Zerbrochene Träume – Silke Ziegler

Teil 3 der Sina-Engel-Reihe

„Zerbrochene Träume“ ist der dritte Teil der Sina-Engel-Reihe und auch für mich das erste Buch von Silke Ziegler. Die Autorin schreibt unter anderem auch Krimis, die Südfrankreich spielen.

Sina Engel freut sich auf eine entspannte Bürowoche, aber daraus wird nichts als die Schülerin Katharina verschwindet. Dann wird auch noch Sinas Schwager krankenhausreif geschlagen und es geschieht ein Mord. Ich brauche nicht erwähnen, dass Sina in alle Fälle verwickelt ist.

Leider konnte ich gar keine richtige Verbindung zu den Charakteren aufbauen, was aber nicht so schlimm war, weil ich das von einem Buch mit knapp 300 Seiten auch gar nicht erwarte. Allerdings glaube ich, dass es daran lag, dass ich die zwei Vorgängerbände nicht kenne. Inhaltlich waren aber alle relevanten Informationen des vorherigen Geschehens enthalten, so dass ich genau im Bilde war, was im Privatleben von Sina bis dahin passiert ist.  

Die Hintergründe der Straftaten sind so realistisch, dass sie im Leben außerhalb eines Romans mit Sicherheit schon tausende Male passiert sind. Das hat das Buch für mich total realistisch und authentisch gemacht. Ich musste sehr lange rätseln, was hier vorgefallen sein könnte, am Ende war dann alles total logisch und in sich schlüssig. Da hier in mehreren Handlungssträngen erzählt wurde, war es durchweg spannend.

„Zerbrochene Träume“ kann sehr gut für sich allein gelesen werden, aber ich würde dir empfehlen „Die Nacht der tausend Lichter“ und „Stille Sünden“ trotzdem zuerst zu lesen.

Das Buch wurde mir vom Grafit Verlag zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich.

Nachgefragt: Krimi-Autorin Silke Ziegler

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Seiten: 304

Herausgeber: GRAFIT

Erscheinungstermin: 24. Februar 2022

ISBN: 978-3894257835

Homepage Verlag

Homepage Autorin

Über die Autorin (Quelle: GRAFIT):

Silke Ziegler, Jahrgang 1975, lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Weinheim an der Bergstraße. Zum Schreiben kam sie 2013 durch Zufall, als ihr während eines Familienurlaubs im Süden Frankreichs die Idee für ihr erstes Buch kam. Wenn sie nicht gerade in ihre französische Herzensheimat reist oder an einem ihrer Romanprojekte schreibt, geht sie gern wandern oder liest.

"Zerbrochene Träume" von Silke Ziegler
Teil 3 der Sina-Engel-Reihe
© Privat (Homepage GRAFIT Verlag)

Tod im Trödelladen – Anna Grue

Heute stelle ich dir ein weiteres Buch vom SAGA Egmont Verlag vor. Laut Beschreibung ist es ein Hygge-Krimi. Falls du dich, wie ich, fragst, das das sein soll: Es ist ein Wohlfühlkrimi aus Dänemark. Ich war ganz verliebt in Anne-Maj. Mehr dazu aber später.

Anne-Maj Mortensen arbeitet ehrenamtlich im Trödelladen von Nykøbing-Sjælland. Sie liebt es zu kochen und vor allem auch zu essen, was man ihr auch ansieht. Ihr Hund, Mortensen der Dritte, ist ihr treuer Begleiter. Eines Tages stirbt der im Trödelladen nicht so beliebte Helmer Bergstrøm.. Als dann auch noch seine Frau Vips stirbt, wird Anne-Maj misstrauisch. Sie nimmt Kontakt zur Polizei auf um ihre Beobachtungen und Schlussfolgerungen zu schildern. Schließlich ermittelt sie auf eigene Faust und bringt sich damit selber in Gefahr.

Hach, Anne-Maj ist eine Person zum lieb haben. Sie ist verschroben, liebevoll und total penetrant, wenn sie an ihr Ziel kommen möchte.  Obwohl sie ein ausgefülltes Leben hat, will sie die Todesfälle im Trödelladen um jeden Preis aufklären, denn Helmer und Vips sind nicht die einzigen, die sterben. Sie liebt ihre Familie und man merkt einfach, dass es der Autorin total wichtig war, Anne-Maj als die süße Rentnerin darzustellen, die kein Wässerchen trüben kann. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich sie an Stelle ihrer Kontrahenten sofort durchschaut hätte, weil sie einfach gar nicht gut darin ist, Menschen auszuhorchen. Aber genau das hat sie so lebenswert gemacht.

