Die Stadt am Ende der Welt – Thomas Mullen

Originaltitel: The Last Town on Earth 

Übersetzerin: Gerlinde Schermer-Rauwolf, Robert A. Weiß 

Verlag: Dumont Buchverlag  

Erscheinungsdatum: 29. September 2020 

Seiten: 480 Seiten 

ISBN:  978-3-8321-8151-2 

Der Autor (Verlag):  

Thomas Mullen wurde 1974 in Rhode Island geboren. 2006 erschien sein Debütroman ›Die Stadt am Ende der Welt‹, der von der Zeitschrift USA Today als »Bester Debütroman des Jahres« und von der Zeitung Chicago Tribune als eines ihrer »Books of the Year« benannt wurde. Bei DuMont erscheint außerdem seine von Publikum und Presse gefeierte ›Darktown‹-Trilogie, die nach ›Darktown‹ (2018) und ›Weißes Feuer‹ (2019) mit ›Lange Nacht‹ (2020) ihren Abschluss findet. Thomas Mullen lebt mit seiner Familie in Atlanta. 

Klappentext (Verlag): 

Wie weit würdest du gehen, um dein Leben zu schützen? 

Tief in den Wäldern des Staates Washington liegt die Holzfällerstadt Commonwealth. Charles Worthy hat sich mit der Gründung der Stadt und ihren gesellschaftlichen Idealen fernab von Ausbeutung und Unterdrückung einen Lebenstraum erfüllt. Doch sein Traum ist in Gefahr: Gerade als sich der Erste Weltkrieg seinem Ende zuneigt, bricht die todbringende Spanische Grippe aus. Die Bewohner von Commonwealth sind entschlossen, sich mit strenger Quarantäne zu schützen. Zügig werden Grenzposten gesetzt, Warnschilder ausgehängt und an der einzigen Zugangsstraße bewaffnete Wachen aufgestellt. Als Philip Worthy, der Adoptivsohn des Stadtgründers, mitansehen muss, wie ein halb verhungerter Soldat erschossen wird, um ihn am Betreten der Stadt zu hindern, ist er tief erschüttert. Wenig später vor die gleiche Situation gestellt, trifft er eine andere Entscheidung – und neben der Angst vor der Außenwelt wächst bald schon die Furcht vor dem Feind im Innern.  
Thomas Mullen erzählt in seinem hellsichtigen und mitreißenden Roman von Moral in Zeiten der Krise, von einer Gesellschaft, der die Solidarität abhanden zu kommen droht ? aber auch von Hilfsbereitschaft, Hoffnung und Mitgefühl. 

Meine Meinung:  

Ich muss ehrlich zugeben, dass mich das Buch sehr überrascht hat. Nicht nur, weil es unserer aktuellen Situation so ähnlich ist, sondern auch, weil ich nach der Lektüre komische Reaktionen an mir festgestellt habe. Ich zucke beispielsweise zusammen, wenn jemand länger anhaltend hustet und denke sofort an “Die Stadt am Ende der Welt”. Verrückt, ich weiß, aber das legt sich auch wieder.  

Der erste Weltkrieg hat die Menschheit fest im Griff, aber in der Kleinstadt Commonwealh, die Charles Worthy gegründet hat um für die Arbeiter seines Sägewerks bessere Bedingungen zu schaffen, bekommt man von all dem gar nicht so viel mit. Als in der Nachbarstadt Timber Falls und in den umliegenden Städten die spanische Grippe ausbricht, treffen die Bewohner von Commonwealth die Entscheidung den Ort abzuriegeln und mit Wachposten zu sichern. Wir hätten aber keine Geschichte, wenn die Isolation des Ortes gelungen wäre. Man kann sich also denken, dass die spanische Grippe auch in Commonwealth wütet.  

Obwohl das Buch schon 2006 veröffentlicht wurde, ist es nun aktueller denn je. Der Autor hat sehr gut recherchiert und zusätzlich seine Fantasie spielen lassen. Für mich las sich das Buch wie eine Spiegelung unserer aktuellen Situation seit März. Nicht nur, dass man erst glaubte, dass die Grippe schon nicht in die Heimat kommt, sondern auch der Umgang mit dem Virus von Seiten der REgierung und auch der Einwohner. Thomas Mullen hat nicht nur den ortsansässigen Arzt zu Beginn der Pandemie bis zur Erschöpfung durch das Dorf laufen lassen, er hat auch all die Bewohner auf verschiedene, heute auch überall zu findende Art und Weisen,  porträtiert. Das war wirklich spannend zu sehen, wie die einzelnen Phasen der Pandemie im Roman ablaufen und einen Vergleich mit heute zu ziehen.  

Mir hat das Buch außerordentlich gut gefallen, allerdings habe ich auch auf keine Art ein richtiges Problem mit Corona bisher gehabt, weder Krankheitsfälle im direkten Umkreis noch größere finanzielle Probleme, nur das übliche, was einen ab und an mal nervt. Wer auf das Thema nicht gut zu sprechen ist, sollte lieber die Finger von dem Buch lassen. Allen anderen kann ich es empfehlen, einfach um mal zu sehen, dass das Verhalten einiger Menschen in der heuteigen Zeit wohl doch normal ist.  

Das Buch wurde mir von Netgalley und vom Dumont Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.  

Wenn ihr weitere Infos über das Buch benötigt oder erst die Leseprobe lesen wollt, guckt euch mal auf der Seite Dumont Verlages um.  

