Ein Buch über Tote

Das Buch des Totengräbers von Oliver Pötzsch (DIe Totengräber-Serie # 1)

Ich habe vor vielen Jahren die Henker-Reihe von Oliver Pötzsch angefangen zu lesen, diese aber dann wieder aus den Augen verloren. Nun wurde ich auf „Das Buch des Totengräbers“ hingewiesen und siehe da, der Klappentext hat mir total gut gefallen.

Leopold von Herzfeldt kommt als junger Inspektor nach Berlin und führt sich schon vor seinem ersten Mordfall ziemlich überheblich und besserwisserisch auf. Man kann sich ja schon vorstellen, dass er an seinem Arbeitsort dadurch keinen guten Start hat. Er ermittelt in mehreren Fällen, in denen junge Frauen ermordet und mit Pfählen aufgespießt werden und lernt bei den Ermittlungen den Totenträber Augustin Rothmayer kennen, der sich für Leos Begriffe zu viel in die Ermittlungen einmischt.

Was für ein großartiger erster Fall! Meine unumstrittene Lieblingsfigur war der Totengräber. Pötzsch stellt ihn mit einem österreichischen Akzent und etwas bollerig dar. Allerdings kommt Rothmeyer nur ein wenig einfältig rüber, denn eigentlich schreibt er an einem fiktiven Almanach über den biologischen Ablauf von Verwesung als Folge von verschiedenen Todesarten. Leo hingegen wurde zwar auf eine Art arrogant dargestellt, aber als Leser:in wusste man, dass er nicht arrogant ist. Er ist einfach einer von der schnellen und korrekten Sorte.

Der Fall an sich war nicht so besonders spektakulär und auch nicht ausufernd blutig dargestellt. Es wurde zwar erwähnt, wie die Leichen ausgesehen haben, aber nicht effektheischend wie man es von Thrillern beispielsweise kennt. Ich würde „Das Buch des Totengräbers“ als unblutigen Krimi bezeichnen. Allerdings beschreibt der Almanach Verwesungsvorgänge etwas genauer. Ich fand es aber nicht besonders eklig, sondern eher neutral beschrieben.

Wer  gerne Reihen Krimis mit skurrilen Charakteren liest, kann „Das Buch des Totengräbers“ Buch schon mal auf seinen Wunschzettel schreiben. Der zweite Teil „Das Mädchen und der Totengräber“ erscheint am 31.03.2022 beim Ullstein Verlag.  

Wenn ihr mehr über das Buch erfahren wollt, seht euch auf der Seite des Ullstein Verlages oder direkt bei Oliver Pötzsch um.

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Seitenzahl: 448

Herausgeber: Ullstein Paperback

Erscheinungsdatum: 31. Mai 2021

ISBN: 978-3864931666

Preis: 16,99 € (Paperback), 13,99 € (E-Book)

#obm2021: Interview mit Sylke Hörhold

Interview mit der Autorin der Oberlausitz-Krimireihe

Ich freue mich, Sylke Hörhold im Rahmen der #obm2021 als Interviewpartnerin zu Gast auf meinem Blog zu haben. Sylke ist nicht nur Autorin der Oberlausitzkrimi-Reihe, sondern auch noch Psychotherapeutin und Referentin. Wie sie das alles unter einen Hut bekommt und Infos über ihre Buchreihe besprechen wir in den folgenden Zeilen.

Das neue Buch „Was dir den Atem nimmt- der Vierte Fall“ erschien am 1. November 2021 als E-Book und noch vor dem Weihnachtsfest als Taschenbuch. Der Sonderpreis für Vorbesteller für das E-Book und der Sonderpreis zur Messezeit ist 2,99 Euro, danach kostet es 4,99 €.

Warum sind deine Bücher zuerst als E-Book, anschließend als Taschenbuch erschienen?

Erst seit Sommer 2021 sind die E-Book Rechte an mich zurückgegangen und ich kann diese Form meines Buches selbst vermarkten. Das birgt Freiheiten und erschließt ganz andere Leserkreise. Für den Oberlausitzer Verlag, der meine Krimis als Taschenbücher herausbringt ist das okay, weil sich die Reichweite und Sichtbarkeit bei den Lesern erhöht. Geplant sind gemeinsam auch die Krimis als Hörbücher zu produzieren. Aber das ist noch etwas Zukunftsmusik.

Welches Buch aus der Reihe ist dein Lieblingsbuch?

Bisher war es der zweite Fall „Hexenbrennen“. Zum einen, weil mich das Thema wirklich brennend interessiert. Zum anderen, weil meine Trude dort eine tragende Rolle bei den Ermittlungen spielt. Nun aber ist der aktuelle Vierte Fall „Was dir den Atem nimmt“ mein Favorit. Alles Herzensthemen, die ich da bearbeite und vor allem der Schauplatz „Wald“, der mich schon beim Schreiben sehr bewegt hat. Ich hoffe, die Leser finden eben solches Verbundenheit wie ich zu der Krimihandlung und damit vor allem spannende Unterhaltung.

