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Erbarmen – Jussi Adler-Olsen

Erbarmen  – Jussi Adler-Olsen
432 Seiten 
ISBN:  978-3423086370
9,95 Euro

Klappentext:
Der Albtraum einer Frau. Ein dämonischer Psychothriller. Die verzerrte Stimme kam aus einem Lautsprecher irgendwo im Dunklen: »Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, Merete. Du bist jetzt hier seit 126 Tagen, und das ist unser Geburtstagsgeschenk: Das Licht wird von nun an ein Jahr lang eingeschaltet bleiben. Es sei denn, du weißt die Antwort: Warum halten wir dich fest?«Am 2. März 2002 verschwindet eine Frau spurlos auf der Fähre von Rødby nach Puttgarden, man vermutet Tod durch Ertrinken. Doch sie ist nicht tot, sondern wird in einem Gefängnis aus Beton gefangen gehalten. Wer sind die Täter? Was wollen sie von dieser Frau? Und: Kann ein Mensch ein solches Martyrium überleben? Der erste Fall für Carl Mørck, Spezialermittler des neu eingerichteten Sonderdezernats Q bei der Kopenhagener Polizei, und seinen syrischen Assistenten Hafez el-Assad, der seinen Chef nicht nur durch unkonventionelle Ermittlungsmethoden überrascht …
Meine Meinung:
Ich muss zugeben, dass ich mich jahrelang gewehrt habe, diese Reihe zu lesen. Ich habe vor Jahren den zweiten Teil als Hörbuch gehört und war ganz und gar nicht begeistert. Nachdem der Gatte mir unfassbar lange gesagt hat, ich soll es mal wagen, habe ich es getan und es überhaupt nicht bereut.
Carl Mork ist nach einem Angriff auf ihn und seine Kollegen verbittert. Ein Kollege starb und einer ist ans Bett gefesselt. Um ihn aus der Abteilung loszuwerden wird kurzerhand das Sonderdezernat Q für ungelöste Fälle gegründet und Mork ist erst einmal der einzige Mitarbeiter, bis Hafez el-Assad – oder einfach auch nur Assad – als sein Assistent eingestellt wird. Die beiden lösen zusammen den Fall einer Politikerin, die auf einer Fähre spurlos verschwunden ist . Seit fünf Jahren wurde weder eine Leiche gefunden noch sonst ein Lebenszeichen von der Frau.
Vorab muss ich sagen, dass der Schreibstil Adler-Olsens leicht ist, so dass man entweder abends auf dem Sofa oder wie ich im Urlaub am Strand ohne viel Anstrengung mit Mork und Assad diesen Fall aufklären kann. Ich sage bewusst mit ihnen aufklären, weil die Charaktere so gestaltet sind, dass der Leser glaubt, dass er im Geschehen ist.  Mork ist ein zynischer Typ, den wohl niemand gern als Vorgesetzten oder auch nicht als Kollegen haben möchte. Er ist faul, versucht die Arbeit abzuwenden, aber wenn er einmal Blut geleckt hat, muss er den Fall auch lösen. Assad – an den ich übrigens mein Herz verloren habe – hilft ihm dabei. Wer Assad genau ist, kommt nicht heraus. Er ist ein Multitalent und hat nicht nur Ahnung vom Handwerken, er kann auch Verbindungen zwischen Begebenheiten so verknüpfen, dass er den ungelösten Fall zu einem gelösten Fall macht.
Der Fall, um den es im ersten Teil geht ist für mich eher im Hintergrund gelaufen, weil der Leser eben so viel über die Mork und Assad  erfährt. Die Geschichte der verschwundenen Frau wird vom Beginn der Entführung an immer mal wieder eingestreut, so dass der Leser genau weiß, was die ganze Zeit über geschehen ist. Das, was ihr angetan wurde, war  teilweise so grausam, dass es mich geschüttelt hat. Ich bezweifle nicht, dass es sowas wirklich gibt.
Wie man sehen kann, hat mich der erste Teil des Sonderdezernats Q vollkommen überzeugt, so dass ich in nicht allzu ferner Zukunft auch noch die weiteren Teile lesen werde. Diese Teile sind bereits erschienen:
2. Teil: Schändung
3. Teil: Erlösung
4. Teil: Verachtung
5. Teil: Erwartung
Über den Autor:
Jussi Adler-Olsen wurde am 2. August 1950 in Kopenhagen geboren und ist der Autor von Kriminalromanen. Er hat nicht nur die Reihe über das Sonderdezernat Q geschrieben, sondern auch noch „Das Alphabethaus“  und „Das Washington-Dekret“.