Der Mordfall an sich hat bei mir lange Fragen aufgeworfen. Zeitgleich mit Anne-Maj habe ich dann aber auch verstanden, wer dahinter steckt und auch warum. Für mich stand bei der Lektüre nicht mal die Lösung der Mordfälle im Zentrum, sondern die Geschichte um Anne-Maj. Da der Roman nur in einem kleinen Ausschnitt des Ortes spielt, den die Protagonistin scheinbar nie verlässt, hatte ich ganz schnell eine Art Heimatgefühl und auch Vertrautheit mit den anderen Figuren.

Die ständigen Kochorgien haben mich während des Lesens fast verhungern lassen. Ich wäre gerne mal zu Gast an Anne-Majs Tisch gewesen. Schade, dass sie nur fiktiv ist.

Wenn du Warme-Decken-Krimis magst, die in Dänemark spielen und die ein wenig skurrile Hauptfiguren haben, musst du „Tod im Trödelladen“ auf jeden Fall lesen.

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Seiten: 190

Herausgeber: ‎ Saga Egmont Bücher

Erscheinungstermin: 7. April 2022

ISBN: 978-3869749518

Homepage Verlag

Homepage Autorin

Über die Autorin (Quelle: Amazon):

Anna Grue ist eine der meistgelesenen dänischen Krimiautorinnen und hat unter anderem die Buchvorlage zur ZDF-Fernsehserie „Dan Sommerdahl – Tödliche Idylle“ geschrieben. „Tod im Trödelladen“ ist der erste Roman ihrer neuen Cosy-Crime-Reihe mit der eigenwilligen Ermittlerin Anne-Maj Mortensen.

Wenn der Schatten kommt – Carmen Mayer

„Wenn der Schatten kommt“ war mein erstes Buch von Carmen Mayer. Es ist der erste Teil der Bergmann und Plank-Reihe. Die Autorin hat nicht nur Krimis geschrieben, sondern auch historische Romane.

Die neue Kriminalpolizei-Inspektion in Eichstätt hat alle Hände voll zu tun. Konrad Bergmann und Tessa Plank haben keine Zeit sich aneinander zu gewöhnen, weil bereits nach ein paar Tagen eine alte Dame tot in der Altmühl aufgefunden wird. Nachdem ein Ohrring ganz in der Nähe des Tatorts gefunden wird, gehen beide Ermittler entgegen der ersten Annahme nicht mehr davon aus, dass es sich um einen natürlichen Tod handelt. Dann werden weitere Leichen gefunden, die ungefähr im Alter der ersten Leiche sind.

Ich fand die Idee, die hinter der Lösung des Falls stand, richtig gut. Ich wusste, dass die Morde mit den immer wieder eingeschobenen Tagebucheinträgen einer Irene Ott zu tun hatten, aber was es genau war, kam erst ziemlich zum Schluss heraus. Die beiden Ermittler gehen sehr locker miteinander um, so dass ich als Leserin ab und an das Gefühl hatte, dass sie sich schon länger kennen. Allerdings war mir Tessa Plank nicht sehr sympathisch, was vielleicht an dem Humor liegt, den ich nicht so ganz teilen konnte.

Das Buch hat ungefähr 250 Seiten und ist flüssig und spannend geschrieben. Ich habe es in zwei Tagen gelesen.

Wenn du gerne in Oberbayern unterwegs bist und nicht blutige Krimis magst, solltest du es mit „Wenn der Schatten kommt“ versuchen.

Das Buch wurde mir vom Maximum Verlag zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich.

Trailer „Wenn der Schatten kommt“

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Seiten: 258

Herausgeber: MAXIMUM Verlag

Erscheinungstermin: 4. April 2022

ISBN: 978-3948346423

Homepage Verlag incl. Leseprobe

Homepage Carmen Mayer

Über die Autorin (Quelle: MAXIMUM Verlag):

Carmen Mayer, geboren und aufgewachsen im württembergischen Mühlacker, lebt seit über vierzig Jahren mit ihrem Mann, ihrer Tochter und deren Familie in Ingolstadt/Bayern. Sie arbeitete nach ihrer kaufmännischen Ausbildung zunächst als Au-pair in Paris, anschließend in den Bereichen Verkauf, Export und im Sekretariat größerer Industriebetriebe, und bereiste als Einkäuferin für deutsche Unternehmen Asien und Amerika.

