Wie die Ruhe vor dem Sturm (Chances # 1) – Brittainy C. Cherry

Er war er, ich war ich und wir waren wir.

Sprecher: Yesim Meisheit, Nicolás Artajo

Verlag: LYX  

Erscheinungsdatum: 29. Juni 2020

Dauer: 631 Minuten

ISBN: 978-3-96635-071-6

Die Autorin (Verlag):

Brittainy C. Cherrys erste große Liebe war die Literatur. Sie hat einen Abschluss der Carroll Universität in Schauspiel und Creative Writing und schreibt hauptberuflich Theaterstücke und Romane. Sie lebt mit ihrer Familie in Milwaukee, Wisconsin.

Klappentext (Verlag):

Als ich meine neue Stelle als Nanny einer reichen Familie antrat, konnte ich nicht ahnen, dass es Greyson Easts Kinder waren, die ich betreuen würde. Und auch nicht, dass der Junge, den ich einmal geliebt hatte, zum Mann geworden war – ein eiskalter, einsamer, unnahbarer Mann. Alles an Grey war in Schmerz versunken. Doch ab und zu sah ich den Jungen von damals in seinen sturmgrauen Augen – und ich wusste, dass es sich um ihn zu kämpfen lohnte.

Meine Meinung:

Ich weiß gar nicht, was mit geritten habe, als ich bei Netgalley diesen Roman als Rezensionsexemplar angefordert habe. Ich mag weder Klischee-Liebesromane, noch fand ich das Cover oder den Klappentext besonders ansprechend. Und vom Namen der Autorin rede ich gar nicht erst. Vorab kann ich euch aber sagen, dass ich mich unsterblich sowohl in das Buch als auch in die Figuren verliebt habe.

Die Geschichte beginnt wie viele Lovestorys: Das unscheinbare Mädchen mit den Libellen-Häkeljacken wird plötzlich von dem Superstar der Schule wahrgenommen und sie verlieben sich ineinander. Jahre später treffen sie sich wieder, er ist verbittert, sie immer noch Single und was passiert dann? Lest oder hört es einfach selber 😉

Nach ein paar Sätzen war es passiert: Ich hatte schon alle Stadien des mitfiebernden Hörens hinter mir. Gänsehaut, Tränchen in den Augen und gelacht hatte ich auch schon. Aber wie kommt das? Ich kann es nur so beschreiben, dass die Autorin unendlich liebevoll schreibt. Die Figuren, die sie entworfen hat, sind einfach so dargestellt, dass sie genau das in einem hervorrufen, was die Autorin im Sinn hatte. In meiner Jugend habe ich sehr viele Liebesromane gelesen, aber kaum einer hat mein Herz so sehr berührt wie der erste Teil der Geschichte um Ellie und Gray.

Die Sprecher sind perfekt für das Buch. Yesim Meisheit liest mit Herz und Seele und ich habe ihr jedes einzelne Wort abgenommen. Nicolás Artajo liest etwas gemäßigter, aber seine Rolle im Buch ist auch entsprechend. Ich kannte vorher beide nicht und bin froh, dass ich mit dem Hörbuch versucht habe.

Der zweite Teil der Reihe mit dem Titel „Wie die Stille vor dem Fall. Erstes Buch“ (es wird zwei geben), erscheint leider erst am 27. November 2020. Ich werde es wahrscheinlich direkt entweder hören oder lesen. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung.

Auf der Seite des Verlages könnt ihr euch die Hörprobe anhören.

Das Buch wurde mir von Netgalley und vom LYX-Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Sag den Wölfen, ich bin zu Hause – Carol Rifka Brunt

Originaltitel: Tell the wolves I´m home

Übersetzerin: Frauke Brodd

Verlag: Eisele Verlag

Erscheinungsdatum: 23. Februar 2018

Seiten: 448 Seiten

ISBN:  978-3-96161-007-5

Die Autorin (Verlag):

Carol Rifka Brunt wurde in New York geboren und lebt heute mit ihrem Mann und den gemeinsamen drei Kindern in England. Sag den Wölfen, ich bin zu Hause ist ihr erster Roman, der vielfach zu einem der »besten Bücher des Jahres« gekürt wurde (u.a. vom Wall Street Journal und dem Oprah Magazine). Das Buch wurde ein New York Times-Bestseller und in zwanzig Länder lizensiert. Eine Verfilmung ist in Vorbereitung.

Klappentext (Verlag):

New York, 1987: Eigentlich gibt es nur einen Menschen, der June Elbus je verstanden hat, und das ist ihr Onkel Finn Weiss, ein berühmter Maler. Als Finn viel zu jung an einer Krankheit stirbt, deren Namen ihre Mutter kaum auszusprechen wagt, steht in Junes Leben kein Stein mehr auf dem anderen. Auf Finns Beerdigung bemerkt June einen scheuen jungen Mann, und ein paar Tage später bekommt sie ein Päckchen. Darin befindet sich die Teekanne aus Finns Apartment – und eine Nachricht von Toby, dem Fremden. Wer ist dieser Mann, der behauptet, Finn ebenso gut zu kennen wie June selbst? Zunächst ist June misstrauisch, doch dann beginnt sie sich heimlich mit Toby zu treffen, und sie erfährt, dass es gegen Trauer ein Heilmittel gibt: Freundschaft und Zusammenhalt.

Meine Meinung:

Was für ein wundervolles Buch! Ein Buch über die Liebe, aber nicht kitschig, über Vorurteile und über Eifersucht.

