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Neuanfang auf dem Kreuzfahrtschiff & Interview mit der Autorin

Zwischen Meer und Sternen von Jennifer Summer

Zum ersten Mal habe ich von Jennifer Summer gehört, als ich als Bloggerin bei der OBM 2021 teilgenommen habe. Eigentlich sind Bücher, die unter 300 Seiten lang sind, gar nicht mein Ding und so richtige Mädchenromane lese ich nur ganz selten. Gereizt hat mich, dass „Zwischen Meer und Sternen“ als Reiseroman ausgewiesen wird und die Autorin Reisejournalistin ist.

Julie arbeitet nach der Trennung von ihrem Freund auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff als Reiseleiterin. Eigentlich ist sie Journalistin, aber das Schicksal meint es nicht gut mit ihr. Erst wird sie gekündigt und dann geht ihr Freund auch noch fremd, was zu besagter Trennung geführt hat. Ihr erster Impuls ist Flucht, denn in ihren Augen ist ihr Leben ein einziger Scherbenhaufen. Auf der Golden Crown lernt sie den Staff Chief Sergej kennen, der versucht sie zu verführen und der charmante Kunsthändler Jaques wirbt ebenfalls um sie.

Was laut Klappentext auf den ersten Blick wie ein kitschiger Liebesroman wirkt, kommt als Lebensfindungs- und Reiseroman daher. Natürlich ist die Sache mit der Liebe bzw. der Verliebtheit auch enthalten und auch ein wenig Klischee, aber nicht in dem Maße, dass ich das Buch abbrechen wollte. Ganz im Gegenteil, die Handlung beinhaltete sogar ein paar Krimielemente, die die ganze Geschichte spannend machen. Auf gut 200 Seiten kann man nicht erwarten, dass die Charaktere eingehend beleuchtet werden, aber die Autorin hat es geschafft, dass ich sowohl Julie als auch einige der Nebencharaktere lieb gewonnen habe. Ich hätte mir gewünscht, dass das ganze Buch noch mehr in die Tiefe gegangen wäre, was aber an meiner persönlichen Vorliebe liegt, Charaktere eingehend und in allen Facetten kennen und vor allem lieben zu lernen.

Die Stationen des Kreuzschiffes, die unter anderem in Gibraltar, La Gomera oder Lissabon angesiedelt waren, haben in mir Fernweh ausgelöst. Hier kannst du dir die Stationen der Golden Crown ansehen. Jennifer Summer hat es gut verstanden die Geschichte und auch die Umgebungsbeschreibungen der Orte in die Geschichte einzuweben, da Julie als Reiseleiterin interessante Eckdaten zu den Orten an ihre Passagiere weitergeben muss. Interessant war zudem, wie das Leben auf Deck hinter den Kulissen aussieht.

Wenn du Fernweh hast, was nach zwei Jahren Corona durchaus verständlich ist, kann ich dir guten Gewissens „Zwischen Meer und Sternen“ empfehlen. Am besten nimmst du dir ein Glas Rotwein dazu oder ein kühles Bier und genießt die Zeit mit diesem wunderbaren Buch. Ich habe es übrigens an einem Tag verschlungen.

Das Buch wurde mir von Jennifer Summer zur Verfügung gestellt. Dafür bedanke ich mich herzlich. Dies hat meine Meinung nicht beeinflusst.

Um einen ersten Eindruck zu gewinnen, kannst du dir eine Lesung mit Musik zu „Zwischen Meer und Sternen“ ansehen. Ein Instagram-Live (Reisen bewegt) mit Charlotte Taylor findest du hier.

Wenn du mehr über die Autorin erfahren möchtest, kannst du mit ihr auf ihrer Homepage ihre Reiseziele erforschen.  Infos über ihre Bücher findest du dort natürlich ebenfalls.