Wenn du mich heute wieder fragen würdest – Mary Beth Keane

  • Originaltitel: Ask Again, Yes
  • Übersetzer: Wibke Kuhn
  • Verlag: Eisele
  • Erscheinungsdatum: 12. Oktober 2020
  • Seiten: 464
  • ISBN: 9783961610969 (Hardcover mit Schutzumschlag)
  • ASIN: B087D437YY (e-book)

Die Autorin (Verlag):

Mary Beth Keane machte ihren Master of Fine Arts an der University of Virginia. Von der National Book Foundation wurde sie zu den „5 besten Schriftstellerinnen unter 35“ gewählt und erhielt ein Guggenheim Stipendium. Mit ihrem Mann und den gemeinsamen zwei Söhnen lebt sie in Pearl River, New York. Wenn du mich heute wieder fragen würdest ist ihr dritter Roman und hielt sich acht Wochen am Stück auf den vorderen Plätzen der New York Times Bestsellerliste. Die Auslandsrechte zu dem Roman wurden bisher in 16 Länder verkauft, die Produzenten von American Beauty arbeiten derzeit an einer Umsetzung des Stoffs als TV-Serie.

Klappentext (Verlag):

Als die Gleesons und die Stanhopes in dieselbe Nachbarschaft ziehen, scheinen die Weichen für ein freundschaftliches Miteinander gestellt, sind die beiden Familienväter zudem Kollegen bei der New Yorker Polizei. Lena Gleeson fühlt sich in der neuen Gegend ein wenig einsam und versucht mit Anne Stanhope Freundschaft zu schließen. Doch deren kühle, distanzierte Art verhindert jeden Kontakt. Erst ihre Kinder bringen die Gleesons und die Stanhopes wieder miteinander in Verbindung. Lenas jüngste Tochter Kate und Annes einziger Sohn Peter sind von Anfang an unzertrennlich. Aber ihre aufkeimende Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, als eine Tragödie beide Familien für lange Zeit auseinanderreißt.

Meine Meinung:

Zugegeben, den Titel fand ich äußerst merkwürdig, aber der Klappentext hat mich angesprochen. Also habe ich es mit „Wenn du mich heute wieder fragen würdest“ versucht. Wenn man den Inhalt des Buches kennt, macht der Titel durchaus Sinn.

Das Cover fand ich vor der Lektüre nicht so wirklich ansprechend und vor allem nicht aussagekräftig. Nach dem Lesen des Buches hat sich der Eindruck aber verflüchtigt. Gerade weil es hier um zwei Familien geht, die zu Beginn der Geschichte in einem kleinen Ort leben, wo jeder jeden kennt, passt es ziemlich gut.  

Der Leser begleitet Kate und Peter durch den größten Teil ihrer Lebensgeschichte. Das Buch beginnt in den 70ern, als Kates und Peters Eltern Nachbarn werden. Die Väter kannten sich zuvor schon, weil beide zeitgleich den Polizeidienst angetreten sind. Der Leser lernt sie ganz kurz schon als frisch gebackene Kollegen kennen. Anne, Peters Mutter, weigert sich aus einem für den Leser zu dem Zeitpunkt nicht zu erahnenden Grund eine Freundschaft mit Lena, Kates Mutter,  einzugehen. Die Tragödie, die im Klappentext angesprochen wird, hat mir den Boden unter den Füssen weg gezogen und ihre Auswirkungen sind das ganze Buch über Thema. Die Geschichte des Buches endet 2017, also im mittleren Alter von Kate und Peter.

Anfangs fiel es mir etwas schwer, in das Buch hinein zu kommen. Woran das lag, kann ich nicht mal genau sagen. Nach einigen Seiten und nachdem die ersten Personen soweit vorgestellt wurden, fluppte es aber plötzlich. Mir hat besonders gefallen, dass das Buch alle möglichen Emotionen, die auch im wahren Leben vorkommen, enthalten hat. Für mich hat es sich wie ein Tagebuch aus Sicht von verschiedenen Personen gelesen, allerdings ohne die Ich-Erzählung. Die Lebensgeschichten der Gleesons und der Stanhopes sind von Beginn des Buches bis nach Ende der Geschichte so sehr miteinander verwoben, dass sie niemals hätten aufgelöst werden können. Das macht das Buch meiner Meinung nach auch so authentisch. Mary Beth Keane weiß, wovon sie spricht, denn das Buch ist angelehnt an ihre persönliche Familiengeschichte.

Der Schreibstil gefiel mir ebenfalls sehr gut. Einmal eingetaucht in die Geschichte und damit warm geworden, wollte ich eigentlich gar nicht mehr aufhören. Die Liebesgeschichte von Kate und Peter war nicht kitschig, sondern eher tragisch. Der Romeo-und-Julia-Vergleich passt meiner Meinung also perfekt zum Inhalt. Ich habe das Buch gern gelesen und kann es jedem empfehlen, der gerne tragische Geschichten liest, die Menschen durch verschiedene Arten von Liebe miteinander verbindet.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Eisele Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Wenn das Licht gefriert – Roman Klementovic

Verlag: Gmeiner Verlag

Erscheinungsdatum: 9. September 2020

Seiten: 349

ISBN: 978-3-8392-2770-1

Der Autor (Verlag):

Roman Klementovic, geboren 1982 in Wien, arbeitete viele Jahre im Marketing bevor er seine Liebe zum Schreiben entdeckte. Seitdem ist er kaum von seinem Notebook zu trennen und tüftelt ständig an neuen Geschichten.

Klappentext (Verlag):

Seit 40 Jahren schon ist Elisabeth mit Friedrich verheiratet – glücklich, trotz einiger Schicksalsschläge. Auch seine Alzheimererkrankung kann ihre Liebe nicht erschüttern. Doch eines Abends ist er besonders verwirrt. Während eines TV-Beitrags über den seit 22 Jahren ungeklärten Mord an der besten Freundin ihrer Tochter gibt er Verstörendes von sich. Er erwähnt Details, die er gar nicht kennen dürfte. In Elisabeth regt sich ein schlimmer Verdacht …

Meine Meinung:

Das war mal ein Thriller, wie ich ihn lange nicht gelesen habe und wie ich ihn mir vorstelle: Eine Person, die auf sich gestellt ist um aus einer ausweglosen Situation zu kommen. Ganz großartig!

