Gewollter Gedächtnisverlust?

Ich habe bereits mehrere Bücher von Markus Ridder gelesen, unter anderem „Der Blütenstaubmörder“ und „Die Rückkehr des Sandmanns“. Auch dieses Mal hat mich der Klappentext von „Der Lethe-Code“ direkt angesprochen. Und da ich ja schon weiß, dass die Bücher des Autors immer total spannend sind, musste ich es einfach lesen.

Stell  Dir vor, Du wirst in einem fremden Zimmer wach und hast keine Ahnung, wer Du bist. Jemand zeigt Dir ein Video von einem Menschen, der aussieht wie du und dir davon erzählt, dass du aus freien Stücken ein neues Leben beginnen wolltest und deinem alten Leben nicht nachtrauerst, jetzt wäre Party und „es sich gut gehen lassen“ dran, genug Geld hättest du auch um dir dieses Leben oder zumindest den Anfang dieses fremden Lebens finanzieren zu können. Mir wurde bei dem Gedanken daran schon ganz anders. Und ich habe mich gefragt, wer denn bitte sein Leben so satt hat, dass er sich irgendwohin absetzt, sein Gedächtnis löschen lässt und anschließend ein anderes Leben führt, ohne die geliebte Familie, Freunde und und und…

Wie immer bei Markus Ridders Büchern ist auch „Der Lethe-Code“ total spannend. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die ineinander greifen und die einen als Leser:in immer wieder ratlos, zeitweise fassungslos zurück lassen.  Die Charaktere sind glaubwürdig aufgebaut, obwohl ich keiner Person so wirklich nahe kommen konnte. Aber das ist für mich der Preis, wenn ich einen Thriller lese, denn normalerweise mag ich es lieber, wenn Charaktere sehr ausführlich beschrieben werden.

Da es darum geht, dass das Gedächtnis von Personen gelöscht wird, hoffe ich, dass dies nur ein Science Fiction Teil im Thriller ausmacht, denn ich möchte nicht wirklich erleben, dass dies Wirklichkeit wird. Warum, erfahrt ihr im Buch. Denn der Ursprung dieser Idee der Gedächtnislöschung ist genial, aber auch erschreckend. Ich möchte eigentlich auch nicht weiter auf den Inhalt des Buches eingehen, weil ich euch den Spaß des Durchjagens nicht mit eventuellen Spoilern weg nehmen möchte.

Ich kann euch das Buch wirklich sehr ans Herz legen, vor allem, wenn ihr gerne Thriller lest. Ich persönlich mag Markus Ridders Schreibstil sehr gern, ich kann nicht mal genau sagen warum, ich lese ihn einfach sehr gern.

IIch habe „Der Lethe-Code“ als Rezesionsexemplar von Markus Ridder zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank dafür!

Am Wochenende habe ich hier auf dem Blog eine kleine Überraschung für euch. Es lohnt sich auf jeden Fall mich dann hier besuchen zu kommen.

Wenn ihr mehr über Markus Ridder erfahren wollt, besucht einfach seine Homepage.

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Seiten: 456

Erscheinungsdatum: 12. Mai 2021

Herausgeber: Books on Demand

ISBN: 978-3753490021

Preis: 14,99 € (Taschenbuch), 2,99 € (E-Book)

Rote Tränen – Mike Landin

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich bei der Lektüre des Buches hin und her gerissen fühlte. Der Inhalt und die Leseprobe hatten mich im Vorfeld sehr neugierig gemacht.

Als Jacob mit seiner Familie auf einen einsamen Hof in die Berchtesgardener Alpen zieht, ist er überhaupt nicht zufrieden mit der Entscheidung seiner Eltern. Im Laufe des Buches wuchs zunächst auch mein Unverständnis darüber. Als ein Mädchen verschwindet,  stellt Jacob fest, dass seine Eltern ein seltsames Interesse an dem Verschwinden des Mädchens haben und dass es nicht das erste Mädchen ist, das in den letzten zwanzig Jahren verschwunden ist. Seine Familie und die Familie der Nachbarstochter Hannah ist nach Recherchen von Jacob und Hannah in diese Fälle verwickelt. Dem versuchen sie natürlich auf die Schliche zu kommen.