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Seiten: 216

Erscheinungstermin: 31. März 2021

Herausgeber: Independently Published

ISBN: 979-8731364744

Preis: 9,95 € (Taschenbuch), 3,99 € (E-Book) oder kostenlos im Rahmen von Kindle unlimited

Über die Autorin (Quelle: Amazon):

Rio de Janeiro oder Tokio? Longyearbyen oder Auckland? Jennifer Summer folgt dem Fernweh in viele Ecken der Welt. In ihren Romanen kehrt die hauptberufliche Reisejournalistin (u. a. FAZ) in guter Begleitung an die faszinierendsten Orte zurück: Ihre Protagonistinnen sind starke Frauen mit Gefühl. Und natürlich treffen sie spannende Männer …

In Jennifer Summers Reiseromanen geht es aber nicht nur um eine spannende Liebesgeschichte mit Happy End: Da sie alle Schauplätze persönlich kennt, kann man sich mit ihren abwechslungsreichen Storys authentisch wegträumen und bekommt konkrete Tipps für den nächsten Urlaub. Alle Reiseromane können unabhängig voneinander gelesen werden. Liebgewonnene Figuren tauchen aber auch wieder auf.

Jennifer Summers Wahlheimat sind die Elbtalauen bei Hamburg. Doch spätestens alle paar Monate zieht es sie wieder hinaus, um mit Schiff oder Campervan die Welt zu entdecken. Das nächste Buch erscheint im Winter 2021/22 und spielt auf Sizilien sowie im afrikanischen Bijagos-Archipel. Aktuelles von Jennifers Reisen und unveröffentlichte Leseproben gibt es unter http://www.jennifersummer.de/newsletter.

Interview:

Liebe Jennifer,

ich danke Dir, dass Du Dich bereit erklärt hast, mir ein paar Fragen zu beantworten. 

Sehr gern, liebe Nadine! Danke, dass ich bei dir zu Gast sein darf!

Julie arbeitet in „Zwischen Meer und Sternen“ auf einem Luxus-Kreuzfahrtschiff. Wie sehen denn Deine Reisen aus? Erkundest Du alleine die bereisten Orte oder hast Du lieber jemanden dabei, der sich auskennt?

Als Reisejournalistin bin ich mal allein und mal in Gruppen unterwegs. Dann ist alles durchorganisiert, das ist natürlich sehr bequem. Aber lieber erschließe ich mir eine Destination auf eigene Faust. Wenn es eine Sprachbarriere gibt, buche mir auch mal einen Guide. So habe ich es zum Beispiel in Japan gemacht.

Ich gehöre zu den Menschen, die gerne Orte abseits des Tourismus sehen möchten. Wie ist das bei Dir? Ich könnte mir vorstellen, dass Du als Reisejournalistin gerade die nicht vom Tourismus geprägten Orte für deine Berichte aussuchst.

Orte, an die nicht jeder reist, reizen mich natürlich auch besonders. Aber sie stellen oft auch eine Herausforderung dar. Ich würde zum Beispiel unglaublich gern das Kulturerbe Saudi-Arabiens sehen. Seit Sommer 2019 darf man als Frau dort auch allein reisen, ich muss nur noch den Mut finden.

Wie bereitest Du Dich auf ein neues Ziel vor? Liest Du auch Reiseführer oder nutzt Du andere Quellen?

Gute Reiseführer liefern prima Basiswissen. Ich lese aber auch sehr gern Artikel von Kollegen oder Reiseblogs. Bei speziellen Fragen kann man auch gut in Foren recherchieren. Zur allgemeinen Einstimmung dürfen Youtube-Videos und Reiseromane nicht fehlen.

Welches war die Reise, die Dir bisher am meisten in Erinnerung geblieben ist? Sei es, weil etwas aufregendes vorgefallen ist oder weil es einfach nur total schön war oder oder oder…

Schwierige Frage, es gibt so viele großartige Erinnerungen. Indien werde ich nie vergessen – mit zwei Kolleginnen nachts in Mumbai verlaufen und von beeindruckenden indischen Ladies gerettet. Eine Eisbärenmama säugt zwei Babies in der Arktis. Das Geräusch der Brüllaffen im Dschungel von Costa Rica. Die Sanftmut der Menschen in Myanmar. Aber auch die unglaubliche Natur Norwegens, die ich letzten Herbst mit dem Camper erfahren durfte.

Welcher Ort fehlt Dir noch in Deiner Liste, den Du unbedingt noch sehen musst und bisher noch keine Gelegenheit dazu hattest?

Kaum zu glauben, aber ein ganz klassisches Ziel fehlt mir noch: Ich war noch nie in Südafrika! Die „Big Five“ stehen ganz oben auf meiner Liste. Außerdem möchte ich gerne mal nach Georgien, nach Jordanien, nach Israel … Es gibt noch so viel zu entdecken!