Elisabeth ist schon seit 40 Jahren mit Friedrich verheiratet. Mittlerweile pflegt sie ihn, weil er Alzheimer hat. Als in der Sendung „Mörder im Visier“ der Mord an der damals 18jährigen Anna Venz zum Thema wird, die zufällig auch noch die Freundin ihrer beider Tochter ist, benimmt sich Friedrich seltsam. Immer wieder erzählt er Dinge, die er als Nichtbeteiligter nicht wissen kann. Elisabeth ahnt Schlimmes und macht sich nach all den Jahren auf die Suche nach dem Mörder des Mädchens, vor allem aber, weil sie nicht wahr haben will, dass Friedrich der Mörder ist.

Das Zusammenleben mit Friedrich ist nicht einfach, weil er immer mehr zum völlig Ahnungslosen in seinem Leben wird. Dazu kommt noch, dass sowohl beider Sohn als auch die Tochter nicht mehr wirklich greifbar sind. Also muss Elisabeth sowohl den Mord aufklären als auch Friedrich weiterhin im Auge behalten. Diesen Spagat hat der Autor richtig gut rüber gebracht. Dieses ständige hin und her gerissen sein zwischen der Liebe zu ihrem Mann und dem, was er vermutlich sein könnte. Die Unsicherheit, die sie plötzlich in allen Lebenslagen überfällt. Und es wäre kein richtiger Thriller, wenn das Umfeld es ihr leicht machen würde, denn es passieren immer wieder Dinge, die sie zurück werfen oder noch mehr zweifeln lassen.

Das Buch war total spannend und die Lösung war schlüssig. Ich habe zwar irgendwann einen Verdacht gehabt, wie es gewesen sein könnte, aber das hat der Spannung und dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. Letztendlich habe ich das Buch an einem Tag verschlungen, denn die kurzen Kapitel waren eine Einladung dazu einfach immer weiter zu lesen.

Wer richtig gute und spannende Thriller mag, in denen keine Ermittler vorkommen, sollte auf jeden Fall zugreifen und „Wenn das Licht gefriert“ lesen. Ihr werdet es nicht bereuen.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Gmeiner Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Wenn ihr mehr über das Buch und den Autor wissen möchtet, guckt mal beim Gmeiner Verlag vorbei.

Die unglaubliche Reise der Großmutter Maru auf ihrem himmelblauen Fahrrad – Gabri Ródenas

„Eins mit sich selbst zu sein bedeutet, sich seine wahre Natur in Erinnerung zu rufen.“

Originaltitel: La abuela que cruzó el mundo en una bicicleta

Übersetzerin: Anja Rüdiger

Verlag: Thiele & Randstätter Verlag GmbH

Erscheinungsdatum: 3. August 2020

Seiten: 192 Seiten

ISBN:  978-3851794557

Der Autor (Verlag):

GABRI RÓDENAS geboren 1976 in Murcia, ist ein spanischer Autor und Philosophieprofessor, dessen Romane sich durch ihre Mischung aus Originalität, Einfühlungsvermögen, Humor und philosophischer Weisheit auszeichnen. Er kombiniert seine Arbeit als Schriftsteller mit seiner Lehrtätigkeit an der Universität von Murcia. Sein Roman über die lebenskluge Großmutter Maru und ihre ungewöhnliche Reise wurde in zahlreiche Länder verkauft und eroberte die Herzen unzähliger Leserinnen und Leser. 

Klappentext (Verlag):

Doña Maru, eine rüstige alte Dame von neunzig Jahren, führt ein friedliches Leben am Radnd von Oaxaca, Mexiko. Wenn sie dem Waisenhaus einen Besuch abstattet, hat sie stets ihre unverwechselbaren Karamellkekse dabei und schenkt den elternlosen Kindern nicht nur diese Süßigkeiten, die für sie selbst einmal eine besondere Bedeutung hatten, sondern auch ihr Lächeln und das Licht der Hoffnung. Maru hat niemals lesen und schreiben gelernt, doch sie ist unendlich weise. Als sie eines Tages zu ihrer großen Überraschung erfährt, dass sie einen Enkel hat, der in Veracruz lebt, beschließt sie, auf ihr himmelblaues Fahrrad zu steigen – ihren wertvollsten Besitz – und den jungen Mann zu suchen. Die Fahrt von Oaxaca nach Veracruz ist für die alte Frau eine Weltreise. Doña Maru hat nur eine vage Ahnung, wo genau sie hinmuss, und macht sich nicht allzu viele Sorgen wegen möglicher Gefahren. Sie glaubt fest daran, dass sich immer ein Mensch mit einem guten Herzen findet, der einem weiterhilft. Und so beginnt eine abenteuerliche Reise von einer Küste Mexikos zur anderen, auf der Großmutter Maru vielen Menschen begegnet, die nicht nur ihre Karamellkekse gern entgegennehmen, sondern auch ihren Rat und ihren erhellenden Blick auf die Dinge …. 

Meine Meinung:

Zugegeben, der Titel des Buches ist ziemlich sperrig und das Cover ist auch nicht gerade innovativ, aber das ist auch das einzige, was ich an dem Buch auszusetzen habe. Allerdings war mir nicht so wirklich klar, worauf ich mich da eingelassen habe, als ich mich für das Buch entschieden habe.