Wie vereinbarst du deinen Beruf als Psychotherapeutin und Referentin mit dem Schreiben?  Hast du einen straffen Zeitplan?

Eine gute Frage, die ich mir selbst immer wieder neu stellen muss. Das ist ein steter Kampf der Prioritäten, da ich alle meine Berufe sehr liebe. Ein straffer Plan und viel Disziplin helfen dabei. Vor allem aber treibt mich die Freude am Tun an. Freude ist beim Schreiben und auch in meinen anderen Berufen immer die Superkraft. 😊

Möchtest du uns etwas über die Reihe erzählen?  Wer sind die Hauptcharaktere und wie das Umfeld?

Eine Freundin unserer Familie hatte nach ihrem Jura-Studium nicht gleich eine Stelle als Anwältin gefunden. Da richtete sie sich in ihrem Elternhaus ein Anwaltsbüro ein für die Fälle aus dem Ort und die ihrer Bekannten. Da entstand die Idee nach dem klassischen Muster: „Was wäre, wenn …“. Alle anderen Figuren um Julia herum entstanden ganz schnell vor meinem geistigen Auge und sie sind mir allesamt ans Herz gewachsen. Ich bin selbst ein Familienmensch. Mit Julia und ihrer Familie habe ich eine Art „Ideal“ erfunden, so wie Familie sein könnte mit vier Generationen.

Hast du noch Ideen für weitere Teile und wirst du diese umsetzen?

Im Moment habe ich ja gerade den 4. Fall fertiggestellt, da schreit die Muse in mir nach einem anderen Schreiben mit anderen Helden, ja sogar einmal in einem anderen Genre. Darauf mache ich meine Leser ausdrücklich neugierig für nächstes Jahr. Wer auf dem Laufenden bleiben will, kann meinen Autoren-Newsletter abonnieren. Anmeldung ist meine Homepage möglich

 www.sylke-hoerhold.de

Doch auch für Julia habe ich schon eine neue Idee. Was wäre, wenn Julia mit Sophia zu einem Kuraufenthalt fährt und da …

Bleibt also gespannt.

Wann kommen dir deine Ideen und wie hältst du sie fest, damit sie nicht im Nirvana verschwinden?

So manche Idee kommt beim Laufen angeflattert und die spreche in dann keuchend in mein Telefon unter die Sprachnotizen. Doch meistens schreibe ich sie in eines meiner „Sudelbücher“, einfache linierte Collegeblöcke Din A 5. Da finden sich dann To-do-Listen, Telefonnummern, Notizen zu allen möglichen Projekten, die gerade laufen oder in der Zukunft anlaufen sollen, aber auch schon mal eine Szene, ein Dialogfetzen oder eine Wendung in der Geschichte. Auch beim Putzen und Bügeln, wenn das Hirn mal ausruhen darf, kommen Ideen aus der Kreativabteilung.

Wie sieht es mit Dingen, die im Alltag passieren? Übernimmst du sie in deine Bücher?

Sogar ziemlich oft. Meist liegen diese Situationen schon lange zurück. So wie Julias Begegnung mit den Wildschweinen im 4. Fall. In eine solche Situation bin ich selbst schon einmal geraten.Oder auch den Ausruf von Hildegard Lebelt im 2. Fall „Mit Gott bin ich nicht streitig, aber mit dem Pfarrer.“, den habe ich als Jugendliche einmal von einer Bekannten gehört. Manchmal bleiben solche Details haften und schaffen es in einen meiner Krimis.Nie jedoch kopiere ich Personen oder ihre Schicksale. Das ist für mich eine Frage der Ehre. Abgesehen von diesen kleinen Details sind also alle Figuren und Handlungen frei erfunden. Wir Schriftsteller kopieren nicht die Wirklichkeit, sondern stellen die Handlung so dar, dass es wie die Wirklichkeit wirkt.

Erzähl uns von deinem Weg zur Autorin, die über einen Verlag ihre Bücher veröffentlicht.