Ihre ersten Veröffentlichungen als Autorin waren Kurzgeschichten, die über verschiedene Literaturforen im Internet erfolgreich den Weg zu ihren Leserinnen und Lesern fanden. Inzwischen hat sie eine immer größer werdende Fangemeinde, hauptsächlich durch ihre historischen Romane, Krimis und mundartlichen Theaterstücke. Sie ist aktives Mitglied bei den Mörderischen Schwestern e.V. und bei HOMER – Historische Literatur.
Den Impuls, historische Romane zu schreiben, bekam sie von ihrem Großvater. Er hatte herausgefunden, dass ihre Vorfahren während des Dreißigjährigen Krieges als österreichische Glaubensflüchtlinge nach Württemberg gekommen waren. Nach gründlicher Recherche hat sie versucht, das Schicksal der Menschen jener Zeit in ihren Büchern nachzuvollziehen. Daraus hat sich im Laufe der Zeit nicht nur ihre ständig wachsende Leidenschaft fürs Schreiben historischer Romane entwickelt, sondern auch für Lesereisen zu den Orten, die sie zusammen mit ihrem Mann auf den Spuren ihrer ProtagonistInnen kennengelernt hat.

Carmen Mayer engagiert sich darüber hinaus mit großer Begeisterung in einem Vorlese- und Mitspieltheater für Kinder, arbeitet ehrenamtlich beim Bayerischen Roten Kreuz und genießt so oft es geht dankbar die Zeit mit ihrer großen Familie, bei der sie für alle ihre Interessenbereiche Unterstützung findet.

Interview mit Martina Türschmann & Rezension

Miesegrimm – Der Spielverderber von Martina Türschmann

Ich habe schon sehr lange kein Kinderbuch mehr (vor-)gelesen, daher war ich sehr gespannt, wie mir „Miesegrimm – Der Spielverderber“ gefallen wird.

Felix und Sebastian können es kaum noch ertragen, dass ihr Vater in letzter Zeit nur noch schlechte Laune hat. Der sonst so fröhliche Mann steckt nun auch die Mutter mit seiner schlechten Laune an. Als die beiden Jungs im Wald herum streifen, treffen sie plötzlich auf einen ihnen unbekannten Wanderpfad. Sie folgen ihm und treffen auf Balduin, einen Waldtroll. Sie finden heraus, dass der Miesegrimm, ein Gespenst, das mal ein Raubritter war, für die Verbreitung der schlechten Laune verantwortlich ist, denn der Miesegrimm leidet seit sehr langer Zeit unter Einsamkeit. Zusammen mit Balduin und seinem Vetter Benedikt machen sie sich auf den Weg zu Miesegrimms Burg um den Nebel zu vertreiben, der alles im Umkreis mit Missmut verpestet und sich immer weiter ausbreitet.

Martina Türschmann hat sich nicht nur die wundervollen fröhlichen und verspielten Kobolde einfallen lassen, sondern auch noch andere Dinge, die die Fantasie nicht nur von jungen Lesern anregt. Da gibt es zum Beispiel die Husteblume, die ständig niest und damit jeden ansteckt, der ihr zu nahe kommt. Während des Lesens habe ich all die Gestalten und Orte vor mir gesehen und über mich über die durchweg niedlichen Figuren amüsiert. Sogar der Miesegrimm ist auf seine Art niedlich.

Das Bild des Nebels, der die schlechte Laune von der Burg aus immer weiter verbreitet, hat mir richtig gut gefallen. Die jungen Leser:innen werden sich so auf jeden Fall gut vorstellen können, dass die schlechte Laune eines einzelnen das Umfeld negativ beeinflussen kann. Die Idee, mit Frohsinn und Freundlichkeit dagegen anzugehen kann man auch im realen Leben in die Tat umsetzen. Ich mag es einfach, dass hier nicht Moralpredigten geschwungen werden, sondern die Kobolde spielerisch erklären, wie man so eine Situation lösen kann.

„Miesegrimm – Der Spielverderber“ ist ein wirklich gut gelungenes und gut erzähltes Kinderbuch für Kinder im Grundschulalter, das ich auf jeden Fall weiter empfehlen kann. Einige Bücher von Martina Türschmann sind auch schon als Theaterstück aufgeführt worden.