Als Junes bester Freund, ihr Onkel Finn (sogar der Name gefällt mir an ihm), stirbt, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie glaubt, dass Finn der einzige Mensch auf der Welt war, der sie verstanden hat. Anfangs scheint das auch so, denn June lebt in ihrer eigenen (Mittelalter-) Welt und ist ein Außenseiter. Bis Toby such zu Wort meldet. Aber das müsst ihr selber lesen.

Ich habe von diesem Buch eigentlich nicht allzu viel erwartet, da es sich um den ersten Roman der Autorin handelt. Da sind wir schon bei den ersten Vorurteilen, denn eigentlich mag ich die meisten Debütromane, die ich bisher gelesen habe,  sehr gerne. Dies hat sich ja hier dann auch bestätigt. Das Buch erzählt aus Sicht von June die Geschichte von Toby und ihr, die gespickt ist von Misstrauen, Ängsten und Unsicherheiten. Da June Teenager ist, ist ihr Leben in ihrer Familie natürlich auch nicht ganz einfach. Als Leser hat man die komplette Übersicht über Junes Gefühlsleben inklusive des Nichtverstehens anderer Personen. Das Buch hat fast meine Gefühlswelt durcheinander gebracht.

Die Charaktere sind so lebensecht beschrieben, dass man als Leser glaubt, sie zu kennen. Die Sprache ist nicht allzu schwer und kurze Kapitel lassen einen immer und immer weiter lesen

Wenn ihr diese Art Geschichten mögt, kann ich es euch uneingeschränkt weiter empfehlen. Ich warte dann mal auf das nächste Buch der Autorin.

Weitere Infos über das Buch findet ihr auf der Seite des Verlages.

Das Buch wurde mir von Netgalley und vom Eisele Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Das ferne Leuchten (Das Marsprojekt # 1) – Andreas Eschbach (Hörbuch)

Sprecher: Louis Friedemann Thiele

Verlag: Lübbe Audio

Erscheinungsdatum: 19. Juni 2020

Dauer: 504 Minuten

ISBN: 978-3-8387-9523-2

Der Autor (Verlag):

Andreas Eschbach, geboren am 15.09.1959 in Ulm, ist verheiratet, hat einen Sohn und schreibt seit seinem 12. Lebensjahr.

Er studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Von 1993 bis 1996 war er geschäftsführender Gesellschafter einer EDV-Beratungsfirma.

Als Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung „für schriftstellerisch hoch begabten Nachwuchs“ schrieb er seinen ersten Roman „Die Haarteppichknüpfer“, der 1995 erschien und für den er 1996 den „Literaturpreis des Science-Fiction-Clubs Deutschland“ erhielt. Bekannt wurde er vor allem durch den Thriller „Das Jesus-Video“ (1998), der im Jahr 1999 drei literarische Preise gewann und zum Taschenbuchbestseller wurde. ProSieben verfilmte den Roman, der erstmals im Dezember 2002 ausgestrahlt wurde und Rekordeinschaltquoten bescherte. Mit „Eine Billion Dollar“, „Der Nobelpreis“ und zuletzt „Ausgebrannt“ stieg er endgültig in die Riege der deutschen Top-Thriller-Autoren auf.

Nach über 25 Jahren in Stuttgart lebt Andreas Eschbach mit seiner Familie jetzt seit 2003 als freier Schriftsteller in der Bretagne.

Klappentext (Verlag):

Ariana, Ronny, Carl und Elinn sind auf dem Roten Planeten geboren und aufgewachsen. Doch im Jahr 2086 sollen sie plötzlich gemeinsam mit allen Marssiedlern zur Erde zurückkehren. Die vier Jugendlichen jedoch sind fest entschlossen, auf dem Mars zu bleiben. Besonders Elinn, die aus medizinischen Gründen auf der Erde nicht überleben könnte. Gemeinsam hecken die Freunde einen Plan zur Rettung der Marskolonie aus und machen dabei eine unglaubliche Entdeckung.

Meine Meinung:

Wenn ich so recht überlege, scheine ich ein Fan der Bücher von Andreas Eschbach zu sein. Er gehört zu den Autoren, die ich gar nicht wirklich auf dem Schirm habe, aber wenn ich was lese oder höre, gefällt es mir immer gut. Hier war das auch der Fall.

Die vier „Marskinder“ heißen Marskinder, weil sie bis auf Carl dort geboren sind. Carl war erst drei Monate alt, als seine Eltern auf den Mars gezogen sind. Der Mars ist nun seit 36 Jahren besiedelt und die dort lebenden Menschen sind damit beschäftigt ihn zu erforschen. Doch plötzlich soll das Projekt Mars gestoppt werden und alle sollen auf die Erde zurück gehen. Wie man sich vorstellen kann, ist das für die Marskinder so gut wie unmöglich, denn sie kennen ja nur den Mars und fühlen sich dort wohl. Dazu kommt noch, dass Elinn krank ist und auf der Erde nicht überleben würde. Also beginnen sie einen Plan zu schmieden um entweder allein oder mit den anderen rund 200 dort lebenden Menschen bleiben zu dürfen.

Von Anfang an fand ich die Stimme des Sprechers ganz toll, denn sie passt perfekt zu einem Hörbuch für Jugendliche. Ein wenig märchenhaft klingt sowohl der Schreibstil als auch die Art, wie Louis Friedemann Thiele das Buch vorliest. Man merkt öfter, dass es ein Jugendbuch ist, aber gerade das hat mir gut gefallen. Es hatte was von einem Abenteuerroman, den so manch einer mit SIcherheit in seiner Kindheit gelesen hat.

Andreas Eschbach hat den Mars, die Abläufe dort und auch die Landschaft dort sehr bildlich beschrieben. Es fühlte sich fast an als wäre er selber dort gewesen und hätte mit den Marsbewohnern eine Weile dort gewohnt. Ich konnte jedenfalls fast nicht glauben, dass das alles Fiktion sein soll.

