24 gute Taten – Jenny Fagerlund

Und wieder habe ich mit diesem Buch genau das bekommen, was ich erwartet habe. Es war einfach heimelig, etwas romantisch und sehr weihnachtlich.

Emmas Lebensgefährte ist zum Zeitpunkt dieser Geschichte seit zwei Jahren tot. Seitdem schafft sie es kaum ihr tägliches Leben und vor allem ihren eigenen Laden, in dem sie Einrichtungskrimskrams verkauft,  aufrecht zu erhalten. Irgendwann beschließt sie, dass sie ab sofort an jedem Dezembertag bis zum Heiligen Abend eine gute Tat vollbringt. Wie man es erwartet, ändert sich ihr Leben dadurch grundlegend.

Das Buch ist total vorhersehbar, was es aber nicht unbedingt schlecht macht. Ich fand  die Idee der 24 guten Taten total gut und habe tatsächlich überlegt, ob ich das auch dieses Jahr praktizieren möchte. Ich habe schon öfter gehört, dass sich das Leben und auch die Einstellung zum Leben dadurch ändert, so wie es ja auch bei Emma der Fall war. Einen Versuch wäre es wert. Allerdings denke ich, dass es ähnlich wie bei Emma gar nicht so einfach ist täglich etwas Geeignetes zu finden.

Der Schreibstil war recht einfach gehalten, aber auch das habe ich erwartet. Immerhin wollte ich unterhalten werden und dabei nicht allzu viel denken müssen. Eine Liebesgeschichte kommt natürlich auch vor. Obwohl das Buch mir gut gefallen hat, konnte ich kaum eine Beziehung zu den Charakteren aufbauen.

Wenn ihr einfach mit einer schönen Tasse Tee und leckeren Keksen bei Weihnachtsmusik auf dem Couch ein Buch lesen wollt, seid ihr mit „24 guten Taten“ gut beraten.

Der Zauber der Schneeflocken – Holly Baker

„Es ist, was es ist, sagt die Liebe.“ Erich Fried

Mir war einfach mal nach einer total schnulzigen Lovestory, die am besten noch zur Weihnachtszeit spielt. Das Cover und der Klappentext haben genau das gehalten, was sie versprochen haben und waren daher für diesen Zweck genau richtig.  

Leni ist der totale Weihnachtsfreak und hat eigentlich in Tom den idealen Mann gefunden, der zufällig auch noch genauso weihnachtsverrückt ist wie sie. Leider ist Tom zwei Jahre zuvor ausgerechnet am 24. Dezember gestorben und Lena trauert zur Weihnachtszeit ganz besonders um ihn. All die schönen Erinnerungen, die sie mit ihm und Weihnachten verbindet und sie auch immer wieder im Alltag an ihre Situation erinnern, haben sie dazu gebracht sich in den letzten zwei Jahren einzuigeln und täglich aufs Neue um Tom zu trauern. Dieses Jahr haben sich ihre Freundin Emma und ihre Zwillingsschwester Marie etwas ausgedacht: Leni bekommt einen Adventskalender, der ihr die Liebe zu Weihnachten und ihr Leben zurückgeben soll.  

Ganz genauso hatte ich mir das Buch vorgestellt, eine verlorene Liebe, große Trauer, Freunde/Familie, die in der Not helfen und dann der Mann, der immer für Leni da ist und den sie vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. Die Geschichte ist total vorhersehbar, allerdings war das gar nicht schlimm, weil es das Buch dadurch sehr heimelig gemacht hat. Von Lenis Wutausbrüchen, viel Selbstmitleid und dem überaus perfekten Mann war da alles dabei was das Frauenherz begehrt. Manches war sehr konstruiert, aber das ist gar nicht schlimm, denn die Figuren sind einfach so herzlich und liebevoll. Genau das richtige um mal ein paar Stunden aus der Wirklichkeit abzutauchen.  

Ich habe jedenfalls einen schönen Sonntag mit Tee und Buch auf der Couch verbracht und war anschließend sehr zufrieden mit dem Buch und der Welt.  

