Aberglaube im Italien der 1960er

Fluch der Saline von Anna Castronovo

Ich habe das Buch bei einer Verlosung gewonnen und war total gespannt, weil ich die Autorin noch nicht kannte und mir der Klappentext gut gefallen hat.

Totò ist 11 Jahre alt als sein Vater eine Saline kauft. Es ist das Jahr 1965 und die Menschen in der Stadt Trapani sind nicht nur sehr gläubig, sondern auch abergläubisch. Sie glauben, dass die Saline verflucht ist. Es deutet auch alles drauf hin, als erst Totòs Mutter stirbt und dann der Vater eine seltsame Art Wahnsinn an den Tag legt. „Der Fluch der Saline“ von Anna Castronovo erzählt von jenen Tagen, in denen Totò das wahre Ausmaß dieses Fluches erlebt.

Ich bin sehr schwer in die Geschichte rein gekommen, was aber vermutlich daran liegt, dass ich nicht besonders viele Berührungspunkte mit Italien habe und es mich auch nicht besonders anzieht. Die Autorin streut einige italienische Begriffe und Redewendungen ein, die mich zwar nach Italien versetzt haben, aber mir nicht das Gefühl gegeben haben, richtig in der der Geschichte zu sein. Ich weiß nicht, ob die Menschen im Jahr 1968 noch so abergläubisch waren, wie es im Buch dargestellt wurde. Für mich klingt es eher mittelalterlich, aber ich habe mich auch mit dem Italien in dieser Zeit noch nie auseinander gesetzt. Insgesamt fand ich, dass die Geschichte zu oberflächlich erzählt wurde. Das Buch umfasst gut 250 Seiten und ich denke, dass etwas mehr Tiefe dem Buch gut getan hätte. Ich war nicht richtig am Geschehen dran. Das finde ich eigentlich sehr schade, denn die Handlung fand ich richtig gut.

Die Verstrickungen im Buch waren logisch und nachvollziehbar, aber nicht besonders überraschend. Gut gefallen hat mir der Schreibstil. Wäre dieser noch – wie weiter oben erwähnt – auf ein paar mehr Details eingegangen, vielleicht auf welche, die einem als Autor nicht erwähnenswert vorkommen, hätte es mir mit Sicherheit noch besser gefallen. Es hat mir ein Drumherumgespinne um die Personen gefehlt, etwas, das das typische der Person ausmacht und den Leser denjenigen lieb gewinnen lässt.

Leider kann ich das Buch nur bedingt weiter empfehlen. Wenn euch die von mir genannten Kritikpunkte nicht stören, wird es ein schönes Leseerlebnis für euch sein.

Infos über das Buch *Werbung*

Seiten: 252

Herausgeber: BoD – Books on Demand

Erscheinungsdatum: 26. September 2020

ISBN: 978-3751938235

Preis: 10,99 € (Taschenbuch), 4,99 € (E-Book)

Eine Leseprobe und weitere Infos über das Buch könnt ihr auf der Homepage der Autorin finden.

Rote Tränen – Mike Landin

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich bei der Lektüre des Buches hin und her gerissen fühlte. Der Inhalt und die Leseprobe hatten mich im Vorfeld sehr neugierig gemacht.

Als Jacob mit seiner Familie auf einen einsamen Hof in die Berchtesgardener Alpen zieht, ist er überhaupt nicht zufrieden mit der Entscheidung seiner Eltern. Im Laufe des Buches wuchs zunächst auch mein Unverständnis darüber. Als ein Mädchen verschwindet,  stellt Jacob fest, dass seine Eltern ein seltsames Interesse an dem Verschwinden des Mädchens haben und dass es nicht das erste Mädchen ist, das in den letzten zwanzig Jahren verschwunden ist. Seine Familie und die Familie der Nachbarstochter Hannah ist nach Recherchen von Jacob und Hannah in diese Fälle verwickelt. Dem versuchen sie natürlich auf die Schliche zu kommen.

Ich fange erst mal mit dem positiven an: Die Geschichte ist sehr spannend und der Autor hat die Verwicklungen, die innerhalb der Personen bestehen, komplett aufgeklärt und alles gut durchdacht.  Der Schauplatz ist richtig gut gewählt und passt perfekt zur Story. Allerdings erschien mir vieles sehr konstruiert um die Spannung aufrecht zu erhalten, manchmal war es mir ein wenig zu drüber. Der Ausdrucksweise konnte ich entnehmen, dass das Buch nicht bzw. nicht professionell lektoriert wurde und das hat es für mich manchmal etwas schwierig gemacht dran zu bleiben.  Die Figuren haben es nicht geschafft sich in mein Herz zu schleichen, so dass ich da Buch eigentlich relativ emotionslos gelesen habe.  Manches hat mich irritiert, zum Beispiel dass eine Vermisstenanzeige eines Erwachsenen schon Stunden nach dem Verschwinden aufgegeben werden konnte. Aber das sind nur Kleinigkeiten, die mich zwar in dem Moment gestört haben, mich auch ab und an mal aus dem Lesefluss gebracht haben, aber trotzdem hat es der Spannung und der spannenden Geschichte nicht übermäßig geschadet.

Ich habe es jedenfalls beendet und würde mich freuen, wenn der Autor einen Verlag findet, der seine Bücher verlegen möchte. Wenn an der Erzählweise und an inhaltlichen Kleinigkeiten noch etwas gefeilt wird, kann das Buch meiner Meinung nach durchaus mit Bestsellern mithalten.

Vielen Dank an Mike Landin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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