Retour – Luc Verlains erster Fall – Alexander Oetker (Hörbuch)

Sprecher: Frank Arnold

Verlag: Audiobuch Verlag OHG  

Erscheinungsdatum: 25. August 2020

Dauer: 7 Stunden 36 Minuten

ASIN: B08GG6WG6X

Der Autor (Verlag):

Alexander Oetker war langjähriger Frankreichkorrespondent für RTL und n-tv und ist profunder Kenner von Politik und Gesellschaft der Grande Nation. Geboren 1982 in Berlin, arbeitete er u.a. für die Berliner Zeitung, das Bayerische Fernsehen und den MDR. Seit 2012 ist er politischer Korrespondent für die Mediengruppe RTL Deutschland in Berlin, berichtet aber immer wieder aus Frankreich.

Klappentext (Verlag):

Luc Verlain liebt gutes Essen, Frauen und sein sorgenloses Leben in Paris. Doch als sein Vater schwer erkrankt, lässt Luc sich versetzen. Ausgerechnet nach Bordeaux in die Region Aquitaine, von wo er als junger Polizist geflohen war. Zurück in seiner Heimat muss Luc sich seinen Erinnerungen stellen. Und schon kurz nach seiner Ankunft erschüttert ein Mord die Gegend: Ein Mädchen liegt erschlagen am Strand von Lacanau-Océan. In dem kleinen Dorf kochen schnell die Spekulationen hoch. Das Opfer hat erst vor kurzem die Beziehung zu dem algerischen Nachbarsjungen beendet, der als dringend tatverdächtig gilt. Der Stiefvater des Mädchens will die Sache selbst in die Hand nehmen. Lucs Ermittlungen führen ihn an die Strände und in die Weinberge der Region und zurück nach Paris, immer an seiner Seite seine Kollegin Anouk, deren Charme er nur schwer widerstehen kann.

Meine Meinung:

Das Hörbuch habe ich zufällig entdeckt. Auch hier kannte ich weder den Autor noch den Sprecher. Am Ende hatte ich einen Lieblingsautoren mehr und habe den zweiten Teil der Reihe direkt angehangen.

Luc Verlain ist eigentlich in seine alte Heimat zurück gezogen, weil er bei seinem kranken Vater sein wollte. Er dachte, er könnte dort, in Bordaux, eine ruhige Kugel schieben und ganz entspannt, fern vom hektischen Paris, verweilen. Aber wir hätten ja kein großartiges (Hör-)Buch, wenn dies auch eingetroffen wäre. Direkt an seinem ersten Tag wird nach vielen Monaten voller kleiner Verbrechen eine ermordete junge Frau gefunden. Luc ermittelt also nun auf pariser Art mit seinen Kollegen aus dem Aquitaine.  

Der Autor lässt sehr viele französische Worte einfließen, die der Sprecher in meinen Augen ziemlich perfekt ausspricht. Das hat schon mal für Urlaubs- und Wohlgefühl gesorgt. Man merkt den vielen kleinen Details an, dass Alexander Oetker sich mit der französischen Art zu leben auskennt und noch wichtiger: Dass er sie liebt. Eigentlich bin ich schon immer eher Thriller- als Krimi-Fan gewesen, aber dieser Reihenauftakt hat mich vollkommen überzeugt. Sogar so sehr, dass ich den zweiten Teil direkt im Anschluss hören muss. Das ist ja, wie ihr sicher schon festgestellt habt, ganz selten bei mir.

Der Fall spielt eigentlich gar keine so große Rolle, eher Lucs Geschichte und wie er sich in seiner alten Heimat wieder einlebt. Der Leser bzw. Hörer erfährt sehr viel über Lucs Gefühle und Gedanken und genau das hat das Buch für mich so hörenswert gemacht. Es ist nicht so ein unpersönliches Buch wie manch andere, in denen nur dem aktuellen Fall nachgejagt wird. Die Lösung passiert sozusagen nebenbei.

Zwei weitere Teile sind bereits erschienen und zwar „Chateau Mort“ und „Winteraustern“. Der vierte Teil „Baskische Tragödie“ erscheint am 7. Oktober 2020.

Auf der Seite des Hörbuchverlages findet man leider nicht alle Hörbucher, aber vielleicht interessieren euch die dort gelisteten Hörbucher ja trotzdem.

Auf der Seite des Verlages findet man alle drei bereits erschienenen Bücher.