Ich fange erst mal mit dem positiven an: Die Geschichte ist sehr spannend und der Autor hat die Verwicklungen, die innerhalb der Personen bestehen, komplett aufgeklärt und alles gut durchdacht.  Der Schauplatz ist richtig gut gewählt und passt perfekt zur Story. Allerdings erschien mir vieles sehr konstruiert um die Spannung aufrecht zu erhalten, manchmal war es mir ein wenig zu drüber. Der Ausdrucksweise konnte ich entnehmen, dass das Buch nicht bzw. nicht professionell lektoriert wurde und das hat es für mich manchmal etwas schwierig gemacht dran zu bleiben.  Die Figuren haben es nicht geschafft sich in mein Herz zu schleichen, so dass ich da Buch eigentlich relativ emotionslos gelesen habe.  Manches hat mich irritiert, zum Beispiel dass eine Vermisstenanzeige eines Erwachsenen schon Stunden nach dem Verschwinden aufgegeben werden konnte. Aber das sind nur Kleinigkeiten, die mich zwar in dem Moment gestört haben, mich auch ab und an mal aus dem Lesefluss gebracht haben, aber trotzdem hat es der Spannung und der spannenden Geschichte nicht übermäßig geschadet.

Ich habe es jedenfalls beendet und würde mich freuen, wenn der Autor einen Verlag findet, der seine Bücher verlegen möchte. Wenn an der Erzählweise und an inhaltlichen Kleinigkeiten noch etwas gefeilt wird, kann das Buch meiner Meinung nach durchaus mit Bestsellern mithalten.

Vielen Dank an Mike Landin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Leider konnte ich keinen Link finden, der nicht zu einer der großen Verkäufer oder Plattformen verweist, daher verlinke ich Euch mal die weiteren Infos bei Amazon.

Wenn das Licht gefriert – Roman Klementovic

Verlag: Gmeiner Verlag

Erscheinungsdatum: 9. September 2020

Seiten: 349

ISBN: 978-3-8392-2770-1

Der Autor (Verlag):

Roman Klementovic, geboren 1982 in Wien, arbeitete viele Jahre im Marketing bevor er seine Liebe zum Schreiben entdeckte. Seitdem ist er kaum von seinem Notebook zu trennen und tüftelt ständig an neuen Geschichten.

Klappentext (Verlag):

Seit 40 Jahren schon ist Elisabeth mit Friedrich verheiratet – glücklich, trotz einiger Schicksalsschläge. Auch seine Alzheimererkrankung kann ihre Liebe nicht erschüttern. Doch eines Abends ist er besonders verwirrt. Während eines TV-Beitrags über den seit 22 Jahren ungeklärten Mord an der besten Freundin ihrer Tochter gibt er Verstörendes von sich. Er erwähnt Details, die er gar nicht kennen dürfte. In Elisabeth regt sich ein schlimmer Verdacht …

Meine Meinung:

Das war mal ein Thriller, wie ich ihn lange nicht gelesen habe und wie ich ihn mir vorstelle: Eine Person, die auf sich gestellt ist um aus einer ausweglosen Situation zu kommen. Ganz großartig!

Elisabeth ist schon seit 40 Jahren mit Friedrich verheiratet. Mittlerweile pflegt sie ihn, weil er Alzheimer hat. Als in der Sendung „Mörder im Visier“ der Mord an der damals 18jährigen Anna Venz zum Thema wird, die zufällig auch noch die Freundin ihrer beider Tochter ist, benimmt sich Friedrich seltsam. Immer wieder erzählt er Dinge, die er als Nichtbeteiligter nicht wissen kann. Elisabeth ahnt Schlimmes und macht sich nach all den Jahren auf die Suche nach dem Mörder des Mädchens, vor allem aber, weil sie nicht wahr haben will, dass Friedrich der Mörder ist.

Das Zusammenleben mit Friedrich ist nicht einfach, weil er immer mehr zum völlig Ahnungslosen in seinem Leben wird. Dazu kommt noch, dass sowohl beider Sohn als auch die Tochter nicht mehr wirklich greifbar sind. Also muss Elisabeth sowohl den Mord aufklären als auch Friedrich weiterhin im Auge behalten. Diesen Spagat hat der Autor richtig gut rüber gebracht. Dieses ständige hin und her gerissen sein zwischen der Liebe zu ihrem Mann und dem, was er vermutlich sein könnte. Die Unsicherheit, die sie plötzlich in allen Lebenslagen überfällt. Und es wäre kein richtiger Thriller, wenn das Umfeld es ihr leicht machen würde, denn es passieren immer wieder Dinge, die sie zurück werfen oder noch mehr zweifeln lassen.

