Im Land der Weihnachtssterne (Die Weihnachtsstern-Saga 1) – Lea Thannbach

Was für ein wundervolles Buch. Allerdings hatte ich aufgrund des Titels mit einem Weihnachtsbuch gerechnet. Bekommen habe ich ein halbes Weihnachtsbuch, was aber gar nicht schlimm war.

Das Buch spielt in zwei Zeitebenen. Einmal 1910 in der Zeit von Feli und Philipp und einmal in der aktuellen Zeit, bei Stella. In Stellas Zeit ist Weihnachten und sie besucht gerade ihre Familie in den USA, die die Nachkommen von Feli und Philipp sind. Stellas Oma Lizzy erzählt Stella und den Lesern die Geschichte um die Poinsettias, die Weihnachtssterne. Noch nie zuvor habe ich mir so viele Gedanken um diese Pflanze gemacht wie bei der Lektüre dieses Buches. Der Inhalt ist fiktiv, aber an die wahre Begebenheit der Entdeckung und Verbreitung der Pflanze angelehnt.

Es war mein erstes Buch von Lea Thannbach und ich habe schon nach wenigen Seiten gemerkt, wie liebevoll das Buch geschrieben ist. Die Hauptcharaktere sind allesamt sehr liebenswürdig, daher fühlte sich das Buch für mich direkt wie ein Wohlfühlbuch an. Es bleiben noch einige Fragen bezüglich Stellas Familie offen, die wahrscheinlich im zweiten Teil („Wiedersehen im Land der Weihnachtssterne“ – erschienen am 02.11.2020) geklärt werden. 

Für mich passte alles perfekt zusammen: Das schöne Cover, der Inhalt und die Erzählweise. Ihr könnt euch also zurücklehnen, euch einen Tee einschenken und die Geschichte um die wohl weihnachtlichste Pflanze, die man kennt, lesen.

Alles weitere über das Buch erfahrt ihr auf der Seite des Ullstein Verlages.

Raum der Angst – Marc Meller

Verlag: Ullstein

Erscheinungsdatum: 31. August 2020

Seiten: 384

ISBN: 9783548063805

Der Autor (Verlag):

Marc Meller ist das Pseudonym eines erfolgreichen Roman- und Drehbuchautors. Am liebsten schreibt er Thriller, in denen das Thema „Angst“ in all seinen Ausformungen eine zentrale Rolle spielt. Marc Meller lebt in Köln und Hannover.

Klappentext (Verlag):

Ein Escape-Room-Thriller

Der Thriller für alle Fans von Escape und Exit Games

Ein geheimes Experiment. Acht Teilnehmer. Sieben verschlossene Räume. Und ein Killer in Spiellaune

Er nennt sich Janus. Nach dem römischen Gott der Ein- und Ausgänge. Und er kommt in der Nacht. Still, heimlich. In dein Zuhause. Er betäubt dich, nimmt dich mit und schließt dich ein, in einen kalten, dunklen Raum. Um mit dir ein Spiel zu spielen. Sein Spiel. Ein Spiel voller Rätsel. Du hast nur eine Chance diesem Albtraum lebend zu entkommen: Du musst Janus‘ Spiel spielen – und gewinnen. Zum Glück bist du nicht allein. Du hast Mitspieler. Noch denkst du, dass das ein Vorteil wäre. Bis du begreifst: Dieses Spiel erlaubt nur einen Sieger, nicht mehrere, und die Verlierer werden sterben.

Meine Meinung:

Wow! Damit hatte ich nicht gerechnet. Am Sonntag Morgen habe ich das Buch begonnen und hatte eigentlich den Plan es nicht am Stück weg zu lesen, aber das war gar nicht möglich.

Die Studentin Hannah wird erst mit K.O.-Tropfen betäubt und dann entführt. Sie wacht in einem Raum auf, der offensichtlich keinen Ausgang hat. Kurze Zeit später stehen plötzlich sieben weitere Personen neben ihr, die behaupten an einem Experiment eines bekannten Professors teilzunehmen. Nach und nach stellt sich heraus, dass die acht völlig unterschiedlichen Personen in einem Live-Escape-Room gefangen sind. Allerdings ist dies kein Spiel oder ein Experiment, sondern blutiger Ernst.

Als Leser/Leserin ist man direkt mitten drin. Erst spült man noch mit Hannah zusammen den Tresen in der mexikanischen Bar ab und schon ist man mitten drin im schrecklichsten Alptraum, den man sich vorstellen kann. Der Autor hat sich Räume einfallen lassen, die ich niemals hätte lösen können, vor allem nicht, wenn sie Realität wären. Er hat sich aber auch überlegt, dass  es Tote geben muss, damit es richtig spannend wird. Ähnlich wie bei „Game of Thrones“ ist man niemals sicher, dass die Figur, die man gerade mag, überlebt. Alles ist möglich. Das Ganze ist nicht blutrünstig und in allen Einzelheiten beschrieben, aber schon ziemlich deutlich beschrieben. Besonders gut fand ich hier die kurzen Kapitel, die mich dazu verleitet haben, immer noch ein Kapitel dran zu hängen.