Der Leser/die Leserin begleitet Doña Maru auf der Suche nach ihrem Enkel. Das ist eigentlich die einzige Handlung. Auf dem Weg trifft sie einige verirrte Seelen, denen sie kluge Ratschläge gibt.

Das Buch ist sehr philosophisch geschrieben, was aber nicht verwunderlich ist, denn Gabri Ródenas ist Philosophieprofessor und das ist auch in so gut wie jeder Zeile erkennbar. Würde ich Doña Maru im wahren Leben treffen, wäre ich wahrscheinlich total genervt, im Buch fand ich sie unglaublich niedlich, weil sie einfach auf die Menschen, die ihre Hilfe in Form von einem Rat benötigten, eingegangen ist und ihre Probleme auch direkt erkannt hat. Ich habe quasi das gesamte Buch markiert, weil ich so viele Sätze so klug fand, dass ich sie nie wieder vergessen möchte. Zum Beispiel dies: „Neugeborene und kleine Kinder verhalten sich, obwohl sie Menschen sind, wie die Tiere. Sie leben im Hier und Jetzt, ohne an die Vergangenheit oder die Zukunft zu denken… Weil sie sich dessen nicht bewusst sind.“

Der Autor erwähnt in der Einleitung, dass das Buch einen verändern wird. Wenn man das Buch mit Sinn und Verstand liest, ist das durchaus so, denn ich glaube, dass die meisten Menschen sich in den Leuten, denen Doña Maru einen Rat gibt, wiedererkennen. Ob es nun darum geht, dass man lebt um zu arbeiten oder sich nicht anerkannt fühlt oder sich gesellschaftlich selber ausgrenzt. Für jeden ist das ein oder andere dabei, zu dem der Autor einen einlädt drüber nachzudenken.

Das Buch ist ein Ratgeber für ein entspanntes Leben, es zeigt uns, wie man im Moment leben kann und wie man es schafft, sich weniger Sorgen zu machen und mehr bei sich selber zu sein, eingebettet in eine kleine herzerwärmende Geschichte. Für alle, die sich für dieses Thema interessieren, ist dieses Buch perfekt.  Diejenigen, die das alles für Quatsch halten, sollten das Buch auch nicht lesen.

Mehr über das Buch erfahrt ihr auf der Homepage des Verlages.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Thiele & Brandstätter Verlag GmbH zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Hamster im hinteren Stromgebiet (Alle Toten fliegen hoch # 5) – Joachim Meyerhoff

„Zeit ist Hirn.“

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

Erscheinungsdatum: 10. September 2020

Seiten: 320

ISBN: 978-3-462-00024-5

Der Autor (Verlag):

Joachim Meyerhoff, geboren 1967 in Homburg/Saar, aufgewachsen in Schleswig, war vierzehn Jahre lang Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. In seinem sechsteiligen Zyklus »Alle Toten fliegen hoch« trat er als Erzähler auf die Bühne und wurde zum Theatertreffen 2009 eingeladen. 2007 wurde er zum Schauspieler des Jahres gewählt. Für seinen Debütroman wurde er 2011 mit dem Franz-Tumler-Literaturpreis und 2012 mit dem Förderpreis zum Bremer Literaturpreis ausgezeichnet. Im September 2016 erhielt er den Nicolas-Born-Debütpreis, den Euregio-Schüler-Literaturpreis, im Januar 2017 die Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz. Im Mai 2017 wurde Joachim Meyerhoff in der Sektion Darstellende Kunst in die Akademie der Künste aufgenommen und von der Fachzeitschrift Theater heute zum Schauspieler des Jahres 2017 gewählt. 2018 erhielt er für sein Prosawerk den Jonathan-Swift-Preis für Satire und Humor. Seit 2019 ist Joachim Meyerhoff Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne.

Klappentext (Verlag):

Zeit ist Hirn.

Was passiert, wenn man durch einen gesundheitlichen Einbruch auf einen Schlag aus dem prallen Leben gerissen wird? Kann das Erzählen von Geschichten zur Rettung beitragen? Und kann Komik heilen? Nachdem der Erzähler Joachim Meyerhoff aus so unterschiedlichen Lebenswelten berichtet hat wie einem Schüleraustausch in Laramie, Amerika, dem Aufwachsen auf einem Psychiatriegelände, der Schauspielschule und den liebesverwirrten Jahren in der Provinz, gerät der inzwischen Fünfzigjährige in ein Drama unerwarteter Art. Er wird als Notfall auf eine Intensivstation eingeliefert. Er, der sich immer durch körperliche Verausgabung zum Glühen brachte, die »blonde Bombe«, für die Selbstdetonationen ein Lebenselixier waren, liegt jählings an Apparaturen angeschlossen in einem Krankenhausbett in der Wiener Peripherie. Doch so existenziell die Situation auch sein mag, sie ist zugleich auch voller absurder Begebenheiten und Begegnungen. Der Krankenhausaufenthalt wird zu einer Zeit voller Geschichten und zu einer Zeit mit den Menschen, die dem Erzähler am nächsten stehen. Er begegnet außerdem so bedauernswerten wie gewöhnungsbedürftigen Mitpatienten, einer beeindruckenden Neurologin und sogar wilden Hamstern. Als er das Krankenhaus wieder verlassen kann, ist nichts mehr, wie es einmal war. Joachim Meyerhoff zieht alle literarischen Register und erzählt mit unvergleichlicher Tragikomik gegen die Unwägbarkeiten der Existenz an.

Meine Meinung:

Um ehrlich zu sein, habe ich die Teile 3 (Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke) und Teil 4 (Die Zweisamkeit der Einzelgänger) der Reihe noch gar nicht gelesen. Da ich aber weiß, dass die Bücher von Herrn Meyerhoff immer gut sind, habe ich ausnahmsweise mal nicht nach der Reihenfolge gelesen.