Das Buch war total spannend und die Lösung war schlüssig. Ich habe zwar irgendwann einen Verdacht gehabt, wie es gewesen sein könnte, aber das hat der Spannung und dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. Letztendlich habe ich das Buch an einem Tag verschlungen, denn die kurzen Kapitel waren eine Einladung dazu einfach immer weiter zu lesen.

Wer richtig gute und spannende Thriller mag, in denen keine Ermittler vorkommen, sollte auf jeden Fall zugreifen und „Wenn das Licht gefriert“ lesen. Ihr werdet es nicht bereuen.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Gmeiner Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Wenn ihr mehr über das Buch und den Autor wissen möchtet, guckt mal beim Gmeiner Verlag vorbei.

Raum der Angst – Marc Meller

Verlag: Ullstein

Erscheinungsdatum: 31. August 2020

Seiten: 384

ISBN: 9783548063805

Der Autor (Verlag):

Marc Meller ist das Pseudonym eines erfolgreichen Roman- und Drehbuchautors. Am liebsten schreibt er Thriller, in denen das Thema „Angst“ in all seinen Ausformungen eine zentrale Rolle spielt. Marc Meller lebt in Köln und Hannover.

Klappentext (Verlag):

Ein Escape-Room-Thriller

Der Thriller für alle Fans von Escape und Exit Games

Ein geheimes Experiment. Acht Teilnehmer. Sieben verschlossene Räume. Und ein Killer in Spiellaune

Er nennt sich Janus. Nach dem römischen Gott der Ein- und Ausgänge. Und er kommt in der Nacht. Still, heimlich. In dein Zuhause. Er betäubt dich, nimmt dich mit und schließt dich ein, in einen kalten, dunklen Raum. Um mit dir ein Spiel zu spielen. Sein Spiel. Ein Spiel voller Rätsel. Du hast nur eine Chance diesem Albtraum lebend zu entkommen: Du musst Janus‘ Spiel spielen – und gewinnen. Zum Glück bist du nicht allein. Du hast Mitspieler. Noch denkst du, dass das ein Vorteil wäre. Bis du begreifst: Dieses Spiel erlaubt nur einen Sieger, nicht mehrere, und die Verlierer werden sterben.

Meine Meinung:

Wow! Damit hatte ich nicht gerechnet. Am Sonntag Morgen habe ich das Buch begonnen und hatte eigentlich den Plan es nicht am Stück weg zu lesen, aber das war gar nicht möglich.

Die Studentin Hannah wird erst mit K.O.-Tropfen betäubt und dann entführt. Sie wacht in einem Raum auf, der offensichtlich keinen Ausgang hat. Kurze Zeit später stehen plötzlich sieben weitere Personen neben ihr, die behaupten an einem Experiment eines bekannten Professors teilzunehmen. Nach und nach stellt sich heraus, dass die acht völlig unterschiedlichen Personen in einem Live-Escape-Room gefangen sind. Allerdings ist dies kein Spiel oder ein Experiment, sondern blutiger Ernst.

Als Leser/Leserin ist man direkt mitten drin. Erst spült man noch mit Hannah zusammen den Tresen in der mexikanischen Bar ab und schon ist man mitten drin im schrecklichsten Alptraum, den man sich vorstellen kann. Der Autor hat sich Räume einfallen lassen, die ich niemals hätte lösen können, vor allem nicht, wenn sie Realität wären. Er hat sich aber auch überlegt, dass  es Tote geben muss, damit es richtig spannend wird. Ähnlich wie bei „Game of Thrones“ ist man niemals sicher, dass die Figur, die man gerade mag, überlebt. Alles ist möglich. Das Ganze ist nicht blutrünstig und in allen Einzelheiten beschrieben, aber schon ziemlich deutlich beschrieben. Besonders gut fand ich hier die kurzen Kapitel, die mich dazu verleitet haben, immer noch ein Kapitel dran zu hängen.

Die beiden Ermittler, die erst seit kurzem zusammen arbeiten, werden nicht übermäßig viel erwähnt, allerdings so viel, dass ihre Ermittlungen ausreichend beschrieben werden. Der Focus liegt hier auf den Räumen und dem, was sich dort ereignet. Für meinen Geschmack kam die Auflösung bezüglich des Täters recht früh, was aber der Spannung trotz allem nicht geschadet hat. Ich gehöre zu der Sorte Leser, die lieber bis zum Ende raten und überlegen, wer es sein könnte, daher war ich zu dem Zeitpunkt sehr überrascht darüber.

