Buches „Das Lied von Vogel und Schlange“ macht im Übrigen auch total Sinn, wenn man das Buch kennt.

Das Buch beginnt zehn Jahre nach dem Ende des Krieges und dem Einblick in die verarmte Familie Snow, die ihr Penthouse, die schönen Klamotten und die Rosenzucht der Großmadame nur noch für die Aufrechterhaltung des schönen Scheins behalten. Die Familie besteht nur noch aus der Großmadame, Cousine Tigris und aus Coriolanus. Er ist zu dem Zeitpunkt 18 Jahre alt. Die Begleitung der Tribute durch einen Mentor wird nun, zehn Jahre nach den ersten Hungerspielen, als Experiment durchgeführt. Dadurch sollen die Hungerspiele zu einem interessanteren Event hochgepusht werden, so dass sie im Kapitol und auch in den Distrikten von allen Einwohnern verfolgt werden. Immerhin möchte die Regierung, dass den Distriktbewohnern klar wird, dass es sich hier um eine Strafe handelt, die gegen die Rebellen ausgeführt wird, weil sie den Krieg angezettelt haben. Coriolanus bleibt nur eine Möglichkeit: Er muss durch sein Tribut Lucy Gray die Hungerspiele gewinnen um die Familie zu rehabilitieren, denn bei einem Sieg winkt ihm ein großer Gewinn und auch die Aufmerksamkeit, die ihm (wie er glaubt) zusteht. Aber wie soll das gehen mit einem Mädchen, dass schon ihr Leben lang die Bühne gewohnt ist und von Kämpfen keine Ahnung hat?

Von Anfang an tat mir Coriolanus richtig leid. Er versucht mit aller Macht die Familie Snow und das was sie zu sein scheinen aufrecht zu erhalten, aber eigentlich steht die Familie vor dem Ruin. Er hat sein ganzes Leben lang eingebläut bekommen, dass diese Familie etwas Besonderes ist und das Verhalten seiner Großmadame macht es auch nicht besser. Jeden Tag singt sie die Hymne des Kapitols und redet von den großen Tagen der Snows und wie widerwärtig die Menschen aus den Distrikten sind. Coriolanus verabscheut diese Menschen daher auf eine Art, aber irgendwie scheint er sie doch nicht so abstoßend zu finden. Eine besondere Beziehung hat er zu Sejanus Plinth, der eigentlich aus dem Distrikt 2 kommt, aber im Kapitol lebt. Und dann ist da noch Dr. Gaul, die Oberste Spielemacherin, die total sadistisch ist und jede Idee von Coriolanus dankbar aufnimmt. Sie fördert ihn sogar noch und stachelt ihn an.

Der Schreibstil ist genauso, wie man es von der Panem-Trilogie schon gewohnt ist. Ziemlich direkt und es gibt zwar ein paar brutale Szenen, die aber nicht das Geschehen dominieren. Panem, wie es zehn Jahre nach dem Krieg aussieht und wie sich die Bewohner fühlen und wie sie handeln, wurde von der Autorin ziemlich gut durchdacht. Da das Buch aus Coriolanus Perspektive geschrieben ist, erfährt der Leser viel über seine Gedanken und die sind ziemlich widersprüchlich, zumindest am Anfang.

Wer glaubt, dass er jetzt einen Abklatsch von der Panem-Trilogie vor sich hat, weil die Autorin Geld oder Aufmerksamkeit braucht, liegt falsch. Der Focus ist hier nicht auf die Hungerspiele gerichtet, sondern auf den späteren Präsidenten Snow und seinem Werdegang. Ich fand das ganz angenehm so, denn einen vierten Teil der fast ausschließlich das Abschlachten der Tribute in der Arena zum Thema gehabt hätte, wäre für mich absolut nicht erträglich gewesen. Tatsächlich spielt etwa nur ein Drittel des Geschehens in der Arena, die zu dem Zeitpunkt nicht mal annähernd die Arena ist, die man aus der Trilogie kennt.

Für Fans der Trilogie ist die Vorgeschichte auf jeden Fall eine sinnvolle Ergänzung und genau diesen Lesern möchte ich das Buch wärmstens empfehlen.

Eine Leseprobe und einen Auszug aus dem Hörbuch findet ihr auf der Seite des Verlages.

One True Queen, Band 1: Von Sternen gekrönt – Jennifer Benkau

„Es ist nichts, wie es scheint, in Lyaskye.“

  • Sprecherin: Katja Sallay
  • Verlag: Wunderkind Audiobooks
  • Erscheinungsdatum: 1. September 2019
  • Dauer: 15 Stunden 13 Minuten
  • ASIN: B07VJFYW8H (Hörbuch, ungekürzte Ausgabe)

Die Autorin (Verlag):

Jennifer Benkau schreibt Bücher für Erwachsene, Kinder und Jugendliche und hat sich vor allem mit der erfolgreichen „Dark Canopy“-Reihe einen Namen gemacht, für die sie 2013 u. a. mit dem DeLiA-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. 2016 gründete sie zusammen mit vier anderen Autorinnen das Label INK REBELS. Ihr Herz schlägt für die Fantasy und die schreibt sie gern mit lauter Musik, Schokolade und jeder Menge Kaffee. Sie lebt mit ihrem Mann, vier Kindern, zwei Hunden und einem Pferd zwischen Düsseldorf und Köln und ist auf der ständigen Suche nach versteckten Toren in fremde Welten. Ganz zufällig fand sie dabei auch einen Weg nach Lyaskye. 2019 wurde ihr Buch „One True Queen. Von Sternen gekrönt“, erschienen bei Ravensburger, von der Lese-Community Lovelybooks mit dem bronzenen Lesepreis in der Kategorie „Jugendbuch – Fantasy“ ausgezeichnet.

