Die verborgenen Stimmen der Bücher – Bridget Collins

Originaltitel: The Binding

Übersetzerin: Ulrike Seeberger

Verlag: Rütten & Loening

Erscheinungsdatum: 15. Februar 2019

Seiten: 467 Seiten

ISBN:  978-3-352-00921-1

Die Autorin (Verlag):

Bridget Collins hat an der London Academy of Music and Dramatic Art studiert. Sie hat bisher mehrere Romane geschrieben sowie zwei Stücke, die beim Edinburgh Festival uraufgeführt wurden. »Die verborgenen Stimmen der Bücher« wurde in mehrere Länder verkauft.

Klappentext (Verlag):

Jeder braucht eine Geschichte – auch wenn es schmerzhaft ist.

Emmett Farmer arbeitet auf dem Hof seiner Eltern, als ein Brief ihn erreicht. Er soll bei einer Buchbinderin in die Lehre gehen. Seine Eltern, die wie alle anderen Menschen Bücher aus ihrer Welt verbannt haben, lassen ihn ziehen – auch weil sie glauben, dass er nach einer schweren Krankheit die Arbeit auf dem Hof nicht leisten kann. Die Begegnung mit der alten Buchbinderin beeindruckt den Jungen, dabei lässt Seredith ihn nicht in das Gewölbe mit den kostbaren Büchern. Menschen von nah und fern suchen sie heimlich auf. Emmett kommt ein dunkler Verdacht: Liegt ihre Gabe darin, den Menschen ihre Seele zu nehmen? Nach dem plötzlichen Tod der Buchbinderin erkennt der Junge, welch Wohltäterin sie war – und in welche Gefahr er selbst geraten ist.

Ein unvergleichliches Buch über die Macht der Erinnerung, verbotene Liebe und darüber, was das Menschsein bedeutet: Geschichten zu erzählen.

Meine Meinung:

Was für ein tolles Buch! Ich hätte niemals erwartet, dass mich die Handlung so einsaugt, wie sie es getan hat. Zeitweise habe ich sogar in meinem Inneren die verschiedenen Stimmen der Protagonisten gehört.

Worum geht es? Es geht um Emmett, der aus Gründen, die er zu diesem Zeitpunkt noch nicht kennt, von seinen Eltern zu einer Buchbinderin geschickt wird, um dort seine Lehre zu beginnen. Diese Buchbinderin bindet nicht nur Bücher, sondern sie hat eine andere Fähigkeit, die manch einer sehr nützlich findet. Als Emmett dies heraus findet, ist es schon fast zu spät für ihn. Mehr kann ich leider zum Inhalt nicht verraten, weil ich nicht spoilern möchte.

Die Geschichte wird erst aus Sicht von Emmett erzählt, wie er lebt und dann wie er die Lehre beginnt. Dann folgt eine Rückblende, die gut ein Drittel des Buches einnimmt und für mich eines der schönsten und ergreifendsten Teile des Buches war. Am Ende wird noch mal aus Sicht einer anderen sehr wichtigen Person erzählt.

Ich glaube, was mich so gefesselt hat an dem Buch, war der Schreibstil und die Art, wie sich die Autorin in die Figuren hineinversetzt hat. Ich konnte es tatsächlich kaum aus der Hand legen und war traurig, als es vorbei war.  Allerdings hätte ich „Die vergessenen Seiten der Bücher“ eher dem Fantasygenre zugeordnet.

Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung!

Das Buch wurde mir von Netgalley und vom Aufbau Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Wenn Euch meine Meinung neugierig gemacht hat, guckt doch gerne mal auf der Seite des Verlages nach der Leseprobe.

Katharina von Aragón (Die Tudor-Königinnen #1) – Alison Weir

Das Leben der ersten Frau von König Heinrich VIII.

Originaltitel: Six Tudor Queens: Katherine of Aragon, The True Queen

Übersetzerin: Edigna Hackelsberger

Verlag: Ullstein Taschenbuch

Erscheinungsdatum: 13. Juli 2020

Seiten: 896 Seiten

ISBN:  9783548063058

Die Autorin (Verlag):

Alison Weir ist eine Bestsellerautorin aus Großbritannien, die weltweit über 2,7 Millionen Bücher verkauft hat. Sie hat 17 historische Sachbücher und viele historische Romane veröffentlicht. Alison Weir ist Mitglied der Royal Society of Arts and Sciences. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Klappentext (Verlag):

Die wahre Königin

Das tragische Leben der ersten Frau von König Heinrich VIII.

England, 1501: Im Alter von 16 Jahren kommt die spanische Prinzessin Katharina von Aragón nach England, zunächst um Prinz Arthur zu heiraten, der jedoch kurz darauf stirbt. Sofort wird sie mit dem Thronerben verlobt: Prinz Heinrich. Was zunächst nach einer glücklichen Vermählung aussieht, wird schnell zum Alptraum für die junge Frau. Bald kursieren Gerüchte über König Heinrichs Affäre mit dem Hoffräulein Anne Boleyn. Katharina muss nun stark sein und kämpfen: für ihre Ehre, die Zukunft, für die Liebe.