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Seiten: 152

Herausgeber: Kelebek Verlag

Erscheinungstermin: 17. Juli 2020

ISBN: 978-3947083336

Interview mit Martina Türschmann

Leseprobe

Homepage Autorin

Kurzgeschichte „Hexen und Teufel unter sich“

Homepage Verlag

Adspecta Theaterverlag

Rassoburg-Theater

Über die Autorin (Quelle: Kelebek Verlag):

Geboren 1964 in Frankfurt am Main, lebt die Autorin heute mit ihrem Mann und den erwachsenen Töchtern in der Nähe von München. Nach einer Ausbildung zur Biologielaborantin studierte Martina Türschmann Betriebswirtschaft. Sie schreibt nicht nur Bücher, sondern auch Theaterstücke für Kinder und bietet bundesweit Lesungen für die 2. bis 5. Klassenstufe an. In ihren Geschichten greift die Autorin jeweils ein zentrales Thema auf, das die Kinder im Grundschulalter und zur Zeit des Übertritts auf eine höhere Schule bewusst, aber auch unbewusst beschäftigt. Ihr Motto: Fantasie anregende Abenteuer helfen Kindern bei den täglichen Herausforderungen. Mehr Informationen zur Autorin gibt es auf Ihrer Website.

True Crime aus Dänemark

„Die Krankenschwester – Der spektakuläre Kriminalfall aus Dänemark“ von Kristian Corfixen

Als Buchbotschafterin des SAGA Egmont Verlages darf ich dir in diesem Jahr die Bücher aus dem Bereich „Nervenkitzel aus Skandinavien“ vorstellen. Das erste Buch, das ich mir vorgenommen habe, war „Die Krankenschwester“ von Kristian Corfixen. Der Inhalt ist eine wahre Begebenheit und die Umsetzung des True Crime-Buches hat mich sehr überzeugt.

Christina Aistrup Hansen, von der ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie etwas gehört hatte, war eine Krankenschwester im Bezirkskrankenhaus Nykøbing Falster. Sie iwarst total engagiert, sah sich Akten der Fälle, für die sie verantwortlich war, auch in ihrer Freizeit an. Sie kannte sich in einigen Bereichen ihres Arbeitsbereiches besonders gut aus, was sie zu einer wertvollen Mitarbeiterin machte. Auffallend war, dass sie aufblühte, wenn Menschen kurz vor dem Tod standen und sie alles gab um sie zu retten. Sie schien immer das Ruder in der Hand zu halten und in Extremsituationen war auf sie Verlass. Irgendwann kam einer Kollegin ihr Verhalten verdächtig vor und sie beobachtete Christina und zeigte sie letztendlich mit ziemlich viel Magengrimmen an, dass sie vermutete einen sogenannten Todesengel enttarnt zu haben.

„Die Krankenschwester“ ist nicht der erste Bericht, den ich über die „Todesengel“ gelesen habe, allerdings der erste in Form eines Buches. Der Autor hat sich unglaublich viel Mühe gegeben, alle Seiten des Falls zu beleuchten ohne irgendwen zu verurteilen. Er hat über dreitausend Seiten Material über den Fall gelesen und mit über fünfzig Personen gesprochen, was man dem Buch auch anmerkt. Es ist sehr detailliert geschildert und die Patienten, die in dem Fall eine große Rolle spielen, wurden ebenfalls rundherum beleuchtet: Herkunft, Leben, Ursache des Krankenhausaufenthalts, Ablauf des Vorfalls etc. Sogar Christina und auch ihre Eltern hat Kristian Corfixen interviewt und deren Gedanken, soweit sie sie geteilt haben, sachlich wieder gegeben.

Teilweise war mir der Inhalt zu spezifisch, obwohl der Autor alle Zusammenhänge verständlich erklärt hat. Nach der Lektüre dachte ich, dass ich auch fast Experte für diese Art der Medikamente sein könnte. Obwohl der Inhalt eigentlich nur eine sachliche Wiedergabe der Geschehnisse bis nach dem Prozess ist, fand ich es unglaublich spannend.

Wenn du True Crime magst und keine Scheu vor sachlicher Berichterstattung hast, die manchmal aufgrund der fachspezifischen Inhalte auch trocken sein kann, solltest du es auf jeden Fall mit „Die Krankenschwester“ versuchen.

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Seiten: 290

Herausgeber: SAGA Egmont

Erscheinungstermin: 17. Februar 2022

ISBN: 978-3869749525

Eine Leseprobe findest du bei den gängigen Verkaufsportalen.

Homepage Verlag

Über den Autor (Quelle: Amazon):

Der Journalist Kristian Corfixen arbeitet seit 2013 für die große dänische Tageszeitung Politiken. „Die Krankenschwester“ ist sein Buchdebüt und hat in Skandinavien bereits mehrere Preise gewonnen.

Brauchtum und Tod

„Hexenbrennen“ von Sylke Hörhold

„Hexenbrennen“ ist nach „Emmelie“ der zweite Teil der Oberlausitz-Reihe von Sylke Hörhold. Auch dieser Teil hat mir wieder richtig gut gefallen.