Die beiden Ermittler, die erst seit kurzem zusammen arbeiten, werden nicht übermäßig viel erwähnt, allerdings so viel, dass ihre Ermittlungen ausreichend beschrieben werden. Der Focus liegt hier auf den Räumen und dem, was sich dort ereignet. Für meinen Geschmack kam die Auflösung bezüglich des Täters recht früh, was aber der Spannung trotz allem nicht geschadet hat. Ich gehöre zu der Sorte Leser, die lieber bis zum Ende raten und überlegen, wer es sein könnte, daher war ich zu dem Zeitpunkt sehr überrascht darüber.

Mir haben die psychologischen Spielereien sehr gut gefallen. Genau dieses Eingreifen in das Leben der Opfer macht für mich einen richtig guten Thriller aus. Die Gründe für die Tat waren für mich ausreichend erklärt, so dass keine Fragen offen blieben.

Wenn ihr Psychothriller mögt, die euch ununterbrochen an den Fingernägeln kauen lassen, solltet ihr auf keinen Fall einen Bogen um „Raum der Angst“ machen. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung.

Weiter Infos über das Buch und eine Leseprobe findet ihr auf der Seite des Verlages.

Das Buch wurde mir vom Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Katharina von Aragón (Die Tudor-Königinnen #1) – Alison Weir

Das Leben der ersten Frau von König Heinrich VIII.

Originaltitel: Six Tudor Queens: Katherine of Aragon, The True Queen

Übersetzerin: Edigna Hackelsberger

Verlag: Ullstein Taschenbuch

Erscheinungsdatum: 13. Juli 2020

Seiten: 896 Seiten

ISBN:  9783548063058

Die Autorin (Verlag):

Alison Weir ist eine Bestsellerautorin aus Großbritannien, die weltweit über 2,7 Millionen Bücher verkauft hat. Sie hat 17 historische Sachbücher und viele historische Romane veröffentlicht. Alison Weir ist Mitglied der Royal Society of Arts and Sciences. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Klappentext (Verlag):

Die wahre Königin

Das tragische Leben der ersten Frau von König Heinrich VIII.

England, 1501: Im Alter von 16 Jahren kommt die spanische Prinzessin Katharina von Aragón nach England, zunächst um Prinz Arthur zu heiraten, der jedoch kurz darauf stirbt. Sofort wird sie mit dem Thronerben verlobt: Prinz Heinrich. Was zunächst nach einer glücklichen Vermählung aussieht, wird schnell zum Alptraum für die junge Frau. Bald kursieren Gerüchte über König Heinrichs Affäre mit dem Hoffräulein Anne Boleyn. Katharina muss nun stark sein und kämpfen: für ihre Ehre, die Zukunft, für die Liebe.

Meine Meinung:

Eine Zeitlang war ich süchtig nach Büchern über Heinrich VIII., daher musste ich das Buch über die wahre Königin selbstverständlich lesen.

Katharina von Aragón kommt von Spanien nach England um Prinz Arthur zu heiraten, der aber nach wenigen Monaten verstirbt. Nach langem Warten wird sie endlich Heinrichs Frau, der zur Zeit ihrer Hochzeit schon König ist. Sie wird also Königin – und was für eine! Leider sieht es Heinrich mit der Treue nicht so eng und möchte Katharina los werden um Platz für Anne Boleyn zu haben.

Bis zur Lektüre dieses Buches ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich niemals ein Buch aus Sicht von Katharina gelesen habe. Ich wusste zwar so einiges, was geschehen ist, aber ihr Blickwinkel hat mir noch mal klar gemacht, dass sie ihn wirklich geliebt haben muss und wie sehr sie unter den Umständen gelitten hat. Nicht nur, weil sie seine Eskapaden ertragen hat, sondern auch, weil sie bereit war die Augen zu verschließen vor dem, was anderen in ihrem Umfeld offensichtlich war. Sie hat die Schuld immer bei sich gesucht und nicht bei ihm.

Da die Autorin schon so einige historische Sachbücher geschrieben hat, war ich erstaunt, wie sehr sie sich in Katharina rein versetzt hat und dieses Buch nicht trocken wie ein Sachbuch, sondern lebendig und aus Katharinas Sicht,  verfasst hat. Lediglich die Sprache, die sie gewählt hat, scheint mir nicht so ganz dem 16. Jahrhundert gerecht zu werden. Aber das hat dem Buch nicht geschadet. Allerdings wurde es hin und wieder etwas langatmig, aber auch das fand ich nicht hinderlich.

Wenn die weiteren fünf Teile im ähnlichen Stil geschrieben sind, werde ich sie auf jeden Fall lesen. Ich bin gespannt, wie die Autorin die anderen von Heinrichs sechs Frauen erzählen lässt. Der zweite Teil „Anne Boleyn – Die Mutter der Königin“ erscheint am 2. November 2020.

*Werbung* Weitere Infos zum Buch und eine Leseprobe findet ihr auf der Seite des Verlages.