Meine Meinung:

Eine Zeitlang war ich süchtig nach Büchern über Heinrich VIII., daher musste ich das Buch über die wahre Königin selbstverständlich lesen.

Katharina von Aragón kommt von Spanien nach England um Prinz Arthur zu heiraten, der aber nach wenigen Monaten verstirbt. Nach langem Warten wird sie endlich Heinrichs Frau, der zur Zeit ihrer Hochzeit schon König ist. Sie wird also Königin – und was für eine! Leider sieht es Heinrich mit der Treue nicht so eng und möchte Katharina los werden um Platz für Anne Boleyn zu haben.

Bis zur Lektüre dieses Buches ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich niemals ein Buch aus Sicht von Katharina gelesen habe. Ich wusste zwar so einiges, was geschehen ist, aber ihr Blickwinkel hat mir noch mal klar gemacht, dass sie ihn wirklich geliebt haben muss und wie sehr sie unter den Umständen gelitten hat. Nicht nur, weil sie seine Eskapaden ertragen hat, sondern auch, weil sie bereit war die Augen zu verschließen vor dem, was anderen in ihrem Umfeld offensichtlich war. Sie hat die Schuld immer bei sich gesucht und nicht bei ihm.

Da die Autorin schon so einige historische Sachbücher geschrieben hat, war ich erstaunt, wie sehr sie sich in Katharina rein versetzt hat und dieses Buch nicht trocken wie ein Sachbuch, sondern lebendig und aus Katharinas Sicht,  verfasst hat. Lediglich die Sprache, die sie gewählt hat, scheint mir nicht so ganz dem 16. Jahrhundert gerecht zu werden. Aber das hat dem Buch nicht geschadet. Allerdings wurde es hin und wieder etwas langatmig, aber auch das fand ich nicht hinderlich.

Wenn die weiteren fünf Teile im ähnlichen Stil geschrieben sind, werde ich sie auf jeden Fall lesen. Ich bin gespannt, wie die Autorin die anderen von Heinrichs sechs Frauen erzählen lässt. Der zweite Teil „Anne Boleyn – Die Mutter der Königin“ erscheint am 2. November 2020.

*Werbung* Weitere Infos zum Buch und eine Leseprobe findet ihr auf der Seite des Verlages.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Ullstein Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Schatten der Welt – Andreas Izquierdo

Verlag: Dumont Verlag

Erscheinungsdatum: 21. Juli 2020

Seiten: 544

ISBN: 978-3-8321-6498-0

Der Autor (Verlag):

Andreas Izquierdo, geboren 1968, ist Schriftsteller und Drehbuchautor. Er veröffentlichte u. a. den Roman ›König von Albanien‹ (2007), der mit dem Sir- Walter-Scott-Preis für den besten historischen Roman des Jahres ausgezeichnet wurde, sowie den Roman ›Apocalypsia‹ (2010), der den Lovelybooks-Leserpreis in Silber für das beste Buch 2010 erhielt und zum Buch des Jahres bei Vorab-lesen.de gewählt wurde. Bei DuMont erschienen von ihm ›Das Glücksbüro‹ (2013) und der SPIEGEL-Bestseller ›Der Club der Traumtänzer‹ (2014). Zuletzt veröffentlichte er die Romane ›Romeo & Romy‹ (2017) und ›Fräulein Hedy träumt vom Fliegen‹ (2018).

Klappentext (Verlag):

Thorn in Westpreußen, 1910. Der schüchterne Carl, der draufgängerische Artur und die freche Isi pfeifen auf den Ernst des Lebens. Nicht einmal die Nachricht, dass ein Komet namens »Halley« die Menschheit zu vernichten droht, kann die drei schockieren. Im Gegenteil – ungerührt verkaufen sie Pillen gegen den Weltuntergang, während Halley still vorbeizieht.
Doch das Erwachsenwerden lässt sich nicht aufhalten: Carl beginnt eine Ausbildung zum Fotografen, Artur und Isi werden ein Paar. Als 1914 die große Weltpolitik über sie hineinbricht, reißt es die Freunde auseinander. Artur und Carl werden eingezogen, fernab der Heimat werden die beiden Teil eines Kriegs, der jede Vorstellungskraft sprengt. Derweil hat Isi zuhause in Thorn ganz andere Kämpfe auszufechten.
1918 ist der Krieg endlich vorbei. Nichts ist geblieben, wie es einmal war, und doch scheint ein Neuanfang möglich …
Mitreißend und mit viel Gefühl für seine Figuren erzählt Andreas Izquierdo die Geschichte dreier Jugendlicher, die in den Wirren des frühen 20. Jahrhunderts ihren Weg suchen – ›Schatten der Welt‹ ist Abenteuerroman, Coming-of-Age-Geschichte und spannender historischer Roman zugleich.

Meine Meinung:

Ich kann habe mich so sehr darauf gefreut, dass endlich ein neues Buch von Andreas Izquierdo raus kommt und dass ich es auch noch als Rezensionsexemplar lesen darf. Leider haben sich meine Erwartungen gar nicht erfüllt.

