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Mariannes Traum wird wahr

„Die Frauen vom Lindenhof – Ein Neuanfang für uns” ist der erste Teil der Lindenhof-Saga und wie so viele Bücher, die in den 1950er Jahren spielen, ein Buch über eine starke Frau, die sich durchsetzt und ihren Weg geht. Da mag man von halten was man will, ich mochte das Buch. Normalerweise lese ich lieber Bücher über reale Personen, aber diesmal hat mich der Klappentext gereizt.  

Darum geht es 

Marianne lebt mit ihrer Mutter, ihren zwei Schwestern und ihrem traumatisierten Großvater auf dem Lindenhof. Früher gehörte eine Schreinerei zu ihrem Wohnhaus. Diese verfällt allerdings, weil der Vater im Krieg gefallen ist und niemand der verbliebenen Familienmitglieder eine Schreinerei führen kann. Marianne sieht ihren Großvater oft in den Trümmern des Gebäudes sitzen und Tiere schnitzen und irgendwann erwacht bei ihr die Idee, dass sie eine Puppenmöbelmanufaktur aus dem Gebäude machen könnte. Sie lernt schnitzen und holt sich einige Helfer und schon geht’s los: Sie eröffnet ihr eigenes Geschäft und ist direkt von Beginn an erfolgreich. Allerdings legt ihr der Verlobte ihrer Schwester Henni ihr immer wieder Steine in den Weg. Und dann ist da auch noch Alexandre, der als Helfer bei ihr angeheuert hat und zu dem sie sich sehr hingezogen fühlt.  

Liebenswerte Charaktere 

Marianne ist eine Frau, die ihren eigenen Kopf hat. Zu Beginn des Buches weiß sie nicht so recht, wie sie ihre Wünsche durchsetzen soll, aber als sie ihre alte Freundin Ruth wiedertrifft, die selbstbewusst daran arbeitet, ihr Kinderdorf nahen Umgebung von Waldenburg zu eröffnen, schöpft sie Mut und lernt, sich ebenso durchzusetzen. Sie wird eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die immer wieder damit kämpfen muss, dass sie als Frau in einem angeblichen Männerberuf nicht ernst genommen wird.  

Alexandre war im Krieg und hat von dort einige Dämonen mitgebracht. Er hat unter anderem die Deportation in die Baragan-Steppe miterlebt und ist seitdem stetig unterwegs. Er redet nicht gern über sich und seine Vergangenheit und ist daher vielen Menschen im Ort unheimlich. Es wird viel über ihn getratscht, aber er tut nichts dafür Dunkel ins Licht zu bringen. Alexandre war mein Lieblingscharakter, weil er so liebevoll mit Marianne umgegangen ist und generell ein gutes Gespür für Menschen hat.  

Beide verbindet tiefes Vertrauen und sie ergänzen sich gegenseitig perfekt. Alexandre stellt immer die richtigen Fragen, um Marianne in ihren Überlegungen weiterzuhelfen und er traut ihr alles zu, was sie sich in den Kopf gesetzt hat.   

Der Widersacher 

Theodor Werwinkel ist der Verlobte von Mariannes Schwester Henni. Er ist Fuhrunternehmer und meint, dass nur er in der Lage wäre, die Schreinerei zu führen. Er legt Marianne immer wieder Steine in den Weg und erzählt Lügen über sie, damit die Menschen im Dorf sich von ihr abwenden. Großkotzig und überheblich ist sein Benehmen ihr gegenüber, was sie so natürlich nicht dulden kann. Von Beginn an hatte ich bei ihm ein Störgefühl, weil er so aalglatt war und immer das getan und gesagt hat, was Henni von ihm erwartet hat.  

Ein kleiner Kritikpunkt 

Grundsätzlich habe ich das Buch sehr gerne gelesen, ich mochte die Charaktere sehr und die Seiten sind nur so dahingeflogen. Allerdings fand ich einen Wendepunkt so wie er dargestellt wurde, ein wenig unrealistisch. Es war abzusehen, dass die Figur früher oder später so oder ähnlich handelt, aber es war für mich völlig aus dem Nichts heraus. Eine langsame Annährung an das Geschehen hätte mir besser gefallen.  

Es wird zwei weitere Teile geben: “Zusammen können wir träumen” erscheint am 24. Mai 2023 und “Gemeinsam der Zukunft entgegen” erscheint am 27. September 2023.  

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde von Lovelybooks gelesen und dafür das Buch vom Fischer Verlag zur Verfügung gestellt bekommen. Dafür bedanke ich mich herzlich. 

