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Klara und die Sonne von Kazuo Ishiguro

Ich habe bisher nur einen Roman von Kazuo Ishiguro gelesen und der gefiel mir richtig gut. Der Klappentext von „Klara und die Sonne“ klang nach einem besonderen Buch und genau das war es auch.

Klara, ein KF – Künstlicher Freund – ist eine KI, die zu Beginn des Buches in einem Kaufhaus darauf wartet, dass ein Kind sie mitnimmt und als Freund ansieht. Irgendwann ist es soweit, Josie sieht Klara und es ist um sie geschehen. Nach einigem hin und her darf sie mitkommen. Erst ist Klara tatsächlich eine Freundin, aber dann wendet sich das Blatt.

Was für eine komische Welt in der Klara und Josie leben. Ich habe nicht herausgefunden, wo das Buch genau spielt und auch nicht wann. Aber dass es in der Zukunft spielt, dazu in einer Zukunft, die wir nicht so wirklich erleben wollen, steht fest. Kinder sind in dieser Welt völlig auf sich allein gestellt, sie kennen kaum andere Kinder und wenn, nur aus dem Onlineunterricht. Die KFs übernehmen die vollständige Funktion eines Freundes, wobei sie natürlich weisungsgebunden sind und ihren Menschen niemals wiedersprechen.

Klara allerdings ist ein wenig anders. Schon zu Beginn des Buches wird klar, dass sie mehr und etwas anders denkt als ihre künstlichen Gefährten. Sie scheint sogar auf eine Art empathisch zu sein. Ob das ein Fehler in der Produktion oder ob es gewollt ist, kommt ebenfalls nicht heraus. Klara ist ziemlich wissbegierig und das hat sie sehr menschlich gemacht. Da das Buch aus Klaras Sicht geschrieben ist, hatte ich als Leserin immer vollen Einblick in ihre Gedankenwelt, die ziemlich skurril, aber durchaus nachvollziehbar war.

Ich hoffe, dass es niemals dazu kommt, dass Maschinen Menschen ersetzen werden, obwohl ich selber ein Faible für alles Fortschrittliche habe und gespannt bin, wie die Zukunft sich noch entwickelt. Denn eins steht fest, jede noch so empathisch daher kommende KI kann einfach nicht mit einem Menschen mithalten. Das hat mir dieses Buch klar gemacht.

Ich würde das Buch nicht nur dem Sience Fiction zuordnen, sondern auch ein wenig in Dystopie gehen, denn die von Ishiguro gemalte Welt ist ziemlich trostlos und beherbergt eine Menge einsame Menschen.

Da das Buch mich sehr gut unterhalten hat und ich jederzeit wissen wollte, wie es weiter geht, kann ich es dir uneingeschränkt empfehlen.

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Seiten: 352

Herausgeber: Karl Blessing Verlag

Erscheinungstermin: 15. März 2021

ISBN: 978-3896676931

Leseprobe

Nobelpreisträger Kazuo Ishiguro im SPIEGEL-Spitzentitel | DER SPIEGEL

Über den Autor (Quelle: Penguin Random House):  

Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki geboren, kam 1960 nach London, wo er später Englisch und Philosophie studierte. 1989 erhielt er für seinen Weltbestseller »Was vom Tage übrigblieb«, der von James Ivory verfilmt wurde, den Booker Prize. Kazuo Ishiguros Werk wurde bisher in 50 Sprachen übersetzt. Er erhielt 2017 den Nobelpreis für Literatur. Der Autor lebt in London.

Klara und die Sonne von Kazuo Ishiguro
© Andrew Testa / Author Kazuo Ishiguro photographed in Chipping Campden.

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Die verborgenen Stimmen der Bücher – Bridget Collins

Originaltitel: The Binding

Übersetzerin: Ulrike Seeberger

Verlag: Rütten & Loening

Erscheinungsdatum: 15. Februar 2019

Seiten: 467 Seiten

ISBN:  978-3-352-00921-1

Die Autorin (Verlag):

Bridget Collins hat an der London Academy of Music and Dramatic Art studiert. Sie hat bisher mehrere Romane geschrieben sowie zwei Stücke, die beim Edinburgh Festival uraufgeführt wurden. »Die verborgenen Stimmen der Bücher« wurde in mehrere Länder verkauft.

Klappentext (Verlag):

Jeder braucht eine Geschichte – auch wenn es schmerzhaft ist.

Emmett Farmer arbeitet auf dem Hof seiner Eltern, als ein Brief ihn erreicht. Er soll bei einer Buchbinderin in die Lehre gehen. Seine Eltern, die wie alle anderen Menschen Bücher aus ihrer Welt verbannt haben, lassen ihn ziehen – auch weil sie glauben, dass er nach einer schweren Krankheit die Arbeit auf dem Hof nicht leisten kann. Die Begegnung mit der alten Buchbinderin beeindruckt den Jungen, dabei lässt Seredith ihn nicht in das Gewölbe mit den kostbaren Büchern. Menschen von nah und fern suchen sie heimlich auf. Emmett kommt ein dunkler Verdacht: Liegt ihre Gabe darin, den Menschen ihre Seele zu nehmen? Nach dem plötzlichen Tod der Buchbinderin erkennt der Junge, welch Wohltäterin sie war – und in welche Gefahr er selbst geraten ist.

Ein unvergleichliches Buch über die Macht der Erinnerung, verbotene Liebe und darüber, was das Menschsein bedeutet: Geschichten zu erzählen.

Meine Meinung:

Was für ein tolles Buch! Ich hätte niemals erwartet, dass mich die Handlung so einsaugt, wie sie es getan hat. Zeitweise habe ich sogar in meinem Inneren die verschiedenen Stimmen der Protagonisten gehört.

Worum geht es? Es geht um Emmett, der aus Gründen, die er zu diesem Zeitpunkt noch nicht kennt, von seinen Eltern zu einer Buchbinderin geschickt wird, um dort seine Lehre zu beginnen. Diese Buchbinderin bindet nicht nur Bücher, sondern sie hat eine andere Fähigkeit, die manch einer sehr nützlich findet. Als Emmett dies heraus findet, ist es schon fast zu spät für ihn. Mehr kann ich leider zum Inhalt nicht verraten, weil ich nicht spoilern möchte.

Die Geschichte wird erst aus Sicht von Emmett erzählt, wie er lebt und dann wie er die Lehre beginnt. Dann folgt eine Rückblende, die gut ein Drittel des Buches einnimmt und für mich eines der schönsten und ergreifendsten Teile des Buches war. Am Ende wird noch mal aus Sicht einer anderen sehr wichtigen Person erzählt.

Ich glaube, was mich so gefesselt hat an dem Buch, war der Schreibstil und die Art, wie sich die Autorin in die Figuren hineinversetzt hat. Ich konnte es tatsächlich kaum aus der Hand legen und war traurig, als es vorbei war.  Allerdings hätte ich „Die vergessenen Seiten der Bücher“ eher dem Fantasygenre zugeordnet.

Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung!

Das Buch wurde mir von Netgalley und vom Aufbau Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Wenn Euch meine Meinung neugierig gemacht hat, guckt doch gerne mal auf der Seite des Verlages nach der Leseprobe.