Das Buch hat sich ganz langsam und heimlich in mein Herz geschlichen, so dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu hören. Die weiteren Teile werde ich auf jeden Fall auch hören. Insgesamt sind es fünf:

Teil 2 „Die blauen Türme“

Teil 3 „Die gläsernen Höhlen“

Teil 4 „Die steinernen Schatten“

Teil 5 „Die schlafenden Hüter“

Für mehr Infos über den ersten Teil könnt ihr euch auf der Seite des Verlages umsehen.

Die verborgenen Stimmen der Bücher – Bridget Collins

Originaltitel: The Binding

Übersetzerin: Ulrike Seeberger

Verlag: Rütten & Loening

Erscheinungsdatum: 15. Februar 2019

Seiten: 467 Seiten

ISBN:  978-3-352-00921-1

Die Autorin (Verlag):

Bridget Collins hat an der London Academy of Music and Dramatic Art studiert. Sie hat bisher mehrere Romane geschrieben sowie zwei Stücke, die beim Edinburgh Festival uraufgeführt wurden. »Die verborgenen Stimmen der Bücher« wurde in mehrere Länder verkauft.

Klappentext (Verlag):

Jeder braucht eine Geschichte – auch wenn es schmerzhaft ist.

Emmett Farmer arbeitet auf dem Hof seiner Eltern, als ein Brief ihn erreicht. Er soll bei einer Buchbinderin in die Lehre gehen. Seine Eltern, die wie alle anderen Menschen Bücher aus ihrer Welt verbannt haben, lassen ihn ziehen – auch weil sie glauben, dass er nach einer schweren Krankheit die Arbeit auf dem Hof nicht leisten kann. Die Begegnung mit der alten Buchbinderin beeindruckt den Jungen, dabei lässt Seredith ihn nicht in das Gewölbe mit den kostbaren Büchern. Menschen von nah und fern suchen sie heimlich auf. Emmett kommt ein dunkler Verdacht: Liegt ihre Gabe darin, den Menschen ihre Seele zu nehmen? Nach dem plötzlichen Tod der Buchbinderin erkennt der Junge, welch Wohltäterin sie war – und in welche Gefahr er selbst geraten ist.

Ein unvergleichliches Buch über die Macht der Erinnerung, verbotene Liebe und darüber, was das Menschsein bedeutet: Geschichten zu erzählen.

Meine Meinung:

Was für ein tolles Buch! Ich hätte niemals erwartet, dass mich die Handlung so einsaugt, wie sie es getan hat. Zeitweise habe ich sogar in meinem Inneren die verschiedenen Stimmen der Protagonisten gehört.

Worum geht es? Es geht um Emmett, der aus Gründen, die er zu diesem Zeitpunkt noch nicht kennt, von seinen Eltern zu einer Buchbinderin geschickt wird, um dort seine Lehre zu beginnen. Diese Buchbinderin bindet nicht nur Bücher, sondern sie hat eine andere Fähigkeit, die manch einer sehr nützlich findet. Als Emmett dies heraus findet, ist es schon fast zu spät für ihn. Mehr kann ich leider zum Inhalt nicht verraten, weil ich nicht spoilern möchte.

Die Geschichte wird erst aus Sicht von Emmett erzählt, wie er lebt und dann wie er die Lehre beginnt. Dann folgt eine Rückblende, die gut ein Drittel des Buches einnimmt und für mich eines der schönsten und ergreifendsten Teile des Buches war. Am Ende wird noch mal aus Sicht einer anderen sehr wichtigen Person erzählt.

Ich glaube, was mich so gefesselt hat an dem Buch, war der Schreibstil und die Art, wie sich die Autorin in die Figuren hineinversetzt hat. Ich konnte es tatsächlich kaum aus der Hand legen und war traurig, als es vorbei war.  Allerdings hätte ich „Die vergessenen Seiten der Bücher“ eher dem Fantasygenre zugeordnet.

Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung!

Das Buch wurde mir von Netgalley und vom Aufbau Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

*Werbung*

Wenn Euch meine Meinung neugierig gemacht hat, guckt doch gerne mal auf der Seite des Verlages nach der Leseprobe.

Leid kennt keinen Sonntag (EchtzeiT # 1) – Sam Feuerbach & Thariot (Hörbuch)

Spannender Beginn der EchtzeiT-Reihe.

Sprecher: Robert Frank

Verlag: Ronin Hörverlag

Erscheinungsdatum: 21. Februar 2020

Dauer: 10 Stunden 16 Minuten

ASIN: B0848QBH3W

Die Autoren (Verlag):

Thariot hat eine Schwäche für spannende Geschichten. Bereits als Fünfzehnjähriger begann er mit dem Schreiben, vor allem Kurzgeschichten, bis er dann in 2009 die Arbeit an seinem ersten Buch startete. Thariot, in seinem letzten Leben von Beruf IT-Manager, ist ein Bildermensch. Er hat die Fähigkeit, Bilder schnell in Wörter zu übersetzen, und kann es nicht lassen, darüber zu schreiben. Bislang sind dabei über dreißig Science-Fiction-Bücher herausgekommen. Wenn er nicht schreibt, lebt er mit Familie und Dackel auf Malta.