Mehr über den Autor kann man hier erfahren:  www.jussiadlerolsen.dk/de/#intro
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Schattenjunge – Carl-Johan Vallgren

Schattenjunge – Carl-Johan Vallgren
400 Seiten 
ISBN:  978-3453269460
19,99 Euro

Klappentext:

In den überfüllten Gängen der Stockholmer U-Bahn versucht ein Vater, mit seinen Kindern den Zug zu erreichen. Sie sind spät dran, der Jüngste im Kinderwagen brüllt, sein siebenjähriger Bruder weigert sich, mit dem Fahrstuhl zu fahren. Er quengelt so lange, bis eine fremde Frau anbietet, ihn die Treppe mit hinaufzunehmen. Widerstrebend willigt der Vater ein. Er sieht seinen Sohn nie wieder. Viele Jahre später verschwindet auch der Bruder des Jungen unter mysteriösen Umständen. Danny Katz wird von der Frau des Verschwundenen auf den Fall angesetzt. Und er ist nicht allein. Je tiefer er in die Machenschaften eines mächtigen Familienimperiums eintaucht, umso komplexer wird der Fall.
Meine Meinung:
Ich wusste, dass ich so meine Probleme mit den Autoren aus den Norden habe. Anfangs war ich wirklich angetan von dem Buch aber mit der Zeit hat es mich immer mehr gelangweilt.
Das Buch beginnt 1970, als Kristoffer auf einem Bahnsteig entführt wird. Bis zum heutigen Tag, die Erzählung spielt im Jahr 2012, gibt von dem Jungen kein weiteres Lebenszeichen. Dann wird auch sein jüngerer Bruder Joel entführt. Joels Frau nimmt Kontakt zu seinem ehemaligen Freund auf, der ihn suchen soll.
Eigentlich hört sich die Geschichte ja gut an. Ein ehemaliger Junkie, der durch einen Freund wieder ins Leben zurück gefunden hat, soll  seinen Freund aus Schultagen suchen. Zu Beginn ist die Geschichte auch wirklich interessant. Dieser Freund, Danny Katz, kennt sich ein wenig aus mit Recherche, weil er beim Geheimdienst gearbeitet hat und findet einige interessante Dinge heraus, die ihm helfen, auf Joels Spur zu kommen.  Bis zur Mitte des Buches hat es mir wirklich gut gefallen, dann wurde es immer langweiliger. Es tauchten plötzlich Personen auf, die Katz bei der Suche helfen, zum Teil ohne dass er davon weiß. Das Ende war dann auch nicht mehr spektakulär, weil ich mir schon relativ früh ausmalen könnte, was geschehen sein muss.
Anscheinend hat der Autor zuvor keine Thriller geschrieben und ich finde, das merkt man auch. Er mag ja in seinem Genre ein angesagter Autor sein, aber mich hat er hier nicht überzeugt. Ich kenne aber auch keine anderen Bücher von ihm.  Mich hat es ein wenig genervt, dass die Charaktere mit wenig Tiefgang beschrieben waren, denn der Funke ist bei mir gar nicht übergesprungen.
Ich kann hier leider keine Leseempfehlung geben.
Über den Autor:
Carl-Johan Vallgren wurde am 26. Juli 1964 in Linköping/Schweden geboren und schreibt nicht nur, er macht auch noch Musik. Er ist einer der bekanntesten und beliebtesten Autoren in Schweden.
Für einen seiner Romane „Die Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe“ hat er einen schwedischen Literaturpreis, den August-Preis, gewonnen.

Für weitere Informationen über den Autor, seine Bücher und seine Musik kann man auf der Seite vallgren.nu stöbern, allerdings nur auf schwedisch. 