Klappentext (Verlag):

Eben noch stand Mailin in ihrem irischen Heimatort, plötzlich wacht sie in einer anderen Welt auf. Hier, im Königreich Lyaskye, trachtet ihr alles und jeder nach dem Leben – nur nicht der mysteriöse Fremde, der sie aus tödlicher Gefahr rettet. Als er sie zum Königshof bringt, erkennt Mailin, dass sie aus einem ganz bestimmten Grund in Lyaskye ist: Sie soll Königin werden. Und das ist in dieser Welt ein Todesurteil.

Meine Meinung:

Da bei der Büchereule eine Leserunde zu Teil 1 und später auch Teil 2 der Reihe stattfand und die Bücher plötzlich in aller Munde waren und sogar bei jedem Betreten meines virtuellen Wohnzimmers ganz oben in den ungelesenen Beiträgen standen, hatte ich eigentlich überhaupt keine Lust, die Bücher zu lesen. Ich stehe nämlich nicht so sehr auf „Hypes“. Aber irgendwas hat mich dann doch neugierig gemacht, also habe ich es mit „One True Queen – Von Sternen gekrönt“ als Hörbuch versucht.

Mailin ist 17 und lebt mit ihrer Mutter und ihrer im Wachkoma liegenden Schwester Viktoria in Killarney/Irland, als sie plötzlich und ohne ersichtlichen Grund ohnmächtig wird. Sie wacht in Lyaskye auf, in einer Welt, in der nichts ist, wie es scheint. Und sie soll dort sogar die nächste Königin werden, was allerdings alles andere als gut ist, denn die Königinnen sterben in Lyaskye. Mailin muss nun einen Weg hinaus und zurück in ihre eigentliche Welt finden.

Am Anfang fand ich die Stimme von Katja Sallay ganz schrecklich quietschig und nervig, aber im Laufe des Hörbuches hat sich das komplett gelegt. Die Stimme passt sogar hervorragend zur Geschichte, was aber zum größten Teil daran liegt, dass die Sprecherin sich total ins Zeug legt und alle Charakteren eine eigene Stimme verleiht. Sie geht bei allen Emotionen total mit, so dass es als Hörer total Spass macht zuzuhören und man süchtig nach mehr wird. Ein weiterer Pluspunkt war für mich, dass das Buch aus Sicht von Mailin erzählt wird. Ich mag einfach Geschichten aus der Ich-Perspektive. Das hat dafür gesorgt, dass die gut 15 Stunden wie im Flug vergangen sind.

Lyaskye ist nicht nur das Land, in dem Mailin landet, sondern auch das Wesen, das sie zu sich gerufen hat um aus ihr die nächste Königin zu machen. Der Hörer erfährt im Laufe des ganzen Buches nicht, ob Lyaskye es gut mit Mailin meint oder nicht. Die Welt, in der die Geschichte zum größten Teil spielt, ist voller Überraschungen. Nicht nur niedliche Killerhäschen hüpfen dort rum, sondern auch Magier, die vom König unter Kontrolle gehalten werden und das sind nur zwei kleine Beispiele für die phantastische Welt, die die Autorin geschaffen hat. Ich war richtig verzaubert von all den Ideen, egal ob sich um schöne oder schreckliche Dinge handelte. Der Satz „Es ist nichts wie es scheint in Lyaskye“ ist einer der wichtigsten Sätze für mich, denn immer, wenn Mailin sich in Sicherheit wiegt oder hofft, dass sie endlich eine Lösung für ihr Dilemma gefunden hat, passiert wieder etwas Neues, meistens nicht so schönes. Die obligatorische Liebesgeschichte darf natürlich auch nicht fehlen. Sie nimmt in der Geschichte viel Raum ein, aber das passt ebenfalls zum Buch, da es sich ja um ein Jugendbuch handelt.

Ich mochte den Erzählstil sehr gerne, obwohl Mailin des Öfteren mal flucht. Ich finde, das darf sie weiterhin tun, angesichts der Schrecken die sie in Lyaskye erfährt. Immerhin ist sie eine Jugendliche, die sich unvorbereitet im Horrorland wiederfindet. Als ich Teil 1 beendet hatte, habe ich direkt Teil 2 angeschlossen, obwohl das eigentlich gar nicht meine Art ist. Ich lasse mir normalerweise immer Zeit zwischen einzelnen Teilen einer Reihe. Das spricht wohl dafür, dass es mir gut gefallen hat und dazu noch sehr spannend war.  

Bei „One True Queen“ handelt es sich um ein Jugendbuch für Jugendliche ab 14 Jahren. Meiner Meinung nach sind manche Szenen etwas zu krass für dieses Alter, aber das kommt wohl auch stark auf den jeweiligen Menschen an.

Ich kann das Buch uneingeschränkt denjenigen empfehlen, die gerne in andern Welten unterwegs sind und es ist vor allem geeignet für kleine und große Mädchen, die sich in jeder Welt immer in den bösen Buben verlieben.

Hier findet ihr eine Hörprobe.