Mit zwölf Jahren begann Sam Feuerbach, erste Kurzgeschichten zu schreiben. Einige Jahrzehnte später sind Sams Helden älter, der Humor erwachsener, die Figuren grausamer, der Ton rauer und die Antagonisten intelligenter geworden. Diese Mischung angereichert mit sanfter Ironie über bitteren Zynismus ergibt Fantasy für junge und ältere Erwachsene (ab 14 Jahren). Nach seinem Studienabschluss als Diplom-Ökonom hat Sam Feuerbach 30 Jahre in der IT-Branche gearbeitet. Seit 2013 schrieb er die sechsbändige Kosann-Saga und sein zweites High Fantasy Werk in vier Bänden: Der Totengräbersohn. Gemeinsam mit Thariot verfasste er den dreibändigen Zeitreisethriller Instabil und die Echtzeit-Trilogie.

Klappentext (Verlag):

Der Einstieg in die erfolgreiche Thriller-Trilogie von Thariot und Sam Feuerbach

Kurz vor Pfingsten. In einer Luxussuite liegt ein totes Mädchen. Ein einfacher Fall. Am selben Tag steht der Mörder fest.
Noch 53 Stunden.

Die Berichterstattung in den Medien lässt dem Hacker keine Wahl. Die Indizien: zu offensichtlich. Die Presse: zu laut. Und die Polizei: zu dämlich. Er hat etwas geschaffen, das bisher für unmöglich gehalten wurde. Nun wird ihm seine Gabe zum Verhängnis. Er trifft eine Entscheidung.
Noch 39 Stunden.

Die ‚Putzfrau‘ kennt die Wahrheit. Ihr Leben ist geprägt von Sachlichkeit und Diskretion. Ihr Mindestlohn lässt jeden Topmanager vor Neid erblassen. Sie hält sich im Hintergrund, bis die Männer mitten in der Nacht in ihr Haus eindringen und ihre Kinder bedrohen.
Noch 13 Stunden.

Sein Chef fordert schnelle Ergebnisse. Er ist der ermittelnde Kommissar. Alles scheint so klar. Aber nichts im Leben ist einfach. Seine Familie, ein Schlachtfeld und sein Ehrgeiz verblasst. Geblieben ist nur sein Hang zur Gerechtigkeit. Doch dies macht ihn nicht beliebter – eher unbequem.
Noch 2 Stunden.

Der Kommissar, die Putzfrau und der Hacker, drei Leben und keine Wahrheit.
Stirb live – eine fatale Begegnung vor 100 Millionen Zuschauern.

Meine Meinung:

Beide Autoren und auch der Sprecher waren mir bis zu diesem Hörbuch völlig unbekannt. Anfangs dachte ich, das wird nix mit mir und dem Hörbuch, aber dann ging es doch ziemlich schnell mit uns beiden.

Timmm (ja, mit drei m!) Gudies ist 17, ist ein Hacker und er hat Melanie gedatet. Leider ist Melanie tot und TImmm fassungslos. Laut Polizei gibt es aber schon einen Verdächtigen. Timmm wäre kein Hacker, wenn er nicht rausfinden würde, dass dieser Verdächtige gar nicht der Mörder sein kann. Also hinterlässt er auf der Seite der Polizei NRW eine Information, dass Melanie von jemand anderem als dem aktuell Verdächtigen getötet wurde. Der Ermittler Hagen Melzer wird auf den Fall angesetzt und soll ihn so schnell wie möglich lösen. Dabei ist es egal, wer den Mord tatsächlich begangen hat, Hauptsache es wurde jemand dafür verantwortlich gemacht.

Das Buch fängt seltsam an. Mit der „Putzfrau“. Sie reinigt Tatorte, aber nicht so wie der Tatortreiniger in der gleichnamigen Serie, sondern sie tauscht DNA-Spuren etc. aus. Das wird ihr und ihrer Familie im Laufe des Buches fast zum Verhängnis. Da das Buch nur ein wenig in der Zukunft spielt, 2024 um genau zu sein, und weil es in Düsseldorf spielt, ist das ganze anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig. In dem Jahr, in dem das Buch spielt, gibt es beispielsweise die Vereinigten Staaten von Europa und selbstfahrende Autos und natürlich noch viel mehr. Die Geschichte lebt von der etwas technologischeren Art als wir sie nun tatsächlich erleben, allerdings ist nicht alles komplett automatisiert, so dass man sich als Leser gut darin zurecht finden kann. Timmms Gedanken sind ziemlich IT-lastig, aber gut zu verstehen.

Mir hat gut gefallen, dass man als Leser bzw. als Hörer immer genau wusste, welche Person gerade erzählt. Das Buch ist nämlich aus drei Perspektiven geschrieben (Timmm, Hagen und Claire, das ist die „Putzfrau“) und jede Person hat ihre eigene Erzählstimme, die zum Teil sehr viel Wortwitz besitzen. Die Auflösung des Falls und wie die einzelnen Personen damit umgehen ist das, was den Leser die ganze Zeit begleitet. Dabei überschneiden sich auch manche Begebenheiten, so dass man sie zum Beispiel aus Hagens Sicht liest und direkt danach aus Timmms Sicht. Das fand ich sehr gelungen.

Da ich den Sprecher noch gar nicht kannte, war ich froh darüber, dass ich nach kurzem Fremdeln ziemlich schnell mit ihm warm wurde. Ihm ist es auch zu verdanken, dass die Erzählstimmen der drei Protagonisten so überzeugend rüber kamen.

Alles in allem ist es ein großartiger erster Teil gewesen, dem von meiner Seite aus bald die weiteren Teile folgen werden. Teil 2 heißt „Gier frisst jede Tugend“ und Teil 3 „Wer die Wahrheit quält“.

Ich empfehle euch, mal auf der Seite des Verlages in das Hörbuch rein zu hören.

Katharina von Aragón (Die Tudor-Königinnen #1) – Alison Weir

Das Leben der ersten Frau von König Heinrich VIII.