Die Beschützerin – Susanne Kliem

Die Beschützerin – Susanne Kliem
320 Seiten
ISBN:  978-3570585313
14,99 Euro

Klappentext:

Janne Amelung, erfolgreiche Event-Managerin bei einem Berliner Fernsehsender, muss ihre Abteilung vor Unternehmensberatern präsentieren. Die Atmosphäre ist angespannt – es steht viel auf dem Spiel. Umso erleichterter ist Janne, dass Vanessa Ott aus dem Beraterteam aufgeschlossen und sympathisch wirkt und sogar den privaten Kontakt zu ihr sucht. Janne lässt sich dankbar darauf ein – auch wenn sie das starke Interesse der Beraterin insgeheim irritiert. Aber Nein sagen ist nicht gerade ihre Stärke.
Kurze Zeit später hat sich Jannes Situation komplett gewendet: Sie wird zum Opfer von Mobbing und Intrigen, selbst ihre engsten Kollegen misstrauen ihr nun. Dann dringt jemand heimlich in ihre Wohnung ein, benutzt ihre persönlichsten Dinge. Als ihr eine Affäre angehängt wird und ihre große Liebe Gregor sich von ihr abwendet, erkennt Janne, dass sie Opfer eines teuflischen Plans ist. Aber wer steckt dahinter?
Es ist jemand, der sie ganz genau durchschaut und ihr immer einen Schritt voraus ist …

Ein subtiler Thriller über Machtmissbrauch, Manipulation und die Angst, niemandem mehr trauen zu können. 

Meine Meinung:
Seit langem habe ich mal wieder einen Thriller gelesen und seit langem mal wieder ein Buch an einem Abend verschlungen. Die Autorin kannte ich bisher nicht, ich werde aber auf jeden Fall noch weitere Bücher von ihr lesen.
Janne Amelung ist erfolgreich in ihrem Job. Sie arbeitet bei einem Fernsehsender und hat sich ganz ihrem Projekt Smiling Kids Day verschrieben. Als der Sender eine Unternehmensberatung ins Haus holt, häufen sich seltsame Zufälle, z. B. versagt Jannes Laptop während einer Präsentation und statt der vorbereiteten Handouts liegen Größentabellen eines Designers aus.  Jannes  Assistentin Michaela verhält sich seltsam, ihr Freund Gregor traut ihr nicht mehr und schließlich verschafft sich jemand während ihrer Abwesenheit Zutritt zu ihrer Wohnung. Als niemand außer ihrer Freundin Ulla ihr mehr glaubt, versucht sie herauszufinden, wer ihr schaden möchte.
War das spannend! Anfangs war ich von der Vielzahl an Personen, die sich in Jannes Leben tummeln schier überfordert, aber nachdem ich mich etwas eingelesen hatte, konnte ich nichts anderes mehr tun als lesen.  Die kurzen Kapitel haben ihr übriges dazu getan. Die Autorin hat das Thema so gekonnt herüber gebracht, dass ich das Gefühl hatte, selber betroffen zu sein. Der Leser wird von Beginn an auf die Fährte des Täters hingewiesen, was aber nicht schlimm ist, denn die Umsetzung des Themas ist gekonnt umgesetzt worden. Man kann die Beklemmung und die Angst, die Janne durchlebt, auf jeder einzelnen Seite spüren.

„Die Beschützerin“ ist ein spannender Thriller, den man nicht aus der Hand legen kann. Ich kann eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen. 

Experiment Ella – Fay Ellison

Experiment Ella – Fay Ellison
272 Seiten 
ISBN:  978-3943795882
13,50 Euro

Klappentext:

Ahnen wir wirklich, was unter dem Deckmantel der Wissenschaft geschieht?
Als Ella in einem Genforschungsinstitut erwacht, wird sie mit einer schockierenden Wahrheit konfrontiert. Nicht genug damit, dass sich ihre Träume bewahrheiten, sie soll auch für eine neue Generation von Menschen mit außergewöhnlichen Begabungen herhalten. So sehr sich Ella auch dagegen wehrt, sie kann sich dennoch dem charismatischen John nicht entziehen.
Doch dann gerät sie in die Fänge eines sadistischen Mörders.
Plötzlich ist alles unwichtig, denn es beginnt ein Kampf ums nackte Überleben.
Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich wirklich sehr überrascht und zwar positiv! Ich kannte von der Autorin bisher nur ein Buch „Liebhaber der Finsternis“ und war sehr gespannt darauf, ob sie sich auch im Genre Thriller bewährt. Ja, das tut sie.
Ella wacht plötzlich in einem  sterilen Raum auf und weiß erst einmal nicht, was passiert ist. Sie fühlt sich müde und ist verwirrt. Dann wird ihr mitgeteilt, dass sie ein Teil eines Genexperimentes ist und dass sie sich mit einem Fremden paaren soll um mit ihm ein Kind zu zeugen. Dieser Fremde ist John. er hat wie sie eine außergewöhnliche Begabung, er kann nämlich Menschen hypnotisieren. Zusammen mit Ihm versucht sie zu flüchten. Was sie nicht weiß ist, dass sie schon länger von einem Mann beobachtet wird, der sie umbringen möchte und der sich ihre Flucht zunutze macht.  
Die ersten Seiten fielen mir schwer, was aber wohl eher daran lag, dass ich schon länger keinen Thriller mehr gelesen habe. Spätestens nach dem ersten Drittel  des Buches war es so spannend, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Charaktere wurden glaubhaft dargestellt, auch wenn ich Ella zwischendrin etwas zu cool fand. Ich hätte in solchen Situationen jedenfalls nicht so einen kühlen Kopf bewahren können. Die Autorin hat auch noch ein paar erotische Szenen eingebaut, die allesamt glaubhaft herüber kamen, denn schließlich sollten sich die Protagonisten ja paaren und haben dementsprechend Medikamente verabreicht bekommen.
Ich bin ein typischer Kapitelleser, daher fiel es mir schwer, den nur durch kleine Zeichen unterbrochenen Text in sinnvolle Einheiten zu teilen. Sobald die Spannung stieg, war das aber sowieso egal, weil ich es eh zu Ende gelesen hätte. Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass das Ende offen ist, was für mich perfekt in die Geschichte rein gepasst hat, denn es besteht Potenzial für einen zweiten Teil.

Das Buch hat mir gut gefallen und ich kann mir auch vorstellen, einen eventuellen weiteren Thriller von der Autorin zu lesen. 

Bis in den Tod hinein

Bis in den Tod hinein – Vincent Kliesch
400  Seiten 
ISBN: 978-3442377985
9,99 Euro
Klappentext:

Atemlose Spannung in Berlin: Kommissar Boesherz ermittelt in seinem ersten Fall

Eine Serie von grausamen Hinrichtungen erschüttert Berlin. Jede der Leichen ist mit einer Zahl versehen, die keiner ersichtlichen Logik folgt. Hauptkommissar Severin Boesherz und sein Team ermitteln. Offenbar steht jede Zahl für eine Eigenschaft, die dem Täter so sehr an seinen Opfern missfällt, dass er sie dafür tötet: Einer der Toten ist ein Brandstifter, der in seinem eigenen Feuer stirbt, ein anderer ein Lügner, dem die Zunge abgetrennt wird. Als immer mehr Leichen gefunden werden und eine Frau verschwindet, zerrinnt Boesherz die Zeit zwischen den Fingern. Können ihm die Zahlen den Weg zum Mörder weisen?

Meine Meinung:

Wenn ich nicht bereits Bücher von dem Autor gelesen hätte, wäre ich niemals auf die Idee gekommen, dieses Buch zu lesen. Ich finde den Titel schrecklich und nichts sagend. Der Inhalt dagegen hat mir richtig gut gefallen.
Ein Serienmörder hält Berlin in Atem. Fast täglich werden Menschen ermordet  und am Tatort hinterlässt der Mörder immer eine Nummer. Worauf diese Nummer hinweist, ist zu Beginn nicht klar. Seltsam ist auch, dass diese Nummer nicht chronologisch vergeben werden. Eine Gemeinsamkeit haben die Opfer: Sie sind alle in den Medien bekannt geworden, weil sie ein Verbrechen begangen haben. Da sich der aus den Vorgängerbüchern bereits bekannte Julius Kern im Urlaub befindet, wird der sonderbare Severin Bösherz in die Ermittlungen eingebunden.
Das Buch besteht aus zwei Handlungssträngen, auf der einen Seite die Ermittlung um den Serienmörder „Jack“ und auf der anderen Seite das spurlose Verschwinden eines Topmodels.
Der Leser weiß schon früh, wer der Mörder ist und kann seine Gedankengänge mit verfolgen, trotzdem wird es nie langweilig, den Ermittlern beim Rätseln über die Schulter zu schauen. Mir war lange nicht klar, wie sie jemals auf die Spur des Täters kommen sollen.
Ganz besonders begeistert war ich von Severin Bösherz. Er hat mich, ob es vom Autor so gewollt war oder nicht, sehr an Dr. Boerne vom Tatort Münster erinnert. Daher hoffe ich, dass es nicht nur bei einem 1. Fall des Ermittlers bleibt.
Kurze Kapitel und die Szenenwechsel haben mich dazu verleitet immer weiter zu lesen. Allerdings ist dieses Buch nichts für schwache Gemüter, da die Morde sehr detailreich beschrieben werden.