Vorab muss ich sagen, dass ich nur ca. ein Viertel des Buches gelesen habe und dann aufgegeben habe, weil ich einfach nicht in die Geschichte rein gefunden habe. Dabei hat eigentlich alles gestimmt. Der Leser lernt erst den Ich-Erzähler Carl kennen, der mit seinem besten (und gewitzten) Freund Artur sowie der Lehrerstochter Isi einen großen Coup landet. Dem Klappentext und auch der Zeit, in der das Buch spielt, kann man entnehmen, dass es auf Krieg hinaus läuft. Diese Ära ist für mich immer wieder interessant zu lesen. Vor allem, wenn es um diese Art Geschichten geht.

Carl berichtet humorvoll und wie liebevoll er über seinen Vater und seine Freunde redet, gefiel mir auch gut. Bücher aus der Ich-Perspektive mag ich sowieso immer gern. Aber es hat mich einfach gar nicht interessiert, wie es weiter geht. Seite um Seite habe ich mich vorgekämpft. Da ich die Bücher des Autors eigentlich sehr schätze, kann ich mir nur vorstellen, dass der Zeitpunkt für mich nicht passt.

Ich hoffe trotz allem, dass ihr dem Buch eine Chance gebt, denn ich glaube, dass es mich zu einem anderen Zeitpunkt bestimmt gepackt hätte. Ich werde es einfach später noch mal versuchen.

Um euch selber zu überzeugen, was ihr von dem Buch haltet, könnt ihr auf der Seite des Verlages die Leseprobe finden.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Dumont Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

NSA – Nationales Sicherheits-Amt – Andreas Eschbach

Verlag: Bastei Lübbe

Erscheinungsdatum: 28. September 2018

Seiten: 796

ISBN: 978-3-7857-2625-9

Der Autor (Verlag):

Weimar 1942: Die Programmiererin Helene arbeitet im Nationalen Sicherheits-Amt und entwickelt dort Programme, mit deren Hilfe alle Bürger des Reichs überwacht werdenErst als die Liebe ihres Lebens Fahnenflucht begeht und untertauchen muss, regen sich Zweifel in ihr. Mit ihren Versuchen, ihm zu helfen, gerät sie nicht nur in Konflikt mit dem Regime, sondern wird auch in die Machtspiele ihres Vorgesetzten Lettke verwickelt, der die perfekte Überwachungstechnik des Staates für ganz eigene Zwecke benutzt und dabei zunehmend jede Grenze überschreitet …
Was wäre, wenn es im Dritten Reich schon Computer gegeben hätte, das Internet, E-Mails, Mobiltelefone und soziale Medien – und deren totale Überwachung?

Klappentext (Verlag):

Weimar 1942: Die Programmiererin Helene arbeitet im Nationalen Sicherheits-Amt und entwickelt dort Programme, mit deren Hilfe alle Bürger des Reichs überwacht werdenErst als die Liebe ihres Lebens Fahnenflucht begeht und untertauchen muss, regen sich Zweifel in ihr. Mit ihren Versuchen, ihm zu helfen, gerät sie nicht nur in Konflikt mit dem Regime, sondern wird auch in die Machtspiele ihres Vorgesetzten Lettke verwickelt, der die perfekte Überwachungstechnik des Staates für ganz eigene Zwecke benutzt und dabei zunehmend jede Grenze überschreitet …
Was wäre, wenn es im Dritten Reich schon Computer gegeben hätte, das Internet, E-Mails, Mobiltelefone und soziale Medien – und deren totale Überwachung?

Meine Meinung:

Nachdem mir „Ausgebrannt“ von Andreas Eschbach so gut gefallen hat, durfte ich mir „NSA“ nicht entgehen lassen. Wie bei dem vorgenannten Buch konnte ich dieses auch kaum aus der Hand legen.

Andreas Eschbach beschreibt eine Welt, in der zur Zeit Hitlers Komputer und Telephone, die die Menschen auf Schritt und Tritt überwachen, Gang und Gäbe sind. Wie das Ganze ausgeht, kann man sich vermutlich ausmalen.

Die Hauptcharaktere sind Helene Bodenkamp, die ihren heimlichen Geliebten beschützen möchte und Eugen Lettke, der sich einiger widerwärtiger Dinge schuldig macht. Anfangs fand ich Helene ziemlich naiv, aber im Laufe des Buches hat sich das gelegt. Sie ist ein schlaues Köpfchen und bekommt auch im Laufe der Zeit eine Ahnung, wie es im Deutschen Reich so läuft. Eugen Lettke dagegen hat mich vor Schwierigkeiten gestellt. Einerseits fand ich ihn widerlich, andererseits tat er mir leid.

Auf den fast 800 Seiten kam die Spannung nie zu kurz. Sobald man sich in Sicherheit wiegte, ist wieder etwas vorgefallen. Das einzige, was den ein oder anderen langweilen könnte, ist die Einstreuung von Abfragen aus dem Komputersystem, die sehr an Excel erinnern. Gut gefallen hat mir die Anlehnung an die alte Rechtschreibung und Ausdrucksweise. Worte wie Bureau, Fräulein und die oben schon genannten Komputer und Telephon haben den Leser immer wieder in die Zeit zurück gebracht, in der das Buch spielt.