Originaltitel: Six Tudor Queens: Katherine of Aragon, The True Queen

Übersetzerin: Edigna Hackelsberger

Verlag: Ullstein Taschenbuch

Erscheinungsdatum: 13. Juli 2020

Seiten: 896 Seiten

ISBN:  9783548063058

Die Autorin (Verlag):

Alison Weir ist eine Bestsellerautorin aus Großbritannien, die weltweit über 2,7 Millionen Bücher verkauft hat. Sie hat 17 historische Sachbücher und viele historische Romane veröffentlicht. Alison Weir ist Mitglied der Royal Society of Arts and Sciences. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Klappentext (Verlag):

Die wahre Königin

Das tragische Leben der ersten Frau von König Heinrich VIII.

England, 1501: Im Alter von 16 Jahren kommt die spanische Prinzessin Katharina von Aragón nach England, zunächst um Prinz Arthur zu heiraten, der jedoch kurz darauf stirbt. Sofort wird sie mit dem Thronerben verlobt: Prinz Heinrich. Was zunächst nach einer glücklichen Vermählung aussieht, wird schnell zum Alptraum für die junge Frau. Bald kursieren Gerüchte über König Heinrichs Affäre mit dem Hoffräulein Anne Boleyn. Katharina muss nun stark sein und kämpfen: für ihre Ehre, die Zukunft, für die Liebe.

Meine Meinung:

Eine Zeitlang war ich süchtig nach Büchern über Heinrich VIII., daher musste ich das Buch über die wahre Königin selbstverständlich lesen.

Katharina von Aragón kommt von Spanien nach England um Prinz Arthur zu heiraten, der aber nach wenigen Monaten verstirbt. Nach langem Warten wird sie endlich Heinrichs Frau, der zur Zeit ihrer Hochzeit schon König ist. Sie wird also Königin – und was für eine! Leider sieht es Heinrich mit der Treue nicht so eng und möchte Katharina los werden um Platz für Anne Boleyn zu haben.

Bis zur Lektüre dieses Buches ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich niemals ein Buch aus Sicht von Katharina gelesen habe. Ich wusste zwar so einiges, was geschehen ist, aber ihr Blickwinkel hat mir noch mal klar gemacht, dass sie ihn wirklich geliebt haben muss und wie sehr sie unter den Umständen gelitten hat. Nicht nur, weil sie seine Eskapaden ertragen hat, sondern auch, weil sie bereit war die Augen zu verschließen vor dem, was anderen in ihrem Umfeld offensichtlich war. Sie hat die Schuld immer bei sich gesucht und nicht bei ihm.

Da die Autorin schon so einige historische Sachbücher geschrieben hat, war ich erstaunt, wie sehr sie sich in Katharina rein versetzt hat und dieses Buch nicht trocken wie ein Sachbuch, sondern lebendig und aus Katharinas Sicht,  verfasst hat. Lediglich die Sprache, die sie gewählt hat, scheint mir nicht so ganz dem 16. Jahrhundert gerecht zu werden. Aber das hat dem Buch nicht geschadet. Allerdings wurde es hin und wieder etwas langatmig, aber auch das fand ich nicht hinderlich.

Wenn die weiteren fünf Teile im ähnlichen Stil geschrieben sind, werde ich sie auf jeden Fall lesen. Ich bin gespannt, wie die Autorin die anderen von Heinrichs sechs Frauen erzählen lässt. Der zweite Teil „Anne Boleyn – Die Mutter der Königin“ erscheint am 2. November 2020.

*Werbung* Weitere Infos zum Buch und eine Leseprobe findet ihr auf der Seite des Verlages.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Ullstein Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Das Haus der Mädchen (Kerner und Oswald 1) – Andreas Winkelmann (Hörbuch)

Spannend geschrieben und großartig gelesen von Simon Jäger.

Sprecher: Simon Jäger

Verlag: Lübbe Audio

Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2018

Dauer: 9 Stunden 55 Minuten

ISBN: 978-3-96519-102-0

Der Autor (Verlag):

Andreas Winkelmann, geboren 1968 in Niedersachsen, ist verheiratet und hat eine Tochter. Er lebt mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldrand nahe Bremen. Wenn er nicht gerade in menschliche Abgründe abtaucht, überquert er zu Fuß die Alpen, steigt dort auf die höchsten Berge oder fischt und jagt mit Pfeil und Bogen in der Wildnis Kanadas.

Klappentext (Verlag):

Schweig, um zu leben.

Leni kommt nach Hamburg, um dort ein Praktikum zu machen. Über eine Zimmervermittlung mietet sie sich in einer Villa am Kanal ein. Schnell freundet sie sich mit ihrer Zimmernachbarin an – aber die ist am nächsten Morgen spurlos verschwunden. Weil ihr das merkwürdig vorkommt, sucht sie nach ihr.

Freddy Förster, früher erfolgreicher Geschäftsmann, ist inzwischen auf der Straße gelandet. Zufällig beobachtet er, wie jemand einen Mann am Steuer seines Autos erschießt. Um nicht zum nächsten Opfer zu werden, sucht er den Mörder. Bis er auf Leni trifft, die das Verschwinden ihrer neuen Freundin nicht hinnehmen will. Bald begreifen die beiden, dass ihre beiden Fälle mehr miteinander zu tun haben, als ihnen lieb ist – und dass sie in großer Gefahr schweben…

Meine Meinung:

Ich habe schon sehr lange keine Thriller mehr gelesen oder gehört und habe mich vor kurzem mit „One of us is lying“ selber wieder angefixt. Bisher kannte ich noch kein Buch von Andreas Winkelmann, daher habe ich es einfach mal versucht. Mit Simon Jäger als Sprecher kann man ja sowieso nie was falsch machen.