Unbedingt lesen! 

Das fremde Haus

Das fremde Haus – Sophie Hannah
496 Seiten 
ISBN: 978-3404167692
9,99 Euro
Klappentext:
Als Connie »Zuhause« in das Navi im Auto ihres Mannes eingibt, wird sie an einen Ort geführt, der ihr vollkommen fremd ist: Bentley Grove 11, Cambridge. Sie stellt Kit zur Rede. Der behauptet, sie muss die Adresse selbst eingegeben haben. Kurze Zeit später steht das Anwesen zum Verkauf. Connie gelingt es, einen Blick in das Haus zu werfen. Sie entdeckt eine blutüberströmte Frauenleiche, die ihr verdammt ähnlich sieht!
Meine Meinung:
Wenn man größtenteils negative oder durchschnittliche Rezensionen eines Buches liest, kann man nicht mehr unvoreingenommen herangehen. Ich zumindest nicht. Anfangs war ich ganz schön skeptisch, aber letztendlich hat mich das Buch – bis auf das abstruse Ende bzw. die Auflösung – ganz gut gefallen.
Connie beschattet ihren Mann seit einem halben Jahr. Immer nur Freitags fährt sie nach Cambridge, Bentley Grove 11. Sie glaubt, ihr Mann lebt in Bigamie und hat dort seine zweite Familie. Herausgefunden hat sie es, weil sie zufällig mit seinem Wagen zum Einkauf gefahren ist und das Navi diese Adresse als Heimadresse angegeben hat. Natürlich gibt Kit, ihr Mann, nicht zu, dass er eine zweite Familie hat. Sie konfrontiert ihn immer wieder damit. Eines Tages sieht sie ein „Zu verkaufen“ Schild vor dem Haus und sieht sich den virtuellen Rundgang auf der Homepage des Immobilienmaklers an. Was sie sieht, lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren. Eine Tote Frau im Wohnzimmer von Bentley Grove 11, sie ist eindeutig tot, denn sie liegt leblos in ihrem eigenen Blut. Als sie Kit dazu holt, ist die Einstellung nicht mehr im virtuellen Rundgang. Natürlich glaubt ihr niemand, ihr Ehemann nicht, ihre verrückte Familie nicht und auch nicht die Polizei. Von da an versucht Connie herauszufinden, was dort passiert sein könnte.
Ein großes Plus bekommt das Cover von mir. Der Grundriss des Hauses und blutige Fingerabdrücke auf durchsichtigem Papier, das Buchcover selbst ist einfach nur weiß mit dem Namen des Buches. Die Kapitel sind für einen Psychothriller relativ lang. Für mich als „nur noch eben das Kapitel“-Leser für abends nach der Arbeit daher völlig ungeeignet.
Total genervt war ich von Connies total verrückter Familie. Sie haben die Wahrheit und das reale Leben total ausgeblendet und sich ihre eigene Wahrheit aufgebaut. Connie tat mir total leid, der Leser dreht sich mit ihr zusammen immer wieder im Kreis. Es geht immer nur um Bentley Grove 11. Kit dagegen blieb ein wenig blass, ich denke aber, dass das Absicht war. Er war zwar da, aber so unscheinbar, dass man ihn des öfteren vergessen hat. Die Ermittler waren sehr unterschiedlich aufgebaut, allerdings hat mich auch keiner von denen näher berührt. Sie waren zwar da, aber mehr auch nicht.
Tja, das Ende… Das hat mir gar nicht gefallen. So eine abstruse Geschichte, wer mit wem und nicht mit wem und noch mal eine Biegung und eine Abzweigung. Da hätte ich mir doch etwas gewünscht, was realistischer ist. Trotz allem bekommt das Buch von mir eine gute Wertung, weil es mich gut unterhalten hat und ich mit Connnie gerätselt habe, was in dem Haus geschehen ist. 