„NSA“ ist für mich rundum gelungen und zeichnet ein sehr realistisches Bild von dem, was hätte kommen können und was heutzutage schon zu einem großen Teil da ist. Sehr empfehlenswert!

Das Buch wurde mir von Netgalley und Bastei Lübbe zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Auf der Verlagsseite findet ihr alle Infos zum Buch und eine Leseprobe.

Mohnschwestern – Ilona Einwohlt

Verlag: HarperCollins Germany

Erscheinungsdatum: 5. Mai 2020

Seiten: 320

ISBN: 978-3959674003

Die Autorin (Verlag):

Ilona Einwohlt, 1968 in Pinneberg geboren, wollte eigentlich Ernährungswissenschaftlerin werden. Doch dann las sie in der Chemievorlesung »Das andere Geschlecht« von Simone de Beauvoir und widmete sich fortan der Literatur. Längst ist aus der Germanistik- und Hispanistikstudentin eine erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautorin geworden, die sich gerne Themen mitten aus dem Leben widmet. Ilona Einwohlt lebt mit ihrer Familie in Darmstadt. »Mohnschwestern« ist ihr Belletristikdebüt.

Klappentext (Verlag):

Im Sommer 1943 verliebt sich die zwanzigjährige Lotte zum ersten Mal – in den rätselhaften Wilhelm. Warum bloß will er ihre Liebe geheimhalten? Nur im Verborgenen treffen die beiden sich, meist in einem abgelegenen Kellerraum. Er scheint im Widerstand zu sein, aber trägt häufig Uniform.

Bei einer ihrer nächtlichen Verabredungen beginnt plötzlich ein Bombenangriff, weit schlimmer, als die Stadt ihn je erlebt hat. Während ihrer dramatischen Flucht verliert Lotte Wilhelm aus den Augen und überlebt die Brandnacht nur knapp, weil sie sich in einen Brunnen retten kann. Das Einzige, was ihr bleibt, ist das kleine Bild von Mohnblumen, das Wilhelm ihr geschenkt hat. Wird sie ihn je wiedersehen?
Im Jahr 2018 entdeckt Hazel bei der älteren Frau Mathilda ein Bild, das sie magisch fesselt. Welche Bedeutung haben die Blumen darauf, die sie so in ihren Bann ziehen, und wie kommt es, dass Mathilda so viel über Hazels Leben zu wissen scheint?

Meine Meinung:

Ich habe mich nicht nur aufgrund des Inhalts für das Buch entschieden, sondern auch, weil ich die Verknüpfung der beiden Frauen Lotte und Hazel interessant fand. Leider hat das Buch überhaupt nicht dem entsprochen, was ich gerne gelesen hätte.

Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt, einmal zur Zeit des ersten Weltkriegs und dann zur aktuellen Zeit. Die Geschichte von Lotte fand ich noch recht interessant, denn sie erzählt davon, wie Lotte und ihre Familie die Kriegszeit überstehen und vor allem erzählt sie von Lotte und Wilhelm. Ich habe ja erwartet, dass den Leser hier eine glühende Liebesgeschichte erwartet. Was ich bekommen habe war eine oberflächlich erzählte Geschichte über zwei Menschen, die sich verliebt haben und zusammen gegen die Regierung kämpfen. Und nicht mal der Kampf des Widerstandes war mitreißend erzählt. Lediglich die Bechreibung wie es den Juden zu der Zeit ergeht hat mich berührt.

​Hazels Geschichte ist noch seltsamer. Sie war mir nicht mal besonders sympathisch und die Abschnitte waren mir ebenfalls viel zu oberflächlich geschrieben. Wie die beiden Frauen am Ende miteinander verknüpft sind, wird auch nur nebenbei erzählt.

Apropos nebenbei: Ich habe gefühlt fünfhundertmal „wie nebenbei erledigte er/sie dies oder das“ gelesen. Irgendwann hat es mich so genervt, weil die meisten Handlungen tatsächlich nebenbei geschehen sind. Generell fand ich die Ausdrucksweise ziemlich seltsam. Ich habe es mir dadurch erklärt, dass die Autorin bisher nur Kinder- und Jugendromane geschrieben hat. Wäre dieses Buch als Kinder- oder Jugendroman erschienen, hätte ich nicht viel daran auszusetzen gehabt, denn dem Genre wird der Erzählstil gerecht.

Der einzige Grund aus dem ich das Buch beendet habe war der, das ich wissen wollte, ob Lotte WIlhelm noch mal wieder sieht. Die Handlung beginnt nämlich mit der Szene im Brunnen, die im Klappentext beschrieben ist und von da an wird die Vergangenheit bis zu diesem Zeitpunkt erzählt. Meine Frage wurde nur kurz am Ende abgehandelt und war für mich irgendwie unbefriedigend.