Das Buch beginnt direkt mit einem Mord und mit tausend Fragezeichen. Als Leser bzw. Hörer wird man einfach in die Story geworfen und muss sehen, wie man klar kommt und wie man die Figuren kennen lernt. Das hat mir sehr gut gefallen. Es kristallisieren sich drei Handlungsstränge bezüglich der Ermittlungen von Jens Kerner und seiner Assistenin heraus.

Leni, auch genannt Leni Landei (das fand ich total passend) kommt nach Hamburg um ein Praktikum bei einem Verlag zu machen. Sie kommt ein einem ganz tollen Zimmer unter und lernt die quirlige Vivien kennen die eigentlich nur in Hamburg ist um einen reichen Mann kennen zu lernen. Am nächsten Tag ist Vivien verschwunden und Leni erkennt Ungereimtheiten in Viviens verhalten und auch in ihrem Umkreis und sucht nach ihr. Zeitgleich erfährt der Leser/Hörer, was mit den verschwundenen Mädchen passiert. Es ist nämlich nicht nur Vivien verschwunden, sondern auch noch andere allein reisende Mädchen. Und dann gibt es da auch noch Freddy, ehemals gut situierter Geschäftsmann, nun Penner. Er wird ebenfalls in die Geschichte rein gezogen.

Der Fall an sich scheint relativ schnell klar zu sein, was aber der Spannung gar keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil, ich konnte nicht aufhören weiter zu hören. Jede freie Sekunde habe ich meine Kopfhörer genommen und Simon Jäger gelauscht. Ich hoffe, dass die weiteren Teile (Die Lieferung, Teil 2 und Der Fahrer, Teil 3) genauso spannend sind.

Das Ermittlerteam hat mir im Zusammenspiel sehr gut gefallen. Er, also Jens Kerner, ist impulsiv und muss direkt handeln, sie (Rebecca Oswald) ist eher der Kopf im Team. Nur mit Jens Kerner hätte mir tatsächlich was gefehlt. Allerdings wird die Geschichte der beiden nur ganz am Rande erzählt. Der Fokus des Buches ist eindeutig auf das Verbrechen gerichtet.

Simon Jäger ist als Sprecher mal wieder ganz großartig. Ich liebe seine Stimme und obwohl Frauenstimmen bei ihm manchmal etwas seltsam klingen, habe ich ihm wieder gerne zugehört.

Fazit: Teil 2 und 3 werde ich auch bald hören und kann Teil 1 schon mal allen Thriller-Junkies empfehlen. Wenn ihr weitere Informationen über das Hörbuch benötigt, guckt einfach auf der Seite des Hörbuchverlages.

Schatten der Welt – Andreas Izquierdo

Verlag: Dumont Verlag

Erscheinungsdatum: 21. Juli 2020

Seiten: 544

ISBN: 978-3-8321-6498-0

Der Autor (Verlag):

Andreas Izquierdo, geboren 1968, ist Schriftsteller und Drehbuchautor. Er veröffentlichte u. a. den Roman ›König von Albanien‹ (2007), der mit dem Sir- Walter-Scott-Preis für den besten historischen Roman des Jahres ausgezeichnet wurde, sowie den Roman ›Apocalypsia‹ (2010), der den Lovelybooks-Leserpreis in Silber für das beste Buch 2010 erhielt und zum Buch des Jahres bei Vorab-lesen.de gewählt wurde. Bei DuMont erschienen von ihm ›Das Glücksbüro‹ (2013) und der SPIEGEL-Bestseller ›Der Club der Traumtänzer‹ (2014). Zuletzt veröffentlichte er die Romane ›Romeo & Romy‹ (2017) und ›Fräulein Hedy träumt vom Fliegen‹ (2018).

Klappentext (Verlag):

Thorn in Westpreußen, 1910. Der schüchterne Carl, der draufgängerische Artur und die freche Isi pfeifen auf den Ernst des Lebens. Nicht einmal die Nachricht, dass ein Komet namens »Halley« die Menschheit zu vernichten droht, kann die drei schockieren. Im Gegenteil – ungerührt verkaufen sie Pillen gegen den Weltuntergang, während Halley still vorbeizieht.
Doch das Erwachsenwerden lässt sich nicht aufhalten: Carl beginnt eine Ausbildung zum Fotografen, Artur und Isi werden ein Paar. Als 1914 die große Weltpolitik über sie hineinbricht, reißt es die Freunde auseinander. Artur und Carl werden eingezogen, fernab der Heimat werden die beiden Teil eines Kriegs, der jede Vorstellungskraft sprengt. Derweil hat Isi zuhause in Thorn ganz andere Kämpfe auszufechten.
1918 ist der Krieg endlich vorbei. Nichts ist geblieben, wie es einmal war, und doch scheint ein Neuanfang möglich …
Mitreißend und mit viel Gefühl für seine Figuren erzählt Andreas Izquierdo die Geschichte dreier Jugendlicher, die in den Wirren des frühen 20. Jahrhunderts ihren Weg suchen – ›Schatten der Welt‹ ist Abenteuerroman, Coming-of-Age-Geschichte und spannender historischer Roman zugleich.

Meine Meinung:

Ich kann habe mich so sehr darauf gefreut, dass endlich ein neues Buch von Andreas Izquierdo raus kommt und dass ich es auch noch als Rezensionsexemplar lesen darf. Leider haben sich meine Erwartungen gar nicht erfüllt.

