Insel der verlorenen Erinnerung – Yoko Ogawa

Das Buch wurde beim Papierstau-Podcast so hoch gelobt und auch der Inhalt klingt richtig gut. Mich hat es leider gar nicht überzeugt. Es hat das gewisse Etwas gefehlt.  

Die namenlose Erzählerin lebt auf einer Insel auf der in Abständen, die niemand vorhersehen kann, Dinge oder auch Lebewesen verschwinden. Aber sie verschwinden nicht nur, sie existieren auch nicht mehr in den Köpfen der Menschen, zumindest in den meisten nicht mehr. Ihre Mutter hatte eine geheime Schublade, in der sie Erinnerungen an diese verschwundenen Dinge gesammelt hat. Ab und zu hat sie ihrer Tochter diese Dinge gezeigt und wirkte dabei immer sehr traurig, denn dieses Aufbewahren von Dingen ist verboten. Die Erinnerungspolizei überprüft, ob Menschen nicht vielleicht verschwundene Dinge horten oder die Erinnerung anders aufrechterhalten. Diejenigen, die gegen dieses Gesetz verstoßen, müssen sich verstecken und hoffen, dass sie nicht erwischt werden, denn die Strafen sind hoch. Zum Zeitpunkt dieser Geschichte wächst in der Protagonistin die Idee, dass sie ihren Lektor verstecken muss, denn er gehört zu jenen Menschen, die sich an alles erinnern das eigentlich schon lange verschwunden ist.            

Soviel zu der Story. Das klingt für mich nach Spannung und nach Heimlichkeiten, die man mit dem Protagonisten erlebt und vor allem nach einer Geschichte, die ich gerne lesen wollte. Aber der Schreibstil kam für mich auf eine Art langweilig herüber. Ich mag es zwar gern, wenn Geschichten langsam und ausführlich erzählt werden, aber hier war es mir einfach zu langweilig. Ich habe nach ungefähr der Hälfte abgebrochen, weil mich das Ende der Geschichte einfach nicht interessiert hat.  

Da ich von der Autorin kein weiteres Buch kenne, kann ich allerdings auch keinen Vergleich zu einem anderen Buch von ihr ziehen. Allerdings möchte ich auch nicht generell von dem Buch abraten. Vielleicht lest ihr mal die Leseprobe und entscheidet selber, ob euch der Schreibstil liegt.  

*Leseprobe*

Originaltitel: Hisoyaka na kessho

Übersetzerin: Sabine Mangold

Verlag: Liebeskind

Erscheinungsdatum: 7. September 2019

Seiten: 352 Seiten

Montagsfrage # 96 – Welches (Cover-)Design eines Buches hat euch in letzter Zeit besonders gefallen?

Wie jedes Jahr im Oktober kann ich gar nicht fassen, dass plötzlich überall diese bunt leuchtenden Blätter liegen und es nicht mehr über 20 Grad warm ist. Ich mag den Herbst einfach gern, obwohl ich zur Zeit ziemlich friere. Vielleicht hift dagegen nur Bewegung 😉

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Ich habe einen Tick: Ich muss immer, wenn ich abends ein Buch beendet habe, mindestens die erste Seite des neuen Buches lesen, denn wenn mich mal einer fragt (es gibt generell nur ein bis zwei Leute, die das tun) was ich gerade lese, möchte ich nicht sagen müssen, dass ich gerade kein Buch lese. Also habe ich gestern Abend noch mit „Insel der verlorenen Erinnerung“ von Yoko Ogawa – ein Tipp vom Papierstau-Podcast – begonnen. Nach einer Seite kann ich euch allerdings nicht so wirklich sagen wie es ist. Ich kann euch aber schon sagen, dass das Buch, das ich gestern beendet habe („Die Stadt am Ende der Welt“ von Thomas Mullen) mir richtig gut gefallen hat. Obwohl es bereits 2006 geschrieben wurde und von der spanischen Grippe handelt, habe ich unsere aktuelle Corona-Situation eins zu eins wieder erkannt.

Ich höre gerade „Herzfaden“ von Thomas Hettche. Die beiden Sprecher machen das Buch zu einem besonderen Erlebnis. Es war ein Lesetipp vom Papierstau-Podcast, den ich neuerdings ganz gerne höre. Es wurde so sehr von dem Buch geschwärmt, dass ich es einfach hören musste.

Nun aber zur Montagsfrage, die Antonia auf Lauter & Leise für diese Woche stellt:

Welches (Cover-)Design eines Buches hat euch in letzter Zeit besonders gefallen?

Mir hat das Cover von „Daisy Jones & The Six“ von Taylor Jenkins Reid auf Anhieb gut gefallen, weil es auf eine Art den Inhalt wieder spiegelt. Ich mag es, wenn das Buch zum Inhalt passt. Oft finde ich, ist das nicht so.

Habt ihr auch Cover, die euch gut gefallen haben?