Allerdings finde ich den Mut von einigen Personen im Buch bewundernswert. Im Vorwort sagt die Autorin, dass das Buch sich aus vielen wahren Geschehnissen zusammen setzt und das habe ich ihr auch abgenommen. Meiner Meinung nach hätte sie den Focus eher auf diese Akte der Nächstenliebe setzen sollen als auf die Liebesgeschichte und die Verknüpfung der Frauen. Ich denke nämlich, dass es auch genug Leser gibt, die ohne Liebesstory so ein Buch lesen würden.

Ich kann leider nur eine Leseempfehlung geben, wenn man sehr viel Langeweile hat und sonst nichts anderes zum Lesen zu Hause hat.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem HarperCollins Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Auf der Seite des Verlages erfahrt ihr mehr über das Buch.

Das Licht der frühen Jahre – Erri de Luca

„Du siehst mich an, mit strengem gramerfülltem Blick, in dem die ewig gleiche Ermahnung an uns Kinder lag: Nicht hier und nicht jetzt.“

  • Originaltitel: Non ora, non qui
  • Übersetzer: Anette Künzler
  • Verlag: Ullstein
  • Erscheinungsdatum: 29. Juni 2020
  • Seiten: 96 Seiten
  • ISBN:  9783843722223 (E-Book)

Der Autor (Verlag):

Erri De Luca, geboren 1950 in Neapel, zog mit 19 nach Rom und arbeitete dort als Maurer, LKW-Fahrer und Lagerarbeiter. Im Selbststudium brachte er sich mehrere Sprachen bei, darunter auch Althebräisch, um die Bibel übersetzen zu können. Erst mit 40 begann er zu schreiben und hat seither mehr als 30 Romane, Essays und Übersetzungen veröffentlicht und gehört zu den meistgelesenen, auflagenstärksten Autoren Italiens. Seine Bücher wurden in Italien, Frankreich und Israel zu Bestsellern, und sind außerdem in Ländern wie Spanien, Portugal, Holland, den USA, Brasilien, Polen und Litauen erschienen. Erri De Luca wurde 2010 mit dem Petrarca-Preis ausgezeichnet und 2013 mit dem Prix Européen de Littérature.

Klappentext (Verlag):

Ein Buch voller Wärme und Weisheit, wie gemacht für eine Lektüre im Licht der mediterranen Sonne.

Beim Betrachten alter Fotos, die sein Vater gemacht hatte, bevor er erblindete, erinnert sich ein Mann an seine Kindheit im Neapel der Nachkriegszeit. Seine Eltern waren arm und das Leben auf den Straßen war geprägt von der Not, die der Krieg hinterlassen hatte. In einem intimen Zwiegespräch mit seiner verstorbenen Mutter lässt Erri De Luca diese frühen Jahre seines Lebens wieder auferstehen und mit ihnen die Poesie, die noch in der schwersten Kindheit steckt.

Meine Meinung:

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich freiwillig eine Erzählung gelesen. Ich bin eigentlich nicht dafür gemacht Bücher mir nur knapp 100 Seiten zu lesen, weil ich mich mit den Charakteren verbunden fühlen möchte und es daher liebe, diese langsam und ausführlich kennen zu lernen. Die Verbundenheit mit den Charakteren habe ich nicht bekommen, aber das Buch hat mir trotzdem ganz gut gefallen.

Der namenlose ca. 60jährige Ich-Erzähler sieht sich ein Foto an, das seine Mutter in jungen Jahren zeigt. Das Buch besteht aus einem Rückblick in zehn Jahre seiner Kindheit, die ich als Leser nicht als allzu glücklich empfinde. Ich fand die Kindheit eigentlich ziemlich traurig, weil er und seine Schwester immer leise sein mussten und der Ich-Erzähler sich nach dem Umzug in eine bessere Gegend gar nicht wohl gefühlt hat. Dazu kommt, dass die Eltern Ansprüche an die Kinder gestellt haben, die diese nicht oder nur unter großen Mühen erfüllen konnten.

Kleine Begebenheiten werden sehr philosophisch von dem jüngeren Ich-Erzähler betrachtet, zum Beispiel was er über das Warten denkt. Die Passagen haben mir wirklich gut gefallen, weil sie zum Nachdenken anregen. Es empfiehlt sich, das Buch langsam und bewusst zu lesen, weil einige schöne Formulierungen zu lesen sind. Es sind einige Zeitsprünge enthalten und dass er sich immer wieder aufgrund einer kleinen Sequenz im Bild an eine weitere Begebenheit erinnert, entweder an etwas, was die Mutter gesagt oder getan hat oder an einen längst verstorbenen Freund etc.  Die Art der Erzählung hat mir ebenfalls gut gefallen, denn der Ich-Erzähler redet mit seiner Mutter und man merkt als Leser, dass er Abschied von ihr nimmt und ihr all das sagt, was er ihr nicht sagen konnte, als sie noch lebte. Ich fand das sehr entspannend, denn es hatte etwas von einer nostalgischen Rückschau, obwohl seine Zwiesprache durchzogen war von Traurigkeit und manchmal auch Bitterkeit.

Ich werde zukünftig aber lieber bei anderen lesbaren Geschichten bleiben, denn diese Erzählung war mir einfach viel zu kurz. Richtig in die Geschichte einzutauchen ist mir leider nicht gelungen. Wer Erzählungen mag, wird mit Sicherheit Freude an „Das Licht der frühen Jahre“ haben.