In „Hamster im hinteren Stromgebiet“ erzählt Joachim Meyerhoff von seinem Schlaganfall und die Tage, die danach folgten. Wie man es auch schon aus den andern Teilen der Reihe kennt, erzählt er nicht nur den aktuellen Erzählstrang, sondern auch viel von seiner Vergangenheit. Hier berichtet er, wie er sich durch Anekdoten, die er sich selber ins Gedächtnis gerufen hat, die Nächte schlaflos gestalten konnte, weil er Angst hatte im Schlaf zu sterben bzw. einen erneuten Schlaganfall zu bekomen. Dabei ist immer der für ihn typische Humor dabei. Manchmal musste ich trotz des fiesen Themas laut auflachen.

Das Buch kann man auch sehr gut lesen ohne vorher die vier anderen Teile zu kennen. Eigentlich lese ich Reihen nicht gerne durcheinander, aber das Buch hat mich einfach viel zu sehr gereizt. Und am Ende habe ich es an einem Sonntag durchgelesen, weil es mich so sehr gefesselt hat. Wie der Autor das macht, ist mir bis jetzt ein Rätsel, aber es funktioniert. Ich höre ihm einfach gerne zu, eher gesagt lese ich gerne, was und vor allem wie er erzählt.

Wer Joachim Meyerhoff noch nicht als Autor kennt, sollte sich schleunigst eins seiner Bücher besorgen und einfach mal losleegen. Es lohnt sich!

Wenn ihr mehr über das Buch erfahren möchtet, guckt mal auf der Seite des  Verlages vorbei.

Das Buch wurde mir von Netgalley und Kiepenheuer & Witsch zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Sterben im Sommer – Zsuzsa Bánk

Verlag: S. Fischer Verlag

Erscheinungsdatum: 26. August 2020

Seiten: 320

ISBN: 978-3103970395

Die Autorin (Verlag):

Zsuzsa Bánk, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin und studierte anschließend in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie als Autorin mit ihrem Mann und zwei Kindern in Frankfurt am Main. Für ihren ersten Roman »Der Schwimmer« wurde sie mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Deutschen Bücherpreis, dem Jürgen-Ponto-Preis, dem Mara-Cassens-Preis sowie dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet. Für »Unter Hunden« aus ihrem Erzählungsband »Heißester Sommer« erhielt sie den Bettina-von-Arnim-Preis. Auch ihre Romane »Die hellen Tage« und »Schlafen werden wir später« wurden große Erfolge. Zuletzt erschien »Sterben im Sommer«.

Klappentext (Verlag):

Seinen letzten Sommer verbringt der Vater am Balaton, in Ungarn, der alten Heimat. Noch einmal sitzt er in seinem Paradiesgarten unter der Akazie, noch einmal steigt er zum Schwimmen in den See. Aber die Rückreise erfolgt im Rettungshubschrauber und Krankenwagen, das Ziel eine Klinik in Frankfurt am Main, wo nichts mehr gegen den Krebs unternommen werden kann. Es sind die heißesten Tage des Sommers, und die Tochter setzt sich ans Krankenbett. Mit Dankbarkeit erinnert sie sich an die gemeinsamen Jahre, mit Verzweiflung denkt sie an das Kommende. Sie registriert, was verloren geht und was gerettet werden kann, was zu tun und was zu schaffen ist. Wie verändert sich jetzt das Gefüge der Familie, und wie verändert sie sich selbst? Was geschieht mit uns im Jahr des Abschieds und was im Jahr danach? In »Sterben im Sommer« erzählt Zsuzsa Bánk davon.

Meine Meinung:

Ich war mir nach den ersten Seiten gar nicht sicher, ob ich das Buch überhaupt weiter lesen möchte, weil es einfach so traurig und vor allem so persönlich ist. Ich habe mich dann dafür entschieden und bin froh darum.

Zsuzsa Bánks erzählt in „Sterben im Sommer“ nicht nur die Geschichte des Todes ihres Vaters, sondern auch ganz viel Familiengeschichte. Von der Flucht der Eltern 1956, von der dementen Tante, von Familienorten und –stücken in Ungarn, die nach dem Tod des Vaters noch wichtiger geworden sind. Viele Erinnerungen an ihren Vater und an verschiedene Situationen gehören ebenso dazu wie all die schrecklichen Momente, in denen sie und ihre Familie Hoffnung hatten, Angst oder Sorgen. Der Leser bzw. die Leserin begleitet die Autorin bis zum ersten Jahr nach dem Tod des Vaters und erlebt auch die große Trauer und Fassungslosigkeit mit.

Das Buch liest sich fast wie ein Tagebuch, allerdings in ausformulierter und romantauglicher Form. Ihre Gedanken springen immer mal wieder zurück in die Vergangenheit und auch dahin, was in der Zukunft sein könnte, wenn der Vater nicht mehr da ist.

Mich hat beim Lesen etwas verwirrt, dass es keine Kapitel in dem Sinne gab, die man sich so vorstellt. Allerdings kann es auch an der E-Book-Version liegen. Dies hat mir noch mehr das Gefühl gegeben, dass ich das Buch in einem weg lesen muss und nicht mittendrin stoppen darf.

Alles in allem ist das Buch unglaublich traurig, aber durch die schönen Sätze, die Zsuzsa Bánks verwendet hat, etwas ganz besonderes. Zitat: „Mein Vater war ein Bahnhofskind gewesen, ein Kind der Abfahrten und Ankünfte, der Signale und Trillerpfeifen, die Züge und Waggons waren seine Spielgefährten, sein Kumpane und Wegbegleiter. Seine frühen Jahre rankten sich über Bahnhöfe, waren um Schienen gebaut, um sie herum geflochten, ohne sie undenkbar.“ Die große Liebe zu ihrer Familie, zu Ungarn und auch zu ihren Freunden kann man aus jeder Zeile herauslesen. Trotz des so schrecklichen Themas empfand ich das Buch als wunderschön, aber es macht einem auch bewusst, dass man selber und seine Lieben nicht ewig leben werden.  