Mit dem ersten Krimi-Manuskript bin ich über die Vermittlung einer Oberlausitzer Autorin zu meinem ersten Verleger gekommen. Dr. Frank Stübner vom Lusatia Verlag. Der ging das Wagnis mit mir ein und 2009 erschien die erste Auflage von „Emmelie-der erste Fall“. Leider verstarb Dr. Stübner ganz plötzlich vor einigen Jahren, mitten im Schaffen vom 3. Fall „Recht wie Wasser“. Das war für uns alle ein großer Schlag. Der 3. Fall fand dann in einem anderen Verlag sein Zuhause, doch da der eigentlich Kinderbücher verlegt bin ich im letzten Jahr noch einmal gewechselt. Jetzt ist der Oberlausitzer Verlag für die Taschenbuchausgaben meiner Krimis da. Ich bin sehr froh darüber. Die E-Book-Ausgaben bringe ich als Selfpublisher heraus. Meine Lektorin Karin Damaschke ist mir übrigens erhalten geblieben. Sie hat alle vier Krimis von mir lektoriert, auch den jetzt vorliegenden 4. Fall „Was dir den Atem nimmt“. Sie hat ein wunderbares Sprachgefühl! Ich lerne jedes Mal dazu und bin sehr dankbar, auf ihre professionelle Mitarbeit zählen zu können.

Hast du schon immer geschrieben und wann kam der Moment, in dem du beschlossen hast, dass du mit deinen Geschichten an die Öffentlichkeit gehst?

Ich habe mir schon in der Schule Geschichten und „Romane“ ausgedacht. Als ich dann Mutter wurde, geriet das etwas ins Hintertreffen. Doch als meine Jungs so groß waren, dass sie mehr mit ihren Freunden unterwegs waren und mein Mann auf dem Fußballplatz hatte ich Zeit, mich wieder dem Romanschreiben und dem Geschichtenerfinden zu widmen. Zu der Zeit habe ich mir auch das Handwerkszeug dafür angeeignet: Schule des Schreibens, Textwerkstatt, Scripta. Noch heute liebe ich Bücher über das Schreiben. Weiterbildung ist für alle meine Professionen das A und O.

Welche ist deine Lieblingsfigur?  Welche Figur würdest du gern einmal in einem Film verkörpern?

Für die Figur der Julia bin ich nicht schlank und sportlich genug. Aber Trude, die meine Lieblingsfigur ist, die würde ich gern einmal spielen. Oder aber Tilda, die ihren Auftritt im Vierten Fall hat. Ich mag das Bodenständige und den Humor der beiden Nebenfiguren, aber auch ihre liebenswerten Fehler.

Wen würdest du am liebsten auf den Mond schießen?

Das ist im Vierten Fall auf jeden Fall der Specht. So nennt Julia heimlich ihren neuen Partner in der Anwaltskanzlei. Eigentlich heißt der Sebastian Fink. Doch seine Angewohnheit, mit dem Stift auf die Unterlage zu klopfen, um seiner Aussage Nachdruck zu verleihen hat ihm diesen Familieninternen Spitznamen eingebracht. Er macht Julia das Leben schwer und versucht sie auszubooten. Deshalb würde den gern in Julias Namen auf den Mond schießen. Doch er spielt nun einmal eine Rolle im Vierten Fall. Welche genau, verrate ich natürlich nicht.

Vielen Dank für die interessanten Einblicke in dein Autorenleben. Ich bin sehr gespannt, wie es mit der Reihe weiter geht und wie deine zukünftigen Ideen aussehen.

Reihenfolge der Buchreihe:

Emmelie

Hexenbrennen

Recht wie Wasser

Was dir den Atem nimmt

*Werbung* Weitere Infos findest du auf der Homepage des Verlages.

#obm2021: Zoom Plausch mit zwei Hybridautorinnen und ihrem Verleger

Im Rahmen der Onlinebuchmesse habe ich vor einigen Wochen mit Sylke Hörhold, Jana Thiem und deren Verleger Dr. Andreas Gerth vom Oberlausitzer Verlag ein Pläuschchen gehalten.

Wenn ihr mehr über meine Gesprächspartner erfahren wollt, klickt einfach auf den entsprechenden Link:

Sylke Hörhold

Jana Thiem

Oberlausitzer Verlag

Special: Podcast „Der Manuskripte Zähmung“ mit Jana Thiem

#obm2021: Was ist ein Umgebindehaus und wo liegt überhaupt Finkendörfel?

Erfahre mehr über den Wohn- und Arbeitsort von Julia Eisler

Wenn du gestern die Rezension zu „Emmelie“ von Sylke Hörhold gelesen hast und dich gewundert hast, was ein Umgebindehaus ist und wo überhaupt Finkendörfel liegt, geht es dir genauso wie mir bei der Lektüre des Buches.

Bei meiner Suche im Internet bin ich auf Häuser gestoßen, die ähnlich aussehen wie Fachwerkhäuser, die ich unter anderem aus dem Ruhrgebiet kenne. Ich habe noch ein wenig weiter recherchiert und habe folgendes herausgefunden:

Umgebindehäuser sind eine Mischung aus Blockstuben slawischer Herkunft und alten fränkischen Fachwerkäusern. Die Wände einer Blockstube, also dem Wohnbereich, setzen sich aus viereckigen Holzbalken zusammen und das sogenannte Umgebinde umschließt die Blockstube. Durch die Konstruktion aus vertikalen und waagerechten Balken verstärkt das Umgebinde die Blockwände und ist gleichzeitig das Tragegerüst für das Obergeschoss und das Dach, die in Fachwerk-Bauweise ausgeführt sind. Die Blockstuben und das Umgebinde sind zwei unabhängige Baukörper.