Verachte nicht den Tod

Verachte nicht den Tod – Nadja Quint
301 Seiten 
ISBN: 978-3942446648
9,90 Euro
Klappentext:
Die Düsseldorfer Hauptkommissarin Evelyn Eick mutet sich zu viel zu. Ihr Vater liegt im Hospiz, und trotzdem übernimmt sie einen überaus schwierigen Fall.
Beim Tod einer jungen Frau deutet scheinbar alles auf einen natürlichen Tod hin, denn sie litt an Multipler Sklerose. Doch bei der Leichenschau entdeckt eine Amtsärztin, dass die junge Frau auf ungewöhnliche Weise vergiftet wurde. Der Hausarzt, der den Totenschein ausgestellt hat, behauptet, nichts davon bemerkt zu haben, aber von seiner Arzthelferin führt eine Verbindung zu einem dubiosen Notar, der mit seinem Verein ganz offen für aktive Sterbehilfe eintritt.
Bald darauf verschwindet die kleine Leonie aus einer Klinik. Sie ist unheilbar an Leukämie erkrankt. Und auch von Leonies Eltern führt eine Spur zu dem Sterbehilfe-Verein.
Während Evelyn ermittelt, rückt der Tod ihres eigenen Vaters unaufhaltsam näher.
Meine Meinung:
Ich habe das Buch in einer Leserunde bei der Büchereule gelesen und war angenehm überrascht. Die Leseprobe von der Homepage kannte ich schon und wollte das Buch dann auch unbedingt lesen. Ich hatte das Glück, dass ich das Buch gewonnen habe und die Autorin hat es mir sogar signiert. 

Als Bettina Jäde an MS stirbt, kommt erst niemand auf die Idee, dass sie getötet wurde. Bis eine aufmerksame Amtsärztin einen Einstich im Bauchnabel findet, der bläulich verfärbt ist. Sie informiert die Polizei und damit ermittelt Evelyn Eick den Fall. Zwischenzeitlich wird die kleine schwer kranke Leonie entführt und die neue Bekanntschaft von Evelyns Vater, der im Hospiz lebt, verstirbt unter seltsamen Umständen.

Zu Anfang war ich von den seltsamen Charakteren verwirrt. Jeder vorgestellte Charakter hatte seltsame Charakterzüge und Eigenarten, dann kam Evelyn Eick ins Spiel. Sie hat mir sehr gut gefallen, weil sie einfach natürlich ist. Sie ist zwar sehr beherrscht, aber dabei freundlich und nett und vor allem will sie diesen Fall unter allen Umständen abschließen. Dass ihr Vater im Sterben liegt, erschwert die Ermittlungen für sie, aber am Ende ist das doch auf eine Art eine glückliche Fügung.

Die Autorin schafft es, die Leser zu verwirren und falsche Fährten zu legen. Zumindest war es bei mir so. Nach und nach kommt man den Tätern zwar auf die Schliche, aber erst im letzten Teil des Buches. Sowas gefällt mir gut. Ich mag keine Thriller aus der Perspektive des Täters lesen und möchte lieber den Fall mit den Ermittlern lösen und mit rätseln.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich würde gern eine Fortsetzung lesen. Leider steht noch nicht fest, ob es einen zweiten Teil geben wird. Allerdings erscheint im März ein weiteres Buch von der Autorin – ein historischer Eifel-Krimi „Das Mädchengrab“