Das Buch wurde mir von Netgalley und vom Ullstein Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Eine Leseprobe findet ihr auf der Seite des Verlages.

Aktuelle Leserei:

Seit gestern lese ich *Werbung* „Schatten der Welt“ von Andreas Izquierdo. Darauf habe ich schon länger gewartet, denn ich fand „Club der Traumtänzer“ von ihm richtig gut. Es erscheint allerdings erst am 21.07.2020.

Offene See – Benjamin Myers

„Damals wusste ich nicht, was Sprache vermag. Ich verstand die Macht, die Wirkungskraft von Worten noch nicht. Die komplexe Magie von Sprache war mir ebenso fremd wie das veränderte Land, das ich in jenem Sommer um mich herum sah.“

  • Originaltitel: The Offing
  • Übersetzer: Klaus Timmermann, Ulrike Wasel
  • Verlag: DuMont
  • Erscheinungsdatum: 20. März 2020
  • Seiten: 270 Seiten
  • ISBN:  978-3-8321-8119-2 (Hardcover gebunden)

Der Autor (Verlag):

Benjamin Myers, geboren 1976, ist Journalist und Schriftsteller. Myers hat nicht nur Romane, sondern auch Sachbücher und Lyrik geschrieben. Für seine Romane hat er mehrere Preise erhalten. Er lebt mit seiner Frau in Nordengland.

Klappentext (Verlag):

»Ein intensiver und bewegender Roman, der an J. L. Carrs ›Ein Monat auf dem Land‹ denken lässt.« The Guardian

Der junge Robert weiß schon früh, dass er wie alle Männer seiner Familie Bergarbeiter sein wird. Dabei ist ihm Enge ein Graus. Er liebt Natur und Bewegung, sehnt sich nach der Weite des Meeres. Daher beschließt er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, sich zum Ort seiner Sehnsucht, der offenen See, aufzumachen. Fast am Ziel angekommen, lernt er eine ältere Frau kennen, die ihn auf eine Tasse Tee in ihr leicht heruntergekommenes Cottage einlädt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Aus dem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen. In den Gesprächen mit Dulcie wandelt sich sein von den Eltern geprägter Blick auf das Leben. Als Dank für ihre Großzügigkeit bietet er ihr seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf das Meer freizulegen, verbietet sie das barsch. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet. Gedichte, die Dulcie gewidmet sind, die sie aber auf keinen Fall lesen will.

Meine Meinung:

Nach ungefähr fünf Sätzen war ich schon rettungslos in das Buch verliebt. Benjamin Myers hat so einen wunderschönen bildlichen Sprachstil, dass ich die 270 Seiten deutlich langsamer lesen musste als üblicherweise.

Robert ist sechzehn als er beschließt, seiner Heimatstadt erst mal den Rücken zu kehren und auf Wanderschaft zu gehen. Er schlägt sich hier und da durch und landet am Ende bei der verschrobenen Dulcie. Die beiden freunden sich direkt an und helfen sich gegenseitig. Dulcie hilft Robert sich selber zu finden und Robert hilft ihr bei dabei eine schwierige Phase in ihrem Leben zu überwinden.

Das Buch hat mir total Lust gemacht, meine Wanderschuhe zu schnüren und einfach drauflos zu gehen soweit meine Beine mich tragen. Robert erzählt die Geschichte im hohen Alter und man merkt ihm sehr an, dass er wehmütig auf diese Zeit zurück sieht. Nicht nur er hatte Dulcie total gern, auch als Leser bleibt einem nichts anderes übrig als sie zu lieben. Sie ist ehrlich und direkt, denkt völlig anders als die meisten Menschen zu dieser Zeit und ist nicht berechnend. Alles was sie tut, tut sie, weil sie überzeugt ist, dass es genau jetzt und genau so richtig ist. Ihre Zuneigung zu Robert ist echt. So eine Freundin kann man sich eigentlich nur wünschen, denn sie gehört zu den Menschen, die ihr Gegenüber tatsächlich wahrnehmen und richtig zuhören statt sich nur oberflächlich mit demjenigen abzugeben.

Für mich ist der Hauptcharakter des Buches eindeutig Dulcie, weil sie so viel Raum in der Erzählung einnimmt, aber dabei niemals unangenehm wirkt. Robert ist der Erzähler, der allerdings so erzählt als wäre das Buch keine Fiktion, sondern als wäre alles tatsächlich geschehen. Für mich war das Buch zu keiner Zeit langweilig oder unangenehm, es war sogar zeitweise ziemlich spannend, weil der Leser erstnach und nach Dulcies Geschichte erfährt. Natürlich immer nur im gleichen Tempo wie Robert. Und ich kann euch sagen, dass die Erzählung einige Zeit in Anspruch genommen hat.

