Die Wahrheit über Metting – Tom Liehr 

Seit einigen Jahren lese ich die Liehr-Bücher direkt nach dem Erscheinen. Auf dieses Buch musste ich dank Corona etwas länger warten als ursprünglich gedacht, aber das Warten hat sich gelohnt.  

Tomás, genannt Tom, wächst Ende der 70er Jahre im fiktiven Ort Metting in Niedersachsen auf. Seinen Eltern gehört das Pflegeheim Horizont. Mit ihnen wohnt er dort und kann nicht glauben, dass es Menschen gibt, die jünger und gesünder sind als die Bewohner des Heims. Man muss sich einfach mal vorstellen, dass Tom als kleiner Junge im Pflegeheim gespielt hat, dort aufgewachsen ist und die Bewohner als seine Freunde ansieht.  Eines Tages zieht die in meinen Augen außerordentlich coole, allerdings bereits 82 Jahre alte Marieluise Benedickt ins Horizont. Tom und Marieluise verbringen sehr viel Zeit miteinander, sie wird sogar seine Vertraute in allen Belangen. Als Marieluise stirbt verliert Tom den Boden unter den Füssen.  

Nach 30 Jahren erinnert sich Tom immer noch gerne an seine Zeit mit Marieluise zurück, nicht so gerne allerdings an seine Zeit in Metting. Nicht nur, weil seine Eltern Geheimnisse haben und weil sie seine gesamte Kindheit über immer ziemlich lieblos mit ihm und miteinander umgegangen sind, sondern auch weil Metting das ist was es ist.  

Ich sage das bei jeder Liehr-Neuerscheinung: Das Buch ist das beste! Ihr müsst mir nachsehen, wenn ich das nicht objektiv beurteilen kann, aber ich bin seinem Schreibstil verfallen. Dabei kann ich nicht mal so genau sagen, woran das liegt. Ich mag den Humor, die Ernsthaftigkeit, die trotz allem immer in seinen Büchern steckt, seine Wortschöpfungen und natürlich auch die Charaktere, die er erschaffen hat. Meist ist irgendetwas im Buch oder an den Figuren skurril und genau das macht die Bücher meiner Meinung nach so liebenswert. “Die Wahrheit über Metting” lässt den Leser/die Leserin darüber hinaus auch noch über das eigene Verhalten nachdenken. Zumindest ist es mir so ergangen.  

Wirklich viel Spannendes passiert in dem Buch nicht, dafür wird man von den einem selbst bekannten Wirrungen des Lebens großartig unterhalten. Ich war bei manch einer Ungerechtigkeit wirklich erzürnt und hätte gerne mal der einen oder anderen Figur die Meinung gegeigt. Meiner Meinung nach ist das Buch für absolut jeden was. Probiert es mal aus oder lest fürs Erste die Leseprobe, falls meine Lobrede euch nicht überzeugt hat.  

Falls ihr seine anderen Bücher noch nicht kennt, kann ich euch auf jeden Fall “Sommerhit” und “Pauschaltourist” empfehlen.                                                                              

Verlag: rororo 

Erscheinungsdatum: 13. Oktober 2020 

Seiten: 368