Mir haben die psychologischen Spielereien sehr gut gefallen. Genau dieses Eingreifen in das Leben der Opfer macht für mich einen richtig guten Thriller aus. Die Gründe für die Tat waren für mich ausreichend erklärt, so dass keine Fragen offen blieben.

Wenn ihr Psychothriller mögt, die euch ununterbrochen an den Fingernägeln kauen lassen, solltet ihr auf keinen Fall einen Bogen um „Raum der Angst“ machen. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung.

Weiter Infos über das Buch und eine Leseprobe findet ihr auf der Seite des Verlages.

Das Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Drakon – Tod unter Segeln – H. Dieter Neumann

Verlag: Piper

Erscheinungsdatum: 3. August 2020

Seiten: 288

ISBN: 978-3492503969

Der Autor (Verlag):

H. Dieter Neumann, Jahrgang 1949, war Offizier in der Luftwaffe der Bundeswehr. Nach seinem Ausscheiden als Oberstleutnant d. R. wurde der Diplom-Finanzökonom (BI) Vertriebsleiter und Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens und schließlich Vorstand einer Dienstleistungsgenossenschaft. Danach erfüllte er sich seinen Lebenstraum, indem er einige Semester Neuere Deutsche Literatur studierte und sich ganz aufs Schreiben verlegte. Neumann hat sich der Spannungsliteratur verschrieben. Neben seinen Thrillern und Kriminalromanen hat er jedoch auch vier Sachbücher über Redewendungen veröffentlicht. Im Jahr 2018 wurde er mit dem Jurypreis des NordMordAward ausgezeichnet. Als passionierter Segler ist Neumann oft und gern auf dem Wasser. Er ist verheiratet, hat zwei erwachsende Töchter und lebt in der Nähe von Flensburg auf dem Land.

Klappentext (Verlag):

Ein fesselnder Thriller aus der verborgenen Welt der Geheimdienste – beklemmend aktuell

Malte Janssen überführt die luxuriöse Segelyacht des Oligarchen Timur Krylow, die auf seiner Bootswerft gebaut wurde, von der deutschen Ostseeküste nach Sankt Petersburg. Doch der Törn, der Malte helfen sollte, über den kürzlichen Tod seiner Frau hinwegzukommen, wird zum Albtraum: In den Hoheitsgewässern der Russischen Föderation entern schwer bewaffnete Piraten das Schiff, rauben die Besatzung aus und töten Maltes besten Freund. Die russischen Behörden starten eine aufwändige Untersuchung des Vorfalls, die aber im Sande verläuft. Auf sich allein gestellt, geht Malte selbst auf die Suche nach der Wahrheit und beginnt, brisante Fragen zu stellen. Dadurch gerät er nicht nur ins Fadenkreuz einer skrupellosen Verbrecherorganisation, sondern unversehens auch ins Visier mächtiger Geheimdienste …  

Meine Meinung:

Bisher kannte ich nur einen Teil der Helene-Christ-Romane von H. Dieter Neumann. Eigentlich sind Polit-Thriller nicht so mein Genre, aber nach der Lektüre habe ich bemerkt, dass ich mich da wohl geirrt habe.

Malte Jansen erlebt während der Überführung einer Luxusyacht nach Russland Schreckliches: Die Yacht wird überfallen und während dieses Übefalls wird sein bester Freund, der bei dieser Reise mit an Bord war, erschossen. Anfangs glaubt Malte, dass all dies Zufall ist und sie von Piraten überfallen wurden. Aber dann passieren Dinge, die Malte nicht mehr an einen Zufall glauben lassen.

Da es sich um einen Spannungsroman und nicht um einen Thriller handelt, ist der Inhalt nicht blutrünstig beschrieben. Der Fokus lag hier ganz klar auf der Erzählung der Geschichte und nicht auf Effekthascherei. Das passt in meinen Augen sowohl zu der Story als auch zu den anderen Büchern, die ich von dem Autor bereits kenne. Ich dachte ja, dass mir all die Zusammenhänge, gerade was poltische bzw. wirtschaftliche Verstrickungen angeht, irgendwann langweilig werden würden oder dass ich nicht mehr durchblicke ab einem bestimmten Zeitpunkt. Dies war aber nicht so. Das Buch ist für Leute wie mich, die sich kaum mit den Vorgängen in der Wirtschaft befassen, sehr verständlich geschrieben.