 Ich habe also zusammen mit Robert in seiner Hütte gesessen und ihm dabei zugehört, wie er in liebevollen Erinnerungen über Dulcie und ihrer gemeinsamen Zeit schwelgte. Außerdem habe ich jedes einzelne Wort eingesogen und genossen und ich bin mir sicher, dass ich mit „Offene See“ mein Monats- und vielleicht auch Jahreshighlight gefunden habe. Der Buchtitel schien mir erst mal ziemlich seltsam zu sein, aber im Laufe des Buches löst sich auf, warum es heißt wie es heißt.

Ich kann das Buch absolut jedem empfehlen, weil ich möchte, dass so viele Menschen wie möglich es lesen und es dann genauso genießen wie ich. Vor dem Lesen sollte man sich aber im Klaren darüber sein, dass Myers zu den Autoren gehört, der Bandwurmsätze auf die Welt loslässt. Hier ein Beispiel: „In dem Moment entfalteten sich neue Gefühle von Verwirrung und Neugier in mir, vor allem jedoch ein überwältigendes, mächtiges Bewusstsein für den Raum, diesen Raum im Hier und Jetzt, als wären die Wörter über die Seite gekrochen und vom Papier gefallen und hätten mich umschlungen wie Ranken, die mich zurück in das Gedicht zogen, sodass die erdachten Zeilen und die reale Welt irgendwie zu einem tieferen Porträit von Land und Meer verschmolzen.“

Der Autor hat schon einige Bücher geschrieben, allerdings wurden bis auf die „Bad Tuesdays“ Reihe keine weiteren Bücher ins Deutsche übersetzt.

Das Buch wurde mir vom DuMont Verlag und von Netgalley zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Leseprobe auf der Seite des Verlages

Ich bleibe hier – Marco Balzano

„Wir hatten uns daran gewöhnt, nicht wir selbst zu sein. „

  • Originaltitel: Resto qui
  • Übersetzerin: Maja Pflug
  • Verlag: Diogenes Verlag
  • Erscheinungsdatum: 24. Juni 2020
  • Seiten: 288 Seiten
  • ISBN:  978-3-257-07121-4 (Hardcover Leinen)

Der Autor (Verlag):

Marco Balzano, geboren 1978 in Mailand, ist zurzeit einer der erfolgreichsten italienischen Autoren. Er schreibt, seit er denken kann: Gedichte und Essays, Erzählungen und Romane. Neben dem Schreiben arbeitet er als Lehrer für Literatur an einem Mailänder Gymnasium. Mit seinem letzten Roman, ›Das Leben wartet nicht‹, gewann er den Premio Campiello, mit ›Ich bleibe hier‹ war er nominiert für den Premio Strega. Er lebt mit seiner Familie in Mailand.

Klappentext (Verlag):

Ein idyllisches Bergdorf in Südtirol – doch die Zeiten sind hart. Von 1939 bis 1943 werden die Leute vor die Wahl gestellt: entweder nach Deutschland auszuwandern oder als Bürger zweiter Klasse in Italien zu bleiben. Trina entscheidet sich für ihr Dorf, ihr Zuhause. Als die Faschisten ihr verbieten, als Lehrerin tätig zu sein, unterrichtet sie heimlich in Kellern und Scheunen. Und als ein Energiekonzern für einen Stausee Felder und Häuser überfluten will, leistet sie Widerstand – mit Leib und Seele.

Meine Meinung:

Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, weil ich wissen wollte, wie Italien den zweiten Weltkrieg erlebt hat. Bisher kenne ich eigentlich nur Bücher, die in Deutschland spielen und natürlich das, was jeder hier in der Schule über diese Zeit lernt. Leider hat das Buch meine Erwartungen nicht so ganz erfüllt.

Wenn man die Geschichte kennt, die in dem Buch erzählt wird, kann erkennt man, was das Cover darstellt. Es ist der Kirchturm von Graun in Südtirol. Was daran so besonders ist? Der Kirchturm ist das einzige Überbleibsel des ursprünglichen Dorfes Graun, denn der 1950 eröffnete Reschenstausee überflutete das Dorf komplett.

Das Buch beginnt kurz nach dem ersten Weltkrieg. Die Hauptperson, Trina, unterrichtet heimlich Deutsch in versteckten Klassenzimmern, weil es mittlerweile verboten ist, deutsch zu sprechen. Die Einwohner des Dorfes werden bestochen, damit sie den Ort verlassen und wo anders ihr Glück suchen. Dies geschieht nur, weil der Montecatini-Konzern den Reschensee stauen möchte und Graun für dieses Vorhaben sehr ungünstig liegt. Wenn man schon mal im Vinschgau war und sich mit dem versunkenen Dorf befasst hat, weiss man, dass die Rettung, die Trina im Laufe des Buches anstrebt, umsonst war. Das Buch enthält sehr viele Beschreibungen von Diffamierungen, Hass gegenüber denen, die anders sind oder anders sein wollen, es ist eben ein typisches „Kriegsbuch“.