Vorab muss ich sagen, dass ich nur ca. ein Viertel des Buches gelesen habe und dann aufgegeben habe, weil ich einfach nicht in die Geschichte rein gefunden habe. Dabei hat eigentlich alles gestimmt. Der Leser lernt erst den Ich-Erzähler Carl kennen, der mit seinem besten (und gewitzten) Freund Artur sowie der Lehrerstochter Isi einen großen Coup landet. Dem Klappentext und auch der Zeit, in der das Buch spielt, kann man entnehmen, dass es auf Krieg hinaus läuft. Diese Ära ist für mich immer wieder interessant zu lesen. Vor allem, wenn es um diese Art Geschichten geht.

Carl berichtet humorvoll und wie liebevoll er über seinen Vater und seine Freunde redet, gefiel mir auch gut. Bücher aus der Ich-Perspektive mag ich sowieso immer gern. Aber es hat mich einfach gar nicht interessiert, wie es weiter geht. Seite um Seite habe ich mich vorgekämpft. Da ich die Bücher des Autors eigentlich sehr schätze, kann ich mir nur vorstellen, dass der Zeitpunkt für mich nicht passt.

Ich hoffe trotz allem, dass ihr dem Buch eine Chance gebt, denn ich glaube, dass es mich zu einem anderen Zeitpunkt bestimmt gepackt hätte. Ich werde es einfach später noch mal versuchen.

Um euch selber zu überzeugen, was ihr von dem Buch haltet, könnt ihr auf der Seite des Verlages die Leseprobe finden.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Dumont Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Der Zorn der Gerechten (Scythe # 2) – Neal Shusterman (Hörbuch)

Sprecher: Torsten Michaelis, Marian Funk, Uve Teschner, Ilka Teichmüller

Verlag: Argon Hörbuch

Erscheinungsdatum: 25. April 2018

Dauer: 13 Stunden 20 Minuten

ASIN: 978-3-7324-5189-0

Der Autor (Verlag):

Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, USA, studierte in Kalifornien Psychologie und Theaterwissenschaften. Alle seine Romane sind internationale Bestseller und wurden vielfach ausgezeichnet. In Deutschland liegt bisher seine »Vollendet«-Serie vor. Mit »Scythe – Die Hüter des Todes« startet Shusterman eine neue Trilogie über den Preis der scheinbar perfekten Welt.

Klappentext (Verlag):

Der zweite Band der großen „Scythe“-Trilogie von New-York-Times-Bestseller-Autor Neal Shusterman

Citra hat es geschafft. Sie wurde auserwählt und als Scythe entscheidet sie jetzt, wer leben darf und wer sterben muss. Doch als wenn das nicht schon schwer genug wäre, übernehmen skrupellose Scythe die Macht und stellen neue Regeln auf. Die wichtigste Regel lautet, dass es ab jetzt keine Regeln mehr gibt. So beginnt Citras Kampf für Gerechtigkeit. Ein Kampf, den sie nur gemeinsam gewinnen kann mit ihrer großen Liebe Rowan.

Klug, vielschichtig und philosophisch entwirft Neal Shusterman ein Zukunftsszenario, das von der ersten bis zur letzten Minute fesselt und einen atemlos und nachdenklich zurücklässt.

Meine Meinung:

Den ersten Teil „Hüter des Todes“ habe ich vor ein paar Wochen gelesen und war positiv überrascht. Jetzt wollte ich wissen, wie es weiter geht.

Im ersten Teil wird dem Leser/Hörer erklärt, dass das Buch in einer perfekten Welt spielt. Perfekt deswegen, weil jeder alles bekommt, was er braucht und es aus daher keinen Grund gibt, zu klauen oder zu morden. Die Menschen sind unsterblich geworden und können jederzeit, wenn sie totenähnlich sind, im Revivalzentrum wieder aufgeweckt werden und dann können sie sich auch noch aussuchen, in welchem Alter sie zukünftig weiter leben möchten. Die Welt wird vom Thunderhead regiert, der allwissend ist und der die Menschen jederzeit wohlwollend beobachtet und analysiert. Und dann gibt es da noch die Skythe. Das sind Menschen, die dafür ausgebildet wurden dass sie die bis dahin unsterblichen Menschen nachlesen, also dauerhaft töten ohne die Möglichkeit des Aufweckens. Die Scythe sorgen also dafür, dass die Höhe der Weltbevölkerung nicht aus dem Ruder läuft.

Rowan, der im ersten Teil zusammen mit Citra zum Scythe ausgebildet wurde, hat es leider nicht geschafft. Er hat zwar überlebt, aber er ist kein Scythe geworden. Da er beim grausamen Scythe Goddard in der Lehre war, der aus Spaß tötet, wird Rowan zum Rächer und nennt sich Scythe Luizifer. Währenddessen schmieden die Scythe der Neuen Ordnung, das sind die aus Spaß mordenden Scythe, einen Mordkomplott gegen Scythe Anastasia, also Citra, und ihre Mentorin Scythe Marie Curie. Und es taucht überraschend jemand auf, der eigentlich gar nicht auftauchen dürfte. Die Erklärung dazu ist logisch, obwohl es mich ein wenig genervt hat.

Der zweite Teil der Reihe hat mir auch wieder ganz gut gefallen. Nur das Ende fand ich etwas übertrieben, was aber dem Rest des Buches nicht schadet. Es ist die Vorbereitung für den dritten und finalen Teil der Reihe. Diesmal erklärt der Thunderhead dem Leser die Hintergründe für manche Regelungen in dieser zukünftigen Welt, nicht, wie im ersten Teil, die Tagebücher der verschiedenen Scythe. Die Ideen, die Shusterman in der Reihe aufweist, sind großartig und gut durchdacht. Hat man sich im ersten Teil ab und an mal gefragt, welchen Sinn bestimmte Dinge haben, bekommt man nun vom Thunderhead die Lösung präsentiert. Es ist keine Sekunde langweilig geworden, allerdings werde ich eine kleine Pause einlegen und den dritten Teil in ein paar Wochen hören. Ich höre oder lese normalerweise Reihen so gut wie nie hintereinander weg.