Ich mag einfach, wie der Autor über seine Figuren erzählt, nicht nur hier, sondern auch in der Helene-Christ-Reihe.  Er scheint sie allesamt in sein Herz geschlossen zu haben, zumindest diejenigen, die nicht kriminell sind.  Das sind für mich die besten Voraussetzungen für ein großartiges Lesevergnügen.

„Tod unter Segeln“ kann ich euch uneingeschränkt empfehlen. Vor allem, wenn ihr schon mal etwas von der Helene-Christ-Reihe gelesen habt. Falls ihr dies nicht getan habt, lest einfach beides 😉 Ich habe jetzt auch wieder richtig Lust bekommen, die Reihe weiter zu lesen und werde dies in naher Zukunft auch sicher tun. Mittlerweile gibt es sechs Teile.

Für weitere Infos über das Buch und einen Blick in das Buch könnt ihr auf der Seite des Verlages gucken.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Piper Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Leid kennt keinen Sonntag (EchtzeiT # 1) – Sam Feuerbach & Thariot (Hörbuch)

Spannender Beginn der EchtzeiT-Reihe.

Sprecher: Robert Frank

Verlag: Ronin Hörverlag

Erscheinungsdatum: 21. Februar 2020

Dauer: 10 Stunden 16 Minuten

ASIN: B0848QBH3W

Die Autoren (Verlag):

Thariot hat eine Schwäche für spannende Geschichten. Bereits als Fünfzehnjähriger begann er mit dem Schreiben, vor allem Kurzgeschichten, bis er dann in 2009 die Arbeit an seinem ersten Buch startete. Thariot, in seinem letzten Leben von Beruf IT-Manager, ist ein Bildermensch. Er hat die Fähigkeit, Bilder schnell in Wörter zu übersetzen, und kann es nicht lassen, darüber zu schreiben. Bislang sind dabei über dreißig Science-Fiction-Bücher herausgekommen. Wenn er nicht schreibt, lebt er mit Familie und Dackel auf Malta.


Mit zwölf Jahren begann Sam Feuerbach, erste Kurzgeschichten zu schreiben. Einige Jahrzehnte später sind Sams Helden älter, der Humor erwachsener, die Figuren grausamer, der Ton rauer und die Antagonisten intelligenter geworden. Diese Mischung angereichert mit sanfter Ironie über bitteren Zynismus ergibt Fantasy für junge und ältere Erwachsene (ab 14 Jahren). Nach seinem Studienabschluss als Diplom-Ökonom hat Sam Feuerbach 30 Jahre in der IT-Branche gearbeitet. Seit 2013 schrieb er die sechsbändige Kosann-Saga und sein zweites High Fantasy Werk in vier Bänden: Der Totengräbersohn. Gemeinsam mit Thariot verfasste er den dreibändigen Zeitreisethriller Instabil und die Echtzeit-Trilogie.

Klappentext (Verlag):

Der Einstieg in die erfolgreiche Thriller-Trilogie von Thariot und Sam Feuerbach

Kurz vor Pfingsten. In einer Luxussuite liegt ein totes Mädchen. Ein einfacher Fall. Am selben Tag steht der Mörder fest.
Noch 53 Stunden.

Die Berichterstattung in den Medien lässt dem Hacker keine Wahl. Die Indizien: zu offensichtlich. Die Presse: zu laut. Und die Polizei: zu dämlich. Er hat etwas geschaffen, das bisher für unmöglich gehalten wurde. Nun wird ihm seine Gabe zum Verhängnis. Er trifft eine Entscheidung.
Noch 39 Stunden.

Die ‚Putzfrau‘ kennt die Wahrheit. Ihr Leben ist geprägt von Sachlichkeit und Diskretion. Ihr Mindestlohn lässt jeden Topmanager vor Neid erblassen. Sie hält sich im Hintergrund, bis die Männer mitten in der Nacht in ihr Haus eindringen und ihre Kinder bedrohen.
Noch 13 Stunden.