Hast Du je überlegt auch in anderen Genres zu schreiben? Mir würde zum Beispiel ein Reisebericht mit Anekdoten über Einheimische oder besondere Orte mit entsprechenden Fotos einfallen.

Reisereportagen mit Fotos erstelle ich gerne für Zeitungen und Magazine. Ich habe auch schon mal überlegt, ob ich meine interessantesten Reisetagebücher samt Fotos veröffentliche. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob so etwas wirklich viele Fans findet.

Fiktionale Geschichten mit real besuchten Orten zu verknüpfen, erschien mir als bessere Alternative. Mein Romandebüt im Bereich Cosy Crime war eine großartige neue Herausforderung. Doch spannende romantische Geschichten mag ich noch lieber.

Hast Du selber Erfahrungen als Reiseleiterin gemacht oder bist Du selber diejenige, die Orte bereist? Du beschreibst ja in „Zwischen Meer und Sternen“ einige Begebenheiten von hinter den Kulissen auf dem Kreuzfahrtschiff. Oder hast Du da Quellen? 😉

Ich war in den letzten Jahren viel mit Kreuzfahrtschiffen unterwegs und habe die Crewmitglieder ausgefragt, wie es hinter den Kulissen wirklich ist. Da tut sich eine spannende Parallelwelt auf, von der die Passagiere keine Ahnung haben. Wenn ich früher von der Möglichkeit gewusst hätte, als Reiseleiterin an Bord zu arbeiten, hätte ich sie mit Sicherheit genutzt.

Wie sind Deine Erfahrungen als Selfpublisher? Ich kann mir vorstellen, dass es nicht so ganz einfach ist, die Bücher an den Leser zu bringen, weil bei normalen Lesern (damit meine ich die, die keine Vielleser sind) oft nur Bücher gekauft werden, die in Buchläden ausliegen oder die auf Bestsellerlisten stehen.

Durch E-Reader wie Tolino oder den Kindle bekommen Selfpublisher mehr Sichtbarkeit. Immer mehr Lesende aller Altersklassen nutzen diesen bequemen Weg zur Lektüre. Gerade Fernwehherzen lesen gern digital, das hilft mir natürlich enorm. Zugegeben: Es ist nicht ganz einfach, den gesamten Produktionsprozess vom Lektorat über das Cover bis hin zum Marketing selbst zu managen. Aber es macht auch eine Menge Spaß!

Im März wird ein neues Buch von Dir erscheinen. Magst Du mir schon erzählen, worum es in dem Buch geht?

Natürlich, sehr gern! Reiseleiterin Katja brennt für ihren Job an Bord von Luxus-Kreuzfahrtschiffen, bis sie plötzlich durch eine Affäre mit dem sizilianischen Offizier Antonio schwanger wird. Die freiheitsliebende Wahlhamburgerin schnuppert in das süditalienische Familienleben, ist aber rasch überfordert und flieht auf die Bijagos vor der Küste Afrikas …

Die Inselwelt Guinea-Bissaus gehört zu den am wenigsten besuchten Regionen der Welt und hat mich auf meiner letzten Reise vor Corona sehr fasziniert. Die Menschen leben Matriarchat und Voodoo-Glauben, das ist der perfekte Stoff für eine spannende Geschichte über eine starke Frau.

Was wünschst Du Dir von den Lesern Deiner Bücher? Gerade im Hinblick auf deren Meinung zum Buch oder ähnlichem?

Ich möchte meinen Leserinnen und Lesern die Möglichkeit geben, vom heimischen Lesesessel aus die Welt mit allen Sinnen zu entdecken, getreu dem Motto #reisenbewegt. Jede Reise – egal ob auf den Seiten eines Buches oder im echten Leben – bringt uns näher zu uns selbst. Ich möchte unterhalten und Mut machen, das Leben und die Welt zu genießen, denn es gibt so viel Schönes da draußen!

Wenn ich Rückmeldungen von Lesern bekomme, ist das das Größte für mich. Ich bin dankbar für jedes Feedback und freue mich über jede Antwort auf meine Reisepost unter www.jennifersummer.de sowie jede positive Bewertung auf Amazon. Besonders wertvoll empfinde ich den direkten Austausch auf Instagram – mit Lesenden und Bloggenden! Das ist eine wundervolle Community. Vielen Dank für eure großartige Unterstützung!

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