Das Buch ist in Briefform geschrieben. Trina berichtet ihre Geschichte an ihre für den Leser namenlose Tochter. Überhaupt sind sehr viele Menschen in dem Buch namenlos. Sie heißen beispielsweise „Mann mit Hut“, „die Alte“ oder „der Vater von Maria“. Mir hat sich bis zum Ende nicht erschlossen, wann jemand einen Namen bekommen hat und wann nicht. Ich muss leider sagen, dass ich die Umsetzung des Buches nicht sehr gelungen fand. Ich habe mich die meiste Zeit gelangweilt, obwohl ich das Thema eigentlich total interessant finde. Am Ende habe ich nur noch quer gelesen, weil ich die Geschichte des Dorfes nicht kannte und wissen wollte, wie es dazu kam, dass es so endet wie es eben endet. Der Autor hat für die Recherche mit den letzten Augenzeugen der damaligen Zeit gesprochen und ich vermute, dass er aus diesem Grund Trina als alte Frau ihrer Tochter hat Briefe schreiben lassen.

Eigentlich bin ich ganz froh, dass das Buch nur knapp 230 Seiten hat, denn ansonsten hätte ich es wohl abgebrochen und mich anderweitig über die damaligen Vorfälle informiert, beispielsweise hier.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Diogenes Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Es gibt übrigens auch eine Mysteryserie mit dem Namen Curon (italienisch für Graun), die in diesem Ort spielt.

Das Buch beim Verlag – incl. Leseprobe.

Daisy Jones and The Six – Taylor Jenkins Reid

Originaltitel: Daisy Jones and The Six

Übersetzer: Conny Lösch

Verlag: Ullstein Hardcover

Erscheinungsdatum: 2. Juni 2020

Seiten: 368

ISBN: 978-3550200779

Die Autorin (Verlag):

Taylor Jenkins Reid wurde in Massachusetts geboren, studierte am Emerson College in Boston und lebt heute mit ihrem Mann in Los Angeles. Bevor sie ihr erstes Buch „Neun Tage und ein Jahr“ schrieb, war sie für verschiedene Zeitungen tätig. Für „Daisy Jones & The Six“ hat sie sich intensiv mit der Geschichte der Band Fleetwod Mac beschäftigt.

Klappentext (Verlag):

Daisy Jones, jung, schön, von ihren Eltern vernachlässigt, hat eine klare Stimme und einen starken Willen: Sie möchte mit ihren eigenen Songs auf der Bühne stehen. Als sie zum ersten Mal gemeinsam mit THE SIX auftritt, ist das Publikum elektrisiert von ihr und Billy, dem Leadsänger der Band. Die beiden zusammen sind nicht nur auf der Bühne explosiv und führen die Band zu ihrem größten Erfolg, auch Backstage sprühen die Funken … 

Meine Meinung:

Wow! Was für ein grandioses Buch! Ich war erst etwas skeptisch, ob diese Erzählform bei mir überhaupt funktioniert. Es hat ein paar Seiten gedauert, aber dann hat es eingeschlagen wie eine Bombe.

Es geht um Daisy Jones und die fiktive Band „The Six“. Daisy ist ein gesangliches Ausnahmetalent und wächst in einem Elternhaus auf, in dem vor allem die Gleichgültigkeit regiert. Ziemlich früh zieht sie um die Häuser und gelangt so in die Musikerszene. Mehr oder weniger zufällig wird sie Mitglied der Band „The Six“ und schreibt mit ihnen zusammen ein Album. Daisy Jones hat mich die ganze Zeit an Amy Winehouse erinnert.

Der Erzählstil kam mir erst etwas seltsam vor. Die Autorin hat sich für eine Art Dokumentation entschieden, in der jeder der Beteiligten seine Sicht der Dinge erzählt. Dies alles ist so nah am wahren Leben geschrieben, dass man als Leser glaubt, sich tatsächlich eine Doku anzusehen. Hier wird Umgangssprache gesprochen, geflucht etc. Ich hatte die ganze Zeit Lust mir dieses sicherlich grandiose Album anzuhören. Die Songtexte sind am Ende des Buches abgedruckt. Mir haben nur noch die Töne dazu gefehlt.

Die Hauptprotagonisten sind Billy, der Sänger von „The Six“ und Daisy. Von beiden erfährt man sehr viel über ihre private Situation und auch viel von ihren Gedanken, Wünschen und Ängsten, dass es einem gar nicht schwer fällt, ständig mit ihnen mitzufiebern. Von allen anderen erfährt man gerade nur so viel, dass man auch mit ihnen mitfiebert, sie einem aber trotz allem immer etwas fremd bleiben.

Das gesamte Buch besteht nur aus Gefühlen, aus Angst, aus Freude, aus Scham, aus Trauer, aus Liebe, was man sich nur vorstellen kann. Ich fühlte mich wie in einem Orkan, der mich ununterbrochen von der einen auf die andere Seite wirbelt.

Ich bin sehr verliebt in dieses Buch und möchte es am liebsten jedem ans Herz legen. Dabei kann ich nicht mal genau sagen, für wen es genau was ist. Musikbegeisterte? Leute, die gerne gefühlvolle Bücher lesen? Ich glaube, es ist einfach für jeden was, sofern man sich auf die Erzählform einlassen kann. Unbedingte Leseempfehlung!

Das Buch wurde mir von Netgalley und den Ullstein Buchverlagen zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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