In Finkendörfel geht ein Mörder um. Ein Mörder, der sich an Katzen vergreift. Trude, die Freundin von Julias Großmutter Ella-Ma, besteht darauf, dass Julia sich auf die Suche nach dem Mörder macht. Anfangs nimmt Julia die ganze Sache nicht so ernst, denn sie muss auch noch ihren Vater vertreten, der sich im Urlaub befindet und seine Fälle für die Zeit seiner Abwesenheit an Julia abgegeben hat. Nach  und nach entpuppt sich diese Sache aber als sehr komplex, so dass Julia immer mehr einsteigen muss.

Es war einfach so schön, wieder nach Finkendörfel zurück zu kommen. Nicht nur, dass die Autorin das Dorfleben mit seinem Klatsch und Tratsch so rüber gebracht hat, wie ich es mir vorstelle, ich habe auch noch die Figuren sehr in mein Herz geschlossen. Im Interview sagte Sylke Hörhold, dass eine ihrer Lieblingsfiguren Trude ist. Dem kann ich nach der Lektüre des zweiten Teils zustimmen. Ich mag auch einfach diese Verbundenheit, die in Julias Familie herrscht. Nicht nur, dass alle zusammen halten, auch dass sie für andere da sind, hat diesem Buch einen besonderen Rahmen gegeben. Der Fall, der hinter den Katzenmorden steckte, war wie auch im ersten Teil, ein wenig verzwickt. Ich bin jedenfalls erst kurz vor Ende dahinter gekommen.

Mir war gar nicht bewusst, dass in der Oberlausitz zum Teil andere Bräuche herrschen als bei uns. Dort gibt es das sogenannte Osterschießen, das als Einstieg ins Buch diente. Der Brauch, der dem Buch den Namen geben hat, das Hexenbrennen, hat ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt.

Wenn du Regionalkrimis magst, die nicht blutig sind und dich trotz kriminalistischem Inhalt wie eine warme Decke umhüllt, bist du bei den Romanen von Sylke Hörhold genau richtig.

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Seiten: 336

Herausgeber: Oberlausitzer Verlag

Erscheinungstermin: 1. Oktober 2020

ISBN: 978-3946795469

Geschichten aus Finkendörfel „Quarantäne“ mit und von Sylke Hörhold

Homepage Sylke Hörhold

Homepage Oberlausitzer Verlag

Über die Autorin (Quelle: Oberlausitzer Verlag):

Die Autorin Sylke Hörhold lebt und arbeitet in einem besonders schönen Teil des Oberlausitzer Berglands. Hier spielen sich auch die fiktiven Geschehnisse ihrer kleinen Reihe der Oberlausitzkrimis ab.

Sie ist Mutter von zwei erwachsenen Söhnen und wohnt mit ihrem Mann in einem Haus in Pilzdörfel, einem Ortsteil der Gemeinde Sohland an der Spree. Familiengeschichten, historische Geschichten und Sagen aus der Oberlausitz interessieren sie ebenso, wie heilsame Geschichten für kleine und große Kinder. In ihrem Hauptberuf ist sie Psychotherapeutische Heilpraktikerin und Referentin für Hospiz und Trauerbegleitung. Ihre Profession des seelischen Heilens verbindet sie in verschiedenen Schreibkursen auch mit ihrer großen Leidenschaft für das Schreiben.

Rezension zu Hexenbrennen von Sylke Hörhold

Bedrohung für den Hamburger Kaffeehandel

Töchter der Speicherstadt: Der Geschmack von Freiheit von Anja Marschall

Der erste Teil der Kaffee-Saga war für mich eins der ersten Lesehighlights des Jahres 2022. Ich konnte es also nicht abwarten den zweiten Teil endlich in den Händen zu halten.

„Der Geschmack von Freiheit“ spielt einige Jahrzehnte nach „Der Duft nach Kaffeeblüten“. Cläre, Marias Tochter, ist mittlerweile erwachsen und mit dem Bremer Kaffeehändler Herbert Staller verlobt. Aber Cläre hat andere Pläne. Sie will nicht heiraten, sondern studieren und die Welt sehen. Als sie den charmanten und chaotischen Fritz Waltershausen kennenlernt und die Nazis immer mehr an die Macht kommen, zerschlagen sich Cläres Pläne.

Sobald ich Teil 2 der Reihe begonnen hatte, war ich direkt wieder in der Geschichte und ich habe direkt gemerkt, wie sehr mir die Figuren ans Herz gewachsen sind. Maria und Stine spielen in dem Buch eine untergeordnete Rolle, denn hier geht es um Cläres Lebensweg. Wie auch schon in Teil 1 hat auch Cläre mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen. Sie wäre aber nicht Marias Tochter, wenn sie nicht ihre Stärke und Sturheit geerbt hätte. Wenn du Teil 1 bereits kennst, wirst du genau wissen was ich meine.