Der Hausflur verläuft quer durch das Haus und trennt das Erdgeschoss in einen Wohn- und einen Wirtschaftsbereich. Der Wohnbereich befindet sich meist an der östlichen oder südlichen Giebelseite, damit sie vor Feuchtigkeit geschützt wird. Der Wirtschaftsbereich ist in Massivbauweise erbaut und ist unterteilt in Stall-, Speicher- und Gewölberäume.

Die größte räumliche Dichte der Umgebindebauweise befindet sich in der Oberlausitz, in der ja die Krimireihe von Sylke Hörhold spielt, in der Sächsischen Schweiz und in den angerenzenden Regionen Tschechiens und Polens.

Um diese einzigartige Volksbauweise zu erhalten, hat sich Anfang 2003 ein grenzüberschreitender Kooperationsverbund, die Stiftung Umgebindehaus, gebildet. So werden Möglichkeiten geschaffen, Projekte und Initiativen zum Erhalt von Umgebindehäusern zu organisieren und durchzuführen.

Ich habe dir ein paar Bilder hinzugefügt, die Sylke mir zur Verfügung gestellt hat, damit du dir ein wenig mehr unter dieser einzigartigen Bauweise vorstellen kannst.

Umgebindehaus von und mit Annelies Schulz (Foto: Sylke Hörhold)

Umgebindehaus von Annelies Schulz (Foto: Sylke Hörhold)
Umgebindehaus von Annelies Schulz (Foto: Sylke Hörhold)
Umgebindehaus von Annelies Schulz (Foto: Sylke Hörhold)

Jetzt kommen wir noch zu der Frage, wo überhaupt Finkendörfel liegt: Einen genauen Standort kann ich euch leider nicht mitteilen, denn Finkendörfel ist ein fiktiver Ort, der im Landkreis Bauzen liegt. Der Name ist entstanden, als Sylke nach einem passenden Namen für den Handlungsort ihrer Krimis gesucht hat. Sie wohnt im Stadtteil Pilzdörfel und so kam ihr erster Verleger Dr. Frank Stübner auf die Idee, aus Pilzdörfel Finkendörfel zu machen. Da Herr Dr. Stübner leider bereits verstorben ist, lebt ein Teil von ihm in Sylkes Krimis weiter.

#obm2021: Ein seltsamer Todesfall in der Oberlausitz

Emmelie von Sylke Hörhold (Oberlausitzkrimi # 1)

Heute möchte ich dir ein Buch vorstellen, das ich wahrscheinlich ohne die #obm2021 nicht gefunden hätte. Da ich als Bloggerin dort teilnehme, habe ich eine Autorin, Sylke Hörhold, zugewiesen bekommen, deren ersten Teil ihrer Oberlausitz-Krimi-Reihe ich als Vorbereitung auf die Buchmesse gelesen habe. Ich kann dir sagen, dass mir das Buch so gut gefallen hat, dass ich alle anderen Teile auch noch lesen möchte.

Julia Eisler kehrt aus Boston zurück nach Hause, weil ein Unglücksfall ihre Ehe mit ihrem Ehemann Paul sehr belastet. Eigentlich möchte sie in die Anwaltskanzlei zurück, in der sie gearbeitet hat bevor sie in die USA gegangen ist, aber es kommt alles anders. Denn ihre Großmutter und deren Freundin haben als Überraschung ihr Umgebindehaus ausgebaut, so dass Julia sich in Finkendörfel, dem fiktiven Ort, in dem die Krimis spielen, selbständig machen kann. Ihr erster Fall kommt dann auch direkt am ersten Tag auf sie zu. Die Familie ihrer ehemaligen Schulfreundin Marina möchte mit Julias Hilfe herausfinden, warum Marinas siebenjährige Tochter Emmelie verstorben ist. Die offizielle Diagnose lautet Herzversagen, aber die Familienmitglieder beschuldigen sich gegenseitig und Julia soll Licht ins Dunkel bringen.

