Träume aus Samt – Ulrike Renk (Die große Seidenstadt-Saga # 4)

„Die Menschen hinter meinen Figuren existierten wirklich. Sie sollen nie vergessen werden!“ Ulrike Renk

Ich hatte eine waschechte Leseflaute! Wie kann das nach diesem grandiosen Lesejahr 2020 sein? Mir helfen dann immer Bücher meiner Lieblingsautoren. Da ich die ersten drei Teile der großen Seidenstadt-Saga bereits verschlungen habe, habe ich es einfach versucht und hatte Erfolg. Ich habe die fast 600 Seiten in zwei Tagen gelesen.

Es ist 1940 und Ruth und ihre Familie sind unterwegs in die USA um dort ein neues Leben anzufangen. In Deutschland wurden sie von den Nazis vertrieben und konnten nur so gerade eben entkommen. In England kam der Krieg ihnen viel zu nahe, so dass sie wieder flüchten mussten, diesmal in die USA. Aber auch hier greift der Krieg um sich. Ihr Leben in Chicago ist zudem völlig anders als sie es ich vorher ausgemalt hatten.

Bei jeder Reihe, die ich von Ulrike Renk beginne, denke ich vorher: „Ja, das ist wieder eine Familiengeschichte, was kann daran so spannend sein?“ Drei Seiten weiter komme ich nicht mehr vom Buch weg bis mir die Augen zufallen oder ich irgendwelchen lästigen Verpflichtungen nachkommen muss. Ich weiß nicht, wie sie es macht, aber ihr Schreibstil fesselt mich einfach. Die Bücher fühlen sich an, als wäre die Autorin persönlich bei allen Ereignissen dabei gewesen, was wohl daran liegt, dass sie von der Familie Tagebucheinträge, Briefe und andere Dokumente aus dieser Zeit bekommen hat und daraus diese wundervollen und trotz der oft sehr traurigen Themen sehr heimelige Romane strickt. Es sind die Figuren, von der die Bücher ausschließlich leben und die mich emotional total ansprechen. Sie und ihre Geschichten, die nicht immer angenehm zu lesen sind.

Viele Themen haben mich speziell in dieser Reihe sehr berührt. Die Judenverfolgung, die Deportierungen und die Angst, in der diese armen Menschen leben mussten, ließen mich nach der Lektüre auch Tage später nicht mehr los. Genauso wie die Ängste, die durch den Krieg geblieben sind und jeden einzelnen der handelnden Personen auf die ein oder andere Art prägen. Es ist aber nicht alles traurig und hoffnungslos, denn es gibt hier auch eine sehr berührende Liebesgeschichte, die mein Herz hat schmelzen lassen.

Jedem, der noch kein Buch von Ulrike Renk gelesen hat, empfehle ich natürlich „Die große Seidenstadt-Saga“, „Die Ostpreußen-Saga“ und auch „Die Australien-Saga“. Alle drei Reihen beruhen auf wahren Begebenheiten und haben mein Herz gewonnen, so dass ich sie uneingeschränkt empfehlen kann. Ich kaufe mittlerweile alle ihre Romane ohne auf den Klappentext zu achten.

Wenn ihr mehr über das Buch erfahren wollt, seht euch auf der Seite des Aufbau Verlages um.