Mir hat es auch diesmal wieder gut gefallen, dass Anja Marschall historische Begebenheiten in den Roman einfließen ließ. Nicht nur die Unterwanderung des Kaffeehandels durch die Nazis, sondern auch deren schleichende Machtübernahme und vor allem der Schritt für Schritt aufkommende Judenhass war hier ein großes Thema. Als Leserin war ich mitten drin in den Geschehnissen und konnte zusammen mit Cläre nur sprachlos zusehen, was mit Deutschland passiert. Große Gefühle, vor allem Liebe und Verzweiflung haben den Roman zu dem gemacht, was ich am liebsten mag: Ein Buch, das mich komplett in die Welt der späten 1920er Jahre entführt hat. Leider waren die gut 450 Seiten viel zu schnell vorbei. Gut, dass es noch einen dritten Teil gibt, der am 28. Juli erscheint und „Das Versprechen von Glück“ heißen wird.

Magst du Bücher, die dich die Welt  um dich herum vergessen lassen? Dann solltest du die Kaffee Saga unbedingt lesen.

Veranstaltungstipp:

Solltest du aus Hamburg und Umgebung kommen, kannst du dich freuen. Anja Marschall wird am 23. Juni 2022 um 18:30 Uhr im Kaffeemuseum Burg eine Premierenlesung halten. Weitere Infos findest du auf der Homepage des Kaffeemuseums.

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Seiten: 464

Herausgeber: Piper Taschenbuch

Erscheinungstermin: 28. April 2022

ISBN: 978-3492317221

Leseprobe

Homepage Autorin

Teil 1: Der Duft nach Kaffeeblüten

Teil 2: Der Geschmack nach Freiheit

Teil 3: Das Versprechen von Glück

Über die Autorin (Quelle: Piper):

Die gebürtige Hamburgerin Anja Marschall lebt als Autorin und Journalistin mit ihrer Familie in Schleswig-Holstein. Vor ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete sie als Erzieherin, Pressereferentin, Lokaljournalistin, EU-Projektleitung in der Sozialforschung, war Apfelpflückerin in Israel, Zimmermädchen in einem Londoner Luxushotel und Kioskverkäuferin an den Hamburger Landungsbrücken. Sie ist Mitglied der „Mörderischen Schwestern eV“ und des „Syndikats“ sowie der Mary-E-Braddon-Gesellschaft.

Töchter der Speicherstadt: Der Geschmack von Freiheit von Anja Marschall
© Frauke Ibs

Interview mit Cindy Holzapfel & Rezension

Der Duft nach Lavendel von Cindy Holzapfel

Cindy Holzapfel habe ich ebenfalls über die OBM 2021 kennen gelernt. Ab und an lese ich auch mal gerne einen Liebesroman, daher habe ich ihr Angebot „Der Duft nach Lavendel“ zu rezensieren, gerne angenommen.

Julia arbeitet als Assistentin bei einer Eventfirma in Wien. Wie man sich vorstellen kann, ist der Job total stressig und es hilft ihr auch nicht, dass ihr Chef Martin die ganze Arbeit bei ihr ablädt. Als erst ihre Großmutter plötzlich stirbt und Martin dann noch versucht ihr die Schuld an einem versemmelten Auftrag zu geben, kündigt sie. Bei dieser Entscheidung hilft ihr, dass ihre Großmutter ihr Geld und ein Ferienhaus in Porat auf der Balkanhalbinsel Krk vererbt. Das verschafft ihr ausreichend Luft um sich klar zu werden, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte.

Für mich war das Buch nicht ausschließlich ein Liebesroman, denn Julia verliebt sich nicht nur, sie findet zudem heraus, wer sie ist und wie sie ihr Leben so gestalten kann, dass sie glücklich und unabhängig ist. Denn ihre Großmutter war ihr Anker in ihrem Leben und als sie starb, war Julia auf eine Art orientierungslos. Die Entwicklung, die Julia in den gut 400 Seiten durchmacht, hat mir sehr gut gefallen. Allerdings muss ich dich aber auch noch warnen: Iss dich richtig satt, bevor du dich dem Buch widmest. Julia kocht ständig und sinniert über die Zubereitung von Gerichten nach. Hier haben mir die kroatischen Gerichte am meisten das Wasser im Mund zusammen laufen lassen.