Ich finde die Idee, dass eine Anwältin ermittelt viel besser als immer nur Kommissare, Privatdetektive der ähnliches. Ob so eine Ermittlung zum Beruf des Anwalts gehört, kann ich gar nicht sagen, für mich klang aber alles rund. Der Schauplatz hat mir sehr gut gefallen. Nach den Schilderungen der Autorin hat sich bei mir direkt ein Wohlgefühl eingestellt, weil dieser Ort – Finkendörfel – einfach so familiär und heimelig beschrieben wurde. Ich hatte nach kurzer Zeit das Gefühl, die Figuren persönlich zu kennen und einige von ihnen habe ich sogar ziemlich lieb gewonnen. Da im Ort viele verschiedene Theorien herum gehen, wer das Kind getötet haben könnte bzw. ob es überhaupt getötet wurde, verbunden mit Begebenheiten aus der Vergangenheit, hatte ich als Leserin auch ständig eine neue Theorie. Die Auflösung des Falls war hinterher völlig logisch, aber mir haben die Irrwege dorthin total gut gefallen.  

Die Informationen, die die Autorin über den Hauptcharakter Julia Eisler gegeben hat, waren genau ausreichend um sich ein Bild zu machen über ihre Lage. Es wird auf jeden Fall noch ausreichend Potenzial da sein um in den weiteren Teilen mehr über Julia zu erfahren. Die Mischung aus Krimi, Dorfleben und Familienleben war genau richtig gewählt.

Mittlerweile gibt es vier Teile der Reihe, die ich dir wärmstens ans Herz legen kann. Wenn du es beschaulich magst und ohne Hetze, aber trotzdem mit viel Spannung durch ein Buch zu gehen, bist du mit der Oberlausitzreihe auf der sicheren Seite.

Reihenfolge:

Emmelie

Hexenbrennen

Recht wie Wasser

Was dir den Atem nimmt

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Seiten: 239

Erscheinungsdatum: 15. Juni 2021

ISBN: 978-3-946795-45-2

Preis: 14,90 € (Taschenbuch), 3,99 € (E-Book)

#obm2021: Vorstellung Oberlausitzkrimi-Reihe von Sylke Hörhold

Krimireihe: Oberlausitzkrimi von Sylke Hörhold in bisher 4 Teilen

Als Bloggerin durfte ich Sylke Hörhold bei der #obm2021 zur Seite stehen. In diesem Zuge habe ich zunächst erst mal den ersten Teil ihrer Krimireihe „Oberlausitzkrimi“ mit der Anwältin Julia Eisler als Protagonistin kennen gelernt. Die Rezension zum ersten Teil findet ihr am 4. November 2021 auf meinem Blog. Nun möchte ich euch alle vier Teile einmal vorstellen.

Der vierte Teil ist als E-Book am 1. November 2021 erschienen und ist noch bis zum Ende der Messe, also bis zum 7. November 2021 für 2,99 € erhältlich. Danach kostet es 4,99 €. Das Taschenbuch erscheint erst ungefähr zu Weihnachten. Warum die beiden Termine so weit auseinander fallen und warum das E-Book als Selfpublishing-Produkt erschienen ist, erfahrt ihr am 6. November 2021, ebenfalls hier auf dem Blog.

Nun aber zur Vorstellung der vier Teile:

Teil 1: Emmelie

Zurückgekehrt in ihre Oberlausitzer Heimat eröffnet die Rechtsanwältin Julia Eisler im Umgebindehaus ihrer Großmutter eine Anwaltspraxis. Julias erster Fall betrifft die Familie ihrer einstigen Schulfreundin Marina. Deren Tochter Emmelie starb angeblich an Herzversagen. Die Familie verstrickt sich in Verdächtigungen und Anschuldigungen und bittet Julia, die Umstände von Emmelies Tod zu klären, da die Polizei die Ermittlungen eingestellt hat. Bei ihren Nachforschungen zu Emmelies letztem Tag stößt Julia auf manch gut gehütetes Geheimnis, bis sich ihr die Wahrheit um den Tod des Mädchens in seiner ganzen Ungeheuerlichkeit erschließt. Julia kommt nicht umhin, sich dabei auch ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen.

Teil 2: Hexenbrennen

In Finkendörfel ist der Teufel los. Rituelle Katzenmorde versetzen das Dorf in Angst und Schrecken. Für die Rechtsanwältin Julia Eisler guter Grund, sich gemeinsam mit der Katzenfreundin Trude auf die Spur der mörderischen Tierquäler zu begeben. Bald ereignen sich unerklärliche Unfälle, Menschen verschwinden. Steckt eine satanische Sekte dahinter, wie man im Dorf munkelt? Julia muss so manchen Irrweg gehen, ehe sich im Flammenschein der traditionellen Hexenfeuer, die am 30. April in der Oberlausitz entzündet werden, die viele Puzzleteile zu einem schrecklichen Ganzen zusammenfügen.