So bitterkalt

So bitterkalt – Johan Theorin
480 Seiten
ISBN: 978-3492055512
19,99 Euro
Klappentext:
Ein seltsamer junger Erzieher in der Einsamkeit eines westschwedischen Ortes. Und ein mehrfacher Mörder mit einem irrwitzigen Plan – der schwedische Bestsellerautor Johan Theorin liefert psychologische Hochspannung und ein Duell, das erst auf der allerletzten Seite sein dramatisches Finale findet.
Kaum ein Bewerber findet den Weg nach Valla an die schwedische Westküste .Jan Hauger besitzt viel Erfahrung und glänzende Zeugnisse. Doch es ist kein Zufall, dass sich der junge Erzieher in dem abgelegenen Kinderhort vorstellt.Durch einen unterirdischen Gang ist der Hort mit der psychiatrischen Klinikverbunden. So sollen selbst die als gefährlich eingestuften Insassen durchden Kontakt zu ihren Kindern schneller ins Leben zurückfinden. Damit hatJan kein Problem – aber er hat auch ein unliebsames Geheimnis. Denn unterseiner Aufsicht ging ein Kind verloren, das erst nach Tagen auf noch immer ungeklärte Weise wieder auftauchte. Und das ist nicht der einzige Fleck auf Jan Haugers Weste. Warum will er ausgerechnet in Valla arbeiten? Und was verbindet ihn mit dem psychopathischen Mörder Ivan Rössl, der seit Jahren in der Klinik behandelt wird? Johan Theorins Thriller jagt eiskalte Schauer über den Rücken und lässt nicht nur seine Opfer vor Angst über die Dunkelheit der menschlichen Psyche erstarren.
Meine Meinung:
Ich habe bisher nur einen Roman von Johan Theorin als Hörbuch gehört und war von der Erzählweise gar nicht begeistert. Aber der Inhalt von „So bitterkalt“ klang so vielversprechend, dass ich es versuchen musste. Ich wurde nicht enttäuscht. Schon nach wenigen Seiten war ich gefangen von dem Buch.
Es geht um Jan Hauger, der als Jugendlicher von seinen Schulkameraden aufs übelste gemobbt wurde. Als er schließlich einen Selbstmordversuch überlebt, wird er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen und lernt Alice Rami kennen, die seine Gedanken sein Leben lang begleitet.
Jahre später macht er eine Ausbildung als Erzieher und versucht Alice zu rächen. Als er sie schließlich in einer psychiatrischen Klinik wieder gefunden hat, versucht er alles um sie wieder zu treffen. Mehr möchte ich eigentlich auch nicht verraten, weil das Buch sonst  an Spannung verliert.
Das Buch ist auf zwei Zeitebenen geschrieben. In der Gegenwart, in Jans Jugendzeit und zu Beginn seiner Berufslaufbahn. Stück für Stück setzt sich das Wissen um ihn und was ihn gedanklich quält zusammen, so dass am Ende keine Fragen offen bleiben. Etwas gestört hat mich das Ende, da ich ein Gerechtigkeitsmensch bin und gern gewusst hätte, wie Jan sich aus allem herausredet.
Alles in allem hat mir das Buch richtig gut gefallen und ich war überrascht, dass mich das Buch so mitgerissen hat. Vielleicht sollte ich mich doch noch mal an ein anderes Theorin-Buch wagen. 