Drakon – Tod unter Segeln – H. Dieter Neumann

Verlag: Piper

Erscheinungsdatum: 3. August 2020

Seiten: 288

ISBN: 978-3492503969

Der Autor (Verlag):

H. Dieter Neumann, Jahrgang 1949, war Offizier in der Luftwaffe der Bundeswehr. Nach seinem Ausscheiden als Oberstleutnant d. R. wurde der Diplom-Finanzökonom (BI) Vertriebsleiter und Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens und schließlich Vorstand einer Dienstleistungsgenossenschaft. Danach erfüllte er sich seinen Lebenstraum, indem er einige Semester Neuere Deutsche Literatur studierte und sich ganz aufs Schreiben verlegte. Neumann hat sich der Spannungsliteratur verschrieben. Neben seinen Thrillern und Kriminalromanen hat er jedoch auch vier Sachbücher über Redewendungen veröffentlicht. Im Jahr 2018 wurde er mit dem Jurypreis des NordMordAward ausgezeichnet. Als passionierter Segler ist Neumann oft und gern auf dem Wasser. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsende Töchter und lebt in der Nähe von Flensburg auf dem Land.

Klappentext (Verlag):

Ein fesselnder Thriller aus der verborgenen Welt der Geheimdienste – beklemmend aktuell

Malte Janssen überführt die luxuriöse Segelyacht des Oligarchen Timur Krylow, die auf seiner Bootswerft gebaut wurde, von der deutschen Ostseeküste nach Sankt Petersburg. Doch der Törn, der Malte helfen sollte, über den kürzlichen Tod seiner Frau hinwegzukommen, wird zum Albtraum: In den Hoheitsgewässern der Russischen Föderation entern schwer bewaffnete Piraten das Schiff, rauben die Besatzung aus und töten Maltes besten Freund. Die russischen Behörden starten eine aufwändige Untersuchung des Vorfalls, die aber im Sande verläuft. Auf sich allein gestellt, geht Malte selbst auf die Suche nach der Wahrheit und beginnt, brisante Fragen zu stellen. Dadurch gerät er nicht nur ins Fadenkreuz einer skrupellosen Verbrecherorganisation, sondern unversehens auch ins Visier mächtiger Geheimdienste …  

Meine Meinung:

Bisher kannte ich nur einen Teil der Helene-Christ-Romane von H. Dieter Neumann. Eigentlich sind Polit-Thriller nicht so mein Genre, aber nach der Lektüre habe ich bemerkt, dass ich mich da wohl geirrt habe.

Malte Jansen erlebt während der Überführung einer Luxusyacht nach Russland Schreckliches: Die Yacht wird überfallen und während dieses Übefalls wird sein bester Freund, der bei dieser Reise mit an Bord war, erschossen. Anfangs glaubt Malte, dass all dies Zufall ist und sie von Piraten überfallen wurden. Aber dann passieren Dinge, die Malte nicht mehr an einen Zufall glauben lassen.

Da es sich um einen Spannungsroman und nicht um einen Thriller handelt, ist der Inhalt nicht blutrünstig beschrieben. Der Fokus lag hier ganz klar auf der Erzählung der Geschichte und nicht auf Effekthascherei. Das passt in meinen Augen sowohl zu der Story als auch zu den anderen Büchern, die ich von dem Autor bereits kenne. Ich dachte ja, dass mir all die Zusammenhänge, gerade was poltische bzw. wirtschaftliche Verstrickungen angeht, irgendwann langweilig werden würden oder dass ich nicht mehr durchblicke ab einem bestimmten Zeitpunkt. Dies war aber nicht so. Das Buch ist für Leute wie mich, die sich kaum mit den Vorgängen in der Wirtschaft befassen, sehr verständlich geschrieben.

Ich mag einfach, wie der Autor über seine Figuren erzählt, nicht nur hier, sondern auch in der Helene-Christ-Reihe.  Er scheint sie allesamt in sein Herz geschlossen zu haben, zumindest diejenigen, die nicht kriminell sind.  Das sind für mich die besten Voraussetzungen für ein großartiges Lesevergnügen.

„Tod unter Segeln“ kann ich euch uneingeschränkt empfehlen. Vor allem, wenn ihr schon mal etwas von der Helene-Christ-Reihe gelesen habt. Falls ihr dies nicht getan habt, lest einfach beides 😉 Ich habe jetzt auch wieder richtig Lust bekommen, die Reihe weiter zu lesen und werde dies in naher Zukunft auch sicher tun. Mittlerweile gibt es sechs Teile.