Torsten Michaelis hat den größten Erzählpart übernommen und wie man es von ihm gewohnt ist, bringt er die einzelnen Charaktere richtig gut und authentisch rüber. Ich mag ja tiefe Stimmen sowieso sehr gern, daher habe ich mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass er das Hörbuch spricht. Die anderen oben genannten Sprecher haben nur kleine Teile im Hörbuch übernommen.

Alles in allem ein würdiger zweiter Teil. Ich hoffe, dass der dritte Teil „Das Vermächtnis der Ältesten“ der bombastische Abschluss der Reihe wird.

Deine Hörprobe könnt ihr euch beim Argon Verlag anhören.

All die Finsternis inmitten der Sterne – Bryn Greenwood

Originaltitel: All The Ugly And Wonderful Things

Übersetzerin: Simona Turini

Verlag: Festa

Erscheinungsdatum: 26. August 2019

Seiten: 512 Seiten

ISBN:  978-3-86552-755-4

Die Autorin (Verlag):

Bryn Greenwood ist die Tochter eines ehemaligen Drogendealers. Seit dem Abschluss ihres Studiums arbeitet sie in der Verwaltung einer Universität. Ihre Essays und Kurzgeschichten wurden u. a. in der New York Times veröffentlicht.
Mit ihrem kontroversen Roman ALL THE UGLY AND WONDERFUL THINGS erreichte Bryn die US-Bestsellerlisten. Sie lebt in Lawrence, Kansas.

Klappentext (Verlag):

Als Tochter eines Drogendealers hat Wavy schon früh gelernt: Traue niemandem. Am wenigsten deinen Eltern.
Die Achtjährige ist den schizophrenen Launen ihrer Mutter ausgeliefert und kümmert sich ganz alleine um den Haushalt und ihren kleinen Bruder. Frieden findet sie nur beim Betrachten des Sternenhimmels über den Feldern hinter dem Elternhaus. Und dort begegnet sie dem Riesen Kellen, dem tätowierten Ex-Häftling mit einem Herz aus Gold. Er erweckt in Wavy ein Gefühl, das sie inmitten ihrer Welt aus Gewalt und Vernachlässigung für unmöglich gehalten hat.
Als eine Tragödie Wavys Familie auseinanderreißt, wird unter dem strengen Blick der Welt das, was Wavy so schön erscheint, auf einmal hässlich …

Meine Meinung:

Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich die Begeisterung über dieses Buch so mitteilen kann, wie ich es gerne möchte. Das Buch wurde in den USA heiß diskutiert, da man sich sicher war, dass es ein Buch ist, das Pädophilie beinhaltet. Ich sehe das ganz anders.

Wavy und Kellen lernen sich eigentlich nur zufällig kennen. Anfangs ist es nur eine Freundschaft, die sich aber dann zu einer Liebesbeziehung entwickelt. Wavy hat eine ziemlich schwere Kindheit hinter sich mit einer kranken Mutter und einem Vater, der Drogen dealt. Sie gerät immer wieder auf die ein oder andere Art dazwischen und vertraut eigentlich niemandem. Kellen ist eher einfach gestrickt und anfangs fühlt er sich nicht sexuell zu Wavy hingezogen. All das, was so kontrovers diskutiert wird, entwickelt sich erst im Laufe der Zeit.

Ich fand die Entwicklung der Liebesgeschichte so wunderschön. Wavy hat erst nach und nach Vertrauen in Kellen, obwohl sie schnell merkt, dass er ihr sehr wohlgesonnen ist. Kellen dagegen macht sich nur wenig Gedanken darüber, dass Wavy noch minderjährig ist und er als Pädophiler da stehen könnte. Für ihn zählen nur seine Gefühle zu Wavy. Das Umfeld versucht permanent die beiden auseinander zu bringen, weil es anstößig ist und in deren Augen nicht möglich, dass bei diesem Altersunterschied Liebe eine Rolle spielen könnte. Dabei ist Kellen in meinen Augen geistig nicht reifer als Wavy.

Das Buch ist aus mehreren verschiedenen Perspektiven geschrieben und zeigt dem Leser deutlich, dass es Kellen nicht um den Sex mit einer Minderjährigen geht, sondern um die Liebe zu Wavy, die diesen Aspekt allerdings irgendwann nicht mehr ausschließt. Besonders traurig fand ich, dass man die Verzweiflung aller Beteiligten aus jeder Zeile herauslesen konnte, auch die Verzweiflung der Leute, die Wavy vor Missbrauch schützen wollen. Das Buch ist einfach so empathisch geschrieben, dass man jeden verstehen kann und die Beweggründe völlig logisch findet. Mich hat es fast zerrissen, weil mir Wavy und Kellen so leid taten. Sie wollen einfach nur füreinander da sein und sich gegenseitig Halt geben.

Es werden durchaus Sexszenen und auch Gewaltszenen beschrieben, aber diese dominieren nicht. Man kann sie auch einfach überlesen, falls man sowas gar nicht mag. Mir war das ganze Drumherum sowieso viel wichtiger.

Jedem, der in der Lage ist vorurteilsfrei an das Buch heran zu gehen, möchte ich es gerne empfehlen.

Auf der Seite des Verlages findet ihr die Leseprobe zu dem Buch.

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