Teil 3: Recht wie Wasser

Bei einer Flutkatastrophe gibt ein Erdrutsch am Kirchberg ein altes, längst stillgelegtes Grab zwei Wachsleichen frei. Ein Unrecht aus den letzten Kriegstagen tritt ans Licht, als sich herausstellt, dass eine davon gewaltsam ums Leben kam und nachträglich in das Grab gelegt wurde. Bei den nachfolgenden Ermittlungen verdichten sich die Erkenntnisse, dass nicht nur die Schwiegerfamilie des Arztes Dr. Paul Eisler und deren Freunde in diesen Todesfall verwickelt sein müssen, sondern die Leiche auch in Verbindung mit der Fabrikantenfamilie Böhme steht, die Paul und seine Frau, die Rechtsanwältin Julia, ein jeder auf seinem Fachgebiet, betreuen. Je näher Paul und Julia, gemeinsam mit ihrem Freund, dem Ortschronisten Charlie, der Lösung des Rätsels kommen, umso ärger werden die Widerstände in ihren Familien und im Dorf, bis sogar Pauls Ruf als Arzt auf dem Spiel steht. Er muss alles auf eine Karte setzen, um sich selbst und seine Familie zu retten

Teil 4: Was dir den Atem nimmt

Entgegen all ihrer Bedenken übernimmt die Anwältin Julia Eisler einen Auftrag für einen anonymen Mandanten. Sie soll nach Spuren einer seit Jahren vermissten Frau fahnden. Die verließ Ehemann und ihre beiden kleinen Töchter, um mit ihrem Liebhaber durchzubrennen. Seitdem fehlt jede Spur von ihr. Den Ermittlern blieb dieser Fall ein ungelöstes Rätsel. Julia stößt bei ihren Recherchen auf erbitterten Widerstand der Familie. Erst als sie sich bereit erklärt, in einem Stalking-Fall der jüngeren Tochter zu ermitteln, ohne die Polizei einzubeziehen, ist die Familie zur Kooperation bereit. Julias Nachforschungen im Dorf werden zunehmend schwierig, als einer ihrer befragten Zeitzeugen im Wald unter mysteriösen Umständen tödlich verunglückt. Bald spürt Julia, dass auch sie manipuliert wird und so mancher Schein trügt, bis sie in einem furiosen Finale der grausamen Wahrheit hinter allen Geheimnissen auf die Spur kommt.

Die ersten drei Teile sind beim Oberlausitzer-Verlag als Printausgabe erhältlich. Die E-Books, incl. dem vierten Teil, kann man überall dort erwerben, wo es E-Books gibt.

Mord im Ruhrpott

Ihr letztes Stück von Arne Dessaul

Ich habe das Buch vom Maximum Verlag als Rezensionsexemplar angefragt, weil ich so gespannt war auf einen Regionalkrimi aus Bochum. Vom Autor Arne Dessaul kannte ich bis dahin kein Buch, aber die Andeutungen zur „Kommissar Helmut Jordan“ Reihe fand ich so interessant, dass ich diese Reihe sicher auch über kurz oder lang lesen werde.

Leonie Graz arbeitet bei der Ruhrzeitung in der Kulturredaktion und schreibt Artikel über Theaterstücke, die im Bochumer Theater aufgeführt werden. Seltsamerweise verreißt sie alle Aufführungen, obwohl das Publikum begeistert ist von den Stücken. Dann wird Leonie Gratz tot aufgefunden. Lisa Bertram und Henning Schmitt nehmen die Ermittlungen auf.

„Ihr letztes Stück“ ist kein Krimi, wie man ihn sich vorstellt. Hier ermitteln nicht nur die Kommissare, sondern auch der Privatdetektiv Mike Müller, dessen Gedanken man als Leser:in verfolgen darf. Mike Müller mochte ich gern, denn aufgrund seiner humorvollen Art, auch sich selber gegenüber, lockert er die Geschichte sehr auf. Und er spricht und lebt Ruhrpott, ist manchmal aber auch ein wenig sexistisch, was aber gut zu der Art, wie er sich generell gibt, passt. Zum Ende hin macht er eine Entwicklung durch, die mich erstaunt hat.

Die Kommissare sind mit einem Haufen Leute befreundet, die ich nicht so recht zuordnen konnte. Vor allem der Ex-Kommissar Helmut Jordan hätte mich mehr interessiert, denn irgendwie hatte ich ein wenig das Gefühl, dass ich nicht mitgenommen wurde. Für mich klingt das logisch, weil er sich ja wahrscheinlich in seiner eigenen Buchreihe entfalten durfte. Gestört hat es im Gesamtzusammenhang nicht.  

Die Spannung hat erhöht,  dass aufgrund von verschiedenen Kriminalfällen und weiteren Toten als nur Leonie Gratz etwas Verwirrung herrschte, so dass ich als Leserin nicht sofort wusste, was passiert ist und mich ständig gefragt habe, wie das alles zusammen hängt. Auch die Darstellung der Künstler hat mich sehr überzeugt. Ich hatte ständig das Gefühl, dass diese Leute in einer völlig anderen Welt leben als alle anderen Menschen.

