Töchter der Speicherstadt – Das Versprechen von Glück von Anja Marschall

Das war er jetzt, der letzte Teil der Kaffee-Saga von Anja Marschall. Ich muss sagen, dass ich die Familie Behmer in diesen drei Teilen sehr liebgewonnen habe und jetzt wirklich traurig bin, dass es vorbei ist. Wenn du die Reihe noch nicht kennst, solltest du jetzt zuschlagen und alle drei Bücher nacheinander lesen.  

Anna, Cläres Tochter, hat so gar nichts mit der Firma Behmer & Ehmke am Hut. Sie möchte lieber ein Kunststudium machen. Als sie auch noch den Musiker Hans Kanther kennen lernt und mit ihm in die USA durchbrennen will, überredet Cläre sie, den Vorzeigschwiegersohn Joost van der Vehlen zu heiraten. Er ist nach Cläres Aussage nicht nur gut für Anna, sondern auch fürs Geschäft. Doch Anna fühlt sich zunehmend leer und einsam und die Firma der Familie ist erneut in Gefahr.  

Ach, es war so schön, Cläre und Kurt als Ehepaar zu treffen und ihre tiefe Verbundenheit zu erleben, gerade weil ich das nach dem zweiten Teil so gar nicht erwartete hatte. Anna kommt zunächst genau nach ihrer Mutter und Großmutter, man könnte auch fast sagen, dass sich die Geschichte wiederholt, aber am Ende unterscheidet sich das Leben der Behmer-Frauen dann doch.  

Jost van der Vehlen war mir durch und durch unsympathisch. Nicht nur, dass er ein notorischer Fremdgänger ist, er ist auch noch ein Lebemann, völlig engstirnig und spießig und interessiert sich kein bisschen für seine Frau und deren gemeinsamer Tochter Frieda. Eine bedeutende Rolle in diesem Teil spielt auch Cläres Ex-Verlobter Herbert Staller, den man bereits aus dem zweiten Teil kennt.  

Das Buch erzählt gut 30 Jahre aus der Geschichte der Behmers, die mit dem Berliner Mauerfall endet. Anja Marschall hat auch hier nicht an historischen Ereignissen gespart: Vom Mauerbau in Berlin, zur großen Sturmflut in Hamburg im Jahr 1962, zum erschossenen Hauptmann Rudi Arnstadt und der Jugend der 60er und der 80er ist hier alles perfekt in die Geschichte eingewoben.  

Ein paar Tränchen sind bei mir auch geflossen, teils vor Traurigkeit, teils vor Rührung, aber auch vor Freude. Am Ende hat die Zufriedenheit über diese wunderschön erzählte Reihe über die Frauen der Behmer Familie überwogen.  

In Teil eins waren Kaffee und Kaffeehandel eins der Herzstücke der Reihe, im zweiten Teil hat dies weiter abgenommen und im dritten Teil spielen die beiden Themen nur noch eine untergeordnete, aber trotz allem tragende Rolle. Durch die Lektüre der drei Bücher habe ich jedenfalls gelernt darauf zu achten, guten Kaffee zu trinken statt günstigen oder dem, der gerade da ist.  

Ich kann dir die Reihe mit gutem Gewissen empfehlen, wenn du fiktive Familiengeschichten magst, die insgesamt ein Jahrhundert umfassen und deren liebenswerte Charaktere dich zu einem Teil des Buches werden lassen.  

Das Buch wurde mir vom Piper Verlag zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich.  


Folgende Teile beinhaltet die Reihe: 

Töchter der Speicherstadt – Der Duft von Kaffeeblüten 

Töchter der Speicherstadt – Der Geschmack von Freiheit 

Töchter der Speicherstadt – Das Versprechen von Glück 


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Seiten: 464 

Herausgeber: Piper Taschenbuch 

Erscheinungstermin: 28. Juli 2022 

ISBN: ‎ 978-3492317238 




Über die Autorin (Quelle: Piper Verlag): 

Die gebürtige Hamburgerin Anja Marschall lebt als Autorin und Journalistin mit ihrer Familie in Schleswig-Holstein. Vor ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete sie als Erzieherin, Pressereferentin, Lokaljournalistin, EU-Projektleitung in der Sozialforschung, war Apfelpflückerin in Israel, Zimmermädchen in einem Londoner Luxushotel und Kioskverkäuferin an den Hamburger Landungsbrücken. Sie ist Mitglied der „Mörderischen Schwestern eV“ und des „Syndikats“ sowie der Mary-E-Braddon-Gesellschaft. 

Töchter der Speicherstadt - Das Versprechen von Glück von Anja Marschall
© Frauke Ibs 
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