Sein Chef fordert schnelle Ergebnisse. Er ist der ermittelnde Kommissar. Alles scheint so klar. Aber nichts im Leben ist einfach. Seine Familie, ein Schlachtfeld und sein Ehrgeiz verblasst. Geblieben ist nur sein Hang zur Gerechtigkeit. Doch dies macht ihn nicht beliebter – eher unbequem.
Noch 2 Stunden.

Der Kommissar, die Putzfrau und der Hacker, drei Leben und keine Wahrheit.
Stirb live – eine fatale Begegnung vor 100 Millionen Zuschauern.

Meine Meinung:

Beide Autoren und auch der Sprecher waren mir bis zu diesem Hörbuch völlig unbekannt. Anfangs dachte ich, das wird nix mit mir und dem Hörbuch, aber dann ging es doch ziemlich schnell mit uns beiden.

Timmm (ja, mit drei m!) Gudies ist 17, ist ein Hacker und er hat Melanie gedatet. Leider ist Melanie tot und TImmm fassungslos. Laut Polizei gibt es aber schon einen Verdächtigen. Timmm wäre kein Hacker, wenn er nicht rausfinden würde, dass dieser Verdächtige gar nicht der Mörder sein kann. Also hinterlässt er auf der Seite der Polizei NRW eine Information, dass Melanie von jemand anderem als dem aktuell Verdächtigen getötet wurde. Der Ermittler Hagen Melzer wird auf den Fall angesetzt und soll ihn so schnell wie möglich lösen. Dabei ist es egal, wer den Mord tatsächlich begangen hat, Hauptsache es wurde jemand dafür verantwortlich gemacht.

Das Buch fängt seltsam an. Mit der „Putzfrau“. Sie reinigt Tatorte, aber nicht so wie der Tatortreiniger in der gleichnamigen Serie, sondern sie tauscht DNA-Spuren etc. aus. Das wird ihr und ihrer Familie im Laufe des Buches fast zum Verhängnis. Da das Buch nur ein wenig in der Zukunft spielt, 2024 um genau zu sein, und weil es in Düsseldorf spielt, ist das ganze anfangs ziemlich gewöhnungsbedürftig. In dem Jahr, in dem das Buch spielt, gibt es beispielsweise die Vereinigten Staaten von Europa und selbstfahrende Autos und natürlich noch viel mehr. Die Geschichte lebt von der etwas technologischeren Art als wir sie nun tatsächlich erleben, allerdings ist nicht alles komplett automatisiert, so dass man sich als Leser gut darin zurecht finden kann. Timmms Gedanken sind ziemlich IT-lastig, aber gut zu verstehen.

Mir hat gut gefallen, dass man als Leser bzw. als Hörer immer genau wusste, welche Person gerade erzählt. Das Buch ist nämlich aus drei Perspektiven geschrieben (Timmm, Hagen und Claire, das ist die „Putzfrau“) und jede Person hat ihre eigene Erzählstimme, die zum Teil sehr viel Wortwitz besitzen. Die Auflösung des Falls und wie die einzelnen Personen damit umgehen ist das, was den Leser die ganze Zeit begleitet. Dabei überschneiden sich auch manche Begebenheiten, so dass man sie zum Beispiel aus Hagens Sicht liest und direkt danach aus Timmms Sicht. Das fand ich sehr gelungen.

Da ich den Sprecher noch gar nicht kannte, war ich froh darüber, dass ich nach kurzem Fremdeln ziemlich schnell mit ihm warm wurde. Ihm ist es auch zu verdanken, dass die Erzählstimmen der drei Protagonisten so überzeugend rüber kamen.

Alles in allem ist es ein großartiger erster Teil gewesen, dem von meiner Seite aus bald die weiteren Teile folgen werden. Teil 2 heißt „Gier frisst jede Tugend“ und Teil 3 „Wer die Wahrheit quält“.

Ich empfehle euch, mal auf der Seite des Verlages in das Hörbuch rein zu hören.

Das Haus der Mädchen (Kerner und Oswald 1) – Andreas Winkelmann (Hörbuch)

Spannend geschrieben und großartig gelesen von Simon Jäger.

Sprecher: Simon Jäger

Verlag: Lübbe Audio

Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2018

Dauer: 9 Stunden 55 Minuten

ISBN: 978-3-96519-102-0

Der Autor (Verlag):

Andreas Winkelmann, geboren 1968 in Niedersachsen, ist verheiratet und hat eine Tochter. Er lebt mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldrand nahe Bremen. Wenn er nicht gerade in menschliche Abgründe abtaucht, überquert er zu Fuß die Alpen, steigt dort auf die höchsten Berge oder fischt und jagt mit Pfeil und Bogen in der Wildnis Kanadas.