Der Schreibstil ist sehr direkt und die kurzen Kapitel haben es leicht gemacht, mal eben noch ein bisschen weiter zu lesen. Interessanterweise haben alle Kapitel eine Überschrift, die an etwas Künstlerischem angelehnt ist, entweder an ein Lied, an ein  Theaterstück oder an einen Film. Das passte für mich sehr gut zum Thema Theater.

 Ich habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen. Leider konnte ich gar nicht so recht eine Beziehung zu den Figuren aufbauen, was aber wohl daran liegt, dass das Buch nur ungefähr 300 Seiten hat. Spaß am Inhalt hatte ich trotzdem.

Du magst Krimis und kommst aus dem Ruhrgebiet? Perfekt! Dann ist „Ihr letztes Stück“ auf jeden Fall was für dich. Ich habe einige Ecken in Bochum wieder erkannt, obwohl ich dort nicht oft bin. Wenn du Krimis magst und irgendwo anders her kommst, kannst du das Buch natürlich auch lesen. Allerdings wird es dir dann so gehen wie mir fast immer: Du kannst mit den Ortsteilen und Straßen nichts anfangen.

Wenn du mehr über den Autor und das Buch erfahren möchtest, geh einfach auf die Seite des Maximum Verlages. Dort gibt es auch eine Leseprobe.

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Seiten: 306

Herausgeber: MAXIMUM Verlag

Erscheinungsdatum: 1. November 2021

ISBN: 978-3948346409

Preis: 4,99 € E-Book, 15,00 € Taschenbuch

Nationaler Erzähl-eine-Geschichte-Tag

Am 27. Oktober 2021 ist der nationale Erzähl-eine-Geschichte-Tag. An diesem Tag sollen Geschichten erzählt werden, egal ob vorgelesen, selbst erlebt oder spontan erfunden.

Das habe ich zum Anlass genommen Dir schon mal Sylke Hörhold, also die Autorin vorzustellen, die ich als Patin bei der #obm2021 begleiten werde. Ich wünsche Dir ganz viel Spass mit ihrer Kurzgeschichte aus Finkendörfel. Das ist der Ort, in dem ihre Oberlausitzkrimis angesiedelt sind.

Passend zur OBM erscheint der vierte Teil der Oberlausitz-Reihe, allerdings vorerst als E-Book. Das Buch erscheint zum Ende des Jahres als Taschenbuch.

Reihenfolge:

Emmelie

Hexen brennen

Recht wie Wasser

Was dir den Atem nimmt

Auf der Homepage des Oberlausitzer Verlages könnt ihr mehr über die Autorin und ihre Bücher erfahren.

Katenbüll für immer

Sörensen am Ende der Welt (Sörensen ermittelt # 3) von Sven Stricker [Hörbuch]

Das war er nun, der vorerst letzte Teil der „Sörensen ermittelt“-Reihe. Ich bin wirklich traurig, dass ich diesen großartigen und sich dauernd widersprechenden Charakter nicht mehr begleiten darf. Es soll einen vierten Teil geben, aber erst irgendwann in 2023. Das dauert mir viel zu lange.

Sörensen hat beschlossen, dass er nun endgültig und komplett nach Katenbüll zieht. Während er seine Wohnung in Hamburg übergibt, geschieht schon wieder ein Mord in Katenbüll.  Ein Mann wird im Koog gefunden, ermordet durch einen Stich mit einem Schraubenzieher mitten ins Herz. Verdächtig ist auf einmal Ole Kellinghusen, den man schon aus den ersten beiden Bänden kennt und der eine wichtige Rolle in der gesamten Geschichte spielt. Doch Ole ist verschwunden. Ihr erratet es schon: Sörensen ermittelt also wieder.

Vor einigen Tagen war ich auf der Lesung von Sven Stricker und Bjarne Mädel zu „Sörensen am Ende der Welt“ im Rahmen der lit.RUHR.  Sven Stricker hat uns dort verraten, dass Sörensens Vorname wohl für immer geheim bleiben wird, ausgehandelt wäre, dass er ihn als letztes Wort im letzten Roman der Reihe verrät. Der Name ist so geheim, dass er sich diesen aufschreiben musste um ihn selber nicht zu vergessen. Eigentlich schade, ich hätte gerne gewusst, wofür sich Sörensen so schämt.

Wie auch in den beiden vorherigen Teilen war der Fall irgendwann vorhersehbar, obwohl der Autor versucht hat einige Verwirrungen einzubauen. Aber das ist für mich nicht das Wichtigste in dieser Buchreihe. Ich könnte auch gut einen Roman lesen, in dem Sörensen einfach ganz entspannt (in seinem Fall ja eher unentspannt) vor sich hin lebt und nicht ermitteln muss. Seine Begegnungen mit anderen Menschen bzw. seine Reaktionen darauf sind einfach so großartig, dass für mich der Mordfall immer zweitranging ist.