Für weitere Infos über das Buch und einen Blick in das Buch könnt ihr auf der Seite des Verlages gucken.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Piper Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Totenland (Ein Jens-Druwe-Roman) – Michael Jensen

Sprecher: Rolf Berg

Verlag: Aufbau Audio  

Erscheinungsdatum: 18. Februar 2020

Dauer: 12 Stunden 29 Minuten

ISBN: 978-3-96105-206-6

Der Autor (Verlag):

Michael Jensen wurde 1966 im Norden Schleswig-Holsteins geboren. Er lebt mit seiner Familie in Hamburg und Flensburg. Im Hauptberuf ist er als Arzt und Therapeut tätig. Seine beruflichen Erfahrungen hat er in zwei Sachbüchern zusammengetragen. Dabei interessieren ihn besonders die seelischen Spätfolgen des Zweiten Weltkriegs, vor allem bei den Nachkommen von Opfern und Tätern. Für sein literarisches Schreiben hat er ein Pseudonym gewählt.  Im Aufbau Taschenbuch sind seine Kriminalromane »Totenland« und »Totenwelt« lieferbar.

Klappentext (Verlag):

Von Opfern und Tätern.

Ende April 1945. Der Krieg geht zu Ende. Nachdem er schwer verwundet wurde, ist Jens Druwe aus Berlin nach Schleswig-Holstein abkommandiert worden. Hier soll er als Polizist für Ordnung sorgen. Als ein hoher Funktionär der NSDAP ermordet wird, wollen seine Vorgesetzten sogleich den ersten Verdächtigen, einen entflohenen Häftling, aburteilen. Doch Druwe stellt sich gegen die Profiteure des untergehenden Regimes. Ihm zur Seite steht allein die Schwester des Verdächtigen, die wie er voller Mut und Hoffnung den Kampf gegen einen übermächtigen Gegner aufnimmt.

Ein Mordfall vor einer ungewöhnlichen historischen Kulisse – und ein Ermittler, der dem Grauen des Krieges eines entgegenhält: die Liebe zur Wahrheit.

Meine Meinung:

Ich habe von dem Hörbuch etwas völlig anderes erwartet als das, was ich am Ende bekommen habe. Anfangs habe ich mich etwas schwer getan, aber als ich aufgehört habe andere fordernde Dinge nebenbei zu machen (zum Beispiel Auto fahren), hat es mich vollends gepackt.

Ein hochrangiger Politiker wird ermordet aufgefunden und eigentlich ist Jens Druwe gar nicht für diesen Mordfall zuständig. Allerdings ruft ihn ein alter Freund, der ebenfalls bei der Polizei arbeitet, zur Hilfe und so hat er die undankbare Aufgabe den Mörder zu finden.

Die Geschichte lebt von den Gedanken und Gefühlen der Protagonisten und vor allem von Jens Druwe. Er ist Kriegsversehrter und sieht den Krieg und auch die NS Zeit auf die gleiche Art, auf die wir alle sie sehen sollten. Das Buch beginnt kurz vor Kriegsende und zeigt ganz deutlich, dass es zwei Lager gibt: Die, die den Führer verehren und die, die es eben nicht tun. Die Stimmung ist ernüchternd und resigniert und zeitweise ziehen einen die Gedanken Druwes einfach runter. Der Kriminalfall geht größtenteils komplett unter, so dass ich ganz oft dachte, dass ich Geschichtsunterricht (aber interessanten!) habe und nicht, dass ich einen historischen Krimi höre. Genau das hat das Buch aber zu etwas ganz besonderem gemacht, weil man sich als Hörer in die damalige Zeit versetzen konnte. Hätte ich nicht das Alter des Autoren gekannt, wäre ich fast sicher gewesen, dass er diese Zeit miterlebt hat, so detailliert und überzeugend ist sind die Begebenheiten beschrieben.

Der Sprecher hat eine sehr tiefe und ruhige Stimme, die das Geschehen perfekt interpretiert hat. In meinem Kopf hat auch er alles miterlebt und einfach nur Jens Druwes Erfahrungen und Gedanken geschildert.

Alles in allem ist „Totenland“ ein trauriges, deprimierendes Buch,  das allerdings hervorragend sowohl vom Autor als auch vom Hörbuchsprecher umgesetzt wurde. Von mir gibt es eine unbedingte Hör- bzw. Leseempfehlung.

Aktuell gibt es von der Jens-Druwe-Reihe noch einen weiteren Roman, der „Totenwelt“ heißt.

Ich empfehle euch dringend euch auf der Seite des Aufbau-Verlages die Hörprobe anzuhören.