Wenn ihr mit dem Thema Tod nicht umgehen könnt, würde ich von dem Buch abraten. Ansonsten bekommt es von mir eine klare Leseempfehlung.

Wenn ihr mehr über das Buch erfahren möchtet, guckt mal auf der Seite des  Verlages vorbei.

Das Buch wurde mir von Netgalley und den S. Fischer Verlagen zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Zugvögel – Charlotte McConaghy

„Meine Seeschwalbe erhebt sich als Erste. Inzwischen nenne ich sie nur noch „meine“, denn sie hat sich in mich hineingebohrt und ihr Nest in meinem Brustkorb gebaut.“

Originaltitel: Migrations

Übersetzerin: Tanja Handels

Verlag: S. Fischer Verlag

Erscheinungsdatum: 26. August 2020

Seiten: 400 Seiten

ISBN:  978-3103974706

Die Autorin (Verlag):

Charlotte McConaghy, Jahrgang 1988, hat irische Wurzeln und wuchs in Australien auf. Ihre Passion für die Natur und Tierwelt und ihre Erschütterung über die Auswirkungen des Klimawandels inspirierten sie zu »Zugvögel«, ihrem literarischen Debütroman, mit dem sie den internationalen Durchbruch erreichte. Sie hat einen Abschluss als Drehbuchautorin der Australian Film Television and Radio School. McConaghy lebt heute in Sydney.

Klappentext (Verlag):

Franny hat ihr ganzes Leben am Meer verbracht, die wilden Strömungen und gefiederten Gefährten den Menschen vorgezogen. Als die Vögel beginnen zu verschwinden, beschließt die junge Ornithologin den letzten Küstenseeschwalben zu folgen. Inmitten der exzentrischen Crew eines der letzten Fischerboote macht sie sich auf den Weg in die Antarktis. Schutzlos ist die junge Frau den rauen Naturgewalten des Atlantiks ausgeliefert, allein die Vögel sind ihr Kompass. Doch wohin die Tiere sie auch führen, vor ihrer Vergangenheit kann Franny nicht fliehen. Ihr folgt das Geheimnis eines Verbrechens, die Geschichte einer außergewöhnlichen Liebe. Und schon bald entwickelt sich die Reise zu einem lebensbedrohlichen Abenteuer. 

Meine Meinung:

Wow, dieses Buch ist so vielschichtig, dass ich gar nicht genau weiß, ob ich alles, was den Inhalt ausmacht, überhaupt in einem Leseeindruck erfassen kann. Vorab kann ich schon sagen, dass mich das Buch total gefesselt hat. Der Autorin ist da ein ganz großer Wurf gelungen.

Franny hat Wanderfüße, das heißt sie gehört zu den Leuten, die niemals an einem Ort sein bleiben können. Außerdem liebt sie das Meer, Vögel und ihren Mann Niall. Sie hat eine bewegende Vergangenheit hinter sich und mit der Suche nach den letzten verbliebenden Küstenseeschwalben findet sie sich und ihr Leben wieder. Das alles hört sich nicht wahnsinnig spannend an, finde ich. Aber das ist es, sehr sogar.

Das Buch spielt in verschiedenen Zeitebenen und –orten. Der Leser lernt Franny kennen, ihre Familie und den verrückten Beginn ihrer Ehe mit Niall. Franny ist nicht gerade ein Musterbeispiel an guter Laune und da das Buch aus ihrer Perspektive geschrieben ist, ist die Stimmung sehr oft negativ, was aber trotz allem angenehm zu lesen war und mich nicht in den seelischen Abgrund gestürzt hat. Man merkt deutlich, dass die Autorin sich um die Umwelt sorgt, denn das Buch spielt zum größten Teil in einer nicht näher benannten Zukunft, in der fast alle Tiere ausgestorben sind. Obwohl dies immer mal wieder Thema ist und auch deutliche Worte gesprochen werden, kommt es niemals aufdringlich herüber. Im Laufe des Buches habe ich Franny sehr in mein Herz geschlossen, auch wenn immer mal wieder große und kleine Überraschungen auftauchten, die mich an ihrer Ehrlichkeit und ihrem Charakter haben zweifeln lassen. Nach und nach hat sich Frannys gesamte Lebensgeschichte offenbart. Das und ihre Reise, die nicht so verläuft, wie sie sich das anfangs vorgestellt hat, hat das Buch so spannend gemacht.

Ich bin wirklich froh, „Zugvögel“ gelesen zu haben. Der Klappentext gibt zwar den Inhalt des Buches wieder, aber das Herz des Buches kann der Leser nur selber finden, indem er es liest. Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen, obwohl manches ein wenig skurril ist und man sich dafür etwas öffnen muss.

Wenn ihr mehr über das Buch erfahren möchtet, guckt doch mal auf der Seite des Verlages vorbei.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem S. Fischer Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Sieben Richtige – Volker Jarck

„Wer entscheidet über den Moment, in dem wir nicht sagen „ich muss dann mal wieder“ und nicht sagen, „mach´s gut, war echt schön, dich zu sehen“?“

Verlag: S. Fischer Verlag

Erscheinungsdatum: 26. August 2020

Seiten: 320

ISBN: 978-3103970395

Der Autor (Verlag):

Volker Jarck, geboren 1974, mag schöne Sätze in guten Büchern. Er hat im Buchhandel gejobbt, in Bochum Literatur studiert und Theater gespielt. In Frankfurt am Main und Berlin hat er bei großen Buchverlagen als Lektor und Programmleiter gearbeitet. Begeisterungsfähig bei Sport, Serien und Spaghetti-Eis, lebt Volker Jarck mit seiner Frau, einer Drehbuchautorin, in Köln. 