Mit manchen Begriffen habe ich etwas gefremdelt, was daran liegt, dass die Autorin aus Österreich kommt. Im Laufe des Buches hat das aber nicht mehr gestört, es passte sogar sehr gut, da Julia ja ebenfalls aus Österreich kommt. Es war nur eine kleine Umgewöhnung notwendig. Bei der Lektüre des Buches merkt man ausserdem schnell, dass die Autorin sich auf Krk auskennt. Die Ortsbeschreibungen waren detailliert und ich hatte das Gefühl, dass sie selber dort verweilte als sie das Buch geschrieben hat.

„Der Duft nach Lavendel“ wird dir gut gefallen, wenn du Liebesromane magst, die nicht kitschig sind und in denen die Lovestory nicht die Hauptrolle spielt. Wenn du nun auch noch gerne isst und gerne in den Urlaub fährst, ist das Buch genau das Richtige.

Podcast:

Smoking Guns – GEMAfreie Musik von https://audiohub.de/

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Seiten: 410

Herausgeber: Rediroma-Verlag

Erscheinungstermin: 12. März 2021

ISBN: 978-3985270552

Link zum Verlag

Über die Autorin (Quelle: Amazon):

Cindy Holzapfel wuchs im österreichischen Leoben auf und zog nach ihrem Schulabschluss nach Graz. Dort lernte sie ihren Mann kennen, mit dem sie einen gemeinsamen Sohn hat. Neben dem Schreiben ist das Reisen mit ihrer Familie ihre große Leidenschaft und so holte sie sich durch ihre Urlaube im Süden Inspirationen für ihr Buch, dessen Handlung auf der kroatischen Insel Krk spielt.

Autorinnentratsch: Autoren – einsamer Wolf oder doch lieber Rudel?
(mit Sissi Steuerwald und Karen A. Moon)

Keine Panik!

„Das Restaurant am Ende des Universums“ von Douglas Adams

„Das Restaurant am Ende des Universums“ ist der zweite Teil der fünfbändigen intergalaktischen Trilogie um Arthur Dent und Ford Prefect.

Nachdem die Erde einer intergalaktischen Umgehungsstraße weichen musste, sind Arthur Dent und sein Freund Ford Prefect im Universum unterwegs. Nun soll nun die große Frage zur großen Antwort des Lebens, des Universums und des ganzen Rests gefunden werden. Das ganze gelingt nur, wenn Zaphod Beeblebrox, der Präsident der Galaxis, den Mann findet, der das Universum kontrolliert. Auf ihrer Suche stoßen sie auf das Milliways, dem Restaurant am Ende des Universums.

Wie auch schon der erste Teil ist auch „Das Restaurant am Ende des Universums“ gespickt von total absurden Dingen, Figuren und Situationen, auf die man sich bedingungslos einlassen muss um das Buch genießen zu können. Bei der Lektüre habe ich einige Parallelen, zeitweise sehr überspitzt dargestellt, zu unserer Welt festgestellt. Hier wurde ich das Gefühl nicht los, dass das Angesprochene gehörig auf die Schippe genommen werden sollte.

Du solltest unbedingt „Per Anhalter durch die Galaxis“ lesen bevor du dich dem zweiten Teil widmest, denn du musst ja wissen, wie die Antwort auf die Frage lautet, die hier gesucht wird.

Teil 1 habe ich als Hörbuch, gelesen von Christian Ulmen, gehört. Bei Teil 2 hatte ich auch die ganze Zeit seine dauerhaft ironische Stimme im Ohr. Daher kann ich dir empfehlen, es auch mal mit dem Hörbuch zu probieren.

Ach ja, heute ist übrigens Towel Day! Er findet seit 2001 jährlich am 25. Mai statt und ist ein Gedenktag für Douglas Adams, dem Autor der Reihe. An diesem Tag tragen Fans des Schriftstellers ein Handtuch bei sich, weil dies „so ziemlich das Nützlichste ist“, das man auf Reisen in die Galaxis mit sich tragen kann. Warum das so ist, erfährst du in Teil 1.

Frau Goethe liest und Lesenswertes aus dem Bücherhaus haben das Buch ebenfalls gelesen. Geh sie mal besuchen um ihre Meinung zum Buch zu erfahren.