Das Buch wurde mir von Netgalley und vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Verlag: Piper 

Erscheinungsdatum: 5. Oktober 2020 

Seiten: 320 

*Leseprobe*

Wie die Ruhe vor dem Sturm (Chances # 1) – Brittainy C. Cherry

Er war er, ich war ich und wir waren wir.

Sprecher: Yesim Meisheit, Nicolás Artajo

Verlag: LYX  

Erscheinungsdatum: 29. Juni 2020

Dauer: 631 Minuten

ISBN: 978-3-96635-071-6

Die Autorin (Verlag):

Brittainy C. Cherrys erste große Liebe war die Literatur. Sie hat einen Abschluss der Carroll Universität in Schauspiel und Creative Writing und schreibt hauptberuflich Theaterstücke und Romane. Sie lebt mit ihrer Familie in Milwaukee, Wisconsin.

Klappentext (Verlag):

Als ich meine neue Stelle als Nanny einer reichen Familie antrat, konnte ich nicht ahnen, dass es Greyson Easts Kinder waren, die ich betreuen würde. Und auch nicht, dass der Junge, den ich einmal geliebt hatte, zum Mann geworden war – ein eiskalter, einsamer, unnahbarer Mann. Alles an Grey war in Schmerz versunken. Doch ab und zu sah ich den Jungen von damals in seinen sturmgrauen Augen – und ich wusste, dass es sich um ihn zu kämpfen lohnte.

Meine Meinung:

Ich weiß gar nicht, was mit geritten habe, als ich bei Netgalley diesen Roman als Rezensionsexemplar angefordert habe. Ich mag weder Klischee-Liebesromane, noch fand ich das Cover oder den Klappentext besonders ansprechend. Und vom Namen der Autorin rede ich gar nicht erst. Vorab kann ich euch aber sagen, dass ich mich unsterblich sowohl in das Buch als auch in die Figuren verliebt habe.

Die Geschichte beginnt wie viele Lovestorys: Das unscheinbare Mädchen mit den Libellen-Häkeljacken wird plötzlich von dem Superstar der Schule wahrgenommen und sie verlieben sich ineinander. Jahre später treffen sie sich wieder, er ist verbittert, sie immer noch Single und was passiert dann? Lest oder hört es einfach selber 😉

Nach ein paar Sätzen war es passiert: Ich hatte schon alle Stadien des mitfiebernden Hörens hinter mir. Gänsehaut, Tränchen in den Augen und gelacht hatte ich auch schon. Aber wie kommt das? Ich kann es nur so beschreiben, dass die Autorin unendlich liebevoll schreibt. Die Figuren, die sie entworfen hat, sind einfach so dargestellt, dass sie genau das in einem hervorrufen, was die Autorin im Sinn hatte. In meiner Jugend habe ich sehr viele Liebesromane gelesen, aber kaum einer hat mein Herz so sehr berührt wie der erste Teil der Geschichte um Ellie und Gray.

Die Sprecher sind perfekt für das Buch. Yesim Meisheit liest mit Herz und Seele und ich habe ihr jedes einzelne Wort abgenommen. Nicolás Artajo liest etwas gemäßigter, aber seine Rolle im Buch ist auch entsprechend. Ich kannte vorher beide nicht und bin froh, dass ich mit dem Hörbuch versucht habe.

Der zweite Teil der Reihe mit dem Titel „Wie die Stille vor dem Fall. Erstes Buch“ (es wird zwei geben), erscheint leider erst am 27. November 2020. Ich werde es wahrscheinlich direkt entweder hören oder lesen. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung.

Auf der Seite des Verlages könnt ihr euch die Hörprobe anhören.

Das Buch wurde mir von Netgalley und vom LYX-Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

All die Finsternis inmitten der Sterne – Bryn Greenwood

Originaltitel: All The Ugly And Wonderful Things

Übersetzerin: Simona Turini

Verlag: Festa

Erscheinungsdatum: 26. August 2019

Seiten: 512 Seiten

ISBN:  978-3-86552-755-4

Die Autorin (Verlag):

Bryn Greenwood ist die Tochter eines ehemaligen Drogendealers. Seit dem Abschluss ihres Studiums arbeitet sie in der Verwaltung einer Universität. Ihre Essays und Kurzgeschichten wurden u. a. in der New York Times veröffentlicht.
Mit ihrem kontroversen Roman ALL THE UGLY AND WONDERFUL THINGS erreichte Bryn die US-Bestsellerlisten. Sie lebt in Lawrence, Kansas.