Klappentext (Verlag):

So viel mehr als Zufall: der Roman über das Glück, dass wir alle miteinander verbunden sind.

Ein kleines Mädchen, zur falschen Zeit an der falschen Kreuzung. Ein Umzugswagen, der nicht an sein Ziel kommt. Eine viel zu traurige E-Mail, eine Frau, die auf ihre Möbel wartet, und ein Abend in Rom mit zu viel Gin im Tonic. Nur ein paar Sommer-Sekunden verändern und verbinden die Lebenswege von Greta, Victor, Eva und all den anderen. Irgendwo zwischen Bochum, Boston und Köln glauben sie an ihre Träume, an die Zukunft oder an das Glück, einmal die Hauptrolle im Leben eines anderen zu spielen. Und jeder Sommer-Abend kann das unvergessliche Kapitel eines richtigen Lebens werden.

Berührend, unterhaltend, literarisch erzählt Volker Jarck in »Sieben Richtige« von Augenblicken für immer.

Meine Meinung:

Dieses Buch zeigt wieder, dass der Klappentext niemals die Gefühle, die beim Leser während der Lektüre entstehen, darstellen kann. Ich fand den Inhalt laut dem Klappentext ganz interessant, das Buch aber habe ich ab der ersten Seite geliebt und verschlungen.

Es geht um die Geschichte verschiedener Personen, die sich im Laufe ihres Lebens zufällig oder auch absichtlich getroffen haben, die das eine oder andere Leid erlebt haben oder Freude und Glück miteinander geteilt haben. Für mich war es sehr überraschend, dass eine Geschichte, die eigentlich zum größten Teil durch Zufälle funktioniert so wenig konstruiert daher kommt. Die Geschichten der einzelnen Personen greifen ineinander und bedingen sich zum Teil gegenseitig. Das Buch las sich einfach wie das echte Leben mit all seinen Höhen und Tiefen. Und Volker Jarck hat es geschafft trotz der knapp 300 Seiten die Charaktere für einen Leser wie mich, der es eher ausführlich mag, so liebenswert und mit Tiefe aufzubauen, dass ich mit ihnen mitfühlen konnte. Für mich ist „Sieben Richtige“ ein sehr gelungenes Debut.

Als Extraplus spielt das Buch in meiner Heimat, im Ruhrgebiet. Und auch dies hat er perfekt eingefangen: „Die Autobahnen zwischen Ruhr und Rhein sind Psychotests, und er hat schon reichlich Aggression auf der linken und Depression auf der mittleren Fahrspur gespürt.“

Ich kann euch diese kleine Liebeserklärung an das Leben mit all seinen Irrungen und Wirrungen sehr ans Herz legen.

Wenn ihr mehr über das Buch wissen wollt und auch eine Leseprobe lesen möchtet, seht euch mal auf der Seite des Verlages um.

Das Buch wurde mir von Netgalley und den S. Fischer Verlagen zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Drakon – Tod unter Segeln – H. Dieter Neumann

Verlag: Piper

Erscheinungsdatum: 3. August 2020

Seiten: 288

ISBN: 978-3492503969

Der Autor (Verlag):

H. Dieter Neumann, Jahrgang 1949, war Offizier in der Luftwaffe der Bundeswehr. Nach seinem Ausscheiden als Oberstleutnant d. R. wurde der Diplom-Finanzökonom (BI) Vertriebsleiter und Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens und schließlich Vorstand einer Dienstleistungsgenossenschaft. Danach erfüllte er sich seinen Lebenstraum, indem er einige Semester Neuere Deutsche Literatur studierte und sich ganz aufs Schreiben verlegte. Neumann hat sich der Spannungsliteratur verschrieben. Neben seinen Thrillern und Kriminalromanen hat er jedoch auch vier Sachbücher über Redewendungen veröffentlicht. Im Jahr 2018 wurde er mit dem Jurypreis des NordMordAward ausgezeichnet. Als passionierter Segler ist Neumann oft und gern auf dem Wasser. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsende Töchter und lebt in der Nähe von Flensburg auf dem Land.

Klappentext (Verlag):

Ein fesselnder Thriller aus der verborgenen Welt der Geheimdienste – beklemmend aktuell

Malte Janssen überführt die luxuriöse Segelyacht des Oligarchen Timur Krylow, die auf seiner Bootswerft gebaut wurde, von der deutschen Ostseeküste nach Sankt Petersburg. Doch der Törn, der Malte helfen sollte, über den kürzlichen Tod seiner Frau hinwegzukommen, wird zum Albtraum: In den Hoheitsgewässern der Russischen Föderation entern schwer bewaffnete Piraten das Schiff, rauben die Besatzung aus und töten Maltes besten Freund. Die russischen Behörden starten eine aufwändige Untersuchung des Vorfalls, die aber im Sande verläuft. Auf sich allein gestellt, geht Malte selbst auf die Suche nach der Wahrheit und beginnt, brisante Fragen zu stellen. Dadurch gerät er nicht nur ins Fadenkreuz einer skrupellosen Verbrecherorganisation, sondern unversehens auch ins Visier mächtiger Geheimdienste …  

Meine Meinung:

Bisher kannte ich nur einen Teil der Helene-Christ-Romane von H. Dieter Neumann. Eigentlich sind Polit-Thriller nicht so mein Genre, aber nach der Lektüre habe ich bemerkt, dass ich mich da wohl geirrt habe.