Viel mehr als in den vorherigen Teilen über Sörensens Privatleben hat man nicht erfahren, denn der Autor gibt dies immer ein in Bruchstücken preis. Das passt genau so perfekt in die Geschichte. Allerdings sind mir jetzt einige Fragen eingefallen, die hoffentlich im vierten Teil entweder beantwortet werden oder die Antwort in die Wege leiten. Ich bin sehr gespannt drauf.

Nachdem ich Sven Stricker jetzt live erleben durfte, war seine Lesung als Hörbuch noch mal doppelt so schön anzuhören. Wie auch in den ersten zwei Teilen hat er seine Figuren perfekt sprachlich umgesetzt.

Reihenfolge:

Sörensen hat Angst

Sörensen fängt Feuer

Sörensen am Ende der Welt

Wenn ihr mehr über das Hörbuch erfahren möchtet, seht euch auf der Seite des Audio-To-Go Verlages an. Dort gibt es auch eine Hörprobe.

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Erscheinungsdatum: 17. August 2021

Spieldauer: 13 Stunden 43 Minuten

ASIN: B0995Z41GV

Preis: 22,95 €

Ein Mordfall und ein Familienbesuch

Mord ist aller Laster Anfang (Mitchell & Markby #1) – Ann Granger

Bei der Büchereule startet einmal im Jahr das „Lieblingsbuch-Event“. Hier werden sich gegenseitig User zugelost, die sich drei Lieblingsbücher aus verschiedensten Genres zu vorschlagen. Ich habe diesmal „Mord ist aller Laster Anfang“ von Ann Granger, das ist der erste Teil der „Mitchell & Markby“ Reihe, zugelost bekommen.

Ann Granger wollte ich schon lange lesen, aber irgendwie gerät sowas immer wieder in Vergessenheit bei mir, gerade wenn die Bücher schon etwas älter sind. „Mord ist aller Laster Anfang“ oder auf englisch „Say it with poison“ erschien ursprünglich im Jahr 1991, ist also schon richtig alt.

Meredith Mitchell, auch Merry genannt, ist bei ihrer Cousine Eve in England zu Besuch, da sie zur Hochzeit von Eves Tochter eingeladen wurde. Als sie den Außenseiter des Dorfes tot auffindet, verwickelt sie sich selber in die Ermittlungen und gerät immer wieder mit Inspector Markby aneinander, der allerdings noch ein ganz anderes Interesse an ihr hat.

Ich habe ganz selten ein Buch gelesen, dass so ein extremes „Warme-Decke“-Gefühl in mir auslöst. Das beschauliche Dörfchen hat in mir direkt Fernweh nach Großbritannien ausgelöst. Obwohl es hier um einen (oder mehrere?) Morde geht, ist man als Leser:in nicht eine Sekunde gestresst. Man wandert total entspannt durch das Buch, lernt die Charaktere nach und nach kennen und versucht zusammen mit Merry herauszufinden, was passiert ist.

Der Mordfall an sich ist nicht spektakulär und zeichnet sich zu Beginn des Buches bereits ab. Allerdings ging es mir hier vor allem um den Weg und nicht um das Ziel. Ich wollte einfach so viel wie möglich von dieser britischen Atmosphäre auskosten.

Wer Coszy Crime mag, darf an der Mitchell & Markby Reihe nicht vorbei gehen und sollte alle 17 Teile nacheinander verschlingen. Ich werde sie allerdings nach und nach Lesen. Teil 2 „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ habe ich aber bereits bestellt.

Für die Leseprobe kannst du dich auf der Seite vom Bastei Lübbe Verlag umsehen.

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Seiten: 320

Herausgeber: Bastei Lübbe

Erscheinungsdatum: 29. Juni 1999

ISBN: 978-3404129669

Preis: E-Book 7,99 €

Die gesamte Reihe im Überblick:

  1. Mord ist aller Laster Anfang
  2. Fuchs, du hast die Gans gestohlen
  3. Warte, bald ruhest auch du
  4. Messer, Gabel, Schere, Mord
  5. Wer andern eine Grube gräbt
  6. Ein schöner Ort zum Sterben
  7. Blumen für sein Grab
  8. Kerzenlicht für eine Leiche
  9. Ein Hauch von Sterblichkeit
  10. Ihr Wille geschehe
  11. Tote kehren nicht zurück
  12. In dunkler Tiefe sollst du ruhn
  13. Mord wirft lange Schatten
  14. Der Fluch der bösen Tat
  15. Und sei getreu bis in den Tod
  16. Ein unerledigter Mord
  17. Mord will keine Zeugen
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