Klappentext (Verlag):

Schweig, um zu leben.

Leni kommt nach Hamburg, um dort ein Praktikum zu machen. Über eine Zimmervermittlung mietet sie sich in einer Villa am Kanal ein. Schnell freundet sie sich mit ihrer Zimmernachbarin an – aber die ist am nächsten Morgen spurlos verschwunden. Weil ihr das merkwürdig vorkommt, sucht sie nach ihr.

Freddy Förster, früher erfolgreicher Geschäftsmann, ist inzwischen auf der Straße gelandet. Zufällig beobachtet er, wie jemand einen Mann am Steuer seines Autos erschießt. Um nicht zum nächsten Opfer zu werden, sucht er den Mörder. Bis er auf Leni trifft, die das Verschwinden ihrer neuen Freundin nicht hinnehmen will. Bald begreifen die beiden, dass ihre beiden Fälle mehr miteinander zu tun haben, als ihnen lieb ist – und dass sie in großer Gefahr schweben…

Meine Meinung:

Ich habe schon sehr lange keine Thriller mehr gelesen oder gehört und habe mich vor kurzem mit „One of us is lying“ selber wieder angefixt. Bisher kannte ich noch kein Buch von Andreas Winkelmann, daher habe ich es einfach mal versucht. Mit Simon Jäger als Sprecher kann man ja sowieso nie was falsch machen.

Das Buch beginnt direkt mit einem Mord und mit tausend Fragezeichen. Als Leser bzw. Hörer wird man einfach in die Story geworfen und muss sehen, wie man klar kommt und wie man die Figuren kennen lernt. Das hat mir sehr gut gefallen. Es kristallisieren sich drei Handlungsstränge bezüglich der Ermittlungen von Jens Kerner und seiner Assistenin heraus.

Leni, auch genannt Leni Landei (das fand ich total passend) kommt nach Hamburg um ein Praktikum bei einem Verlag zu machen. Sie kommt ein einem ganz tollen Zimmer unter und lernt die quirlige Vivien kennen die eigentlich nur in Hamburg ist um einen reichen Mann kennen zu lernen. Am nächsten Tag ist Vivien verschwunden und Leni erkennt Ungereimtheiten in Viviens verhalten und auch in ihrem Umkreis und sucht nach ihr. Zeitgleich erfährt der Leser/Hörer, was mit den verschwundenen Mädchen passiert. Es ist nämlich nicht nur Vivien verschwunden, sondern auch noch andere allein reisende Mädchen. Und dann gibt es da auch noch Freddy, ehemals gut situierter Geschäftsmann, nun Penner. Er wird ebenfalls in die Geschichte rein gezogen.

Der Fall an sich scheint relativ schnell klar zu sein, was aber der Spannung gar keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil, ich konnte nicht aufhören weiter zu hören. Jede freie Sekunde habe ich meine Kopfhörer genommen und Simon Jäger gelauscht. Ich hoffe, dass die weiteren Teile (Die Lieferung, Teil 2 und Der Fahrer, Teil 3) genauso spannend sind.

Das Ermittlerteam hat mir im Zusammenspiel sehr gut gefallen. Er, also Jens Kerner, ist impulsiv und muss direkt handeln, sie (Rebecca Oswald) ist eher der Kopf im Team. Nur mit Jens Kerner hätte mir tatsächlich was gefehlt. Allerdings wird die Geschichte der beiden nur ganz am Rande erzählt. Der Fokus des Buches ist eindeutig auf das Verbrechen gerichtet.

Simon Jäger ist als Sprecher mal wieder ganz großartig. Ich liebe seine Stimme und obwohl Frauenstimmen bei ihm manchmal etwas seltsam klingen, habe ich ihm wieder gerne zugehört.

Fazit: Teil 2 und 3 werde ich auch bald hören und kann Teil 1 schon mal allen Thriller-Junkies empfehlen. Wenn ihr weitere Informationen über das Hörbuch benötigt, guckt einfach auf der Seite des Hörbuchverlages.