Malte Jansen erlebt während der Überführung einer Luxusyacht nach Russland Schreckliches: Die Yacht wird überfallen und während dieses Übefalls wird sein bester Freund, der bei dieser Reise mit an Bord war, erschossen. Anfangs glaubt Malte, dass all dies Zufall ist und sie von Piraten überfallen wurden. Aber dann passieren Dinge, die Malte nicht mehr an einen Zufall glauben lassen.

Da es sich um einen Spannungsroman und nicht um einen Thriller handelt, ist der Inhalt nicht blutrünstig beschrieben. Der Fokus lag hier ganz klar auf der Erzählung der Geschichte und nicht auf Effekthascherei. Das passt in meinen Augen sowohl zu der Story als auch zu den anderen Büchern, die ich von dem Autor bereits kenne. Ich dachte ja, dass mir all die Zusammenhänge, gerade was poltische bzw. wirtschaftliche Verstrickungen angeht, irgendwann langweilig werden würden oder dass ich nicht mehr durchblicke ab einem bestimmten Zeitpunkt. Dies war aber nicht so. Das Buch ist für Leute wie mich, die sich kaum mit den Vorgängen in der Wirtschaft befassen, sehr verständlich geschrieben.

Ich mag einfach, wie der Autor über seine Figuren erzählt, nicht nur hier, sondern auch in der Helene-Christ-Reihe.  Er scheint sie allesamt in sein Herz geschlossen zu haben, zumindest diejenigen, die nicht kriminell sind.  Das sind für mich die besten Voraussetzungen für ein großartiges Lesevergnügen.

„Tod unter Segeln“ kann ich euch uneingeschränkt empfehlen. Vor allem, wenn ihr schon mal etwas von der Helene-Christ-Reihe gelesen habt. Falls ihr dies nicht getan habt, lest einfach beides 😉 Ich habe jetzt auch wieder richtig Lust bekommen, die Reihe weiter zu lesen und werde dies in naher Zukunft auch sicher tun. Mittlerweile gibt es sechs Teile.

Für weitere Infos über das Buch und einen Blick in das Buch könnt ihr auf der Seite des Verlages gucken.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Piper Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Wie die Ruhe vor dem Sturm (Chances # 1) – Brittainy C. Cherry

Er war er, ich war ich und wir waren wir.

Sprecher: Yesim Meisheit, Nicolás Artajo

Verlag: LYX  

Erscheinungsdatum: 29. Juni 2020

Dauer: 631 Minuten

ISBN: 978-3-96635-071-6

Die Autorin (Verlag):

Brittainy C. Cherrys erste große Liebe war die Literatur. Sie hat einen Abschluss der Carroll Universität in Schauspiel und Creative Writing und schreibt hauptberuflich Theaterstücke und Romane. Sie lebt mit ihrer Familie in Milwaukee, Wisconsin.

Klappentext (Verlag):

Als ich meine neue Stelle als Nanny einer reichen Familie antrat, konnte ich nicht ahnen, dass es Greyson Easts Kinder waren, die ich betreuen würde. Und auch nicht, dass der Junge, den ich einmal geliebt hatte, zum Mann geworden war – ein eiskalter, einsamer, unnahbarer Mann. Alles an Grey war in Schmerz versunken. Doch ab und zu sah ich den Jungen von damals in seinen sturmgrauen Augen – und ich wusste, dass es sich um ihn zu kämpfen lohnte.

Meine Meinung:

Ich weiß gar nicht, was mit geritten habe, als ich bei Netgalley diesen Roman als Rezensionsexemplar angefordert habe. Ich mag weder Klischee-Liebesromane, noch fand ich das Cover oder den Klappentext besonders ansprechend. Und vom Namen der Autorin rede ich gar nicht erst. Vorab kann ich euch aber sagen, dass ich mich unsterblich sowohl in das Buch als auch in die Figuren verliebt habe.

Die Geschichte beginnt wie viele Lovestorys: Das unscheinbare Mädchen mit den Libellen-Häkeljacken wird plötzlich von dem Superstar der Schule wahrgenommen und sie verlieben sich ineinander. Jahre später treffen sie sich wieder, er ist verbittert, sie immer noch Single und was passiert dann? Lest oder hört es einfach selber 😉

Nach ein paar Sätzen war es passiert: Ich hatte schon alle Stadien des mitfiebernden Hörens hinter mir. Gänsehaut, Tränchen in den Augen und gelacht hatte ich auch schon. Aber wie kommt das? Ich kann es nur so beschreiben, dass die Autorin unendlich liebevoll schreibt. Die Figuren, die sie entworfen hat, sind einfach so dargestellt, dass sie genau das in einem hervorrufen, was die Autorin im Sinn hatte. In meiner Jugend habe ich sehr viele Liebesromane gelesen, aber kaum einer hat mein Herz so sehr berührt wie der erste Teil der Geschichte um Ellie und Gray.

Die Sprecher sind perfekt für das Buch. Yesim Meisheit liest mit Herz und Seele und ich habe ihr jedes einzelne Wort abgenommen. Nicolás Artajo liest etwas gemäßigter, aber seine Rolle im Buch ist auch entsprechend. Ich kannte vorher beide nicht und bin froh, dass ich mit dem Hörbuch versucht habe.

Der zweite Teil der Reihe mit dem Titel „Wie die Stille vor dem Fall. Erstes Buch“ (es wird zwei geben), erscheint leider erst am 27. November 2020. Ich werde es wahrscheinlich direkt entweder hören oder lesen. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung.

Auf der Seite des Verlages könnt ihr euch die Hörprobe anhören.

Das Buch wurde mir von Netgalley und vom LYX-Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.