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Originaltitel: The Restaurant at the End of the Universe (1980)

Seiten: 240

Herausgeber: Heyne Verlag

Erscheinungstermin: 1. Dezember 1998

ISBN: 978-3453146983

Christian Ulmen liest Douglas Adams: „Per Anhalter durch die Galaxis“

Homepage Douglas Adams (englisch)

Homepage Heyne Verlag

Starship Titanic

Über den Autor (Quelle: Heyne Verlag):

Douglas Adams wurde 1952 in Cambridge, England geboren. Nach dem Studium bewegte er sich in der Szene um die Monty-Python-Gruppe. Von 1978 bis 1980 war er Redakteur bei der BBC. Dort schrieb er auch das Hörspiel »Per Anhalter durch die Galaxis« (»The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy«). Die Ausstrahlung wurde ein großer Erfolg, und Douglas Adams machte ein Buch daraus, das zum Weltbestseller wurde.
Zwei Jahre später erschien »Das Restaurant am Ende des Universums«, der zweite Teil des »Anhalters«. Es folgten 1982 der dritte Band, »Das Leben, das Universum und der ganze Rest«, 1984 Band vier, »Macht’s gut und danke für den Fisch«, und als Abschluss der »fünfbändigen Trilogie« 1992 »Einmal Rupert und zurück«. Diese fünf Bücher blieben nicht die einzigen von Douglas Adams, aber es sind diejenigen, die bis heute Kultstatus haben.
Trotz des Science-Fiction-Genres werden Adams‘ Bücher auch von Science-Fiction-Verächtern mit großer Begeisterung gelesen, denn das Genre dient ihm als Vehikel einer rasanten und grenzenlosen Fantasie. Mit Wortwitz und hintergründiger Ironie erzählt er von Arthur Dent und Ford Perfect, die sich kreuz und quer durch die Galaxie treiben lassen.
Am 11.Mai 2001 starb Douglas Adams mit 49 Jahren in Kalifornien.

"Das Restaurant am Ende des Universums" von Douglas Adams
Foto:  Kein & Aber © Jill Furmanovsky

Flucht

Flucht von Mike Landin

Vor einiger Zeit habe ich den Erstling „Rote Tränen“ von Mike Landin gelesen. Als er mir „Flucht“ als Rezensionsexemplar angeboten hat, habe ich nicht lange gezögert, denn sein erstes Buch hatte mir auch schon gut gefallen.

Martin arbeitet im Jahr 1979 in der ehemaligen DDR als Journalist für die Zeitung „Das neue Deutschland“. Der Job ist nicht mal annähernd so, wie er es sich vorher vorgestellt hat. Er wollte Tatsachen berichten und nicht fingierte Berichte, die nur das öffentlich machen, was von ihm verlangt wird. Schon als Jugendlicher träumte er mit seinen Freunden von der Flucht in den Westen. Als für einen Bericht über ein Gefängnis in Bautzen recherchiert, trifft er dort auf seinen Freund Frank, der ihm ein folgenschweres Versprechen abnimmt. Nicht nur die Flucht aus der damaligen DDR spielt hier eine große Rolle, sondern auch die Flucht vor der Vergangenheit.

Für mich war es keine Überraschung, dass ich die ganze Zeit mit den Figuren mitgefiebert habe, denn im vorherigen Buch war das auch der Fall. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass ich mich in einem TV-Thriller befinde. Nicht nur vom Aufbau des Geschehens, sondern auch durch einige Sprüche, die so oder ähnlich wohl nur in Thillern auftauchen können. Mike Landin hat es sogar geschafft, dass ich einige Figuren des Buches lieb gewonnen habe, obwohl gerade das bei mir in Büchern mit ca. 300 Seiten nicht so üblich ist. All das hat „Flucht“ für mich sehr kurzweilig und unterhaltsam gemacht.

Mir wurde erst bei der Lektüre des Buches wieder bewusst, dass wir hier im Westen ein so bequemes und luxuriöses Leben hatten. Obwohl die damalige Lebensweise im Buch nicht dominiert, sind mir dann doch wieder einige Dinge aufgefallen, die in der damaligen DDR völlig anders waren als im Westen. Damit meine ich nicht nur die Freiheit überall hinreisen zu können wo man hin möchte, sondern unter anderem auch die Freiheit zu sagen was man denkt ohne direkt weg gesperrt zu werden. Das ganze Buch hindurch habe ich dieses Verlangen nach Freiheit gespürt und natürlich auch nachvollziehen können.

Wenn du gerne ein Buch lesen möchtest, dass dich sehr gut unterhält und durchweg spannend ist, dann ist „Flucht“ genau das richtige für dich. Aber ich warne dich, nimm dir was zu knabbern mit auf die Couch, sonst leiden deine Fingernägel.

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Seiten: 330

Herausgeber: Books on Demand

Erscheinungstermin: 10. Januar 2022

ISBN: 978-3755781073

Leseprobe

Homepage Mike Landin

Über den Autor (Quelle: Amazon):

Mike Landin wurde 1968 in Berlin geboren. Er wuchs im Spreewald auf, studierte Bauingenieurwesen in Cottbus und lebt heute in der Nähe von Magdeburg.

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