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Seiten: 464 

Herausgeber: FISCHER Taschenbuch 

Erscheinungstermin: 25. Januar 2023 

ISBN: ‎978-3596706525 

Über die Autorin (Quelle: Fischer Verlage): 

Andrea Bottlinger und Claudia Hornung schreiben gemeinsam als Katharina Oswald. Beide sind in Baden-Württemberg geboren und lieben es, sich in Frauenschicksale verschiedener Jahrzehnte hineinzudenken. Sie kennen sich schon lange und ergänzen sich beim Schreiben perfekt: Andrea achtet immer auf die Struktur der Geschichte und Claudia vertieft sich ganz in die Details und Emotionen. Zusammen haben sie eine mitreißende Familiensaga geschaffen.   

Autorenfoto Katharina Oswald (Andrea Bottlinger/Claudia Hornung)
© Roland Grosch 





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Grenzüberschreitende Mordermittlungen

Auf den Auftakt der Grenzfall-Reihe von Anna Schneider bin ich durch eine Leserunde bei der Büchereule gekommen. Anfangs gefielen mir das Buch und vor allem die Handlung sehr gut, aber nach und nach sind mir einige Dinge aufgefallen, die mir nicht so gut gefallen haben.

Am Brauneck wird zunächst ein herrenloser Rucksack gefunden. Nachdem die Ermittler vor Ort in Lenggries nach einer vermissten Person suchen, finden sie eine leblose Frau, deren Unterkörper abgetrennt wurde. Der Unterkörper wird am Achensee in Österreich gefunden. Es kommt zum ersten grenzüberschreitenden Ermittlungsfall  von Alexa Jahn und Bernhard Krammer, der den Auftakt zur Serie „Jahn und Krammer ermitteln“ bildet.

Zunächst möchte ich sagen, dass mir die Story und auch der Schreibstil sehr gut gefallen haben. Es handelt sich hier um einen Krimi, der trotz auftauchender Leichenteile nicht besonders blutrünstig ist. Zu Beginn war ich auch ziemlich begeistert, bis ich ins Innenleben der beiden Ermittler sehen konnte. Alexa ist sehr unsicher, Bernhard total negativ eingestellt. Dieses Zusammenspiel fand ich nicht so gelungen, aber ich hätte damit noch ohne Probleme leben können, wenn nicht noch eine weitere Sache aufgetaucht wäre: Alexa erwartet von ihren Mitarbeitern Teamarbeit, sie selber hat aber das meiste im Alleingang durchgeführt. Im Buch kam es so rüber, als wären ihr die Dinge spontan eingefallen und der Gedanke an eine Mitteilung an den Partner in Österreich bzw. ihren Mitarbeitern wäre ihr einfach entfallen. Das finde ich sehr schade, denn nur durch Teamarbeit ist so eine Situation meiner Meinung nach zu meistern. An den Abläufen im Buch hätte das nicht viel geändert, aber ich hätte alles besser nachvollziehen können.

Die Lösung des Falls war mir dann am Ende irgendwie zu schnell hergeleitet und auch nicht so wirklich realistisch umgesetzt, da ich den Grund für den Mord nicht so recht nachvollziehen konnte. Außerdem erwartet die Leserin bzw. den Leser am Ende noch eine Überraschung, die auf der einen Seite interessante weitere Teile verspricht, auf der anderen Seite aber dann doch ziemlich plötzlich kam und meiner Meinung nach auch nicht so nebenbei abgehandelt werden sollte, wie es hier der Fall war.

Alles in allem habe ich das Buch gern gelesen, aber ich hätte mir gewünscht, dass  die Charaktere nicht so verworren und planlos agiert hätten und dass das Ende ein wenig mehr aufgebaut worden wäre. Einen Tag nachdem ich das Buch beendet habe, überlege ich noch, ob ich den zweiten Teil lesen möchte. Ein wenig Zeit um darüber nachzudenken habe ich noch, denn er erscheint erst am 26. Januar 2022 und heißt „Grenzfall – Ihr Schrei in der Nacht“.

Wenn ihr mehr über das Buch wissen wollt, oder auch die Leseprobe lesen möchtet, findet ihr diese auf der Seite des Fischer Verlages.

*Werbung* Infos über das Buch:

Seiten: 432

Herausgeber: FISCHER Taschenbuch

Erscheinungsdatum: 27. Januar 2021

ISBN: 978-3596700509