Final Cut




Final Cut – Veit Etzold
6  Audio CDs
ISBN: 978-3785746141
10,99 Euro
Klappentext:
Du hast 438 Freunde auf Facebook. Und einen Feind. Die Freunde sind virtuell, der Feind ist real. Er wird Dich suchen. Er wird Dich finden. Er wird Dich töten. Du hast 438 Freunde auf Facebook. Und keiner wird etwas merken. Ein Killer, der wie ein Computervirus agiert: unsichtbar und allgegenwärtig. Er nennt sich der Namenlose, und seine Taten versetzen ganz Berlin in Angst und Schrecken. Hauptkommissarin Clara Vidalis und ihr Team sind in der Abteilung für Pathopsychologie ohnehin schon für die schweren Fälle zuständig, aber die Vorgehensweise dieses Verbrechers raubt selbst ihnen den Atem. Perfide und genial, lenkt er die Ermittler stets auf die falsche Fährte. Und erst allmählich begreift die Kommissarin, dass der Namenlose sein grausames Spiel nicht mit der Polizei spielen will, sondern nur mit einem Menschen: mit ihr, Clara Vidalis. Während die Ermittler noch verzweifelt versuchen, die Identität des Killers aufzudecken, startet der Medienmogul Albert Torino eine neue Casting-Show. Und es gibt jemanden, der diese Show für seine eigenen, brutalen Zwecke nutzen wird: der Namenlose.
Meine Meinung:
Den Namen Veit Etzold hatte ich vorher noch nie gehört, aber ich lese gern neue Autoren und habe dadurch schon sehr viele tolle Bücher – in diesem Fall Hörbücher – kennengelernt. So auch in diesem Fall. Die Geschichte an sich ist nicht so wirklich spektakulär, aber die Sprecherin, deren glühende Verehrerin ich bin, hat einiges rausgerissen. Franziska Pigulla schafft es einfach, den Inhalt mitreißend zu erzählen.
Zum Inhalt des Buches möchte ich eigentlich nicht allzuviel sagen, denn der Klappentext verrät schon sehr viel. Es geht um eine bestimmte Anzahl Menschen, die ermordet wurden, deren Ermordung aber nicht bemerkt wurde. Wie das geschehen kann? Der Namenlose hackt sich beispielsweise in den Facebook Account des Opfers ein und gaukelt allen vor, dass das Opfer im Ausland ist, die Telefonleitungen nicht stabil sind und daher telefonieren unmöglich ist. Aber Facebook Nachrichten funktionieren und werden auch fleißig genutzt.  So hat er es geschafft, die Menschen , die er getötet hat, noch lange Zeit weiterleben zu lassen. Die Ermittlerin Clara Vidalis weiß nicht, wie viele Menschen der Namenlose auf dem Gewissen hat, geschweige denn, wer er ist. Sie macht sich also auf die Suche und wird selbst mit in den Sumpf gezogen. Was Clara Vidalis mit dem Namenlosen verbindet, müsst ihr aber selbst heraus finden.
Die Geschichte wird auf der einen Seite aus Sicht von Clara Vidalis erzählt, auf der anderen Seite aus Sicht des Namenlosen. Man erfährt einiges über seine Kindheit und warum er zum Namenlosen wurde. Der Autor hat sich ein paar nette Sachen ausgedacht, wie der Namenlose die Menschen überlistet und ich musste darüber nachdenken, dass es in der heutigen Welt wohl wirklich bei manchen Menschen nicht auffallen würde, wenn sie ausschließlich online existieren würden.  
Ich weiß nicht, ob mir das Hörbuch auch als Buch gefallen hätte, aber ich habe noch einen weiteren Thriller von Veit Etzold hier liegen, und zwar „Spiel des Lebens“. Spätestens dann werde ich merken, ob es an einer sich mal wieder selbst übertreffenden Franziska Pigulla lag oder an dem Autor.
Bis dahin kann ich das Hörbuch aber auf jeden Fall empfehlen. 

Zorn…. oder Reinfall?

368 Seiten
ISBN: 978-3596193059
8,99 Euro
Klappentext:

»Es dauerte drei Stunden, bis sie den Verstand verlor, und weitere zwei, bis sie endlich sterben durfte.«
Hauptkommissar Claudius Zorn und sein Kollege, der dicke Schröder, haben seit Jahren in keinem Mordfall mehr ermittelt. Aber nun überstürzen sich die Ereignisse: zwei Morde in kürzester Zeit – blutig, brutal, unerklärlich. Warum gibt ein Killer seinem Opfer Schmerzmittel, bevor er es quält? Zorn ist ratlos, Schröder schon mitten drin in den Ermittlungen. Und der Mörder hat noch nicht genug … 

Meine Meinung:
Der Klappentext klang sehr interessant, das Cover hätte man schöner gestalten können. So mein erster Eindruck des Buches. Leider konnte mich der Inhalt nicht überzeugen.
Mir hat von Anfang an schon nicht gefallen, dass es in dem Dorf anscheinend nur zwei Polizisten gibt. Zorn, der zu nichts Lust hat, weder auf seinen Job, noch auf andere Menschen und der dauernd mürrisch ist. Zwischendurch hatte er  ein paar amüsante Gedanken, aber das war es auch schon. Dann gibt es noch Schröder, genannt „der dicke Schröder“. Er ist übereifrig, scheint den Job seines Chefs Zorn mit übernehmen zu wollen und vergöttert diesen. Kein Krimi, den ich kenne, lebt davon, dass zwei Ermittler einen Fall auflösen. Noch dazu eine Konstellation, die einfach nicht zu ertragen ist. Diese Gegensätze – mürrisch und extrem gut drauf – haben mich sehr genervt. Dazu ist das Buch auch noch unglaublich langweilig geschrieben.  Wenn der Kriminalfall noch packend geschrieben wäre, hätte ich es mir vielleicht mit der Bewertung auch noch anders überlegt.
Auf meiner Ausgabe ist ein Auflkeber „Der neue deutsche Krimi-Bestseller! Unbedingt lesen!“ Ich kann nur davon abraten.