Das Buch wurde mir von Netgalley und dem Ullstein Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Das Licht der frühen Jahre – Erri de Luca

„Du siehst mich an, mit strengem gramerfülltem Blick, in dem die ewig gleiche Ermahnung an uns Kinder lag: Nicht hier und nicht jetzt.“

  • Originaltitel: Non ora, non qui
  • Übersetzer: Anette Künzler
  • Verlag: Ullstein
  • Erscheinungsdatum: 29. Juni 2020
  • Seiten: 96 Seiten
  • ISBN:  9783843722223 (E-Book)

Der Autor (Verlag):

Erri De Luca, geboren 1950 in Neapel, zog mit 19 nach Rom und arbeitete dort als Maurer, LKW-Fahrer und Lagerarbeiter. Im Selbststudium brachte er sich mehrere Sprachen bei, darunter auch Althebräisch, um die Bibel übersetzen zu können. Erst mit 40 begann er zu schreiben und hat seither mehr als 30 Romane, Essays und Übersetzungen veröffentlicht und gehört zu den meistgelesenen, auflagenstärksten Autoren Italiens. Seine Bücher wurden in Italien, Frankreich und Israel zu Bestsellern, und sind außerdem in Ländern wie Spanien, Portugal, Holland, den USA, Brasilien, Polen und Litauen erschienen. Erri De Luca wurde 2010 mit dem Petrarca-Preis ausgezeichnet und 2013 mit dem Prix Européen de Littérature.

Klappentext (Verlag):

Ein Buch voller Wärme und Weisheit, wie gemacht für eine Lektüre im Licht der mediterranen Sonne.

Beim Betrachten alter Fotos, die sein Vater gemacht hatte, bevor er erblindete, erinnert sich ein Mann an seine Kindheit im Neapel der Nachkriegszeit. Seine Eltern waren arm und das Leben auf den Straßen war geprägt von der Not, die der Krieg hinterlassen hatte. In einem intimen Zwiegespräch mit seiner verstorbenen Mutter lässt Erri De Luca diese frühen Jahre seines Lebens wieder auferstehen und mit ihnen die Poesie, die noch in der schwersten Kindheit steckt.

Meine Meinung:

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich freiwillig eine Erzählung gelesen. Ich bin eigentlich nicht dafür gemacht Bücher mir nur knapp 100 Seiten zu lesen, weil ich mich mit den Charakteren verbunden fühlen möchte und es daher liebe, diese langsam und ausführlich kennen zu lernen. Die Verbundenheit mit den Charakteren habe ich nicht bekommen, aber das Buch hat mir trotzdem ganz gut gefallen.

Der namenlose ca. 60jährige Ich-Erzähler sieht sich ein Foto an, das seine Mutter in jungen Jahren zeigt. Das Buch besteht aus einem Rückblick in zehn Jahre seiner Kindheit, die ich als Leser nicht als allzu glücklich empfinde. Ich fand die Kindheit eigentlich ziemlich traurig, weil er und seine Schwester immer leise sein mussten und der Ich-Erzähler sich nach dem Umzug in eine bessere Gegend gar nicht wohl gefühlt hat. Dazu kommt, dass die Eltern Ansprüche an die Kinder gestellt haben, die diese nicht oder nur unter großen Mühen erfüllen konnten.

Kleine Begebenheiten werden sehr philosophisch von dem jüngeren Ich-Erzähler betrachtet, zum Beispiel was er über das Warten denkt. Die Passagen haben mir wirklich gut gefallen, weil sie zum Nachdenken anregen. Es empfiehlt sich, das Buch langsam und bewusst zu lesen, weil einige schöne Formulierungen zu lesen sind. Es sind einige Zeitsprünge enthalten und dass er sich immer wieder aufgrund einer kleinen Sequenz im Bild an eine weitere Begebenheit erinnert, entweder an etwas, was die Mutter gesagt oder getan hat oder an einen längst verstorbenen Freund etc.  Die Art der Erzählung hat mir ebenfalls gut gefallen, denn der Ich-Erzähler redet mit seiner Mutter und man merkt als Leser, dass er Abschied von ihr nimmt und ihr all das sagt, was er ihr nicht sagen konnte, als sie noch lebte. Ich fand das sehr entspannend, denn es hatte etwas von einer nostalgischen Rückschau, obwohl seine Zwiesprache durchzogen war von Traurigkeit und manchmal auch Bitterkeit.

Ich werde zukünftig aber lieber bei anderen lesbaren Geschichten bleiben, denn diese Erzählung war mir einfach viel zu kurz. Richtig in die Geschichte einzutauchen ist mir leider nicht gelungen. Wer Erzählungen mag, wird mit Sicherheit Freude an „Das Licht der frühen Jahre“ haben.

Das Buch wurde mir von Netgalley und vom Ullstein Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

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Eine Leseprobe findet ihr auf der Seite des Verlages.

Aktuelle Leserei:

Seit gestern lese ich *Werbung* „Schatten der Welt“ von Andreas Izquierdo. Darauf habe ich schon länger gewartet, denn ich fand „Club der Traumtänzer“ von ihm richtig gut. Es erscheint allerdings erst am 21.07.2020.