One of us is lying – Karen M. McManus

Originaltitel: One of us is lying

Übersetzer: Anja Galic

Verlag: cbt

Erscheinungsdatum: 13. Januar 2020

Seiten: 496 Seiten

ISBN:  978-3570311653

Die Autorin (Verlag):

Karen M. McManus Debütroman »One of us is lying« stürmte auf Anhieb die Bestsellerlisten, so wie auch »Two can keep a secret« und »One of us is next«. Ihre Romane wurden in über 40 Länder verkauft und sind internationale Bestseller; »One of us is lying« wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019 nominiert. Karen M. McManus wohnt in Massachusetts und hat ihren Master-Abschluss in Journalismus an der Northwestern University gemacht.

Klappentext (Verlag):

Eine Highschool, ein Toter, vier Verdächtige …

An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv…

Meine Meinung:

Ich habe im Vorfeld einige Rezensionen gelesen und war der Meinung, dass ich es mit einem mittelmäßigen nicht ganz so spannenden Jugendroman zu tun habe. Was ich bekommen habe, war ein Sonntag voller Spannung.

Bronwyn, Addy, Cooper, Nate und Simon müssen nachsitzen, weil sie angeblich verbotenerweise ihr Handy mit in den Unterricht genommen haben. Allerdings behaupten alle, dass sie ihr Handy im Spind gelassen haben. Als Simon während des Nachsitzens nach dem Genuss eines Glas Wassers plötzlich zusammenbricht und stirbt, kommt die Vermutung auf, dass einer von den Vieren ihn umgebracht haben könnte. Simon ist Begründer einer Gossip-App, in der unangenehme Wahrheiten über viele Schüler der Bayview High offengelegt werden. Kurz vor seinem Tod schien er Bronwyn, Addy, Cooper und Nate auf dem Kieker gehabt zu haben. Es bleibt also nicht aus, dass genau diese vier nun unter Mordverdacht stehen und dass die im Unterricht aufgetauchten Handys irgendwas damit zu tun haben. Der Todesfall und seine Aufklärung zieht nicht nur in der Schule, sondern auch in den Medien weite Kreise.

Die vier Jugendlichen, die später im Verlauf des Buches von der Presse die „Bayview Four“ genannt werden, sind so, wie man sich als „normaler“ Europäer einen amerikanischen High-School-Schüler vorstellt. Bronwyn ist die Kluge, durchorganisierte, die alles im Griff hat. Addy ist mit ihrem Freund Jake glücklich, hat aber ihr ganzes Leben auf ihn eingerichtet. Cooper ist der erfolgreiche Baseballspieler, die nicht nur gut aussieht, sondern auch kurz davor ist, bekannt zu werden. Nate ist der abgerissene Loser mit einem Trinker als Vater und einer Mutter, die die Familie verlassen hat. Da fragt man sich wirklich, welche Geheimnisse die vier haben könnten, die sie so in Bedrängnis bringen, dass sie einen Mord begehen würden um der Offenlegung dieser Geheimnisse zu entgehen. Ich fand das, was am Ende raus kam, nicht so wild, aber ich glaube für einen Menschen in dem Alter, in so einer Schule und vielleicht auch an diesem Ort ist es ziemlich schlimm.

Die Erzählweise hat mich sehr an die Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ erinnert, wobei ich zugeben muss, dass ich nur die Serie kenne. Auch hier werden die verschiedenen Begebenheiten von der jeweiligen Person als Ich-Erzähler berichtet. Natürlich weiß der Leser ab und an ein wenig mehr als der Erzähler, aber nicht so viel, dass permanent etwas verraten wird. Die Autorin hat immer erst nach und nach entschlüsselt, was passiert ist. Am Ende der Kapitel wurden ganz oft Cliffhanger eingebaut, die mich dazu gezwungen haben immer weiter zu lesen. Das Buch an sich ist inhaltlich abgeschlossen.

„One of us is lying“ ist das erste Buch von Karen M. McManus. Es gibt noch einen zweiten Teil „One of us is next“ und eine Vorgeschichte „Die Bayview Four – ein Jahr danach“, die ich auch auf jeden Fall lesen werde.

Wer jetzt neugierig geworden ist und das Buch lesen möchte, sollte sich ausreichend Zeit frei schaufeln um es am Stück zu lesen. Ich wäre vor Spannung vermutlich umgekommen, wenn ich es hätte unterbrechen müssen.

Eine Leseprobe findet ihr auf der Seite des Verlages.