Klappentext (Verlag):

Als Tochter eines Drogendealers hat Wavy schon früh gelernt: Traue niemandem. Am wenigsten deinen Eltern.
Die Achtjährige ist den schizophrenen Launen ihrer Mutter ausgeliefert und kümmert sich ganz alleine um den Haushalt und ihren kleinen Bruder. Frieden findet sie nur beim Betrachten des Sternenhimmels über den Feldern hinter dem Elternhaus. Und dort begegnet sie dem Riesen Kellen, dem tätowierten Ex-Häftling mit einem Herz aus Gold. Er erweckt in Wavy ein Gefühl, das sie inmitten ihrer Welt aus Gewalt und Vernachlässigung für unmöglich gehalten hat.
Als eine Tragödie Wavys Familie auseinanderreißt, wird unter dem strengen Blick der Welt das, was Wavy so schön erscheint, auf einmal hässlich …

Meine Meinung:

Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich die Begeisterung über dieses Buch so mitteilen kann, wie ich es gerne möchte. Das Buch wurde in den USA heiß diskutiert, da man sich sicher war, dass es ein Buch ist, das Pädophilie beinhaltet. Ich sehe das ganz anders.

Wavy und Kellen lernen sich eigentlich nur zufällig kennen. Anfangs ist es nur eine Freundschaft, die sich aber dann zu einer Liebesbeziehung entwickelt. Wavy hat eine ziemlich schwere Kindheit hinter sich mit einer kranken Mutter und einem Vater, der Drogen dealt. Sie gerät immer wieder auf die ein oder andere Art dazwischen und vertraut eigentlich niemandem. Kellen ist eher einfach gestrickt und anfangs fühlt er sich nicht sexuell zu Wavy hingezogen. All das, was so kontrovers diskutiert wird, entwickelt sich erst im Laufe der Zeit.

Ich fand die Entwicklung der Liebesgeschichte so wunderschön. Wavy hat erst nach und nach Vertrauen in Kellen, obwohl sie schnell merkt, dass er ihr sehr wohlgesonnen ist. Kellen dagegen macht sich nur wenig Gedanken darüber, dass Wavy noch minderjährig ist und er als Pädophiler da stehen könnte. Für ihn zählen nur seine Gefühle zu Wavy. Das Umfeld versucht permanent die beiden auseinander zu bringen, weil es anstößig ist und in deren Augen nicht möglich, dass bei diesem Altersunterschied Liebe eine Rolle spielen könnte. Dabei ist Kellen in meinen Augen geistig nicht reifer als Wavy.

Das Buch ist aus mehreren verschiedenen Perspektiven geschrieben und zeigt dem Leser deutlich, dass es Kellen nicht um den Sex mit einer Minderjährigen geht, sondern um die Liebe zu Wavy, die diesen Aspekt allerdings irgendwann nicht mehr ausschließt. Besonders traurig fand ich, dass man die Verzweiflung aller Beteiligten aus jeder Zeile herauslesen konnte, auch die Verzweiflung der Leute, die Wavy vor Missbrauch schützen wollen. Das Buch ist einfach so empathisch geschrieben, dass man jeden verstehen kann und die Beweggründe völlig logisch findet. Mich hat es fast zerrissen, weil mir Wavy und Kellen so leid taten. Sie wollen einfach nur füreinander da sein und sich gegenseitig Halt geben.

Es werden durchaus Sexszenen und auch Gewaltszenen beschrieben, aber diese dominieren nicht. Man kann sie auch einfach überlesen, falls man sowas gar nicht mag. Mir war das ganze Drumherum sowieso viel wichtiger.

Jedem, der in der Lage ist vorurteilsfrei an das Buch heran zu gehen, möchte ich es gerne empfehlen.

Auf der Seite des Verlages findet ihr die Leseprobe zu dem Buch.